

F.A.Z. Künstliche Intelligenz
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Im Podcast "Künstliche Intelligenz" sprechen Peter Buxmann und Holger Schmidt mit Gästen über Einsatzfelder der künstlichen Intelligenz in Unternehmen und die Entwicklung neuer datengetriebener Geschäftsmodelle. Peter Buxmann und Holger Schmidt erforschen am Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt die Potenziale der künstlichen Intelligenz und deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeit.
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Jan 7, 2026 • 40min
Lehre im Umbruch: „Um gegen KI zu bestehen, müssen wir Menschen uns sehr schnell weiterentwickeln“
Wie verändert KI Studium und Lehre? Doris Weßels, Wirtschaftsinformatikerin, Hochschullehrerin und Leiterin des Zukunftslabors für generative KI, analysiert seit Jahren, wie Studierende die Technologie früh und selbstverständlich in ihren Alltag integrieren. Von den ersten Experimenten nach der Veröffentlichung von ChatGPT bis hin zur breiten Nutzung für Schreiben, Recherche und Analyse. Seitdem, so Weßels, sei KI „immer mehr in die Lehre eingedrungen“.
Für sie liegt der Kern nicht in der Technik selbst, sondern in den neuen Lernmöglichkeiten: KI ermögliche es, „individualisiert, selbstbestimmt mit Tools“ zu arbeiten und „nach dem eigenen Tempo, nach eigenen Wünschen“ zu lernen.
Parallel dazu verschiebe sich der Blick auf Fähigkeiten. „Es fallen bestimmte Kompetenzen weg, weil wir die in der Form gar nicht mehr so intensiv benötigen, dafür entwickeln wir aber neue Kompetenzen.“ Diese Entwicklung sei keineswegs neu, sondern folge dem Muster der Technikgeschichte: „Immer, wenn wir Werkzeuge erfunden haben, haben wir bestimmte Belastungen nicht mehr gehabt. Dafür haben wir aber auch neue Kompetenzen erlangen müssen.“
Für die Hochschulen bedeute dies einen tiefgreifenden Wandel. Weßels betont, dass der Fokus stärker auf projektorientierten und praxisnahen Formaten liegen müsse: „Wir brauchen forschendes Lernen, wir brauchen Projekte, wir brauchen den Realitätsbezug.“ KI trete „in einer doppelten Rolle auf“, als Treiber für schnelle Weiterentwicklung und zugleich als Enabler, der diese Geschwindigkeit überhaupt erst ermögliche. „Die Einsatzbereiche sind quasi gar nicht mehr limitiert. Es ist ein täglicher Wandel, getrieben durch die technischen Möglichkeiten“, so Weßels. Auch die Rolle der Lehrenden verändere sich grundlegend. Sie seien nicht länger „Gatekeeper des Wissens“, sondern „Architekten des Lernraums“. Gleichzeitig herrsche eine deutliche Zweiteilung zwischen jenen, die neugierig experimentieren, und jenen, die KI skeptisch begegnen.
„Studierende müssen auf Senior Level akzeptiert werden“
Mit Blick auf den Arbeitsmarkt werde jedoch deutlich, wohin sich Hochschulen entwickeln müssen. KI verändere Einstiegspositionen fundamental, viele klassische Nachwuchsrollen fielen zunehmend weg, und Unternehmen erwarten stärker qualifizierte Nachwuchskräfte. Deshalb brauche es eine deutlich konsequentere Vorbereitung auf anspruchsvollere Tätigkeiten direkt nach dem Abschluss: „Wir müssen Studierende so weit bringen, dass sie auf Senior Level akzeptiert werden.“ Kontinuierliche Weiterentwicklung von Lehre und Kompetenzen sei dabei unverzichtbar, um der rasanten Geschwindigkeit standzuhalten: „Um im Wettbewerb Mensch versus Maschine bestehen zu können, müssen wir Menschen uns sehr schnell weiterentwickeln“, so Weßels.
Im internationalen Vergleich blickt Weßels mit Sorge auf Deutschland. Viele Länder investieren massiv in KI-Infrastruktur, während Deutschland zu zögerlich agiere. „Wir halten uns an alle Regeln, die wir uns früher mal gegeben haben, schaffen es aber nicht, die Regeln an neue, veränderte Rahmenbedingungen schnell genug anzupassen.“ Die Folge sei ein wachsender Rückstand. Besonders riskant sei das Festhalten an alten Mustern: „Das ist eine echte Gefahr, wenn wir im Gestern stecken bleiben.“ Ihr Fazit fällt deutlich aus: „Wir sind da sehr gemächlich unterwegs, wir sind sehr vorsichtig, und das bremst uns.“
Wie verändert KI Studium und Lehre? Doris Weßels, Wirtschaftsinformatikerin, Hochschullehrerin und Leiterin des Zukunftslabors für generative KI, analysiert seit Jahren, wie Studierende die Technologie früh und selbstverständlich in ihren Alltag integrieren. Von den ersten Experimenten nach der Veröffentlichung von ChatGPT bis hin zur breiten Nutzung für Schreiben, Recherche und Analyse. Seitdem, so Weßels, sei KI „immer mehr in die Lehre eingedrungen“.
Für sie liegt der Kern nicht in der Technik selbst, sondern in den neuen Lernmöglichkeiten: KI ermögliche es, „individualisiert, selbstbestimmt mit Tools“ zu arbeiten und „nach dem eigenen Tempo, nach eigenen Wünschen“ zu lernen.
Parallel dazu verschiebe sich der Blick auf Fähigkeiten. „Es fallen bestimmte Kompetenzen weg, weil wir die in der Form gar nicht mehr so intensiv benötigen, dafür entwickeln wir aber neue Kompetenzen.“ Diese Entwicklung sei keineswegs neu, sondern folge dem Muster der Technikgeschichte: „Immer, wenn wir Werkzeuge erfunden haben, haben wir bestimmte Belastungen nicht mehr gehabt. Dafür haben wir aber auch neue Kompetenzen erlangen müssen.“
Für die Hochschulen bedeute dies einen tiefgreifenden Wandel. Weßels betont, dass der Fokus stärker auf projektorientierten und praxisnahen Formaten liegen müsse: „Wir brauchen forschendes Lernen, wir brauchen Projekte, wir brauchen den Realitätsbezug.“ KI trete „in einer doppelten Rolle auf“, als Treiber für schnelle Weiterentwicklung und zugleich als Enabler, der diese Geschwindigkeit überhaupt erst ermögliche. „Die Einsatzbereiche sind quasi gar nicht mehr limitiert. Es ist ein täglicher Wandel, getrieben durch die technischen Möglichkeiten“, so Weßels. Auch die Rolle der Lehrenden verändere sich grundlegend. Sie seien nicht länger „Gatekeeper des Wissens“, sondern „Architekten des Lernraums“. Gleichzeitig herrsche eine deutliche Zweiteilung zwischen jenen, die neugierig experimentieren, und jenen, die KI skeptisch begegnen.
„Studierende müssen auf Senior Level akzeptiert werden“
Mit Blick auf den Arbeitsmarkt werde jedoch deutlich, wohin sich Hochschulen entwickeln müssen. KI verändere Einstiegspositionen fundamental, viele klassische Nachwuchsrollen fielen zunehmend weg, und Unternehmen erwarten stärker qualifizierte Nachwuchskräfte. Deshalb brauche es eine deutlich konsequentere Vorbereitung auf anspruchsvollere Tätigkeiten direkt nach dem Abschluss: „Wir müssen Studierende so weit bringen, dass sie auf Senior Level akzeptiert werden.“ Kontinuierliche Weiterentwicklung von Lehre und Kompetenzen sei dabei unverzichtbar, um der rasanten Geschwindigkeit standzuhalten: „Um im Wettbewerb Mensch versus Maschine bestehen zu können, müssen wir Menschen uns sehr schnell weiterentwickeln“, so Weßels.
Die Folge ist Teil unseres Podcasts „Künstliche Intelligenz“. Er geht den Fragen nach, was KI kann, wo sie angewendet wird, was sie bereits verändert hat und welchen Beitrag sie in der Zukunft leisten kann. Hosts des Podcasts sind Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, und Digitalwirtschaft-Redaktionsleiter Holger Schmidt. Die Podcast-Folgen erscheinen jeweils am ersten Mittwoch im Monat.

18 snips
Dec 3, 2025 • 35min
„Die Zeit der KI-Piloten ist vorbei“
Christine Rupp, Geschäftsführerin von IBM Deutschland, spricht über die Herausforderungen der KI-Implementierung in Deutschland. Sie betont, dass die Zeit der Pilotprojekte vorbei ist und dass die Geschwindigkeit der Skalierung entscheidend ist. Rupp identifiziert Leadership, Regulierung und fehlendes Kapital als Hauptursachen für die langsame Umsetzung in Europa. Sie warnt vor strukturellen Wettbewerbsnachteilen durch zögerliche KI-Nutzung und hebt hervor, dass KI nicht nur Produktivität steigert, sondern auch Innovation und neue Geschäftsmodelle fördert.

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Nov 5, 2025 • 37min
Klaus Müller: Warum wir weniger Angst vor KI-Regulierung haben sollten
Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur und Experte für Energie- und Digitalpolitik, spricht über den EU AI Act und dessen Auswirkungen auf Unternehmen. Er betont, dass viele Ängste vor Regulierung übertrieben sind und dass eine klare Orientierung fehlt. Müller zeigt, dass über 90 Prozent der KI-Anwendungen nicht als hochriskant gelten. Zudem stellt er die neuen Beratungsangebote der Bundesnetzagentur vor, um Unternehmen bei KI-Implementierungen zu unterstützen und Rechtsunsicherheiten abzubauen.

6 snips
Oct 1, 2025 • 46min
„Künstliche Intelligenz trifft eine Milliarde Entscheidungen – am Tag“
Rolf Schumann, Co-CEO von SchwarzDigits und Experte für digitale Strategien bei Lidl und Kaufland, spricht über den revolutionären Einsatz von KI im Konzern. Er erklärt, wie täglich eine halbe Milliarde Entscheidungen automatisiert werden und welche Rolle KI-Agenten dabei spielen. Schumann beleuchtet Chancen zur Wissensverbreitung, die Effizienzsteigerungen durch KI in der Kundenbetreuung sowie die Notwendigkeit lokaler Cloud-Infrastrukturen. Zudem diskutiert er die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Herausforderungen im internationalen Wettbewerb.

Sep 3, 2025 • 33min
Vom Papier zum Chatbot: Wie KI die Verwaltung modernisiert
Christian Engelhardt, der Landrat des Kreises Bergstraße, ist ein Pionier der Künstlichen Intelligenz in der Verwaltung. Er diskutiert, wie KI langsame Abläufe beschleunigt und Bürgeranträge nahezu automatisiert bearbeitet. Engelhardt betont die Notwendigkeit, dass Behörden vorausschauend handeln, etwa beim Ablauf von Ausweisen. Zudem bringt er die Bedeutung der digitalen Transformation und die Herausforderungen durch Datenschutz zur Sprache. Seine Vision ist eine moderne, serviceorientierte Verwaltung, die mit digitalen Plattformen Schritt hält.

Aug 6, 2025 • 32min
„Die Bankenwelt erlebt Revolution in einem Tempo, das viele vielleicht überfordert“
Florian Rentsch, Vorsitzender des Verbands der Sparda-Banken, spricht über die revolutionären Veränderungen durch Künstliche Intelligenz im Finanzsektor. Er betont, dass KI mehr als ein Hilfsmittel ist, da sie traditionelle Geschäftsmodelle verändert und personalisierte Kundenangebote ermöglicht. Rentsch warnt jedoch vor den regulatorischen Herausforderungen, die das Tempo der Transformation begleiten. Zudem erläutert er, wie Mitarbeitende zwischen Neugier und Skepsis reagieren müssen, während KI die Effizienz und Beratungsqualität in Banken steigert.

Jul 2, 2025 • 34min
50. KI-Podcast - RWE-Direktorin: „KI wird für den Geschäftserfolg entscheidend sein“
Katja van Doren ist Personalvorständin und Arbeitsdirektorin der RWE AG. Sie teilt spannende Einblicke in den praktischen Umgang mit KI und hebt deren Bedeutung für den Geschäftserfolg hervor. Bei RWE wird KI gezielt eingesetzt, um echten Mehrwert zu schaffen – nicht nur aus Trendbewusstsein. Besonders innovativ ist das firmeneigene Sprachmodell, das Mitarbeitende spielerisch an KI heranführt. Zudem spricht sie über die Herausforderungen und Chancen der KI-Integration in Unternehmen, sowie die Notwendigkeit ethischer Standards.

Jun 4, 2025 • 25min
„Eigene Rechenkapazitäten und KI-Initiativen in Europa“
Ein Meilenstein für die deutsche Digitalpolitik: Erstmals bündelt ein eigenes Bundesministerium zentrale Kompetenzen zur Digitalisierung. Warum es höchste Zeit für den Schritt war, erklärt Kristina Sinemus, Hessens Ministerin für Digitalisierung und Innovation, in dieser Folge des F.A.Z. KI-Podcasts. Wo aktuell beispielsweise bürokratische Prozesse zwischen zu vielen Ministerien und Stellen verteilt sind, müssten wir jetzt „in der Verwaltungsdigitalisierung in eine andere Systematik kommen und […] einen Paradigmenwechsel einläuten, nämlich mehr in Zentralisierung und Standardisierung gehen”, sagte Sinemus. Nur so könne es gelingen, im Konzert zwischen Bund und Ländern tatsächlich eine neue Dynamik zu entwickeln.
Den Weg zur Konkurrenzfähigkeit im KI-Wettlauf könne Deutschland dennoch nicht allein schaffen – im Gegenteil: Wer Digitalisierung politisch voranbringen wolle, müsse nicht nur national denken, sondern auch europäisch handeln. Sinemus macht deshalb deutlich, wie wichtig es für uns sei, digitale Souveränität in Europa zu stärken - durch eigene Rechenkapazitäten, gemeinsame KI-Initiativen und den Mut, bestehende Regelwerke weiterzuentwickeln. So sei sie beispielsweise offen dafür, die viel-kritisierte Datenschutzgrundverordnung DSGVO einmal auf europäischer Ebene zu novellieren: „Ich bin der Meinung, dass wir das Thema Datenschutz nochmal angehen müssen und nicht Datenschutz, sondern eher Daten-Nutzungsstrategien fahren sollten”, fordert Sinemus. Die DSGVO lasse zudem „ein paar Rechtsräume, die man durchaus interpretieren kann – und die müssen wir schließen”.
Gleichermaßen sieht die Ministerin auch im EU AI Act eher eine Chance als eine Hürde, vorausgesetzt, er werde innovationsfreundlich umgesetzt. Entscheidend sei eine Balance zwischen Schutz und Innovationsoffenheit – Anwendungen in Bereichen mit höchstem Risiko wie beispielsweise Systeme zur sozialen Bewertung zwar zu verbieten, für die weniger riskanten Bereiche aber “eine Nutzenkultur, eine innovationsfreundliche Umsetzung des AI Acts auf den Weg [zu] bringen”.
Auf Landesebene zeige sich darüber hinaus, wie KI ganz konkret zur Verbesserung staatlicher Strukturen beitragen kann, zum Beispiel beim Abbau von Bürokratie. „Wir sind wirklich privilegiert hier in Hessen, dass unser Ministerpräsident nicht nur entschieden hat, ein Digital- und Innovationsministerium einzurichten, sondern auch eines für Entbürokratisierung und Staatsmodernisierung". Gerade die Verbindung von Digitalstrategie und Verwaltungsmodernisierung biete enormes Potenzial: KI könne helfen Prozesse effizienter zu gestalten, Routineaufgaben zu automatisieren und Mitarbeitende zu entlasten. Ministerin Sinemus nennt dabei auch konkrete KI-Anwendungen, wie beispielsweise ein System im Bürgerbüro Offenbach, das Kfz-Anmeldungen übernehmen kann. Ziel sei es, Verwaltungsdienstleistungen nicht nur schneller, sondern auch bürgernäher und nutzerfreundlicher zu machen – und so einen echten Kulturwandel im Behördenalltag anzustoßen. Dabei gehe es laut Ministerin Sinemus nicht nur um Technik, sondern auch um Werte: „Am Ende ist es immer der Mensch, der entscheidet“.
Die Folge ist Teil unseres Podcasts „Künstliche Intelligenz“. Er geht den Fragen nach, was KI kann, wo sie angewendet wird, was sie bereits verändert hat und welchen Beitrag sie in der Zukunft leisten kann. Hosts des Podcasts sind Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt, und Digitalwirtschaft-Redaktionsleiter Holger Schmidt. Die Podcastfolgen erscheinen jeweils am ersten Mittwoch im Monat.

May 7, 2025 • 47min
Weder HAL noch Terminator - Wie Künstliche Intelligenz die Kriegsführung verändert
Nico Lange, Senior Fellow bei der Münchner Sicherheitskonferenz und Experte für den Ukrainekrieg, beleuchtet die entscheidende Rolle von Künstlicher Intelligenz in der modernen Kriegsführung. Er erklärt, wie die Ukraine Sensoren mit KI-Systemen kombiniert, um eine überlegene Luftverteidigung aufzubauen. Lange warnt vor den Risiken der Militarisierung von Open-Source-Technologien und der unkontrollierten Verbreitung mächtiger KI-Modelle. Zudem diskutiert er die ökonomischen Vorteile dieser Technologien bei militärischen Herausforderungen und die Notwendigkeit einer Regulierung.

Apr 2, 2025 • 44min
„Künstliche Intelligenz macht Jobs menschlicher“
Marc Klein, Chief Digital Officer der Ergo Gruppe mit Erfahrung bei T-Mobile und Vodafone, erläutert den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Versicherungsbranche. Er spricht über die Automatisierung von Dokumentenmanagement und Schadenerfassung, um Prozesse zu optimieren. Klein betont die Bedeutung der Schulung der Mitarbeitenden im Umgang mit KI-Tools, von denen 60 Prozent im Innendienst bereits profitieren. Dabei liegt der Fokus darauf, Ängste abzubauen und die Akzeptanz künftiger Technologien zu fördern.


