

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
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Nov 18, 2021 • 13min
Coronazahlen: “Das Virus ist gut berechenbar, die Bevölkerung nicht.”
“Wir laufen momentan in eine ernste Notlage.” Das hat RKI-Chef Lothar Wieler am Mittwoch gesagt. Er hat erneut eindringlich vor den aktuellen Entwicklungen gewarnt. Und er hat auch über die Rekordinzidenzen gesprochen: Die seien aktuell nicht zuverlässig – sondern in Wirklichkeit viel höher, als gemeldet.
“Höchstwahrscheinlich übersehen wir da Fälle”, sagt auch Markus Hametner aus dem SZ-Datenteam. Er ist frustriert über die aktuelle Lage und meint: So wie es jetzt gekommen ist, wurde es schon vor Monaten mithilfe von Modellen beschrieben. Jetzt gehe es vor allem darum, den R-Wert, also die Zahl derer, die eine infizierte Person ansteckt, zu verringern.
Weitere Nachrichten: Ministerpräsidentenkonferenz, Bundestag beschließt neues Infektionsschutzgesetz
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Jakob Linus Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Freistaat Sachsen.
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Nov 17, 2021 • 14min
Wie Putin Belarus stützt
Nachdem zuletzt bis zu 2000 Migranten an der Grenze zwischen Polen und Belarus campiert hatten, werden die Geflüchteten jetzt gerade mit Bussen an andere Orte gebracht. Doch wer ist Schuld an dieser Lage? “Moskau und Minsk stellen das natürlich so dar, dass sie völlig unschuldig an der Situation sind”, sagt SZ-Russland-Korrespondentin Silke Bigalke. In deren Darstellung sei die EU schuld an der Misere. Denn die Union habe diesen Menschen erzählt, dass das Leben bei ihnen viel besser sei. Und mit diesem Versprechen hätte die EU eben die Menschen nach Europa gelockt.
Lukaschenko möchte sich vor allem an der Macht halten. Aber da er sich nach den gefälschten Präsidentschaftswahlen für die EU als Partner unmöglich gemacht hat, setze er jetzt eben auf Angst. Ohne den Rückhalt des russischen Präsidenten Wladimir Putin hätte Lukaschenka so einen Schritt nie gewagt, meint Bigalke. “Putin freut sich immer, wenn wenn die EU schlecht aussieht.” Für ihn sei die EU quasi der freiheitliche Gegenentwurf zu seinem autoritär geführten Russland.
Alexander Gutsfeld berührende Reportage von der polnisch-belarussischen Grenze lesen Sie hier.
Weitere Nachrichten: Corona-Lage, CDU-Bewerberfeld.
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Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Anna-Lena Limpert, Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz
Produktion: Benjamin Markthaler

Nov 16, 2021 • 15min
Warum (Booster-) Impfungen jetzt so wichtig sind
Manchmal, da kann man große gesellschaftliche Konflikte auf eine kleine persönliche Auseinandersetzung runterbrechen. Etwa bei der Frage, ob man schon geimpft ist. Die kann womöglich Freundschaft zerbrechen lassen. "Impfen hat sehr viel gebracht und wären mehr Menschen geimpft, dann hätte es noch mehr gebracht", sagt SZ-Wissenschaftsredakteurin Christina Berndt. Es gebe immer auch Impfdurchbrüche, aber Ungeimpfte haben "im Durchschnitt die schwereren Verläufe". Und auf der Intensivstation sind die Ungeimpften in der Mehrheit, obwohl sie eine Minderheit in der Gesellschaft darstellen.
Auffrischungsimpfungen, also Booster, sei inzwischen allen nach sechs Monaten zu empfehlen. Besonders bei älteren Personen, solchen mit Übergewicht, Rauchern und Menschen mit Herzproblemen und Autoimmunerkrankung sei "die Immunantwort dann tatsächlich womöglich so niedrig, dass es gefährlich wird".
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Weitere Nachrichten: Länder verschärfen Corona-Regeln, Nord Stream 2 auf Eis.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Jakob Arnu

Nov 15, 2021 • 10min
Bilanz UN-Klimakonferenz: Die Macht der Unwilligen
Selten war ein Treffen wie diese 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow so überladen mit Ängsten aber auch Hoffnungen. Jetzt ist nicht nur UN-Generalsekretär Antonio Guterres gefrustet. Aber es ist eben ein Kompromiss.
Und der war weder "historisch" noch eine "Blamage", meint der Umweltexperte der Berliner SZ-Parlamentsredaktion Michael Bauchmüller. So sei die Europäische Union mit den von der Klimakatastrophe am stärksten bedrohten Inselstaat Vorreiter gewesen. China, Indien sowie Saudi-Arabien und andere Ölförderländer seien hingegen die Bremser gewesen. Neben dem offiziellen Geschehen hätten sich einige "Allianzen der Willigen" gebildet, die wichtige andere Vereinbarungen zur Zusammenarbeit getroffen hätten.
Aber es hätte sich eben auch eine "Allianz der Unwilligen" gezeigt, zu der auch ein Großteil der deutschen Autobauern zähle, meint Bauchmüller. Die einzelnen Länder müssen jetzt eben selbst beim Klimaschutz ernst machen. Für Deutschland etwa bedeute das, dass dringend der Ausbau erneuerbarer Energien wieder auf genommen werde müsse, der in den jüngsten Jahren fast zum Erliegen gekommen sei.
Weitere Nachrichten: Corona-Regeln werden weiter verschärft, Schwesig als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern wiedergewählt.
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Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderied
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über den Twitter Account von Antonio Guterres.

Nov 12, 2021 • 13min
Corona-Winter: Was Scholz und die Ampel planen
Olaf Scholz hat aktuell viele Hüte auf – als Finanzminister, Chefverhandler und wohl bald Kanzler. Gerade hat er die Pläne der Ampelkoalition für den Umgang mit dem Coronavirus vorgestellt. Was plant er? Und wie geht es weiter mit den Koalitionsverhandlungen?
Cerstin Gammelin, stellvertretende Leiterin des Berliner Parlamentsbüros der SZ sagt, Scholz sitze zwischen den Stühlen, wenn es um den Auslauf der pandemischen Notlage geht. Und sie vermutet, dass doch noch eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen beschlossen werden könnte.
Weitere Nachrichten: Spahn zu Coronlage, Türkei schränkt Flüge nach Belarus ein
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Lars Langenau
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

Nov 11, 2021 • 13min
Pfleger über die vierte Welle: "Alle, die noch da sind, haben doppelt so viel zu stemmen"
Inzidenzrekorde, volle Krankenhäuser, verschobene Operationen – das kennen wir aus dem letzten Winter. Dabei sollte dieses Jahr doch alles anders werden, schließlich gibt es eine Impfung gegen das Coronavirus. Trotzdem füllen sich gerade wieder die Intensivstationen. Vor allem mit ungeimpften Patientinnen und Patienten.
“Das ist eine enorme Belastung, körperlich und psychisch,” erzählt der Intensivpfleger Andreas Schäfer aus Kassel. Er sagt, er könne nicht verstehen, warum sich Menschen immer noch nicht impfen lassen. Und er warnt, dass eine weitere Welle vielleicht für das Gesundheitssystem nicht stemmbar wäre.
Weitere Nachrichten: Corona-Regeln der Ampel werden vorgestellt, Belarus droht EU
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

Nov 10, 2021 • 12min
COP26 will klimaneutrale Weltwirtschaft aufbauen
Die Klimakatastrophe ist bereits spürbar. Und doch hört man von der 26. UN-Klimakonferenz bislang nur wenig konkrete Entscheidungen zum Schutz des Planeten. Hübsche Fernziele und sonst nichts gewesen?
"Hier werden ernsthafte Verhandlungen geführt", widerspricht der Präsident des Bundesumweltamtes Dirk Messner. Im Zentrum stehe der Aufbau einer klimaneutralen Weltwirtschaft. Dies sei im Grunde "ein neues Narrativ für die Weltwirtschaft, ein neues Leitbild". "Klimaneutralität kann sich kein Land mehr versperren", sagt Messner. Auch wenn die notwendigen Investitionen dafür "beileibe noch nicht hoch genug" seien.
Deutschland und Europa müssen bei internationalen Kooperation allerdings mehr machen. "Wir werden Klimaschutz nicht hinkriegen, wenn wir nicht zugleich für sozialen Zusammenhalt und Gerechtigkeit sorgen." Das sei auch ein Auftrag für die neue Koalition. "Wenn wir jetzt steigende CO2 Preise haben, dann können wir einen Großteil der Einnahmen direkt an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben", sagt der Leiter von Europas größter Umweltbehörde.
Weitere Nachrichten: Belarus, Milliardenstrafe für Google, Annette Kurschus ist neue EKD-Ratsvorsitzende.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Anna-Lena Limpert, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über Guardian, NBC News und COP26.

Nov 9, 2021 • 12min
Geflüchtete in Belarus: Lukaschenkos Kalkül
Es sind zutiefst verstörende Bilder aus der langen grünen Grenze zwischen Polen und Belarus. Hunderte, wenn nicht Tausende Geflüchtete, versuchen dort die Sperranlagen in die Europäische Union zu überwinden. Auf polnischer Seite sind inzwischen zehntausende Sicherheitskräfte aufgefahren. Warschaus Regierung und die EU werfen dem Machthaber in Minsk, Alexander Lukaschenko, vor, die Menschen gezielt einfliegen zu lassen. Sicher sei, dass Spezialeinheiten der Belarussen sie mit Bussen und LKWs an die Grenze bringen werden, sagt SZ-Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel. Es gebe "handfestes Beweismaterial", dass belarussische Militärs mit Uniform und Waffe "hinter den Migranten standen, während die versuchten, den Zaun niederzureißen und den Stacheldraht zu durchbrechen".
Andererseits greife auch der polnische Grenzschutz zu illegalen "Pushbacks" um die Geflüchteten zurückzudrängen. Lukaschenko habe bereits Ende Mai im Parlament in Minsk offen gesagt, dass der Westen "jetzt unsere Arbeit erledigen" wird. Er meinte damit Drogenhandel und die Verhinderung der Einreise von Migranten. Er folge damit einem "mit dem russischen Geheimdienst FSB entworfenen Plan, die EU durch Migrantenströme zu destabilisieren". Zudem räche er sich dafür, dass er für die von ihm gefälschte Präsidentschaftswahl von der EU kritisiert wird und dass der Westen die Opposition unterstützt. "Vielleicht hofft er, dass die Sanktionen gemildert werden," meint Hassel. Andererseits verdiene Belarus mit der Lenkung der Flüchtlungsströme auch viel Geld. Laut Schätzungen müsse ein Migrant bis zu 15 000 Dollar an Minsker Reisebüros und Schlepper zahlen.
Weitere Nachrichten: Corona, Lichtenstein nur zähneknirschend für Mindeststeuer, Zentralrat fordert reinen Schoa-Gedenktag.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und dem Twitter-Account von Nexta TV.

Nov 8, 2021 • 13min
Neuer SPD-Chef: Der wandlungsfähige Lars Klingbeil
Mike Szymanski, SZ-Parlamentskorrespondent und Experte für die Sozialdemokraten, diskutiert die bevorstehende Führung von Lars Klingbeil. Er hebt Klingbeils Anpassungsfähigkeit hervor, die es ihm ermöglicht hat, mit unterschiedlichen Parteiflügeln zusammenzuarbeiten. Trotz seiner Wurzeln als Parteilinker hat er sich im Seeheimer Kreis etabliert. Zudem werden die Herausforderungen der neuen SPD-Führung thematisiert, einschließlich der Notwendigkeit zur Geschlossenheit und der strategischen Beziehung zwischen Klingbeil und Saskia Esken.

Nov 5, 2021 • 12min
Vierte Corona-Welle: Was die Politik für den Winter plant
Der bundesweite Corona-Inzidenzwert ist mit fast 170 so hoch wie seit der zweiten Welle nicht mehr. Obwohl mittlerweile 67 Prozent der Menschen in Deutschland voll geimpft sind, müssen wieder mehr Infizierte ins Krankenhaus. Und auch die Zahl derer, die an Covid-19 sterben, steigt gerade wieder. Nach einem ruhigen Sommer stecken wir jetzt also mittendrin, in der vierten Welle .
"Die Polarisierung beim Thema Impfung und Impfpflicht ist natürlich enorm. Und das Spannungspotential, das in unserer Gesellschaft mit diesem Thema verknüpft ist, das ist mindestens so besorgniserregend wie das Virus selbst", sagt Angelika Slavik, SZ-Redakteurin im Berliner Parlamentsbüro. In Auf den Punkt spricht sie über die Pläne der Politik für den Winter.
Weitere Nachrichten: Baerbock über Koalitionsgespräche, FFF-Demos bei COP26
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Anna-Lena Limpert, Tami Holderried
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.


