SWR Kultur lesenswert - Literatur

Krieg – und keiner geht hin? Eine Geschichte der Fahnenflucht

Jan 6, 2026
Rolf Cantzen beleuchtet die vielschichtige Geschichte der Desertion als Gewissensfrage. Von der Antike bis heute zeigen sich vielfältige Motive wie Angst, Familienpflichten und der Wunsch nach Selbstbestimmung. Interessanterweise war Desertion niemals ein Randphänomen, mit hohen Raten im 18. Jahrhundert und den Weltkriegen. Besonders die kollektive Desertion und Militärstreiks 1918 hatten historische Bedeutung. Cantzen betont, dass Frieden mit einem widerspruchsfähigen Gewissen beginnt und bringt literarische Stimmen wie Tolstoi und Böll ins Gespräch.
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INSIGHT

Gründe Für Desertion Sind Vielschichtig

  • Desertion entsteht aus vielfältigen und oft legitimen Motiven wie Verweigerung zu töten oder Sorge um Familie.
  • Rolf Cantzen stellt Desertion als Gewissensentscheidung dar, nicht als bloße Feigheit.
INSIGHT

Desertion War Nie Selten

  • Desertion war historisch weit verbreitet und kein Randphänomen, etwa im 18. Jahrhundert in Preußen und Frankreich.
  • Cantzen zeigt, dass auch in Weltkriegen viele Soldaten ihren Dienst einfach nicht wiederaufnahmen.
ANECDOTE

Kollektive Meuterei 1918

  • Zum Ende des Ersten Weltkriegs meuterten in der deutschen Armee knapp eine Million Soldaten und bildeten Soldatenräte.
  • Diese kollektive Desertion trug maßgeblich zu Militärstreiks und Revolutionen bei.
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