

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Aug 19, 2022 • 12min
Kein Gas – keine Milch? Wie die Molkereien für den Ernstfall vorsorgen
Molkereien beziehen 80 Prozent ihrer Energie aus Gas. Ein Gas-Lieferstopp könnte die ganze Branche also in eine schwere Krise stürzen. SZ-Reporter Josef Wirnshofer hat sich angeschaut, wie sich die Unternehmen auf den Ernstfall vorbereiten.
Wirnshofer sagt, die Molkerei Berchtesgadener Land horte gerade alles: Öl, Flaschen, Deckel, Europaletten. Denn wenn die Energie knapp wird, fehlt es an allem. “Man muss sich so eine Molkerei wie ein Uhrwerk vorstellen – sobald ein Rädchen streikt, funktioniert das ganze Werk nicht.” Vor allem für die Kühlung der Milch wird extrem viel Energie gebraucht. Und die kommt eben vor allem aus Gas. Um das notfalls ersetzen zu können, hat die Molkerei außerdem eine Million Liter Heizöl gekauft, die im Notfall so schnell wie möglich zum Werk gebracht werden. “Das reicht dann ungefähr für 40 bis 50 Tage,” so Wirnshofer.
Im schlimmsten Fall müssten die Bauern allerdings Milch wegschütten – denn dann würde die Produktion in den Molkereien stillstehen und die Milch nicht transportiert werden können. Wirnshofer schätzt aber, dass die Lebensmittelbranche bei akuter Gasknappheit wahrscheinlich entsprechend priorisiert versorgt werden würde: “Da geht es dann um die Versorgung der Bevölkerung.”
Weitere Nachrichten: Scholz bestreitet Einflussnahme im Cum-Ex-Skandal, Apple warnt vor Sicherheitslücken.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Antonia Franz, Nadja Schlüter
Produktion: Imanuel Pedersen

Aug 18, 2022 • 12min
Was das 9-Euro-Ticket wirklich gebracht hat
Für nur 9 Euro im Monat konnte im Juni, Juli und August jeder und jede den Regionalverkehr in ganz Deutschland nutzen: Ein so großes Verkehrexperiment hat es in Deutschland lange nicht gegeben. In zwei Wochen endet es und auf den ersten Blick war es ein großer Erfolg. 38 Millionen 9-Euro-Tickets wurden verkauft.
Aber wem hat die Aktion tatsächlich geholfen – dem Klima, der Gesellschaft oder nur dem Geldbeutel? Hat das Ticket für soziale Teilhabe gesorgt? Sind mehr Menschen vom Auto auf den ÖPNV umgestiegen? Und: Was kommt eigentlich danach? Immerhin wünscht sich eine Mehrheit der Bevölkerung eine Fortsetzung.
„Für den Klimaschutz hat das Ticket relativ wenig gebracht“, sagt Christina Kunkel, die für die SZ über Mobilität berichtet. Es seien vor allem zusätzliche Fahrten mit der Bahn unternommen worden. Die Züge waren also voller als sonst – und die Straßen immer noch genauso voll. Aber für viele Menschen, die sonst teure Monatsabonnements für den ÖPNV zahlen, sei das Ticket eine große finanzielle Entlastung gewesen. Für eine Fortsetzung müsse nun vor allem die Frage geklärt werden, wie ein Nachfolgeprojekt auf Dauer finanziert werden könnte.
Links zu den Inhalten über den Fall Genditzki:
https://www.sueddeutsche.de/panorama/sz-podcast-das-thema-fall-genditzki-mord-oder-justizskandal-1.4605485
https://www.sueddeutsche.de/bayern/justiz-badewannenmord-genditzki-mord-1.5640894
Weitere Nachrichten: Masern-Impfpflicht verfassungsgemäß, Mehrwertsteuer auf Gas soll sinken.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Laura Terberl, Nadja Schlüter
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über jung&naiv

Aug 17, 2022 • 14min
Fischsterben in der Oder: Die schwierige Suche nach der Ursache
Die aktuelle Bilanz des Fischsterbens in der Oder: hundert Tonnen tote Fische. Eine riesige Umweltkatastrophe. Mittlerweile sind schon 500 von 800 Flusskilometern betroffen. Auch ein Abschnitt an der Grenze zwischen Deutschland und Polen, der sogar Naturschutzgebiet ist. Das jetzt zum Katastrophengebiet geworden ist.
Warum so viele Fische in dem Fluss zwischen Deutschland und Polen sterben, das ist immer noch nicht klar. Viktoria Großmann, SZ-Korrespondentin in Polen, sagt: “Das Problem ist, dass die Forscher nicht wissen, wonach sie suchen sollen.” Es sei aber davon auszugehen, dass mehrere Faktoren zusammenkommen – und vor allem die Trockenheit und der niedrige Wasserstand der Oder die Probleme noch verstärkt haben.
Die polnischen Behörden hätten die Probleme außerdem zu lange heruntergespielt, so Großmann. Aktuell werde vor allem versucht, die toten Fische aus dem Wasser herauszuholen und durch Ölsperren nicht ins Stettiner Haff gelangen zu lassen.
Link zum Text zur Olympia-Bewerbung: https://www.sueddeutsche.de/meinung/european-championships-muenchen-olympische-spiele-joachim-herrmann-ioc-1.5640180
Weitere Nachrichten: Scholz bedauert späte Reaktion auf Abbas-Äußerungen, Trump-Kritikerin Cheney verliert Vorwahlen.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Antonia Franz, Nadja Schlüter
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über ARD

Aug 16, 2022 • 12min
So funktioniert die Gasumlage
Die Gasimporteure haben gerade eine unangenehme Sandwichposition: Sie müssen das Gas, das sie normalerweise aus Russland beziehen, teuer am Weltmarkt einkaufen. Teilweise um fast das Dreifache wie vor dem russischen Überfall auf die Ukraine. Sie können die höheren Kosten aber nicht an ihre Kunden weitergeben, da sie langfristige Lieferverträge haben. Um die Importeure zu entlasten, soll es jetzt ab Oktober die Gasumlage geben. Sie wird Millionen deutscher Gaskunden um mehrere Hundert Millionen Euro belasten. Und das, obwohl die Gaspreise sowieso schon steigen.
Michael Bauchmüller, Redakteur im Parlamentsbüro der SZ, erklärt im Podcast, warum die Umlage trotzdem ein notwendiges Übel ist - und mögliche Alternativen noch ungerechter gewesen wären.
Weitere Nachrichten: Amokfahrer von Trier verurteilt, Rekord-Tiefstände im Rhein.
Wie Mieter Energie sparen können.
Moderation, Redaktion: Laura Terberl
Redaktion: Antonia Franz
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters

Aug 12, 2022 • 14min
Abzug aus Afghanistan: Lehren aus dem Chaos
Vor einem Jahr haben die Taliban in Afghanistan wieder die Macht übernommen – nach einem 20 Jahre langen Einsatz des Westens. Der Abzug der Truppen verlief besonders zum Schluss chaotisch – und viele Ortskräfte konnten nicht rechtzeitig evakuiert werden.
SZ-Redakteur Tobias Matern sagt, dass es heute schwierig ist, mit Menschen in Afghanistan Kontakt zu halten. Viele fürchten Repressalien der Taliban. Die hätten im vergangenen Jahr ein rigoroses Regime installiert und vor allem die Rechte von Mädchen und Frauen stark eingeschränkt. Matern zieht deshalb ein ernüchterndes Fazit aus dem Einsatz: “Die vielen Milliarden Dollar und Euro, die nach Afghanistan geflossen sind, die zahlreichen Menschenleben, die geopfert wurden während dieses 20-jährigen Krieges auf allen Seiten, die stehen in keinerlei Verhältnis zu dem, was jetzt rausgekommen ist.”
Weitere Nachrichten: Bundeswehreinsatz in Mali ausgesetzt, Habeck kündigt Energiesparvorschriften an.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über ARD, CNN und Deutschlandfunk

Aug 11, 2022 • 12min
Scholz: „Wir werden die Bürger nicht alleine lassen“
Kanzler Olaf Scholz hat am Donnerstag die Tradition der Sommer-Pressekonferenzen fortgesetzt und zu allen aktuellen Fragen Stellung bezogen. Dabei lobt er die Steuerentlastungspläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner - auch wenn die bei den Grünen und SPD auf Kritik stoßen.
Gleichzeitig betont Scholz die Versuche seiner Regierung, die Energieversorgung sicherzustellen und bestreitet jegliche politische Einflussnahme im Fall der Cum-Ex-Affäre um die Hamburger Warburg Bank - auch von ihm persönlich.
SZ-Redakteur Stefan Braun findet, dass Olaf Scholz bei der Pressekonferenz insgesamt einen sehr erschöpften Eindruck macht. Scholz bemüht sich offenbar, nahbar zu wirken und Klartext zu reden - kommt aus seiner "Scholzomat"-Rolle aber nicht so wirklich raus. Im Podcast erklärt Braun, welche Fehler Scholz in den letzten Monaten gemacht hat und was ihn bei der Pressekonferenz am meisten überrascht hat.
Weitere Nachrichten: Verluste bei Siemens, viele Ärztinnen und Ärzte sind unzufrieden.
Moderation, Redaktion: Laura Terberl
Redaktion: Tami Holderried, Joschka Moravek
Produktion: Justin Patchett
_Zusätzliches Audiomaterial über phoenix _

Aug 10, 2022 • 13min
Cum-Ex-Skandal: Olaf Scholz' Rolle und neue seltsame Details
In den vergangenen Tagen wurden neue Details im Zusammenhang mit den Untersuchungen zur Cum-Ex-Affäre öffentlich: E-Mails von Bundeskanzler Scholz wurden durchsucht. Im Bankschließfach eines ehemaligen SPD-Politikers wurden 200 000 Euro gefunden. Und eine Hamburger Finanzbeamtin soll in einem Chat über einen “teuflischen Plan” geschrieben haben.
Einer der größten deutschen Steuerskandale ist also aktuell wieder im Fokus und neben der juristischen Aufarbeitung läuft nun auch die politische weiter: Am 19. August soll Olaf Scholz das nächste Mal vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Hamburger Senat als Zeuge aussagen. Er war 2016 und 2017, als der in Cum-Ex-Geschäfte verwickelten Warburg-Bank mutmaßlich von der Hamburger Finanzverwaltung geholfen wurde, Bürgermeister der Hansestadt. Wie er und weitere politische Akteure in die Affäre verwickelt sein könnten, das erklärt SZ-Korrespondenten Peter Burghardt. Bei den Untersuchungen, sagt er, kämen immer wieder neue, merkwürdige Details ans Licht.
Weitere Nachrichten: Entlastungspaket von Christian Lindner (mehr dazu unter diesem Link); Angriffe auf die Krim.
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Nadja Schlüter
Produktion: Imanuel Pedersen

Aug 9, 2022 • 12min
AKW im Ukraine-Krieg: Wie gefährlich die Lage ist
Der Krieg in der Ukraine dauert bereits mehr als fünf Monate. Seit diesem Wochenende steht nun auch wieder Europas größtes Kernkraftwerk im Fokus. Das steht in Saporischschja, im Südosten der Ukraine, und zuletzt sollen dort immer wieder Geschosse und Raketen eingeschlagen haben. Wie gefährlich ist die Lage also?
Das erklärt in dieser Episode von „Auf den Punkt“ der SZ-Politikredakteur Christoph Koopmann. Experten würden ihm zufolge davon ausgehen, dass die wichtigsten Gebäude auch Raketen oder Geschossen bis zu einem gewissen Maß standhalten dürften. Doch die Lage sei sehr angespannt – gerade auch für Menschen, die auf der Anlage noch arbeiten müssen.
Weitere Nachrichten: Kämpfe in der Ukraine; Militärmanöver Taiwan; Durchsuchung bei Trump.
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Nadja Schlüter, Antonia Franz
Produktion: Jakob Arnu

Aug 8, 2022 • 13min
Warum der Konflikt im Gaza-Streifen wieder eskaliert ist
Am Freitag ging es los mit der sogenannten “Operation Morgengrauen”. Da tötete die israelische Armee mit einem gezielten Militärschlag in Gaza-Stadt den Militärchef des Islamischen Dschihad. Es folgten weitere Angriffe auf hochrangige Mitglieder der Terrororganisation.
Die Terrororganisation hat natürlich auch direkt auf die Angriffe reagiert. Laut israelischen Angaben sind seit Freitag mehr als 900 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Rund 160 sollen fehlgeleitet im Gazastreifen selbst eingeschlagen haben.
Nach palästinensischen Angaben wurden mindestens 44 Menschen bei den israelischen Angriffen getötet, darunter mehrere Kinder. Mehr als 360 Menschen sollen verletzt worden sein. In Israel gab es mindestens drei Verletzte.
In der Nacht zum Montag trat dann kurz vor Mitternacht eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe in Kraft. Was die erneuten Angriffe für die Region bedeuten, darüber spricht im Podcast SZ-Expertin Alexandra Föderl-Schmid: “Das Ziel war durch gezielte Tötungen den militärischen Arm des Islamischen Dschihad zu treffen. Und nachdem, was man bisher weiß, ist zumindest das gelungen. Aber natürlich um den Preis, dass auch Zivilisten umgebracht worden sind.”
Weitere Nachrichten: Schröder darf in SPD bleiben; US-Klimapaket.
Moderation, Redaktion: Antonia Franz
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Imanuel Pedersen

Aug 5, 2022 • 12min
Treffen in Sotschi: Erdoğans und Putins zwiespältiges Verhältnis
Zum zweiten Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs treffen sich Russlands Präsident Putin und der türkische Staatschef Erdoğan. Die Türkei will auch im Ukraine-Krieg vermitteln. SZ-Korrespondent Tomas Avenarius sagt, am Ukraine-Konflikt zeige sich die ganze “paradoxe Politik” von Erdoğan: “Er steht offiziell zur Ukraine im Angriffskrieg Russlands, hat aber gleichzeitig beste Beziehungen zu Moskau.” Die Türkei betreibe eine Schaukelpolitik – mit dem Ziel, immer das Beste für sich selbst rauszuholen.
Beim aktuellen Treffen in Sotschi geht es um den Ukraine-Krieg, aber auch um die Konflikte in Syrien und Bergkarabach. Dabei will Erdoğan von Putin die Erlaubnis, eine neue Militäroffensive in Syrien zu starten. Putin wiederum erhofft sich, dass die Türkei Kampfdrohnen an Russland liefert. Avenarius sagt: “Ich glaube nicht, dass Erdoğan diese Drohnen nach Russland liefern wird.” Beiden Kriegsparteien Waffen zu liefern – das ginge nicht. Aber: Über die Energiefrage könne Putin enorm Druck auf die Türkei ausüben. Denn auch an die Türkei liefert Russland wichtiges Gas.
Link zum Podcast “Vor aller Augen”: https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/vor-aller-augen-podcast-serie-ueber-sexuelle-gewalt-an-kindern-e000844/
Weitere Nachrichten: Sanktionen gegen Pelosi, Feuer in Berlin großteils unter Kontrolle.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Jakob Arnu


