SWR2 Zeitgenossen

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Jan 3, 2026 • 43min

Ilja Mirsky: „Man kann mit KI neue künstlerische Möglichkeiten eröffnen“

ANA ist der erste KI-basierte Theater-Automat, man kann mit ihm Dramen schreiben. Aber anders als mit ChatGPT. Die Theater-KI führt keine Befehle aus. Mit ANA kann man Geschichten nur gemeinsam entwickeln. Zuerst liefert der Mensch drei Themen, daraus generiert ANA die Basis der Story – dann ist wieder der Mensch dran, dann wieder die Maschine. Echte Ko-Autorschaft. Weil ANA Gefühle erkennt, bestimmen auch Emotionen den Gang der Handlung. Ilja Mirsky, Dozent an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg und Digital-Dramaturg am Residenztheater München, hat die Theater-KI entwickelt.
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Jan 1, 2026 • 44min

Barbara Bleisch: „Gedanklich die Seite wechseln bringt uns voran“

„Meine Leidenschaft gilt den Abgründen, die sich auftun, wenn wir radikal hinterfragen“. Schreibt die Philosophin, Journalistin und Buch-Autorin Barbara Bleisch auf ihrer Website. „Und sie gilt dem Ungewohnten, das sich einstellt, wenn wir gedanklich die Seite wechseln“. Das praktiziert sie im Alltag, als Moderatorin der SRF-Fernseh-Sendung „Sternstunde Philosophie“ und in vielen Essays und Büchern. Zum Beispiel, wenn sie mit Kolleg*innen „besser um die Zukunft streitet“, über Eltern-Kind-Beziehungen oder über die „Mitte des Lebens“ nachdenkt und eine „Philosophie der besten Jahre“ vorstellt.
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Dec 27, 2025 • 43min

Melika Rezapour: „Ich will als Schauspielerin und Frau gesehen werden, ohne Adjektiv“

„The One Way Ticket" heißt der bisher erfolgreichste Kurzfilm von Melika Rezapour, Regisseurin, Schauspielerin und Drehbuchautorin. Der Titel ist auch autobiografisch zu verstehen: Geboren in Teheran, hat Melika Rezapour dort Bauingenieurin gelernt, ist vor der Diktatur der Mullahs nach Deutschland geflohen, hat als Kassiererin und Putzkraft gearbeitet, in Berlin Schauspiel und Regie studiert, erste Filme gedreht und „Koochilika“ gegründet: eine Initiative, die Studierende und Auszubildende auf ihrem Weg nach Deutschland begleitet – Menschen, die auch ein „One Way Ticket“ gelöst haben.
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Dec 25, 2025 • 44min

Janosch Schobin: „Einsamkeit ist ein lösbares Problem“

Warum leiden immer mehr Menschen unter Einsamkeit? Für sein Buch „Zeiten der Einsamkeit“ hat der Soziologe Janosch Schober Gespräche mit mehr als siebzig Personen geführt, die aus unterschiedlichen Gründen gefangen waren in diesem schmerzlichen Gefühl: „für viele ein tiefes Labyrinth“. Fast alle fanden eine Strategie, sich davon zu befreien. Auch über seine eigene Einsamkeit als Wissenschaftler und Professor der Universität Göttingen, der viel Zeit allein vor dem Bildschirm verbringt, berichtet Janosch Schobin, Jahrgang 1981: „Es wäre absurd, die eigene Einsamkeit zu verschweigen“.
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Dec 20, 2025 • 44min

Daniela Strigl: „Der Trotz hat seine Funktion nicht verloren“

Ist Trotz grundsätzlich verkehrt, weil infantil? Oder vor allem ärgerlich, weil jemand gegen bessere Einsicht stur an etwas festhält? Oder manchmal schlicht notwendig als Bedingung für politischen und anderen Widerstand? Und wenn die Bewegung „Querdenker“ Trotz als etwas Positives für sich beansprucht, was dann? Daniela Strigl, eine der einflussreichsten Literaturkritikerinnen, Mitglied der Jury der „SWR Bestenliste“, macht in ihrem neuen Essay klar, dass ohne Auseinandersetzung mit dieser zwiespältigen Eigenschaft heute fast nichts geht. Erschienen ist das Buch in der Reihe „Unruhe bewahren“.
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Dec 13, 2025 • 51min

Julia Voss: „Die Frage, was natürlich ist, wurde zur Waffe“

Wer definiert, was als Natur gilt? Biologen, Theologen, Ideologen? Wer legt fest, was Natürlichkeit ist? Pädagogen, Psychologen, Demagogen? Woher kommt die typisch deutsche Natur-Romantik, jene Verklärung und Vereinnahmung der Natur? Und wie wurde gerade der Naturbegriff immer wieder politisch instrumentalisiert – bis hin zu den Rassegesetzen des NS-Staats? Das Deutsche Historische Museum beschäftigt sich in seiner aktuellen Ausstellung mit 800 Jahren „Natur und deutsche Geschichte: Glaube, Biologie, Macht“. Julia Voss, lange als Kunstkritikerin der FAZ tätig, hat die Schau kuratiert.
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Dec 12, 2025 • 45min

Ervis Gega: „Musik ist eine Form der Demokratie“

Eine Karriere für einen Hollywood-Film. So steht es auf der Seite der „Villa Musica“, deren Leiterin die Ausnahmegeigerin Ervis Gega seit 2024 ist. Sie stammt aus einer Musikerfamilie, kam mit ihren Eltern als Kind albanischer Flüchtlinge nach Ingelheim, spielte in der Flüchtlingsunterkunft Geige und debütierte im Alter von acht Jahren mit dem Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy. Bereits als Studentin in London erhielt sie eine Guarneri-Geige, war Mitglied im London Symphony Orchestra und gilt als geigentechnisches Genie. Heute lehrt sie als Professorin an der Musikhochschule Mainz.
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Dec 12, 2025 • 41min

Volker (KI): „Menschen sind eine Ansammlung von Fehlfunktionen“

Volker ist ein Staubsauger-Roboter, der Widerworte gibt. Der Creative Technologist, Autor und Regisseur Nils Corte hat Volker so trainiert, dass der sprechende Roboter als Schauspieler mitwirken kann. Deshalb rollt die KI nach ihrem Auftritt in „Ich hasse Menschen“ als Ensemble-Mitglied des Staatstheaters Nürnberg im Stück „Smart aber herzlich“ jetzt zum zweiten Mal über die Bühne. Den Charakter von Volker hat die Autorin und Digital-Dramaturgin Kristina Malyseva konfiguriert. Gemeinsam mit Nils Corte kann sie klären, warum die KI Irrationalität verachtet und sich Menschen überlegen fühlt.
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Dec 6, 2025 • 47min

Christoph Kramer: „Große Träume brauchen große Umwege“

Er ist der erste Fußballprofi in Deutschland, der einen Roman geschrieben hat. Und damit gleich auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste gelandet ist. Chris Kramer erzählt die Coming-of-Age-Geschichte eines 15jährigen, der genauso heißt wie er, der auch Profi werden will und im WM-Sommer 2006 die erste Liebe erlebt, aber nicht zu den Coolen zählt. Weil er alles dem Leistungssport unterordnet. Am Ende hängt alles mit Fußball zusammen – auch die Einsamkeit. Und der Wunsch, normal zu sein. Durch seinen Roman, sagt Chris Kramer, habe er gelernt, dass Erfolg mehr ist, als nur auf Tabellen zu schauen.
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Nov 29, 2025 • 58min

Thomas Köck: „KI hat den gleichen beschränkten Willen wie wir“

Thomas Köck, Dramatiker und Autor von ‚KI essen Seele auf‘, diskutiert die Rolle von Künstlicher Intelligenz als Projektionsfläche menschlicher Wünsche. Er beleuchtet die Vergöttlichung der KI und die Herausforderungen des Datenkapitalismus. Die Umwandlung von Begehren in Wert durch Datenökonomie wird analysiert, ebenso wie die Fragen nach Autonomie und menschlichem versus maschinellem Willen. Köck reflektiert über digitale Doppelgänger und die ethischen Implikationen automatisierter Entscheidungen.

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