

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Nov 4, 2021 • 13min
Kinderarzt über RS-Virus: “Tsunami an Infektionen”
Husten, Fieber, Atemnot: Das sind die typischen Symptome einer Infektion mit dem Respiratorisches Synzytial-Virus, kurz RSV. Das Virus ist vor allem für kleine Kinder gefährlich. In den letzten Wochen stecken sich immer mehr Kinder damit an. Deshalb kommen viele Kinderkliniken an ihre Belastungsgrenze.
Florian Hoffmann ist Kindernotfallmediziner am Haunerschen Kinderspital in München. Er sagt: Gäbe es analog zur Corona-Ampel eine RSV-Ampel, wäre sie schon seit Wochen auf dunkelrot. Weil es keine freien Betten und zu wenig Pflegepersonal gibt, muss der Mediziner kranke Kinder teilweise bis zu 200 Kilometer weit wegverlegen.
Podcasts der SZ zum NSU:
https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/medien/nsu-prozess-deutsche-abgruende-podcast-serie-der-sz-e669669/
https://www.sueddeutsche.de/multimedia/sz-podcast-an-diesem-tag-1.5214875
Weitere Nachrichten: Esken will SPD-Vorsitzende bleiben, Spahn und Ärzteverbände einigen sich auf Booster für alle
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Imanuel Pedersen

Nov 3, 2021 • 13min
Wie die CDU ihren neuen Chef finden will
Erstmals will die CDU bei der Suche nach einem neuen Vorsitz die Basis mit einbinden. Davon könne wohl vor allem Friedrich Merz profitieren, weil der zumindest in Teilen der Basis populär sei, sagt der leitende SZ-Politik-Redakteur Peter Fahrenholz. Merz verkörpere "ein bisschen die Sehnsucht nach der guten alten Zeit" und gebe für viele Konservative eine Art Versprechen ab, dass man in die Zeit vor Merkel zurückkehren könnte. Merz werde jetzt versuchen, etwa den CDU-Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann einzubinden.
Für Norbert Röttgen wäre es klug, wenn er jetzt eine Frau an seine Seite holen würde, die er dann als künftige Generalsekretärin installieren könnte. Interessant sei auch, wie sich der Fraktionsvorsitzende Ralph Brinkhaus verhalten werde. Eine Frau werde es eher nicht: “Man muss ehrlicherweise sagen, dass die CDU keine Frau hat, bei der man aktuell sagen würde, die wäre jetzt die möglicherweise geborene neue Vorsitzende.”
Und so sieht der Zeitplan auf dem Weg zum neuen Chef aus:
Nominierung bis zum 17. November, mit der Unterstützung von mindestens einem Landes-, Bezirks-, oder Kreisverband der Union oder einer CDU-Gruppierung. Bis Anfang Dezember werden sich die Kandidaten und Kandidatinnen dann den etwa 400 000 CDU-Mitgliedern in mehreren digitalen Veranstaltungen vorstellen.
Ab dem 4.12. stimmt die Basis dann ab. Zwei Wochen später soll dann das Ergebnis verkündet werden. Erreicht da niemand die absolute Mehrheit, dann kommt es Ende Dezember zu einer Stichwahl. Spätestens am 14. Januar soll das endgültige Ergebnis dann vorliegen. Und am 21./22. Januar soll der/die Kandidat/in dann offiziell von einem Parteitag ins Amt gehoben werden.
Weitere Nachrichten: Spahn empfiehlt "Booster"-Impfungen, Bayern verschärft Corona-Regeln.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters, Phoenix und CDU.

Nov 2, 2021 • 12min
UN-Klimakonferenz: "Ohne China hat die Welt keine Chance"
"Eine Minute vor Zwölf", "genug mit der brutalen Zerstörung unserer Lebensgrundlagen." Große Reden werden da gerade auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow geschwungen. US-Präsident Joe Biden gibt jedenfalls China (neben Russland, Indien und Saudi-Arabien) die Hauptschuld am zaghaften Handeln, an vagen Beschlüssen. Doch im Gegensatz zu anderen Regierungschefs verzichtet Chinas aktueller Staatslenker Xi Jinping auf eine Teilnahme am Treffen in Schottland.
Bei der Luftverschmutzung haben die chinesischen Behörden auf Druck der neuen Mittelschicht inzwischen "enorm viel gemacht", sagt SZ-China-Korrespondentin Lea Sahay. Der Klimawandel aber spiele in China jedenfalls bisher noch "keine große Rolle." Es sei ein "herber Schlag", dass Xi nicht in Glasgow dabei sei. Aber es sei nicht so, dass man das als Boykott deuten könne. Er habe China nunmehr seit fast zwei Jahren nicht mehr verlassen. Nichtsdestotrotz sei klar, dass sich bei diesem Gipfel eigentlich nichts ohne China bewege. "In absoluten Zahlen ist das Land ja der größte Emittent von Treibhausgasen". Und die Welt habe ohne China "kaum eine Chance, die globalen Klimaziele zu erreichen". Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß dort einen Höchststand erreichen. Erst 2060 will das Land klimaneutral werden. Viele hatten gehofft, dass Peking möglicherweise seine Ziele noch mal höher stecke, aber das sei "leider nicht passiert". Es setze vielmehr die Klimapolitik als Trumpf in internationalen Verhandlungen ein. Allerdings habe China gerade auch mit massiven Strom und Versorgungsengpässen zu kämpfen.
Weitere Nachrichten: Staaten wollen Waldzerstörung stoppen, CDU-Fahrplan für neuen Parteivorsitz.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Anna-Lena Limpert, Vinzent-Vitus Leitgeb, Franziska von Malsen
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und Tagesschau.

Oct 29, 2021 • 12min
Klimagipfel 2021: Was sich seit dem Paris-Abkommen getan hat
Am Sonntag startet in Glasgow die Klimakonferenz der Vereinten Nationen. Es ist die fünfte nach dem Pariser Klimaabkommen von 2015. Damals hatten sich die Länder der Welt dazu verpflichtet, bis 2020 ihre Klimaziele zu verschärfen. Aber nicht einmal die Hälfte der Länder hat das auch gemacht. Was bedeutet das fürs Klima und auf welche Länder kommt es am meisten an?
"Das China als größter Emittent im Wesentlichen so weitermachen will wie bisher, das könnte die Konferenz sehr belasten", sagt Michael Bauchmüller, SZ-Klimaexperte. In Auf den Punkt spricht er darüber, wie die Weltgemeinschaft und die EU damit umgehen können.
Alle SZ-Berichte und Analysen zum Klimagipfel lesen Sie hier mit einem Abo.
Weitere Nachrichten: Rückzug Norbert Walter-Borjans, BIP-Zahlen
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: David Wünschel, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Benjamin Markthaler

Oct 28, 2021 • 13min
Militärputsch in Sudan: Wie es jetzt weitergeht
An diesem Montag hat sich in Sudan das Militär an die Macht geputscht. Daraufhin ist es in der Hauptstadt Khartum zu Protesten mit Toten und Verletzten gekommen. Die Lage im Land ist extrem unübersichtlich. Und für diesen Samstag werden weitere Proteste der Zivilbevölkerung erwartet.
"Das Schlimmste, was jetzt passieren könnte, wäre weiteres Blutvergießen", sagt Christine Roehrs. Sie arbeitet für die Friedrich-Ebert-Stiftung in Khartum. "Militär und Zivilregierung: Beide wissen, dass sie einander nicht in die Knie zwingen können." Bei Auf den Punkt spricht Roehrs über den Putsch und wir es jetzt weitergehen könnte.
Weitere Nachrichten: Anklage NSU 2.0, Corona-Zahlen
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Anna-Lena Limpert, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über France24.

Oct 27, 2021 • 13min
Laschet-Nachfolger Wüst: Unverhofft zum Liebling der CDU
Die Wahl war spannend, denn die schwarz-gelbe Regierungskoalition in Nordrhein-Westfalen hat nur eine Stimme Mehrheit. In Umfragen steht die CDU gerade schlecht da, vorgezogene Neuwahlen wäre ein Risiko. Die Wahl des 46-jährigen bisherigen Verkehrsministers Hendrik Wüst wurde zur Zitterpartie. Am Ende aber stimmten sogar 103 Abgeordnete für den neuen CDU-Landeschef, drei mehr als die Koalition hat.
Aber wieso ist gerade der Verkehrsminister Laschets Nachfolger geworden? "Hendrik Wüst ist ein Glückskind der Verfassung", sagt NRW-Korrespondent Christian Wernicke. Kein anderes Bundesland habe die Vorschrift, dass der Ministerpräsident Mitglied des Landtags sein muss. Dies habe den Kreis der potenziellen Nachfolger sehr klein gehalten. Und dieser Sachzwang habe Wüst "unverhofft zum Liebling" der CDU gemacht. Den neuen Regierungschef zeichne vor allem Ehrgeiz aus. So sei er mit Anfang 30 bereits Generalsekretär der Landes-CDU geworden. "Er war der schneidige, typische Jung-Unionist." Nach dem Sturz als Generalsekretär im Zuge einer Affäre aber versuche er es jetzt mit leiseren Töne. Sein Ministerium habe er aber selbst nach Meinung der Opposition gut geführt.
Insgesamt sei die Landesregierung, "weitaus besser als die Performance von Armin Laschet" als Kanzlerkandidat, sagt Wernicke. "Nicht berauschend, aber solide" - mit Erfolgen in der Verbrechensbekämpfung, (geerbten) Defiziten in der Schulpolitik und horrend ungerecht verteilter Chancengleichheit. Die NRW-SPD profitiere lediglich vom Bundestrend. Sie sei ein "Scheinriese". Die im Mai kommenden Jahres anstehende Landtagswahl, sei "völlig offen".
Weitere Nachrichten: EuGH verurteilt Polen zur Strafzahlung, Aufnahme Koalitionsverhandlungen, epidemische Notlage endet am 25.11.
Den aktuellen Podcast "Das Thema" über zeitgemäße Architektur finden Sie unter sz.de/podcasts.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Anna-Lena Limpert, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.

Oct 26, 2021 • 13min
Bärbel Bas: Eine Kämpferin für die Gleichstellung
Nach Annemarie Renger und Rita Süssmuth ist Bärbel Bas erst die dritte Frau im Amt der Bundestagspräsidentin. Laut Protokoll wird dieses nach dem Bundespräsidenten höchste Amt im Staat traditionell von der stärkste Fraktion besetzt. In diesem Fall der SPD.
Wir haben deutlich gemacht, dass wir ein paritätisches Parlament haben wollen, auch an der Spitze, sagt Maria Noichl. Noichl ist Europaabgeordnete der SPD aus Rosenheim und als Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen eine der wichtigsten Kämpferinnen für Gleichstellung in ihrer Partei. Bas sei eine "profilierte Politikerin mit großer Erfahrung", die nun eine große Verantwortung trägt. "Bärbel Bas wird die Demokratie verteidigen." Und das auch gegen die Angriffe von Rechts, die nach Meinung von Noichl immer stärker zunehmen. "Wir werden uns nicht den Mund verbieten lassen." Bärbel Bas sei für alle Frauen "ein Mund und ein Gesicht in der Öffentlichkeit."
Weitere Nachrichten: AfD ohne Vertreter im Bundestagspräsidium, BND will sich neu organisieren, Probleme bei Rettung aus Afghanistan.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen, Antonia Franz
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und SPD-Parteivorstand.

Oct 25, 2021 • 12min
Urteil gegen Jennifer W.: "In so einem Fall gibt es keine Unschuld"
Zehn Jahre Haft für Jennifer W.. Das ist das weltweit erste Urteil wegen der Verbrechen des sogenannten Islamischen Staates (IS) gegen die religiöse Minderheit der Jesiden. Sie hatte zusammen mit ihrem Ehemann 2015 eine Fünfjährige mutwillig verdursten lassen. Außerdem waren nach Ansicht des Gerichts der Angeklagten die menschenfeindlichen Ziele und Taten des IS bekannt gewesen, als sie sich der Terrororganisation angeschlossen hat, betonte das OLG. Sie habe mit ihrer IS-Mitgliedschaft die "Vernichtung der jesidischen Religion" und die "Versklavung des jesidischen Volkes" unterstützt.
Ein Freispruch stand nie zur Debatte, sagt der Jurist und Redakteur der SZ-Innenpolitik, Ronen Steinke. Sie sei ganz klar Täterin und habe Schuld auf sich geladen. Jennifer W. hatte sich selbst belastet mit ihren Aussagen gegenüber einem vermeintlichen IS-Kämpfers. Zudem habe die Mutter des toten Kindes über die drastische Tat ausgesagt. Die historische Relevanz sei, dass sieben Jahren nach dem Völkermord an den Jesiden erstmals überhaupt ein Urteil wegen der Verbrechen des IS gefällt worden sei. Menschlich aber sei die Tat unfassbar.
Weitere Nachrichten: Militärputsch im Sudan, Ausweisung von Diplomaten in der Türkei, Facebook, Joshua Kimmich.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über ZDF.

Oct 22, 2021 • 12min
Rechte Verlage auf der Buchmesse: Aushalten oder ausschließen?
Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie findet die Frankfurter Buchmesse dieses Jahr wieder in Präsenz statt. Allerdings mit Einschränkungen und deutliche kleiner als sonst. Und nicht ohne Konflikte: Es gibt Streit um neurechte Verlage auf der Buchmesse.
Miryam Schellbach ist für die SZ auf der Buchmesse und sagt, dass es gar nicht so leicht wäre, rechte Verlage auszuschließen. Allerdings hätte die Buchmesse den umstrittenen Verlegern auch nicht einen so präsenten Standplatz geben müssen. Schellbach plädiert dafür, jetzt den Raum für Diskussionen und Reflexion zum Thema Rassismus zu nutzen.
Weitere Nachrichten:
Länderchefs fordern einheitliche Coronaregeln, Alec Baldwin schießt auf Filmcrew
Redaktion, Moderation: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Lars Langenau
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über den Hessischen Rundfunk.

Oct 21, 2021 • 13min
Durchgreifen oder Dialog: Wie umgehen mit Polen?
An diesem Donnerstag treffen sich die EU-Staatschefinnen und -chefs in Brüssel. Es geht um verschiedene Themen, aber eines überschattet den Gipfel: Der Streit um Polens Rechtsstaatlichkeit. Schon Anfang der Woche ging es im EU-Parlament hoch her, als der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki in seiner Rede der EU Erpressung vorwarf.
Josef Kelnberger ist SZ-Korrespondent in Brüssel. Er sagt: Dieser Konflikt sei ein Wetterleuchten für zukünftige Konflikte, die auf die EU zukommen könnten. Denn die teile sich aktuell in die Staaten, die mehr Gemeinschaft wollen – und in die, die nationale Interessen voranstellen, wie zum Beispiel Polen.
Weitere Nachrichten:
Koalitionsverhandlungen beginnen, Sturmtief Ignatz sorgt für Wirbel
Redaktion, Moderation: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über TVP Info und EU-Kommission.


