

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Aug 5, 2022 • 12min
Treffen in Sotschi: Erdoğans und Putins zwiespältiges Verhältnis
Zum zweiten Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs treffen sich Russlands Präsident Putin und der türkische Staatschef Erdoğan. Die Türkei will auch im Ukraine-Krieg vermitteln. SZ-Korrespondent Tomas Avenarius sagt, am Ukraine-Konflikt zeige sich die ganze “paradoxe Politik” von Erdoğan: “Er steht offiziell zur Ukraine im Angriffskrieg Russlands, hat aber gleichzeitig beste Beziehungen zu Moskau.” Die Türkei betreibe eine Schaukelpolitik – mit dem Ziel, immer das Beste für sich selbst rauszuholen.
Beim aktuellen Treffen in Sotschi geht es um den Ukraine-Krieg, aber auch um die Konflikte in Syrien und Bergkarabach. Dabei will Erdoğan von Putin die Erlaubnis, eine neue Militäroffensive in Syrien zu starten. Putin wiederum erhofft sich, dass die Türkei Kampfdrohnen an Russland liefert. Avenarius sagt: “Ich glaube nicht, dass Erdoğan diese Drohnen nach Russland liefern wird.” Beiden Kriegsparteien Waffen zu liefern – das ginge nicht. Aber: Über die Energiefrage könne Putin enorm Druck auf die Türkei ausüben. Denn auch an die Türkei liefert Russland wichtiges Gas.
Link zum Podcast “Vor aller Augen”: https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/vor-aller-augen-podcast-serie-ueber-sexuelle-gewalt-an-kindern-e000844/
Weitere Nachrichten: Sanktionen gegen Pelosi, Feuer in Berlin großteils unter Kontrolle.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Jakob Arnu

Aug 4, 2022 • 12min
Corona-Regeln: Was ab Herbst gelten soll
Nach einigen Wochen mit zähen Verhandlungen hat die Bundesregierung einen Entwurf für das neue Infektionsschutzgesetz vorgestellt. Darin stehen Maßnahmen, die Deutschland sicher durch den Corona-Herbst und -Winter bringen sollen.
Einerseits sollen von Oktober bis Ostern wenige bundesweite Regeln gelten: Dazu gehört insbesondere die FFP2-Maskenpflicht im Fernverkehr und bei Flügen. Wer in Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen will, muss sich außerdem testen lassen. Die Maskenpflicht entfällt wiederum für Menschen, die frisch geimpft oder genesen sind. Sollte das Infektionsgeschehen im Land zunehmen, sollen zusätzliche Maßnahmen in Kraft treten.
Welche, das erklärt in dieser Folge von „Auf den Punkt“ Angelika Slavik, die für die SZ aus Berlin über Gesundheitspolitik berichtet. Sie spricht auch über die Schwachstellen des Gesetzesentwurfs und die Rolle der Bundesländer.
Weitere Nachrichten: Brand in Berlin; Chinesische Militärübung vor Taiwan; Söder und Merz bei Isar 2
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Imanuel Pedersen

Aug 3, 2022 • 13min
Taiwan-Konflikt könnte die Weltwirtschaft ins Chaos stürzen
Am Dienstagabend ist die US-Politikerin Nancy Pelosi in Taiwan gelandet. China hatte die USA vorher ausdrücklich vor einem solchen Besuch gewarnt. Und Pelosi war nicht nur vor Ort: Sie hat Taiwan auch ganz konkret die Unterstützung der USA angesichts der Bedrohung durch China versprochen.
Das ist für China eine riesige Provokation. Die chinesische Führung sagt, dass Taiwan zu ihnen gehört und hat auch direkt auf Pelosis Besuch reagiert: Die chinesische Armee hat gezielte Manöver und Schießübungen in Meeresgebieten um Taiwan gestartet. Kriegsschiffe sind nahe der Küste patrouilliert und Flugzeuge und Kampfjets in Taiwans Luftüberwachungszone geflogen. Und: China hat auch die Geschäfte mit Taiwan teilweise ausgesetzt.
SZ-China-Experte Florian Müller sagt: Eine Seeblockade Taiwans hätte für die Weltwirtschaft schlimmere Auswirkungen als die Corona-Pandemie. Denn in Taiwan werden wichtige Halbleiter hergestellt. Wird der Handel zwischen China, Taiwan und den USA unterbrochen, würden ganze Lieferketten zusammenbrechen. Eine militärische Eskalation hält er aber aktuell für wenig wahrscheinlich.
Weitere Nachrichten: Scholz besichtigt Gasturbine, Infektionsschutzgesetz.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Antonia Franz, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über The Guardian

Aug 2, 2022 • 13min
Was der Tod des Al-Qaida-Chefs bedeutet
Die USA haben den Al-Qaida-Anführer Aiman al-Zawahiri getötet. Er sei schon am Wochenende bei einem Drohnenangriff ums Leben gekommen, so US-Präsident Joe Biden am Montag. Lange wusste man nicht, wo er ist. Aber Anfang dieses Jahres habe es laut Biden Hinweise darauf gegeben, dass er sich in Kabul aufhält. Und dort sei er dann auch am 31. Juli um 6:18 Uhr morgens Ortszeit getötet worden.
Zawahiri war lange Zeit der Stellvertreter von Osama bin Laden. Und Biden sagt, er sei auch tief in die Planungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 involviert gewesen. Bin Laden, den hatten die USA 2011 getötet. SZ-Experte Tobias Matern sagt: Zawahiris Tod sei ein “schwerer Rückschlag” für die Taliban. Die Terrororganisation sei auf charismatische Köpfe wie ihn angewiesen – und verliere sowieso an Macht und Strahlkraft. Dass Zawahiri sich mitten in Kabul aufgehalten hat zeigt laut Matern, dass die Taliban durchaus noch Terroristen Unterschlupf gewähren. Obwohl das eigentlich im Abkommen von Doha ausgeschlossen worden war. Das belaste das Verhältnis zu den USA schwer. “Die Taliban haben einen schweren strategischen Fehler begangen,” so Matern.
Link zum Podcast “The Great Firewall”: https://www.sueddeutsche.de/thema/The_Great_Firewall_Podcast
Weitere Nachrichten: Getreideexport aus der Ukraine läuft an, Ärger um Pelosis Asienreise
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über The White House

Aug 1, 2022 • 12min
Fußball-EM der Frauen: Was auf den Hype folgen muss
Noch überwiege die Traurigkeit. So hat das Martina Voss-Tecklenburg, die deutsche Bundestrainerin, nach dem verlorenen Finale der Fußball-EM gesagt. Das 2:1 der Engländerinnen in der 110. Minute hatte die Träume vom deutschen Titel kurz vorher beendet. In einem Jahr sei aber schon Weltmeisterschaft, so Voss-Tecklenburg, und viele Spielerinnen habe die Europameisterschaft nochmal vorangebracht.
Am Ende fällt die sportliche Bilanz des Turniers auch bei Expertinnen und Experten sehr positiv aus. Und vielleicht noch wichtiger: genauso die gesellschaftliche. Nach Rekordzahlen bei den Zuschauerinnen und Zuschauern vor Ort und bei den Fernsehübertragungen, ist die Hoffnung groß, dass der Hype jetzt auch in die Bundesliga und die kleinen Sportvereine überschwappt. Doch wie realistisch ist das und was muss dafür passieren?
Das erklärt in dieser Folge Anna Dreher, die die vergangenen vier Wochen aus England über die Fußball-EM berichtet hat. Besonders von den Europameisterinnen aus England und deren Verband könne der DFB demnach etwas lernen.
Die neue Folge von "Und nun zum Sport" finden Sie hier.
Den SZ-Beitrag zu Reisen und Corona-Regeln, können Sie hier sehen.
Weitere Nachrichten: Erste Getreideexporte aus der Ukraine; Spannungen zwischen Serbien und Kosovo; Corona und Reisen.
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Tami Holderried und Miriam Dahlinger
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über die UEFA

Jul 29, 2022 • 13min
Taiwan-Frage: Warum Xi Jinping Joe Biden warnt
Zwei Stunden und 17 Minuten soll das Telefonat der Staatschefs von China und den USA gedauert haben. Eigentlich ja viel Zeit, in der man so einiges besprechen kann. Aber was Xi Jinping und Joe Biden da jetzt besprochen haben, das wissen wir nur grob. Details wurde nämlich kaum bekannt.
Zentrale Message ist vllt auch einfach die: Sie reden miteinander. Das letzte Telefonat war im März, da hat Biden Xi davor gewarnt, Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Bei dem Telefonat jetzt ging es vor allem um Taiwan. Denn Nancy Pelosi, Bidens Parteifreundin und Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, will dort hinfahren. Deshalb war es diesmal Xi, der Biden gewarnt hat: Wenn Pelosi tatsächlich fährt, dann sei das in den Augen Chinas eine Provokation.
SZ-Korrespondentin Lea Sahay erklärt, warum Taiwans Status für China so eine große Rolle spielt und ob es zu einer Konfrontation mit den USA kommen könnte. “Der größte Grund, warum Taiwan China überhaupt so ein Dorn im Auge ist, ist ja, dass die chinesische Regierung sagt: Demokratie ist nichts Chinesisches”, sagt Sahay. Und wenn Taiwan dann daherkomme mit der Aussage: Wir sollen mal ein Teil von euch gewesen sein, wir sprechen Chinesisch, wir sehen aus wie ihr und Demokratie funktioniert bei uns ganz super, dann sei das eben ein Problem und eine Bedrohung für Xi.
Den Text über das Urteil zu gendersensiblen Sprache finden Sie hier.

Jul 28, 2022 • 13min
Feuerwetter: Warum Deutschland nicht gut vorbereitet ist
In Europa brennt es wie schon lange nicht mehr. Diese Saison ist aus zwei Gründen außergewöhnlich: Die Feuer in Europa brennen deutlich früher als sonst. Und sie vernichten mehr Landflächen. Nicht nur in Frankreich, Spanien und Griechenland, sondern auch hierin Deutschland.
SZ-Reporter Benjamin von Brackel war gerade in Brandenburg, wo die Feuer derzeit besonders wüten. Er sagt: Dort herrschen ideale Bedingungen für Waldbrände. Zum einen sei es dort generell sehr trocken. Zum anderen “gibt es dort vor allem Kiefernforste. Die brennen wie Zunder.” Die Waldbrandgefahr liegt laut von Brackel auch am Wald selbst.
Die Ursache für einen Waldbrand sei am Ende aber meistens der Mensch selbst: “Camper oder Besucher, die ein Lagerfeuer nicht richtig auslöschen. Oder eben eine weggeworfene Zigarette.”
Von Brackel sagt auch, dass die Feuerwehren vor immer neue Herausforderungen gestellt würden: “Heute gibt es eigentlich kein Patentrezept mehr.” Deutschland müsse sich aber auf weitere Brände in der Zukunft einstellen, da der Klimawandel das sogenannte Feuerwetter begünstige. Deshalb müssten die Feuerwehren besser ausgestattet und die Wälder anders zusammengesetzt werden.
Weitere Nachrichten: Gasumlage, Erdüberlastungstag
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Charlotte Honold
Produktion: Carlo Sarsky

Jul 27, 2022 • 12min
Münchner Tafel: Warum immer mehr darauf angewiesen sind
Mehr als zwei Millionen Menschen suchen in Deutschland Hilfe bei den Tafeln. Das sind so viele wie nie zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Bedürftigen verdoppelt. Es ist ein Konglomerat aus hohen Mieten, zu wenig staatlicher Hilfe, schlechter Bezahlung und geringer Rente, sagt Axel Schweiger vom Vorstand der Münchner Tafeln. Vor allem aber würden die aktuellen Preissteigerungen die Menschen in Schwierigkeiten bringen. Schweiger, 65, ist einer von mehr als 800 Helfern, die an mehr als 23 000 Menschen in Bayerns Hauptstadt jährlich etwa 6,5 Millionen Tonnen Lebensmittel verteilen.
Neu seien die Geflüchteten aus der Ukraine dazugekommen, sagt Schweiger weiter. Zuvor habe die Corona-Pandemie auch Freiberufler, Studenten und alte Leute zu Hilfsbedürftigen gemacht. Auch sei inzwischen spürbar, dass die Spendenbereitschaft abnehme und Discounter knapper kalkulieren würden. "Der Staat versagt, da er sich nicht bewegt und zusieht, dass das Existenzminimum nicht mehr das Existenzminimum ist", kritisiert Schweiger. Auch würden die Entlastungspakete bei diesen Menschen nicht ankommen, das habe "nur eine Alibifunktion". Stattdessen müsste man "konkret die Gruppen stützen, die Schwierigkeiten haben." Die Regierenden müssten auch die "immer im Auge haben, die nichts einsparen können, weil sie eh schon nichts haben", so der ehrenamtliche Helfer.
Weitere Nachrichten: Bundesregierung will Opfer des Olympia-Attentats von 1972 entschädigen, Impfpflicht gegen Masern.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Benjamin Markthaler

Jul 26, 2022 • 11min
Lieferstreit mit Russland: Wie sich die EU auf fehlendes Gas vorbereitet
Gazprom liefert immer weniger Gas über die Pipeline North Stream 1. Ab Mittwoch würden nur noch 20 Prozent der üblichen Menge Gas durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fließen. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine. Doch das nimmt dem russischen Staatskonzern kaum jemand ab. Die EU-Staaten fürchten bald einen vollständigen Stopp der Lieferungen aus Russland. EU-Energie-Kommissarin Kadri Simson hat dazu aufgerufen, dass die EU-Staaten einheitlich und solidarisch zusammenstehen müssen. Am Dienstag haben die EU-Energieminister dafür einen Notfallplan auf den Weg gebracht. Dabei geht es vor allem ums Sparen.
Wie kompliziert es ist, für das Gasproblem eine gemeinsame Lösung zu finden, zeigt beispielhaft ein Gasspeicher in Österreich, sagt SZ-Wirtschaftsredakteur Caspar Busse. Der Gasspeicher Heidach nahe Salzburg versorge vor allem Haushalte und die Industrie in Bayern. Doch in einer Mangelsituation ist "jeder natürlich erst mal auf sein eigenes Wohl angewiesen". Und auch Österreich benötige dringend Gas. Wie in Bayern gebe es "dort keine großen Häfen, wo Flüssiggas angeliefert werden kann". Dazu komme, dass es in Bayern nicht so viele Kohlekraftwerke wie in anderen Bundesländern gebe. Auch sei die Windenergie nicht so ausgebaut worden wie anderswo, weil die CSU den Ausbau gebremst habe. "Insofern ist Bayern jetzt in einer ernsten Lage."
Weitere Nachrichten: Verdi-Warnstreik behindert Flugverkehr massiv, Würzburger Messerstecher kommt in die Psychiatrie.
Unsere neue Serie “The Great Firewall” finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen, Pauline Graf.
Produktion: Imanuel Pedersen
_Zusätzliches Audiomaterial über EU-Debattes.TV _

Jul 25, 2022 • 13min
Nach Angriff auf Odessa: Getreideabkommen geplatzt?
Erst letzten Freitag haben Russland und die Ukraine ein Abkommen getroffen. Darin haben sie festgelegt, dass über 20 Millionen Tonnen Getreide aus den ukrainischen Häfen exportiert werden sollen. Aber schon am Samstag hat Russland die Abmachung gebrochen und den Hafen von Odessa angegriffen. SZ-Korrespondentin Cathrin Kahlweit sagt: “Es war klar, dass dieser Deal nicht lange halten wird.”
Russland habe mit dem Abkommen versucht, sein Image auf der Weltbühne zu polieren und sich als seriösen Verhandlungspartner darzustellen. “Diese Narrativ funktioniert”, sagt Kahlweit. Tatsächlich habe der Kreml aber keinerlei Interesse daran, dass die Ukraine die angestaute Ernte exportieren kann. Im Gegenteil: “Russland hat ein Interesse daran, die Ukraine von Meerzugängen fernzuhalten.” Der Angriff auf Odessa war laut der Korrespondentin eine reine Machtdemonstration.
Weitere Nachrichten: Streik bei Lufthansa, Scholz offen für AKW-Verlängerung.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Antonia Franz, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audio-Material über ARD, ZDF


