Frisch an die Arbeit
DIE ZEIT
Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.
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Aug 26, 2025 • 31min
Kann man im Kloster wirklich Ruhe finden, Frau Äbtissin?
„Ein Kloster zu führen ist wie ein kleines Unternehmen zu leiten“, sagt die Äbtissin Amélie Gräfin zu Dohna im Podcast Frisch an die Arbeit.Seit 2022 ist die 62-jährige Chefin des evangelischen Klosters Lüne in Lüneburg. Dass sie einmal Äbtissin werden würde, hätte sie sich als Kind nicht träumen lassen. „Ich wollte eigentlich immer Bäuerin oder Schäferin werden“, sagt sie.Nun betreut sie zehn Bewohnerinnen zwischen 67 und 78 Jahren, bei den Protestanten Konventualinnen genannt. Die Nachfrage nach Plätzen im Kloster sei hoch, etwa 20 Bewerbungen erreichen die Äbtissin im Jahr. Einige Bewerberinnen hätten falsche Vorstellungen vom Klosterleben. „Es gibt oft Leute, die das Gefühl haben, im Kloster komme ich zur Ruhe und da wird für mich gekocht und ich kann mich in einen Rhythmus einklinken.“ Im Alltag müsse man sich aber schon gut selbst organisieren können. „Man muss bereit sein, sich auf viel Arbeit einzulassen.“ Im Gegensatz zu katholischen Klöstern gibt es in evangelischen kein Zölibat, auch ein Leben in Einfachheit ist nicht vorgeschrieben. Aber natürlich bestimmen auch hier Andachten und Gottesdienste den Alltag der Frauen und es gibt Regeln. Partnerschaften sind zwar erlaubt, würden das Gefüge der Frauengemeinschaft aber eher stören.„Wir müssen mit der Zeit gehen, aber wir müssen auch was bewahren von unserer Tradition.” Das Kloster biete Frauen auch einen Schutzraum. “Und wenn wir das völlig öffnen und aufgeben, dann verlieren wir uns und das, was an unserer Lebensform und an diesem Ort attraktiv ist.“Trotz des Traditionsbewusstseins, erzählt die Äbtissin im Podcast, würden einige der Konventualinnen auch mal ChatGPT benutzen. Außerdem berichtet sie, welche absurden Anfragen das Kloster manchmal erreichen. Und welche witzigen Fragen Besucher auf Führungen stellen.
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Aug 12, 2025 • 37min
Wie hart ist es, Leichtigkeit zu erarbeiten, Constanza Macras?
"Ich rufe viel rein bei den Proben, es ist wie ein Pingpong mit der Kompanie", sagt Constanza Macras, die Leiterin der Berliner Tanzkompanie DorkyPark, im Podcast Frisch an die Arbeit. Genaue Schritte gebe sie den Tänzerinnen und Tänzern nicht vor, sie machten selbst Vorschläge. "Am Ende ist alles bei uns choreografiert, auch wenn es spontan wirkt."Macras, 55, wurde in Buenos Aires geboren, hat klassischen Tanz gelernt und später in Amsterdam und an den Merce Cunningham Studios in New York studiert. Nach Berlin kam sie in den Neunzigern, 2003 gründete sie dort DorkyPark. Die Gruppe arbeitet mit Tanz, Text, Livemusik und Film und setzt sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander."Das Wichtigste in unserer Kompanie ist Humor, das ist wichtig für mich, auch weil der ein Zeichen für Intelligenz ist", sagt Macras. Das Schwere und das Humoristische sei ein Erbe ihrer argentinischen Herkunft. "Die Menschen in Argentinien haben viel Chaos und Krisen gesehen. Sie begegnen diesem ganzen politischen Hin und Her immer mit Humor."Nicht jedes Mal kommt Macras Herangehensweise gut an. Einmal, erzählt Macras, sollte sie sich für eine Aufführung in Göteborg mit einem internationalen Ensemble an einem skandinavischen Mythos abarbeiten. Da habe sie gemerkt, wie ihre schwedischen Auftraggeber und auch das Ensemble über die Proben immer nervöser wurden. Sie hätten sich wohl eine andere Arbeitsweise vorgestellt. "Wenn einem das Ensemble nicht vertraut, ist das Horror", sagt Macras. "Wenn sich die Leute um mich herum wundern, was ich da tue, dann kann ich nicht weitermachen." In Schweden blieb Macras trotzdem bei ihrer Linie, das Stück am Göteborger Opernhaus wurde erfolgreich. Im Podcast erzählt Macras auch, warum sie nie Regisseurin werden wollte, es jetzt aber doch ist – und weshalb sie seit ihrer Arbeit als Choreografin für die sehr erfolgreichen Werke The Favourite und Poor Things selbst Filme drehen wollte."Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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Jul 29, 2025 • 43min
Warum macht Entrümpeln Sie glücklich, Herr Eichhorn?
"Es ist die breite Gesellschaft, die in den Wohnungen lebt, zu denen ich gerufen werde", sagt der Entrümpler Stefan Eichhorn im Podcast Frisch an die Arbeit. "Es gab auch eine Professorin, die auf dem Balkon geschlafen hat, weil sie keinen Platz mehr in ihren Zimmern hatte." Eichhorn, 41, ist gelernter Hotelfachmann und arbeitete lange in der Gastronomie, bevor er sich als Entrümpler in Jena selbstständig machte. Die meisten Aufträge bekommt er über Mundpropaganda, oft über die Verwandten von Verstorbenen oder Erkrankten, die in ein Pflegeheim umziehen müssen. Häufig kontaktieren ihn auch die gesetzlichen Vertreter von Menschen, die unter dem Messie-Syndrom leiden und ihre Wohnung kaum mehr bewohnen können, auf Müllbergen schlafen oder Tüten mit Abfall sammeln. "Manche Menschen sammeln verdorbene Lebensmittel oder ihre Körperausscheidungen", berichtet Eichhorn. "Andere haben vielleicht ein Leck in der Badewanne oder am Wasserhahn, wollen aber niemanden reinlassen, der das reparieren kann." Irgendwann würden sich durch die Feuchtigkeit in diesen Räumen Ungeziefer und Krankheitserreger bilden. Diese könnten den Bewohnern in umliegenden Wohnungen schaden. Damit Eichhorn eine Wohnung in wenigen Tagen entrümpeln kann, sortiert er alles in verschiedene Kisten. Ein Teil kommt auf einen Wertstoffhof, vieles verschenkt er. Manchmal behält er Dinge für sich selbst oder seine Familie. "Aber meistens sind die Sachen, die gut erhalten oder schnell verkäuflich sind, schon raus, wenn wir kommen." Im Podcast erzählt er, welche Entrümplungen ihn besonders traurig gemacht haben – und warum er seinen Job so sehr lieb, dass er am liebsten um fünf Uhr morgens damit anfängt.
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Jul 15, 2025 • 37min
Worauf muss man für eine Fußballkarriere verzichten, Julia Magerl?
"Früher wollte ich lieber ins Freibad als zum Training", sagt die Innenverteidigerin Julia Magerl vom Bundesligisten RB Leipzig im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Aber zum Glück hat mein Vater gesagt: Julia, mach was aus dir!"Heute spielt sie in einer der aufstrebendsten Sportarten der Welt: Frauenfußball. Ihr Leben als Profifußballerin, sagt Magerl, sei "sogar besser, als ich es mir je vorgestellt habe". Dabei war der Weg in den Profisport für sie alles andere als selbstverständlich. "Ich habe in meinem Heimatverein bis zur U15 bei den Jungs gespielt, Mädchenfußball hat es zu meiner Zeit dort nicht gegeben." Und trotzdem war sie keine Außenseiterin: "Ich wurde bei den Jungs sofort akzeptiert. Viele hatten sogar Angst, gegen mich zu spielen."Julia Magerl wurde 2003 in Voitsberg in der Steiermark, im Südosten Österreichs, geboren. Ihre fußballerische Laufbahn begann sie im Alter von fünf Jahren beim ASK Voitsberg, bereits mit 15 wechselte sie zum österreichischen Bundesligisten SK Sturm Graz. Dort besuchte sie eine Frauenfußball-Akademie in St. Pölten, wo sie auch ihre Matura, das österreichische Abitur, erwarb. Zwischen 2018 und 2023 wurde Magerl in Graz zu einer Schlüsselspielerin, bevor sie 2023 zu RB Leipzig wechselte. Daneben gab sie im Februar 2022 ihr Debüt als Spielerin der österreichischen Nationalmannschaft, die nicht für die aktuelle EM der Frauen qualifiziert ist – und erzielte dabei direkt ihr erstes Länderspieltor. Im Podcast erzählt sie, warum sie findet, dass Frauen- und Männerfußball gar nicht so viel gemeinsam haben: "Ich finde nicht, dass man Männer- und Frauenfußball vergleichen kann, für mich sind das zwei völlig unterschiedliche Sportarten." Unterschiede sieht Magerl eher im Stil als in der Klasse: "Vom Tempo und allein vom Fußballerischen nehmen Frauen- und Männerfußball sich nicht viel. Aber ich glaube, dass Männer oft ein bisschen theatralischer sind." Im Podcast spricht Julia Magerl darüber, wie sie zum Profisport gekommen ist, was sie jungen Spielerinnen rät und welchen Preis ihre Karriere fordert.
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Jul 1, 2025 • 44min
Wird man als Bombenentschärfer zum Pazifisten, Herr Hein?
"Eine Bombenentschärfung ist eine Teamarbeit. Das ist ähnlich wie bei einer Operation", sagt Michael Hein im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Im Krankenhaus kann der Chefarzt auch nichts ohne seine OP-Schwester machen, ohne seinen Anästhesisten und sein Team. Genauso ist das bei uns." Ähnlich wie ein Chirurg muss er an der Bombe extrem präzise arbeiten, ein einziger Fehler könnte tödlich für alle Beteiligten sein. Angst zu haben, sei dabei nicht hinderlich, sondern wichtig, denn "Angst schärft die Sinne. Aber man darf sich natürlich nicht von der Angst beherrschen lassen."Seit 1998 arbeitet der 61-Jährige als Sprengmeister und stellvertretender Leiter beim Kampfmittelräumdienst (KRD) in Hamburg. Er und seine Kollegen bergen Bomben, Granaten, Minen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg – und vernichten sie dann. 17-mal musste der KDR im vergangenen Jahr ausrücken, um große Blindgänger im Stadtgebiet zu entschärfen. "Solange gebaut wird, werden wir auch weiter Bomben finden. Das ist eine Generationenaufgabe."Mehrere Tausend Blindgänger sollen allein in Hamburg noch im Boden liegen. Seit 80 Jahren unentdeckt, manchmal nur wenige Meter tief im Erdreich. "Man läuft mit einem anderen Gefühl durch die Straßen, wenn man das weiß", sagt Michael Hein. Über die Jahre sei er durch seinen Beruf zu einem großen Kritiker von Waffen geworden. "Die ganze Munition, egal ob es eine Patrone ist, eine Handgranate, ist ja nur geschaffen worden, um Menschen zu töten", erzählt er. Chemische Zünder seien extra so gebaut worden, dass sie noch Jahre nach dem Abwurf eine Explosion auslösen können. "Bomben unterscheiden auch nicht nach richtiger Weltanschauung, nach Religion, nach Alter, nach Geschlecht. Sie vernichten alle", sagt Hein.Im Podcast erklärt er, warum er seine Frau bei jedem Abschied ganz bewusst fest umarmt, aber auch brenzlige Situationen ihn nie davon abhalten würden, seinen Job weiterzumachen. Und wie er durch seinen Beruf das Leben erst schätzen gelernt hat."Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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Jun 17, 2025 • 41min
Wie saniert man Bäder, Sandra Hunke?
"Badsanierungen sind für mich das Schönste, weil es immer Überraschungen gibt. Man reißt ein Bad auseinander und es läuft nie nach Plan", sagt Sandra Hunke, die als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik arbeitet, im Podcast "Frisch an die Arbeit". Die meisten würden denken, dass der Job mit "Badewanne rausreißen" und "bodenebene Dusche einbauen" gemacht ist. Aber dem sei nicht so.Hunke, 33, erzählt, dass sie in der Schule eigentlich immer Schwierigkeiten hatte und auch gemobbt wurde. In der Werkstatt ihres Vaters, selbst von Beruf Fliesenleger, konnte sie abschalten. "In der Werkstatt war die Welt für mich einfach in Ordnung. Das konnte ich", sagt sie. Auch deswegen entschied sie sich nach dem Schulabschluss für eine Ausbildung als Anlagenmechanikerin, erzählt sie. "Das Handwerk hat mir einfach unglaublich viel Halt gegeben."Ihren Beruf empfindet Hunke bis heute als erfüllend. Sie sei stolz, wenn sie ein Bad fertig saniert habe und daran denke, welche Freude der neue Raum ihren Kundinnen und Kunden bringe. "In diesem Bad werden so viele schöne Momente entstehen, über Jahre, vielleicht werden sie hier ihr Kind das erste Mal baden", sagt sie. Gleichwohl sei sie als Frau im Handwerk bis heute mit vielen Vorurteilen konfrontiert. In der Berufsschule sei sie von Lehrern ausgegrenzt und abgewertet worden, ein Lehrer habe ihr im Schweißkurs sogar offen gesagt, er gebe ihr eine schlechte Note, weil sie eine Frau sei.Auch mit Kunden hatte sie schon unangenehme Erfahrungen. "Es gab schon welche, die mir nicht geglaubt haben, als ich ihnen erklärt habe, was kaputt ist, weil ich eine Frau bin." Sie hätte aber recht gehabt. Gerade im Handwerk, sagt Hunke, gäbe es schon erkennbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern. "Mein Körper ist nicht dafür ausgelegt, so viel Kraft zu haben wie ein Mann, und das will ich auch gar nicht", sagt sie. "Aber ich möchte, dass die Leute verstehen, was Gleichberechtigung bedeutet: nämlich, dass wir gemeinsam stark sind und uns gegenseitig unterstützen."Doch es gibt auch die anderen Kundinnen und Kunden. Die, die Hunke schätzen, gerade weil sie eine Frau ist. "Ich habe die Sanierungen den Frauen so erklärt, dass sie sie wirklich verstehen. Das finden sie toll", sagt Hunke. Sie würde alle ihre Kundinnen und Kunden ernst nehmen. Neben ihrer handwerklichen Tätigkeit modelt Hunke nebenberuflich und berichtet bei TikTok und Instagram als "Das Baumädchen" aus ihrem Arbeitsalltag. Auch Bücher hat sie schon geschrieben über Frauen im Handwerk. Im Podcast erzählt sie, warum Bäder heute keine reinen Funktionsräume mehr seien und weshalb sie auch Baggerfahren und Tiefbau beruflich interessieren würde.
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Jun 3, 2025 • 43min
Wie wird man schwanger, Corinna Mann?
"Wir haben viele Patienten, die alles in ihrem Leben geplant haben und nichts dem Zufall überlassen wollen", sagt die Reproduktionsmedizinerin Corinna Mann, im Podcast Frisch an die Arbeit. "Diese Paare kommen früh zu uns, weil sie bei ihren Freunden mitbekommen, dass es Jahre dauern kann, bis man schwanger wird." Mann, 43, hat sich nach mehreren Berufsjahren als Oberärztin an der Ludwig-Maximilian-Uniklinik in München und an einer privaten Einrichtung in Wien selbstständig gemacht. Mittlerweile leitet sie in eine eigene Kinderwunschklinik und beschäftigt 30 Mitarbeitende. Einige der Paare kämen zu ihr in die Praxis, bevor sie überhaupt versucht hätten, Kinder zu bekommen – zur Basisuntersuchung. "Sind die Eileiter offen? Ist das Spermiogramm in Ordnung? Sind die Hormone okay, um dann den Kinderwunsch zu starten?" Seit einigen Jahren kämen zudem immer mehr gleichgeschlechtliche Paare und Mütter, die alleine ein Kind bekommen möchten, in ihre Praxis. "Einige Patientinnen sind erst Mitte, Ende 20 und wünschen sich trotzdem schon, auch ohne Partner ein Kind zu bekommen." Mann ist Mutter von vier Söhnen. Ihr Partner arbeitet mittlerweile ebenfalls in ihrer Kinderwunschklinik. Als Betriebswirt kümmert er sich um das Geschäftliche. Damit sie es schafft, ihre Arbeit zu erledigen und Zeit mit ihren Söhnen zu verbringen, steht Mann um vier Uhr morgens auf, fährt früh in die Praxis und ist am späten Nachmittag wieder zu Hause. "Das mit dem Abschalten muss ich aber noch üben." Manchmal spreche die ganze Familie über das Thema Kinderwunsch beim Abendessen. Im Podcast erzählt sie, wie sie Paaren mit Kinderwunsch hilft, welche Diagnosen besonders häufig vorkommen und was die Behandlungen in ihrer Privatpraxis von denen an der Universitätsklinik unterscheidet.
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May 20, 2025 • 37min
Was ist gutes Sexspielzeug, Elisabeth Neumann?
"Sexspielzeuge für Frauen sind in den letzten zehn Jahren in der Popkultur angekommen", sagt die Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Neumann im Podcast Frisch an die Arbeit. Neumann arbeitet bei Lovehoney, einem globalen Händler für Sexspielzeug, und erforscht dort, wie Menschen die Produkte nutzen. Mittlerweile sei es deutlich normaler geworden, darüber zu sprechen, dass man Sexspielzeug benutzt oder interessant findet, sagt sie.Neumann, 32, studierte zunächst Soziale Arbeit und war bei Pro Familia in der Schwangerschaftskonfliktberatung tätig. Während ihres anschließenden Masterstudiums der Angewandten Sexualwissenschaften begann sie als Werkstudentin des Sexspielzeugherstellers Womanizer. Dort arbeitete sie dem Innovationsteam zu und hatte erstmals Kontakt zur Branche.In ihrer heutigen Funktion, erzählt Neumann, geht es vor allem um drei Dinge: zu verstehen, wie die Kundinnen und Kunden ihre Sexualität leben, wann und wo. Was sie als stimulierend empfinden. Und wie die Produkte für sie konkret funktionieren."Wir haben oft bloß ein kleines Stückchen Wissen, schauen uns das an und denken von da aus weiter", sagt Neumann. So hätten sie aus Umfragen etwa gelernt, dass Badezimmer für viele Menschen wichtige Orte der Masturbation sind. "Das Bad", sagt Neumann, "ist bei Familien oft der einzige Ort, wo ich die Tür abschließen darf, ohne dass mich jemand fragt: Warum machst du das?"Dazu käme, sagt Neumann, dass einige Menschen ihre ersten Masturbationserfahrungen unter der Dusche mit dem Duschkopf erlebten. "Also haben wir einen speziell zur Masturbation gedachten Duschkopf entwickelt."Bis ein Produkt bereit für den Markt ist, sind in Neumanns Team viele Runden an Marktforschung notwendig. Zuvor schickten sie in der Regel 50 Exemplare an Menschen, damit sie sie ausgiebig testen. Neumann sagt: "Da kann es um die Stimulation und das Lustempfinden gehen, aber auch um ganz pragmatische Überlegungen: Finden 95 Prozent der Leute die richtigen Knöpfe, auch im Dunkeln, und kann das Produkt auch genutzt werden, wenn die Finger feucht sind?"Im Podcast erzählt sie außerdem, weshalb Sexspielzeuge oft als Wellnessgeräte vermarktet werden und warum sexuelle Lust aller Offenheit zum Trotz immer noch ein Tabuthema ist."Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de
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May 6, 2025 • 57min
Wie leben wir länger, Kati Ernst?
Kati Ernst, Gründerin von Ooia und ehemaliges Vorstandsmitglied des Deutschen Startup-Verbandes, spricht über ihre beeindruckende Karriere und ihren Wechsel zur Langlebigkeit. Sie erklärt, wie sie den Balanceakt zwischen Familie und Karriere meistern konnte. Besonders spannend ist ihr Fokus auf Lebensstiländerungen, die die gesunde Lebensspanne verlängern können. Ernährung, Schlaf und Fitness spielen dabei eine zentrale Rolle. Kati ermutigt dazu, bewusste Entscheidungen für ein langes und erfülltes Leben zu treffen.
Apr 22, 2025 • 40min
Wie abenteuerlich ist die Archäologie, Martin Sählhof?
"Wir gehen leider nicht so häufig in geheimnisvolle Tempel rein, die noch nie ein Mensch in den letzten 2.000 Jahren betreten hat", sagt Martin Sählhof, Referent am Deutschen Archäologischen Institut in Kairo im Podcast "Frisch an die Arbeit". Er leitet unter anderem die Ausgrabungsstätte der altägyptischen Stadt Elephantine, die auf einer Insel im Nil bei Assuan lag. Klingt aufregend, aber mit Indiana-Jones-Klischees hat seine Arbeit dort wenig zu tun.Aus klimatischen Gründen – im Sommer wird es in Ägypten bis zu 50 Grad heiß – finden die Ausgrabungen in der Regel zwischen Oktober und Ostern statt. Und gehen sehr langsam und präzise voran, erzählt Sählhof. "Alles wird sortiert und erfasst. Nicht nur Objekte, sondern auch kleine Überreste von organischem Material." Man lerne sehr viel, vor allem über die alltäglichen Lebensumstände vor 3.000 oder 4.000 Jahren.Sählhof, 48, hat Denkmalpflege und Ägyptologie studiert und für seine Doktorarbeit an der TU Berlin die Grabanlage des Königs Djer mit einer Ausgrabung in der ägyptischen Wüste erforscht. "In den Gräbern findet man Reste der sogenannten 'Grabinventare', also alles, was dort für die Bestattung hineingelegt wurde", sagt Sählhof. Im Pharaonischen sei das Leben nach dem Tod sehr wichtig, weshalb die Gräber mit vielen Dingen für das nächste Leben ausgestattet seien."Das ist genau das, was ich immer machen wollte", sagt Sählhof über seine Arbeit. Schon als Schüler habe er bei einem Berufsinformationstag den Flyer für das Archäologiestudium mitgenommen – und darin seinen heutigen Arbeitgeber entdeckt.Im Podcast erzählt Sählhof außerdem, wie es ist, wenn einem Touristen bei der Arbeit über die Schulter schauen, warum sich die Archäologie heute mehr für Bauschutt interessiert als für Tempel – und wieso manche Bereiche von Ausgrabungsstätten für kommende Generationen "übriggelassen" werden."Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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