

Essay und Diskurs
Deutschlandfunk
Freie Meinung, kluge Gedanken: "Essay und Diskurs" präsentiert zu Fragen der Gesellschaft, die aktuell diskutiert werden, ein eigenes Radioformat. Die Sendung eröffnet neue Blickwinkel auf kulturelle Themen und intellektuelle Diskurse, hinterfragt aber auch den öffentlichen Diskurs und konterkariert ihn möglicherweise - mal als Radiotext, mal als Gespräch.
Episodes
Mentioned books

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Feb 1, 2026 • 30min
Die Weltverbesserer - Wie Organisationen um die Lösung großer Krisen konkurrieren
Es geht um Organisationen, die um Aufmerksamkeit, Ressourcen und politische Wirksamkeit konkurrieren. Themen sind Ideenverbreitung durch Storys und Influencer, Projekt- und Thinktank-Strategien sowie Konkurrenz zwischen Klimaansätzen und Geoengineering. Auch Desinformationsarbeit, strategische Netzwerke und die Gewichtung von Risiken wie KI werden thematisiert.

Jan 25, 2026 • 35min
La mamma italiana? - Meloni, Mutterschaft und die neue Rechte in Italien
Die Rolle von Giorgia Meloni als Mutterikone und ihre Inszenierung weiblicher Autorität stehen im Mittelpunkt. Ihre Abneigung gegen weibliche Anredeformen und das Bild des 'Il Presidente' zeigen ihren Machtanspruch. Spannend ist ihr Slogan 'Io sono Giorgia', der sie zur Pop-Ikone erhebt. Melonis Nutzung von Familienbildern und Mutterschaft als politisches Kapital wird kritisch beleuchtet. Ein warnendes Bild entsteht: Ihr beruhigendes Mutter-Image könnte autoritäre Ambitionen verbergen und die Demokratie in Gefahr bringen.

Jan 18, 2026 • 30min
Über Lesenswerte - Der Kanon ist tot! Es lebe der Kanon!
Die Diskussion über den literarischen Kanon ist komplex und umstritten. Peter Pohl definiert verschiedene Kanonbegriffe und beleuchtet die unterschiedlichen Typen und Kriterien. Die Rolle von Verlagen und Medien in der Kanonbildung wird ebenso thematisiert wie Geschlechterdifferenzen. Zudem wird die wichtige Frage nach der Erweiterung des Kanons und den Herausforderungen diskutiert. Politische Eingriffe und Buchverbote in den USA zeigen die aktuelle Relevanz dieser Thematik, während historische Lesebücher als Spiegel der Kanonisierungsprozesse dienen.

Jan 11, 2026 • 30min
Kinderland - Die Welt der Erstlesebücher
Patricia Görg ergründet die Bedeutung von Erstlesebüchern und deren Einfluss auf unser Weltbild. Sie beleuchtet die historischen Wurzeln der Fibeln und deren evolutionäre Entwicklung über die Jahrhunderte. Ein Blick auf die siebziger und achtziger Jahre zeigt den Wandel familärer Rollenbilder und deren Darstellung in Kinderbüchern. Zudem werden die Ideologien im Nationalsozialismus analysiert, und der Kontrast zwischen west- und ostdeutschen Fibeln thematisiert. Neuere Werke zeigen Vielfalt und Inklusion, indem sie moderne Familienformen abbilden.

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Jan 4, 2026 • 30min
Arbeit an der Geschichte - Suchen nach uns selbst
Wie beeinflusst unsere Vergangenheit die Gegenwart? Ralf Konersmann untersucht, wie Krisen die Geschichtsarbeit beeinflussen. Er beschreibt drei Geschichtsverständnisse: klassisch, präsentistisch und genealogisch. Kritisch betrachtet er den Eurozentrismus und die Gefahren des Präsentismus, bei dem Geschichte zur Bestätigung aktueller Narrative verzerrt wird. Der genealogische Ansatz hilft dabei, unsere Identität zu hinterfragen und verborgene Normalitäten zu erkennen. Zudem thematisiert er die Herausforderungen der Geschichtswissenschaft im KI-Zeitalter.

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Jan 1, 2026 • 33min
Stillgestellter Diskurs - Was war nochmal der Klimawandel?
Luisa Neubauer ist eine bekannte Klimaschutzaktivistin und Mitorganisatorin von Fridays for Future in Deutschland. In diesem Gespräch beleuchtet sie die alarmierende Stille rund um den Klimawandel in der öffentlichen Debatte. Neubauer berichtet von persönlichen Ängsten und emotionalen Erfahrungen, die den Klimadiskurs prägen. Sie kritisiert politische Rückschritte beim Klimaschutz und fordert eine Rückkehr zu einer existenziellen Politik, die den Erhalt unserer Lebensgrundlagen ins Zentrum stellt. Ihre Metaphern und persönlichen Erlebnisse machen die Diskussion lebendig und greifbar.

Dec 28, 2025 • 30min
Abfall von allen - Die Stadt, der Müll und die Moral
Müll ist weit mehr als Abfall und reflektiert gesellschaftliche Ungleichheiten. Reiche blenden ihre Abfälle aus, während benachteiligte Stadtteile leiden. Die Dynamik von Wegwerfpraktiken und die unsichtbare Müllentsorgung werden analysiert. Individuelle Lösungen stoßen oft an ihre Grenzen. Historische und globale Perspektiven zeigen, wie Entsorgung Politik und Machtverhältnisse beeinflusst. Zudem wird auf die Probleme der Videoüberwachung und sozialen Kontrolle eingegangen, die unter dem Deckmantel der Müllentsorgung zunehmen.

Dec 26, 2025 • 30min
Der lange Atem - Eine Beschwörung demokratischer Langsamkeit
Einen langen Atem zur haben, galt lange Zeit als Garant für Erfolg. Im Alltag, beim Sport, in der Politik. Heute leben wir in Zeiten der schnellen Erfolge und einer Politik der Kettensägen. Gibt es Auswege aus dieser Kurzatmigkeit? Von Solmaz Khorsand www.deutschlandfunk.de, Essay und Diskurs

Dec 25, 2025 • 30min
Die Kunst, Unsichtbares zu sehen - Versuch über das Spurenlesen
In dieser Folge dreht sich alles ums Spurenlesen und dessen Bedeutung für die Wahrnehmung der Natur. Teilnehmer schildern ihre ersten Eindrücke im winterlichen Wald und lernen, wie Beobachtung ohne Wortfragen die Wahrnehmung schärft. Philosophische Überlegungen stellen den Anthropozentrismus in Frage und betonen die Verbindung zur Umwelt. Spannende Entdeckungen wie Wildschweinschnitzel und Taubenringe führen zu überraschenden Erkenntnissen. Zudem wird diskutiert, wie Spurenlesen ein Bewusstsein für Umweltprobleme schaffen kann.

Dec 21, 2025 • 30min
Die Grenzen der Autonomie - Wie Post-Covid und ME/CFS das Leben verändern
Wie lebt man, wenn der Alltag zur Herausforderung wird, die sich kaum bewältigen lässt? Die chronische Erkrankung ME/CFS stellt nicht nur das Gesundheitssystem auf die Probe, sondern auch das eigene Streben nach Selbstbestimmung in einem stillgestellten Körper. Von Jana Petersen www.deutschlandfunk.de, Essay und Diskurs


