

Kreisky Forum Talks
Kreiskyforum
Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit.
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
Episodes
Mentioned books

May 22, 2023 • 1h 13min
Ruth Wodak & Hanno Loewy: ÜBER DIE GRENZE - Fluchtgeschichten zwischen Bodensee und Gebirge
Ruth Wodak im Gespräch mit Hanno Loewy
ÜBER DIE GRENZE
Fluchtgeschichten zwischen Bodensee und Gebirge
Tausende Menschen auf der Flucht aus dem deutschen Reich versuchten zwischen März 1938 und Mai 1945 über Vorarlberg die – rettende Schweiz zu erreichen: Jüdinnen und Juden, politische Gegner*innen der Nazis, Deserteure, Kriegsgefangene, Zwangs- und Fremdarbeiter*innen aus besetzten Ländern Europas. Fluchthelferinnen und Fluchthelfer auf beiden Seiten der Grenze konnten Einzelnen noch ein Entkommen ermöglichen. Ihre Geschichten handeln von Mut und Verzweiflung, von Menschlichkeit und Ressentiment, Fremdenhass und Solidarität. Geflohen aus dem Dritten Reich, vor Verfolgung und Vernichtung, erreichten die Geflüchteten, wenn sie Glück hatten ein Land, das unserem Europa der Gegenwart beunruhigend ähnlich ist.
Gespräch:Hanno Loewy, Publizist, Direktor des Jüdischen Museums HohenemsRuth Wodak, Sprachsoziologin, Diskursforscherin
Es lesen aus Fluchtgeschichten: Katharina Grabher und Andreas Kosek, teatro caprile
Sound: Milan Loewy
Buchpräsentation in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Hohenems

May 15, 2023 • 1h 11min
Isabella Weber: DAS GESPENST DER INFLATION
Robert Misik im Gespräch mit Isabella Weber
DAS GESPENST DER INFLATIONWie China der Schocktherapie entkam
Nach dem Ende von Maos Herrschaft stand die politische Führung in China Ende der siebziger Jahre vor gewaltigen Problemen: Wie sollte sie das bankrotte Wirtschaftssystem neu erfinden? Wie eine galoppierende Inflation vermeiden, die als Schreckgespenst durch das Land spukte? Durch Schocktherapie oder schrittweise Reformen? Letztendlich obsiegten die Kräfte, die für einen staatlich gelenkten Wandel plädierten. Anders als Russland, das nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in einen katastrophalen Abwärtsstrudel geriet, erlebte China einen beispiellosen Aufstieg. Isabella M. Weber, eine der bedeutendsten Ökonominnen ihrer Generation, zeichnet in ihrem hoch gelobten Buch die damaligen Debatten um die Neugestaltung des chinesischen Wirtschaftssystems minutiös nach und ordnet diese Diskussionen in die langen Traditionen des ökonomischen Denkens im Reich der Mitte und des Westens ein. Insbesondere zeigt sie, wie es gelang, die Inflation zu begrenzen. Chinas Weg zurück in die Weltwirtschaft, so Weber, ist nicht nur die Geschichte einer
einzigartigen Transformation. Angesichts der Verwerfungen auf den Energiemärkten und der dramatisch gestiegenen Lebenshaltungskosten sind die Auseinandersetzungen um Preiskontrollen und andere staatliche Eingriffe zudem lehrreich für aktuelle Debatten.
Isabella Weber, ÖkonominRobert Misik, Autor und Journalist
Isabella M. Weber, geboren 1987 in Nürnberg, ist Professorin für Volkswirtschaftslehre an der University of Massachusetts Amherst. Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie durch ihren (gemeinsam mit dem Volkswirt Sebastian Dullien) ins Gespräch gebrachten Vorschlag eines Gaspreisdeckels bekannt.

May 9, 2023 • 53min
Leonard de Klerk & Stavros Pantazopoulos: ENVIRONMENTAL ACCOUNTABILITY AND JUSTICE IN THE WAR IN UKRAINE
The Russian war against the Ukraine has not only come at a tremendous human cost, it destroyed vital natural resources, including forests, soil and water and fragile ecosystems that will take decades to recover or repair. The implications of damage and toxic contamination from fighting are especially grave given that Ukraine is home to 35 per cent of Europe’s biodiversity and around a quarter of the earth’s chernozem, a rich, highly fertile soil type. As the Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) reports that hundreds of protected areas are or have been under occupation, including up to 23 national parks and nature and biosphere reserves (SIPRI). Pursuing accountability and restitution for conflict related environmental damages has long been a neglected issue in international law and the prosecution of war crimes. And while recent efforts, to strengthen the international normative and legal framework, both, at the level of the United Nations and Humanitarian Agencies, such as the Red Cross, much remains to be done. There is growing pressure to include ‘ecocide’ as an international crime under the Rome Statute. Yet the International Criminal Court does not currently recognize the mass destruction of flora and fauna, or the
poisoning of air or water resources as an international crime.
Will the war in the Ukraine be a turning point for the lack of accountability for violence against nature in armed conflict? And what are the main challenges in documenting and assembling evidence for possible court proceedings and to better protect and enforce reparations for environmental war crimes?
Lennard de Klerk is Dutch national with 25+ years experience in climate change topics in Central and Eastern Europe. After Russia’s full-scale invasion of Ukraine, he started an initiative to estimate the environmental impact of this war, including its long term effects on carbon emissions. Lennard graduated from Delft University of Technology and during his career lived in Moscow, Berlin, Kyiv and Budapest . He currently runs a climate neutral holiday resort (Irota
EcoLodge) in Northern Hungary.
Stavros-Evdokimos Pantazopoulos is a post-doctoral researcher with the Toxic Crimes Project of the Erik Castrén Institute at the University of Helsinki, and a Researcher with the Asser Institute. He is currently visiting the Law School of the University of Athens. Formerly, Stavros was the Legal and Policy Analyst of the Conflict and Environment Observatory, a UK-based NGO aiming to raise awareness of the environmental impacts of armed conflict. He obtained his PhD degree in international law from the European University Institute and his scholarship focuses on the legal aspects of environmental protection during and after armed conflict.
Monika Halkort is a social scientist and journalist in Vienna. She currently also teaches at the University of Applied Arts as part of the master program ‚Applied Human Rights and the Arts`. Next to her academic work, she regularly produces contributions for the Ö1 programs Radiokolleg, Hörbilder and Diagonal. The thematic focus of her work is the historical interconnections of colonialism, technology and knowledge production and how they continue to shape ideas of
sustainability, planetary thinking and environmental justice today.

May 2, 2023 • 1h 15min
ARI RATH PREIS FÜR KRITISCHEN JOURNALISMUS 2023: EXIL - FLUCHT - VERTREIBUNG
ARI RATH-PREIS FÜR KRITISCHEN JOURNALISMUS 2023
EXIL-FLUCHT-VERTREIBUNG
Begrüßung und Begründung der Jury: Gertraud Auer Borea d’Olmo, Generalsekretärin des Kreisky Forums
Preisträgerin: Noa Landau, Stellvertretende Chefredakteurin Ha’aretzLaudatorin: Alexandra Föderl-Schmid, Stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung
Preisträgerin: Christa Zöchling, Journalistin und AutorinLaudator: Fritz Hausjell, Reporter ohne Grenzen
Der „Ari-Rath-Preis für kritischen Journalismus“ wurde auf der Basis einer Privatinitiative eingerichtet, um im Sinne des im Jänner 2017 verstorbenen renommierten ehemaligen Chefredakteurs der Jerusalem Post Journalistinnen und Journalisten auszuzeichnen, die sich in ihrer Arbeit um eine kritische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtete Berichterstattung über Flucht, Vertreibung und Asyl in hervorragender Weise verdient gemacht haben. Eine Jury von Expertinnen und Experten unter dem Vorsitz von Gertraud Auer Borea d’Olmo, der Generalsekretärin des Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog und enge Vertraute von Ari Rath, hat einstimmig Noa Landau und Christa Zöchling für den „Ari Rath Preis für kritischen Journalismus“ 2023 vorgeschlagen.
Mit freundlicher Unterstützung von Wien Energie
Noa Landau ist stellvertretende Chefredakteurin von Haaretz, der ältesten führenden Tageszeitung des Landes, und Mitglied des Redaktionsausschusses der Zeitung. Zuvor war sie Leiterin des Nachrichtenressorts der Zeitung und Redakteurin der englischen Ausgabe von Haaretz. Bevor sie 2009 zu Haaretz kam, arbeitete Landau als Nachrichtenreporterin und Redakteurin für verschiedene israelische Nachrichtensender, darunter Galei-Tzahal, Channel 10 und Maariv, und war Gründungsmitglied des ersten Journalistinnenforums des Landes.Sie war 2016 Journalist Fellow am Reuters Institute, das von der Thomson Reuters Foundation gesponsert wird, und untersuchte dort den Anstieg von Nachrichtensperren in Israel.
Christa Zöchling ist eine österreichische Journalistin und Publizistin. Von 1992 bis 2023 war sie für das Nachrichtenmagazin profil tätig. Zöchling studierte Geschichte und Germanistik in Graz und Wien. Sie gab Deutschkurse für Ausländer an der Universität Wien und arbeitete an Projekten zur Zeitgeschichte mit. Im Jahre 1989 kam sie als Volontärin zur Arbeiterzeitung (AZ,) kurz nachdem diese von der SPÖ verkauft und von Hans Schmid übernommen worden war. Nach Einstellung der AZ Ende Oktober 1991 arbeitete Zöchling kurz für den Kurier und wurde schließlich 1992 als innenpolitische Redakteurin von profil
verpflichtet.
Zöchling beschreibt schwerpunktmäßig die österreichische Innenpolitik und befasst sich immer wieder mit dem Thema Rechtspopulismus. Sie hat in
Buchform zwei Standardwerke zu Jörg Haider vorgelegt und schreibt fallweise auch für Sammelbände und andere Publikationen, wie Emma. Nachdem Zöchling in der Profil-Ausgabe vom 7. September 2015 FPÖ-Sympathisanten als „die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt, Glitzer-T-Shirts, die spannen, Trainingshosen, Leggins. Pickelhaut. Schlechte Zähne, ausgeleierte Schuhe“ beschrieben hatte, wurde profil.at vom österreichischen Presserat gerügt, da es sich um einen Verstoß gegen Punkt 7 des Ehrenkodex für die österreichische Presse (Schutz vor Pauschalverunglimpfung und Diskriminierung) handle.
Zöchling hält regelmäßig Vorträge, etwa im Fachbereich Gender Studies an der Universität Innsbruck.

Apr 25, 2023 • 50min
Muriel Asseburg: ISRAEL/PALÄSTINA - RÜCKFALL IN DEN EXISTENTIELLEN KONFLIKT
Gudrun Harrer im Gespräch mit Muriel Asseburg
ISRAEL/PALÄSTINA: RÜCKFALL IN DEN EXISTENTIELLEN KONFLIKTEine Echt-Zeit Eskalation
Das neue rechts-religiöse Kabinett von Israels Premierminister Benjamin Netanyahu will Israel im Inneren neu ordnen. Dazu hat es unter anderem umfassende Reformvorhaben angekündigt und begonnen, eine Justizreform einzuleiten, die die Unabhängigkeit der Justiz und ihre Kompetenz der Normenkontrolle aushebeln wird. Gleichzeitig strebt die israelische Regierung eine jüdische Vorherrschaft und die dauerhafte Kontrolle des Westjordanlands an. Von einer Zweistaatenregelung hat sie sich definitiv abgewendet. Die Palästinensische Autonomiebehörde verliert zusehends an Legitimität und Kontrolle. Vor allem in den nördlichen Städten des Westjordanlandes haben sich neue bewaffnete Gruppierungen herausgebildet. In Folge spitzen sich die Konflikte innerhalb Israels sowie mit den Palästinenserinnen und Palästinensern immer stärker zu. Was sind die Hintergründe, welche Entwicklungen zeichnen sich ab und welche Handlungsoptionen hat Europa?
Muriel Asseburg, Politiologin, Senior Fellow bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin, Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer OstenGudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien

Apr 19, 2023 • 1h 18min
Armin Thurnher: ANSTANDSLOS - DEMOKRATIE, OLIGARCHIE, ÖSTERREICHISCHE ABWEGE
Armin Thurnher im Gespräch mit Franz Schuh
ANSTANDSLOSDemokratie, Oligarchie, österreichische Abwege
„Einer der scharfsinnigsten Analytiker österreichischer Politik.“– Claudia Kühner, NZZ am Sonntag
„Die Welt steht auf kan Fall mehr lang“, heißt es in Nestroys berühmtem „Kometenlied“. Vieles von dem, was einst zum festen Bestand demokratischer Selbstverständlichkeiten zählte, scheint abgeschafft zu werden. Wir wissen nicht mehr, was wir für wahr halten sollen. Ganz schnell löste sich etwa der falsche Glanz des konservativen Hoffnungsträgers Sebastian Kurz auf in einer Wolke von Skandalen, Korruption und dubiosem Gefolge. Während die multiplen Krisen das Publikum aber vollends verunsichern, findet Kurz mühelos Anschluss an jene Kreise um Donald Trump, die unser politisches System lieber heute als morgen über Bord werfen möchten.
In seinem neuen Buch sondiert Armin Thurnher die Lage und zeigt, dass der große Weltuntergang wie immer in Österreich seine kleine
Generalprobe hält. Im Kreisky Forum spricht er darüber mit dem Schriftsteller Franz Schuh.
Armin Thurnher, geboren 1949 in Bregenz. Mitbegründer, Miteigentümer und Herausgeber der Wiener Stadtzeitung Falter. Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Preis des österreichischen Buchhandels für Toleranz und Otto-Brenner Preis für seinen Einsatz für ein soziales Europa.
Franz Schuh, Schriftsteller
In Kooperation mit Zsolnay Verlag

Apr 17, 2023 • 1h 2min
Julia Ebner: WIE EXTREMISTEN DIE MITTE EROBERTEN
Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Julia Ebner
WIE EXTREMISTEN DIE MITTE EROBERTEN
Seit der Corona-Pandemie und dem Sturm auf das US-Kapitol ist Radikalisierung zum Massenphänomen geworden.
Die Extremismusforscherin Julia Ebner untersucht in ihrem neuen Buch “Massenradikalisierung”, warum so viele Menschen anfällig auf Ideen sind, die früher als Randerscheinungen galten. Die Eskalation betrifft seit einigen Jahren Freundeskreise, Familien und das Arbeitsumfeld. Massenbewegungen, rekrutiert aus der Mitte der Gesellschaft, entstehen – Querdenker, QAnon, Impfgegner –, radikal und brandgefährlich. Julia Ebner will nicht nur verstehen, welche Strukturen und Mechanismen dahinterstehen. Sie fragt auch nach: Was soll unternommen werden im Kampf um Gerechtigkeit und Demokratie?
Julia Ebner forscht am Institute for Strategic Dialogue in London sowie am Centre for the Study of Social Cohesion an der Universität von Oxford zu Extremismus. Als Expertin arbeitet sie mit Regierungsorganisationen und Polizeiorganen zusammen, berät UN, NATO und die Weltbank in Fragen des Extremismus. Der Öffentlichkeit ist sie durch Auftritte bei Markus Lanz, den Tagesthemen und dem heute-journal bekannt.
Ihr Buch Radikalisierungsmaschinen wurde 2020 als »Wissenschaftsbuch des Jahres« ausgezeichnet, war SPIEGEL-Bestseller und stand auf der Sachbuch-Bestenliste. Sie wurde mit dem Dr. Caspar Einem Preis 2022, Wissenschaftsbuch des Jahres 2020 und dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2018 ausgezeichnet.
Tessa Szyszkowitz ist Journalistin und Autorin, seit 2010 mit Sitz in London. Davor war sie Korrespondentin in Moskau, Brüssel und Jerusalem. Sie schreibt regelmäßig für Falter, profil & Cicero, ist Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreiskyforum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
In Zusammenarbeit mit der Initiative.LiteraturSchiff

Apr 14, 2023 • 1h 1min
Armen Avanessian: KONFLIKT - VON DER DRINGLICHKEIT, PROBLEME VON MORGEN SCHON HEUTE ZU LÖSEN
Armen Avanessian, ein Wiener Philosoph und politischer Theoretiker, beleuchtet die brennenden Konflikte unserer Zeit. Er diskutiert die vielschichtige Natur von Konflikten, sowohl als Bedrohung als auch als Chance für gesellschaftliche Veränderungen. Themen wie der Einfluss von KI, der Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie sowie die Herausforderungen des Climate Engineering stehen im Fokus. Avanessian betont, dass wir Konflikte verstehen müssen, um die Probleme der Zukunft anzugehen und eine lebendige Demokratie zu fördern.

Mar 30, 2023 • 47min
Charlotte Wiedemann: DEN SCHMERZ DER ANDEREN BEGREIFEN
„Aus Kreiskys Wohnzimmer“
Philipp Blom im Gespräch mit Charlotte Wiedemann
DEN SCHMERZ DER ANDEREN BEGREIFENWege zu einer neuen Gedenkkultur
Mit ihrem neuen Buch Den Schmerz der anderen begreifen. Holocaust und Weltgedächtnis hält deutsche Journalistin und Autorin Charlotte Wiedemann ein Plädoyer für eine moderne, empathische Erinnerungskultur. In einem Moment, in dem in Deutschland hitzige Feuilleton-Debatten den Eindruck erwecken, es ginge um einen kurzlebigen Positionsstreit, stellt sie klar: Was wir erleben, ist eine Zeitenwende – wir müssen unsere Haltung zur Geschichte aus einer kosmopolitischen Perspektive neu begründen. Das heißt: nicht-europäische, nicht-westliche Sichtweisen ebenso einbeziehen wie die Ansprüche einer jungen, diversen Generation in Deutschland. Wie lässt sich in Zukunft an den Holocaust und an die kolonialen Verbrechen erinnern? Globalhistorisch fundiert und persönlich zugleich denkt Charlotte Wiedemann die Idee des Antifaschismus neu und entwirft ein empathisches Gedenkkonzept für unsere Zeit.
Charlotte Wiedemann, ist freie Auslandsreporterin, ihre Beiträge erschienen u.a. in Geo, Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Merian und Le Monde Diplomatique. Sie gehört dem Wissenschaftlichen Beirat des Zentrums Moderner Orient in Berlin an und hält Vorträge zu interkulturellen Themen und zur Erinnerungskultur. Sie ist Kolumnistin der taz und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, u.a. "Der neue Iran. Eine Gesellschaft tritt aus dem Schatten" (dtv, 2017), "Der lange Abschied von der weißen Dominanz" (dtv 2019). "Den Schmerz der anderen begreifen" ist im Mai 2022 erschienen (Prophyläen Verlag, ISBN 978-3-549-100493)
Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Historiker und Schriftsteller in Wien. Sein jüngstes Buch "Die Unterwerfung. Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur" ist im September 2022 erschienen (Hanser Verlag, ISBN 978-3-446-274211)

Mar 27, 2023 • 52min
Matthias Quent: KLIMARASSISMUS
KLIMARASSISMUS
Der Kampf der Rechten gegen die ökologische Wende
Weltweit blockieren rechte Parteien und Netzwerke effektiven Klimaschutz. Das ist kein Zufall: Denn die Hauptverantwortung für den Klimawandel trägt der reiche globale Norden, aber seine Opfer sind vor allem ohnehin benachteiligte Menschen – hierzulande und im globalen Süden. Weiße Vorherrschaft, extreme Ungleichheit und die Ausbeutung von Menschen und der Umwelt gehen Hand in Hand. Um Klimarassismus und -klassismus zu verschleiern, leugnen viele, dass die Erderhitzung überhaupt ein Problem ist.
Wo liegen die massiven politischen Gefahren des Rückschlags gegen den grünen Umbau? Mit welchen Netzwerken und Argumentationsweisen greifen die Rechten die Zukunft an? Was hat das mit unserem Alltag und dem herrschenden System zu tun? Und was können wir für Klima und Gerechtigkeit tun?
Robert Misik, Autor und Journalist
Matthias Quent ist Professor für Soziologie an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Er gründete und leitete bis 2022 das Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) in Jena. Quent forscht und lehrt unter anderem zu Rechtsradikalismus, Folgen der Digitalisierung, zu Demokratieförderung und zu gesellschaftspolitischen Fragen der ökologischen Transformation. Als medial gefragter Experte, Redner und Sachverständiger berät und unterstützt er Aktivitäten zur Stärkung demokratischer Kultur in unterschiedlichen Kontexten. Quent studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der
Friedrich-Schiller-Universität Jena und der University of Leicester (UK).


