SWR Kultur lesenswert - Literatur

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Jan 6, 2026 • 4min

Krieg – und keiner geht hin? Eine Geschichte der Fahnenflucht

Rolf Cantzen beleuchtet die vielschichtige Geschichte der Desertion als Gewissensfrage. Von der Antike bis heute zeigen sich vielfältige Motive wie Angst, Familienpflichten und der Wunsch nach Selbstbestimmung. Interessanterweise war Desertion niemals ein Randphänomen, mit hohen Raten im 18. Jahrhundert und den Weltkriegen. Besonders die kollektive Desertion und Militärstreiks 1918 hatten historische Bedeutung. Cantzen betont, dass Frieden mit einem widerspruchsfähigen Gewissen beginnt und bringt literarische Stimmen wie Tolstoi und Böll ins Gespräch.
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Jan 5, 2026 • 4min

Oskar Fiala – ein unbekannter Autor und das Leid der Psyche

Oswald Egger, Autor und Literaturwissenschaftler, beleuchtet in seinem neuen Werk den unbekannten Schriftsteller Oskar Fiala. Fiala, ein ehemaliger Schriftsetzer aus Leipzig, litt unter schwerwiegenden psychischen Störungen und wurde 1912 in einer Klinik interniert. Egger geht der komplexen Natur von Identität und Wahrnehmung nach, besonders in Bezug auf das Erleben von Halluzinationen. Spannend sind auch Fialas 'leibeigenen Gedanken', die er als schmerzvoll und verwirrend beschreibt. Insgesamt entsteht ein berührendes Dokument über das Leben eines nameless Dichters.
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Jan 4, 2026 • 1h 15min

SWR Bestenliste Januar

In dieser Diskussion treten Hubert Winkels, ein erfahrener Literaturredakteur, Beate Tröger, bekannt für ihre prägnante Stilkritik, und Daniela Strigl, eine Literaturwissenschaftlerin mit tiefen Analysen, auf. Sie beleuchten die Kontroversen um Ebrahimis Roman "Und Federn überall" und diskutieren die Themen von Massentierhaltung und Migration. Der Gedichtband "Portolan" wird für seine metaphorische Bildsprache gewürdigt, während Eva Schmidts "Neben Fremden" mit seiner sprachlichen Präzision begeistert. Abschließend analysieren sie Krasznahorkais satirischen Ansatz und politische Parodien.
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Jan 4, 2026 • 17min

Eva Schmidt: Neben Fremden

Die brillanteste Unterschätzte der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Eva Schmidts Romane zeichnen sich durch Beobachtungsgabe und Lebensklugheit aus. Die pensionierte Krankenschwester Rosa bricht in einem Campingbus auf, aber das Ziel steht noch nicht fest.
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Jan 4, 2026 • 20min

Nava Ebrahimi: Und Federn überall

Eine Kleinstadt im Emsland. Ein trüber Montagmorgen. Sechs Menschen, deren Wege sich kreuzen, deren Biografien sich für einen Tag überlagern. Sie alle kommen aus ihren sozialen Zwängen und den Prägungen ihrer Herkunft nicht heraus.#
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Jan 4, 2026 • 17min

Daniela Danz: Portolan

Daniela Danz lässt in ihren Gedichten die Strömungen der Vergangenheit in die nervöse Gegenwart einfließen. In „Portolan“ fährt Danz die Schifffahrtsrouten der Welt lyrisch nach. Formbewusstsein trifft auf dichterische Freiheit.
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Jan 4, 2026 • 22min

László Krasznahorkai: Zsömle ist weg

Der neue Roman des ungarischen Literaturnobelpreisträgers von 2025: Onkel Jószi könnte der König von Ungarn sein, will aber nur seine Ruhe haben. Dann entdeckt ihn eine Gruppe von Monarchisten, die Ungarn wieder groß machen will.
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Jan 4, 2026 • 4min

Freuden und Leiden zum Fliegen bringen - Virginia Woolf über Krankheit

Der Podcast beleuchtet Virginia Woolfs Essay "Vom Kranksein" und die neue Übersetzung. Kritisch wird das lieblos gestaltete Buch betrachtet, das mit Tagebuchnotizen aufgefüllt wurde. Woolfs Einträge reichen von frühem Zahnweh bis zu Gedanken über den Tod während der Luftschlacht. Historische Kontexte werden vorgestellt, und die Verbindung zwischen Krankheit, Distanz und dichterischer Einbildungskraft wird erörtert. Der Moderator zitiert Woolfs bildhafte Beschreibungen von Krankheit und betont, wie diese Erfahrungen den Dichter formen und inspirieren.
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Dec 30, 2025 • 18min

Sabrina Orah Mark: Happily | Lesung und Diskussion

Wie lebt es sich als Mutter zweier jüdischer schwarzer Kinder in den amerikanischen Südstaaten? Sabrina Orah Mark antwortet mit dem Ernst einer Betroffenen und der Leichtigkeit einer verspielten Satirikerin.
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Dec 29, 2025 • 4min

Der unsagbare Krieg: Kamel Daouds neuer Roman „Huris“ | Buchkritik

Kamel Daoud, ein algerischer Schriftsteller und Kritiker, spricht über seinen neuen Roman 'Huris', der die Schrecken des Schwarzen Jahrzehnts in Algerien thematisiert. Die Protagonistin Aube, Überlebende eines Massakers, wird als Symbol für das staatlich verordnete Schweigen dargestellt. Ihre Geschichte ist von körperlichen und emotionalen Narben geprägt, die den Kampf ums Erzählen verdeutlichen. Daoud kritisiert die Kriminalisierung der Opfer und beleuchtet die Herausforderungen des Erinnerns in einer von Trauma geprägten Gesellschaft.

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