SWR Kultur lesenswert - Literatur

Der unsagbare Krieg: Kamel Daouds neuer Roman „Huris“ | Buchkritik

Dec 29, 2025
Kamel Daoud, ein algerischer Schriftsteller und Kritiker, spricht über seinen neuen Roman 'Huris', der die Schrecken des Schwarzen Jahrzehnts in Algerien thematisiert. Die Protagonistin Aube, Überlebende eines Massakers, wird als Symbol für das staatlich verordnete Schweigen dargestellt. Ihre Geschichte ist von körperlichen und emotionalen Narben geprägt, die den Kampf ums Erzählen verdeutlichen. Daoud kritisiert die Kriminalisierung der Opfer und beleuchtet die Herausforderungen des Erinnerns in einer von Trauma geprägten Gesellschaft.
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Episode notes
INSIGHT

Stumme Überlebende Als Politisches Symbol

  • Kamel Daoud nutzt die stumme Überlebende Aube als Symbol für das staatlich erzwungene Schweigen nach dem Schwarzen Jahrzehnt.
  • Aubes fehlende Stimmbänder stehen für ein ganzes Volk, dem das Erinnern und Sprechen verboten wurde.
ANECDOTE

Die Narbe Als Lebenszeichen

  • Aube trägt eine lange Narbe am Hals, nachdem ihr 1999 die Kehle durchschnitten wurde und sie mit einer Kanüle lebt.
  • Diese persönliche Geschichte illustriert die Gewalt des Massakers und die körperlichen Spuren des Krieges.
INSIGHT

Opfer Kriminalisiert, Täter Begnadigt

  • Der Roman kritisiert, dass der Staat Tätern Gnade schenkte und zugleich Opfer kriminalisierte.
  • Das Buch verknüpft persönliche Traumata mit einer politischen Anklage gegen staatliche Vergessenspolitik.
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