SWR Kultur lesenswert - Literatur

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Jan 16, 2026 • 6min

„Trag das Feuer weiter" ist ein Abschluss mit Unbehagen: Letzter Band der Marokko-Trilogie von Starautorin Leïla Slimani

Mia leidet nach einer Corona-Infektion unter Gedächtnisverlust und begibt sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie in Marokko. Die Trilogie beleuchtet das Aufwachsen zwischen liberalen Eltern und einer konservativen Gesellschaft der 1980er. Themen wie Identitätsfindung, politischer Umbruch und die Dissonanz zwischen Privatleben und öffentlichem Raum werden behandelt. Zudem wird die komplexe Darstellung von Stereotypen und sozialen Hierarchien kritisch betrachtet. Slimani gelingt eine tiefgründige Milieuschilderung.
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Jan 14, 2026 • 4min

Die alte Dame und ihr Pfleger

In einem jungen Londoner Haushalt trifft der schwule Pfleger Damian auf die alte Dame Frankie, die nach einem Sturz Hilfe braucht. Ihre perfekt organisierte Küche verrät viel über ihr vergangenes Leben als Gourmet-Köchin. Der Roman entfaltet Frankies bewegte Lebensgeschichte rückwärts von New York in die 1950er Jahre Irland. Dabei beleuchtet er ihre emotionale Leere in einer erzwungenen Ehe und die Vergänglichkeit, die in alltäglichen Momenten wie dem Essen verkörpert wird. Die stimmige Freundschaft zwischen Frankie und Damian bleibt jedoch unausgeschöpft.
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Jan 13, 2026 • 4min

Must-Read für Anhänger und Kritiker von Verschwörungstheorien

Die Diskussion beginnt mit einer faszinierenden historischen Verschwörungstheorie, die zur Abschaffung der Sklaverei führte. Michael Butter erklärt, wie solche Theorien über die Jahrhunderte als akzeptierte Wissensform galten, nur um später stigmatisiert zu werden. Dabei werden sie als Symptome tieferer gesellschaftlicher Probleme betrachtet. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf der Angst der Menschen – sowohl von Kritikern als auch Anhängern – und der Projektion von Ängsten in den Diskurs über Gesellschaft und Demokratie. Butters Buch wird als unverzichtbare Lektüre für alle empfohlen.
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Jan 12, 2026 • 4min

Peter Handke in Dichterparadiesen

Isolde Ohlbaum, eine erfahrene deutsche Literatur- und Porträtfotografin, spricht über ihre beeindruckenden Langzeitporträts von Peter Handke. Sie erzählt, wie der Petrarca-Preis 1975 den Anstoß für ihren Bildband gab und beschreibt die atemberaubenden Schauplätze ihrer Aufnahmen in der Natur. Ohlbaum betont die sommerliche Leichtigkeit der Bilder und Handkes unverwechselbaren Humor. Ihre Fotos zeigen nicht nur den Schriftsteller, sondern auch die vertraute Atmosphäre, die sie während der gemeinsamen Momente eingefangen hat.
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Jan 11, 2026 • 4min

Alexander Clapp – Der Krieg um unseren Müll. Abgründe eines globalen Milliardengeschäfts

Alexander Clapp, US-amerikanischer Journalist und Autor, berichtet eindringlich über den globalen Müllhandel. Besonders beeindruckend ist seine Schilderung des Slums Agbogbloshie in Accra, wo alte Elektrogeräte angeliefert und in gefährlicher Arbeit zerlegt werden. Er porträtiert Arbeiter wie Awal, der unter dramatischen Bedingungen Kupfer gewinnt und dabei lebensbedrohlichen Risiken ausgesetzt ist. Clapp kritisiert auch, wie legale Müllexporte in dreckigem Elektroschrott enden und zeigt die blühende Recyclingindustrie als modernes Bergwerk.
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Jan 9, 2026 • 20min

„Das Selber-Schreiben wird in den Hintergrund treten“

Der Gast belmonte, ein technikaffiner Autor und Liederdichter aus Heidelberg, spricht über die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Literatur. Er erklärt, wie KI zur Charakterentwicklung und zur Aufdeckung von Handlungsinkonsistenzen eingesetzt werden kann. Belmonte betont die Vorteile der Zeitersparnis durch KI und die Verlagerung von Autorschaft hin zu Content-Creator. Trotz Bedenken hinsichtlich der Qualität der KI-generierten Texte sieht er eine positive Zukunft für kreativ-kollaboratives Schreiben mit KI als Dialogpartner.
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Jan 9, 2026 • 55min

Mit neuen Büchern von Tatsuzō Ishikawa, belmonte, Gaspard Kœnig, Ulrike Draesner und Michael Stauffer

Ulrike Draesner, Schriftstellerin und Lyrikerin, gibt Einblicke in ihre poetischen Erkundungen. Sie spricht über ihre Recherchen in der Arktis und die innovative Neuinterpretation der Odyssee. Inspiriert von der Stille und Dunkelheit beschreibt sie, wie die Reise von Penelope an der Adriaküste in eine moderne, geschlechterbewusste Erzählweise mündet. Zudem reflektiert sie über die transformative Kraft der Lyrik und die Bedeutung von Empathie in der Literatur.
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Jan 9, 2026 • 16min

Leinen los! Ulrike Draesner bereist das Nordmeer

Ulrike Draesner, eine talentierte Schriftstellerin und Lyrikerin, berichtet aus Tromsø über ihre spannende Schiffsreise durchs Nordmeer. Sie erzählt von ihrem persönlichen Selbstexperiment in der Dunkelheit und deren Einfluss auf ihr Empfinden. Zudem spricht sie über ihren Essay 'Radio Silence', der Umweltfragen behandelt, und ihre Lyrik über die komplexe Figur der Penelope in 'penelopes sch()iff'. Draesner verbindet Naturerlebnisse mit der Literatur und thematisiert ihre Ängste und die Herausforderungen des Klimawandels.
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Jan 9, 2026 • 7min

Hier ist der Wurm drin

Regenwürmer stehen im Mittelpunkt dieser fesselnden Diskussion. Die Bedeutung der kleinen Tiere für fruchtbaren Boden und das Leben wird eindringlich beschrieben. Injuriertes Biobauer-Engagement führt zur Frustration und Konflikten mit Nachbarn. Mit Humor wird die verquere Welt juristischer Formalitäten beleuchtet. Arthurs Radikalisierung sorgt für ein überraschendes Ende. Kritische Einblicke in die Pariser Elite zeigen, wie verzweigte Geschäfte vom Bodenverlust betroffen sind. Am Ende bleibt die Botschaft: Die Ausdauer der Würmer hat mehr Wert als leere Strategien.
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Jan 7, 2026 • 4min

Ein Reich der Frauen

Sister Deborah verkündet eine revolutionäre Prophezeiung: Ein schwarzer weiblicher Messias wird Ruanda befreien. Ihre Botschaft begeistert Frauen und droht die kolonialen Strukturen zu destabilisieren. Während Kolonialbeamte und Patres in Panik geraten, wird Deborah der Hexerei beschuldigt und verschwindet spurlos. Schockierend ist, dass offizielle Berichte die Wahrheit über sie aus der Geschichte tilgen. Die Moderatorin beleuchtet auch die Erzähltechnik des Romans und das thematische Spiel mit Glauben und Hoffnung in einem kolonialen Kontext.

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