

Hörsaal - Deutschlandfunk Nova
Deutschlandfunk Nova
Fragen der Zeit. Was Forscher*innen über unser Leben herausfinden. Einblicke in die Wissenschaft. Neue Folgen immer donnerstags und freitags.
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Jan 9, 2026 • 40min
Krise der Demokratie - Wie sich AfD-Wähler zurückgewinnen lassen
Andreas Voßkuhle, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Professor an der Universität Freiburg, diskutiert die Herausforderungen der Demokratie. Er erläutert, wie autoritäre Tendenzen und Populismus demokratische Strukturen bedrohen. Besonders kritisch ist der Verlust der 'stillen Mitte', den er als zentrale Herausforderung ansieht. Voßkuhle schlägt vor, dem entgegenzuwirken, indem man den handlungsfähigen Staat stärkt, glaubwürdig Veränderungen kommuniziert und lokale Begegnungsorte schafft, um das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen.

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Jan 8, 2026 • 48min
Making Class - Das Wissen schwer reicher Familien
Isabell Stamm, Soziologin an der Technischen Universität Berlin, erforscht, wie reiche Familien ihr Vermögen bewahren und an kommende Generationen weitergeben. Sie diskutiert Bourdieus Kapitalbegriffe als Grundlage ihrer Analyse. Auch beleuchtet sie die Veränderungen durch Privatisierung und Finanzialisierung. Interessant sind ihre Beobachtungen von exklusiven Events der Eigentumselite, die Einblicke in deren Selbstverständnis und Netzwerke geben. Stamm erklärt, wie Eigentumskompetenzen als kulturelles Kapital den sozialen Status regulieren und den Zusammenhalt stärken.

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Jan 2, 2026 • 43min
Aufarbeitung - Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche
David Rüschenschmidt, Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, beleuchtet in seinem Vortrag die systematische Vertuschung sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster. Er präsentiert erschreckende Zahlen und erklärt die lange Geschichte der Geheimhaltung. Zudem thematisiert er die Verantwortung der Gesellschaft und den Einfluss von kirchlichen Strukturen auf die Vertuschung. Rüschenschmidt fordert einen Kulturwandel und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den schrecklichen Schicksalen der Betroffenen.

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Jan 1, 2026 • 36min
Preparedness - Vorsorgen für die Katastrophe
Jonathan Voges, Privatdozent am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, diskutiert die Entwicklung des Begriffs "Preparedness" und dessen Einfluss auf die Krisenvorsorge. Er beschreibt einen Paradigmenwechsel von Prävention hin zu Vorbereitung. Besonders interessant sind seine Einblicke in Kriegsszenarien als Teil der Notfallplanung und die Rolle von historischen Ereignissen wie 9/11, die die Debatte prägen. Voges erläutert auch den All-Hazard-Ansatz und präsentiert Erkenntnisse zur europäischen Sicherheitsstrategie.

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Dec 26, 2025 • 46min
Perfektionismus - Warum das Streben nach dem Besten schaden kann
Barbara Cludius, Professorin für Klinische Psychologie an der Uni Bremen, beleuchtet die Herausforderungen des Perfektionismus. Sie erklärt, wie unrealistische Ziele und elterliche Erwartungen Perfektionismus fördern können. Cludius verknüpft dieses Streben mit psychischen Störungen wie Depressionen und Essstörungen. Zudem stellt sie Therapieansätze vor, darunter die kognitive Verhaltenstherapie und praktische Verhaltensübungen. Selbstmitgefühl wird als hilfreiche Strategie hervorgehoben, um den Druck des Perfektionismus zu mindern.

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Dec 25, 2025 • 48min
Zuversicht in schwierigen Zeiten - Wie wir heute noch hoffen können
Jonas Grethlein, Professor für Klassische Philologie an der Universität Heidelberg und Träger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2024, erkundet die vielschichtige Natur der Hoffnung. Er beleuchtet, wie Hoffnung als emotionale Haltung unser Verhältnis zur Zukunft prägt und differenziert sie von Wünschen und Optimismus. Grethlein diskutiert historische Perspektiven der Hoffnung von der Antike bis heute und reflektiert über die Herausforderungen durch die Klimakrise. Er ermutigt zu kleinen, greifbaren Hoffnungen als Möglichkeit zur Motivation und Handlungsfähigkeit.

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Dec 19, 2025 • 49min
Verwundbarkeit - Warum unsere Körper politisch sind
Jule Govrin, Philosophin und Gastprofessorin an der Universität Hildesheim, spricht über die Verletzlichkeit der Körper in der Politik. Sie beleuchtet, wie soziale Ungleichheit durch Körperbilder erzeugt wird und diskutiert Foucaults Konzepte der Biopolitik. Govrin kritisiert die Auswirkungen von Austeritätspolitik auf die Daseinsfürsorge und thematisiert, wie die Pandemie solidarische Verwundbarkeit sichtbar macht. Sie fordert eine gleichheitsorientierte, solidarische Gesellschaft, in der Sorgearbeit und universelle Rechte für alle gestärkt werden.

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Dec 18, 2025 • 33min
Internationale Politik - Wie sieht die nächste Weltordnung aus?
Michael Zürn ist Politikwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin und Experte für Internationale Beziehungen. Er diskutiert die bröckelnde liberale Weltordnung und präsentiert sechs zentrale Merkmale, darunter Souveränität und Machtverhältnisse. Zürn beleuchtet den Irakkrieg als Wendepunkt und skizziert zwei Zukunftsszenarien: ein bipolares Blocksystem zwischen USA und China und eine triadische Ordnung mit verschiedenen Autoritarismen. Diese Entwicklungen könnten gravierende Auswirkungen auf Souveränität und Menschenrechte haben.

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Dec 12, 2025 • 40min
Cash - Warum wir Bargeld auch in Zukunft brauchen
Heike Wörlen, Wirtschaftswissenschaftlerin bei der Deutschen Bundesbank, erklärt, warum Bargeld auch in der Zukunft wichtig bleibt. Sie diskutiert persönliche Anekdoten über Bargeld sowie die gesellschaftlichen Vorteile, darunter Datenschutz und Krisensicherheit. Wörlen präsentiert verschiedene Szenarien zur Zukunft des Bargelds - von einer hyperdigitalen Welt bis hin zur Bargeld-Renaissance. Ihre Erkenntnisse zeigen, dass Bargeld nicht nur ein Zahlungsmittel, sondern auch ein Symbol für Freiheit und Teilhabe ist.

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Dec 11, 2025 • 55min
Journalismus - Welche Fragen sich beim Einsatz von KI stellen
Jessica Kunert, Kommunikationswissenschaftlerin und Juniorprofessorin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, diskutiert die Herausforderungen und Chancen von KI im Journalismus. Sie beleuchtet, wie Automatisierung und generative KI die Berichterstattung revolutionieren können, aber auch Risiken wie Halluzinationen und die Notwendigkeit technischer Expertise hervorbringen. Kunert erklärt, dass KI nicht die journalistische Kreativität ersetzen wird, betont jedoch die Bedeutung hybrider Systeme, um die Zusammenarbeit zwischen Journalisten und Technikern zu fördern.


