

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Apr 28, 2022 • 13min
Bundestag zu Waffenlieferung: Erst Streit, dann Mehrheit
Der Bundestag hat am Donnerstagvormittag für die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine gestimmt. Schon vor der Abstimmung war klar: Auch die Union wird für den Vorschlag der Ampel stimmen. Trotzdem ging es im Bundestag erstmal hitzig zu. Warum und wie es weitergeht, darüber spricht Constanze von Bullion, Parlamentskorrespondentin in Berlin. Sie sagt: “Friedrich Merz hat signalisiert: Okay, wir stimmen eurem Antrag zu. Aber es gibt ja noch die 100 Milliarden Sondervermögen für Sicherheit, das die Bundesregierung angekündigt hat. Und dieser Streit ist noch lange nicht ausgestanden.” Da hebe die Union also jetzt schon die Hand, dass sie weiter mitreden wolle.
Weitere Nachrichten: Scholz in Japan, 7,4% Inflation im April
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Justin Patchett
_Zusätzliches Audiomaterial über _ Deutscher Bundestag

Apr 27, 2022 • 13min
Ukraine-Krieg: "Guterres setzt aufs Florett, statt auf den Degen"
Als Antonio Guterres am Dienstag den Kreml besuchte, trafen zwei Welten aufeinander. Zwar nannte ihn der russische Außenminister Lawrow einen “guten Freund”. Aber weder Lawrow nahm das Wort Krieg in den Mund, noch später Staatschef Wladimir Putin.
Guterres aber sprach dann deutlich von einer Invasion des Territoriums der Ukraine, die der UN-Charta widerspreche. "Es war kaum zu erwarten, dass er jetzt mit einem Waffenstillstand herauskommt und Frieden für unsere Zeit verkündet", sagt Manuel Fröhlich, Politik-Professor an der Uni Trier. Guterres habe selbst die Messlatte ziemlich niedrig gehängt, indem er sich auf humanitäre Fragen konzentriert habe. Er habe aber den Dialog gesucht um humanitäre Aktionen zu ermöglichen. "Guterres hat eher auf das Florett als auf den Degen gesetzt", meint Fröhlich.
Weitere Nachrichten: Gaslieferungen aus Russland, fünf Jahre Haft für Aung San Suu Kyi.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Isabel Michiels
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters

Apr 26, 2022 • 12min
Elon Musk kauft Twitter: “Reiche Leute gönnen sich gern Relevanz”
Bald wird Twitter wohl Elon Musk gehören. Der Tech-Milliardär will für das soziale Netzwerk 44 Milliarden Dollar zahlen. Und hat damit den Widerstand des Verwaltungsrats von Twitter gebrochen. Musk spricht von einem “außerordentlichen Potenzial” und will die Redefreiheit wahren.
Viele Proteste seien auf Twitter gestartet, sagt SZ-USA-Korrespondent Jürgen Schmieder. "Es hat eine große gesellschaftliche Relevanz und reiche Leute gönnen sich gerne so eine Relevanz." Freie Rede sei ja schön und gut, aber Musk könne sich eben auch die besten Anwälte der Welt leisten, die ihn etwa bei Verleumdungen "auch mal raus pauken". Ein Mensch lege da mal 44 Milliarden Dollar für Twitter hin. "Und ab sofort bestimmt dieser Mann, was mit Twitter passiert. Also es ist völlig irre, völlig unvorstellbar, dass es sowas geben kann."
Den Podcast "Geschichte Daily", der im Podcast angesprochen wurde, können Sie hier auf Spotify hören.
Weitere Nachrichten: UN-Chef fordert Waffenruhe, Deutschland liefert Panzer, Karlsruhe beanstandet Bayerns Verfassungsschutz-Gesetz.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Isabel Michiels
Produktion: Jakob Arnu
Töne über YouTube: TED.

Apr 25, 2022 • 12min
Wahlen in Frankreich: Alle Augen auf Juni
Emmanuel Macron ist Frankreichs neuer, alter Präsident. Der 44-Jährige setzte sich in der Stichwahl gegen Marine Le Pen mit 58,5 gegen 42,5 Prozent durch. Seine Bilanz unterscheide sich klar in der Innen- und Außenpolitik, sagt Marie Krpata vom Französischen Institut für internationale Beziehungen, dem größten unabhängigen französischen Think Tank für internationalen Politik. Innenpolitisch habe er vor allem für eine Politik für die Reichen gestanden. Außenpolitisch habe er als "dezidierter Pro-Europäer" glänzen können.
Die Globalisierungsgegner haben sich dagegen besser von Le Pen vertreten gefühlt. Deshalb würden die Parlamentswahlen im Juni besonders spannend – und natürlich die Präsidentschaftswahlen in fünf Jahren, bei denen Macron dann nicht wieder antreten dürfe, meint Krpata.
Weitere Nachrichten: Russland weist 40 deutsche Diplomaten aus, Lisa Paus neue Familienministerin, Anke Rehlinger neue Ministerpräsidentin des Saarlands.
71 Schüsse. Den Podcast über den Amoklauf von Erfurt hören Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Isabel Michiels
Produktion: Justin Patchett

Apr 22, 2022 • 13min
FDP-Parteitag: Stimmungstest für Lindner
Die ersten Monate in der neuen Bundesregierung sind vorbei. Jetzt trifft sich die FDP in Berlin zu ihrem Bundesparteitag. Und das ohne ihren Parteichef Christian Lindner, der sich wegen einer Corona-Infektion gerade in Washington in Quarantäne befindet. Er kann nur digital zugeschaltet werden und so versuchen, die Debatten zu fokussieren. Im Kern des Parteitags steht dabei ein Antrag, der sich mit dem Krieg in der Ukraine befasst. Konkret: Mit der Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine sowie der Energieversorgung in Deutschland.
"Das wird mit Sicherheit den Parteitag dominieren", sagt SZ-Korrespondentin Henrike Roßbach. Im Hintergrund spiele auch eine Rolle, dass im Mai zwei Landtagswahlen anstehen - und zwar in zwei Bundesländern, Nordrhein-Westfahlen und Schleswig-Holstein, in denen die FDP aktuell mitregiert. Dafür sei auch relevant, welche Themen aktuell für die Partei zu kurz kommen.
Den Podcast "Geschichte Daily", der im Podcast angesprochen wurde, können Sie hier auf Spotify hören.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz, Benjamin Markthaler
Produktion: Justin Patchett

Apr 21, 2022 • 13min
Macron vs. Le Pen: Was das französische TV-Duell offenbart hat
Emmanuel Macron oder Marine Le Pen. Der amtierende Präsident oder die rechtsaußen Politikerin. Das ist die Entscheidung, die die Französinnen und Franzosen am Sonntag in der Stichwahl treffen müssen. Der Präsidentschaftswahlkampf ist gerade also in seiner heißesten Phase. Am Mittwochabend gab es dann noch das erste und einzige TV-Duell vor der Wahl.
SZ-Autor Nils Minkmar hat das Duell verfolgt und findet, dass trotz anfänglicher Schwierigkeiten, Macron klar gewonnen hat: „Der entscheidende Punkt war meines Erachtens der Kredit aus Russland, den Marine Le Pen aufgenommen hat, um ihre Partei zu finanzieren. Das war der Punkt, zu dem sie wenig sagen konnte. Und den hat Macron doch sehr klar herausgestellt und auf die mangelnde finanzielle Unabhängigkeit von Marine Le Pen hingewiesen.“
Marine Le Pen habe an vielen Stellen „präsidial“ gewirkt und sich als „Mutter der Nation“ präsentiert. Dennoch seien ihre rechtsextremen Positionen auch immer wieder angeklungen, beispielsweise als es um das Kopftuchverbot im öffentlichen Raum ging.
In den Prognosen liegt Macron aktuell vor Le Pen, Minkmar sagt im Podcast aber, das heiße trotzdem noch nichts: „Vor der Wahl von Donald Trump und vor der Brexit-Abstimmung waren wir auch so sicher, dass das nicht schiefgeht. Ich bin erst am Sonntagabend so richtig beruhigt.“
Weitere Meldungen: Stahlwerk in Mariupol soll doch nicht gestürmt werden; Regierung plant Ringtausch von Panzern.
Den Quoted Medienpodcast finden Sie in allen gängigen Podcastplayern und auch unter sz.de/podcast.
Moderation, Redaktion: Antonia Franz
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Benjamin Markthaler
Produktion: Justin Patchett
Töne über TF1.

Apr 20, 2022 • 12min
Leben in Lwiw: Alltag mit Luftalarm
Die Stadt Lwiw liegt ganz im Westen der Ukraine, nur 75 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Obwohl auch Lwiw schon mehrmals von Bomben getroffen wurde, galt die Stadt im Krieg bisher trotzdem als recht sicherer Ort. Bis sich am Montag einer der schwersten Angriffe bisher ereignete. Wie ist die Stimmung also vor Ort in Lwiw?
Das erzählt in dieser Folge Jan Heidtmann, der für die SZ aktuell aus Lwiw berichtet. Er erzählt von einer erstaunlichen Gelassenheit in der Zivilbevölkerung, seinem Besuch an einem Ort, der von einer Bombe getroffen wurde, und einer „geistigen Mobilmachung“ in Lwiw.
Weitere Meldungen: Kritik an Scholz; Baerbock im Baltikum; Rücktritt von Hennig-Wellsow.
Den Text über den Einbruch ins Grüne Gewölbe finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz, Benjamin Markthaler
Produktion: Jakob Arnu

Apr 19, 2022 • 12min
Ukraine: Wie der Großangriff im Donbass aussehen könnte
Am Montagabend veröffentlicht Wolodimir Selenskij wieder eine Videobotschaft. Er könne jetzt feststellen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, so der ukrainische Präsident. Ein Angriff, der schon seit längerem erwartet wurde, weil Russland unter anderem Truppen aus dem Norden der Ukraine weiter in den Süden verlegt hatte. Doch wie könnten die kommenden Tage und Wochen aussehen?
„Nach Einschätzung von Militärexperten wird Russland wesentlich stärker als bisher in die Fläche gehen“, sagt Paul-Anton Krüger, Sicherheitsexperte der SZ. Er erwartet das sogenannte „Gefecht der verbundenen Waffen“. Was das bedeutet und wieso der 9. Mai 2022 ein entscheidender Tag sein könnte, erklärt er in dieser Folge.
Zum Weiterlesen: Hier finden Sie den Text mit wichtigen Fragen und Antworten zu den Waffenlieferungen in die Ukraine.
Weitere Meldungen: Kampf um Mariupol; Sinkende Corona-Zahlen; IWF-Prognosen zur Weltwirtschaft.
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz, Benjamin Markthaler
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über das Büro des ukrainischen Präsidenten.

Apr 14, 2022 • 13min
Wie der Krieg in der Ukraine den Welthunger verschlimmert
Die Ukraine und Russland werden auch die “Kornkammer der Welt” genannt. Die Böden dort sind besonders fruchtbar und deshalb wird sehr viel Getreide angebaut, vor allem Weizen und Mais. Diese Nahrungsmittel werden dann in die ganze Welt, aber vor allem auch in den Nahen Osten und in Teile Afrikas und Asiens exportiert.
Aber seit dem 24. Februar ist nichts mehr wie vorher. Die Lebensmittel aus der Region werden wegen des Kriegs in der Ukraine und wegen Handelsbeschränkungen mit Russland teilweise nicht mehr geliefert. Und die Preise für Nahrungsmittel steigen weltweit. Martin Frick, Direktor des Welternährungsprogramms in Berlin, warnt vor schlimmen Folgen, vor allem in den ärmsten Ländern der Welt. Dort müssten viele Familien schon jetzt bis zu 80 Prozent ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. “Das heißt, wenn dann die Preise weiter steigen kann man nicht mehr irgendwo anders sparen, sondern ist an der Grenze angekommen,” so Frick.
Kurzfristig müssten deshalb dringend die Weltmärkte offen gehalten werden. Frick sagt außerdem: Reiche Länder wie Deutschland sollten jetzt keine Hamsterkäufe machen und dadurch die Preise weiter hochtreiben. Langfristig müssten die Länder, in denen der Hunger besonders groß ist, aber vor allem befähigt werden, wieder selbst mehr Nahrungsmittel anzubauen.
Weitere Nachrichten: Paus wird neue Familienministerin, Musk will Twitter übernehmen.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über Auswärtiges Amt.

Apr 13, 2022 • 12min
Ukraine: Warum Steinmeier nicht erwünscht ist
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll bitte nicht nach Kiew kommen, er sei gerade kein willkommener Gast. So hat ihm das die ukrainische Regierung offenbar ausrichten lassen, wie am späten Dienstagnachmittag bekannt wurde. Wie es zu dieser diplomatisch delikaten Situation gekommen ist – und was sie für das deutsch-ukrainische Verhältnis bedeutet: Darüber spricht in dieser Folge Daniel Brössler, der für die SZ in Berlin das Kanzleramt und den Bundespräsidenten beobachtet.
Brössler sagt, menschlich könne man die Ausladung nachvollziehen. Aber er glaube, "dass es politisch und diplomatisch ein Fehler ist. Weil es nicht gut ist, wenn man im Krieg ist mit Russland, sozusagen auf dem Präsentierteller zu zeigen, dass es eben auch Streit innerhalb Europas gibt und dass man auch im Konflikt mit Deutschland ist."
Weitere Nachrichten: Reaktion und Reisepläne Scholz, Nato-Beitritt Finnland
Unseren neuen Podcast "Geschichte Daily", diese Woche über die Geschichte der Umweltbewegung, finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.


