

Archivradio – Geschichte im Original
SWR
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog
Episodes
Mentioned books

Jan 21, 2026 • 4min
Grönland stimmt für Autonomie | 18.1.1979
Grönland war bis 1953 eine dänische Kolonie, was zu massiver Unzufriedenheit führte, besonders nach der Zwangssterilisation von Inuit-Frauen. Im Jahr 1979 stimmten 71% der Bevölkerung für autonome Selbstverwaltung, trotz der zentralen Macht Kopenhagens. Die Dänen behielten Kontrolle über Außenpolitik und Verteidigung, während die Sicherheitspolitik fokussiert blieb, um den Einfluss von Sowjetunion und China zu vermeiden. Schlussendlich führte die Unzufriedenheit mit Dänemarks EG-Mitgliedschaft zu weiteren politischen Veränderungen.

Jan 20, 2026 • 5min
Werner Heisenberg über die Chancen der Kernenergie – Atomkocher für die Hausfrau? | 3.1.1951
Die neue Atomtechnik kommt in den 1950er-Jahren wie gerufen: Die Kohlevorkommen in Deutschland drohen knapp zu werden für den steigenden Energiebedarf der Bevölkerung. Die Uranvorkommen dagegen versprechen eine zusätzliche Energiequelle.
Angewandte Atomforschung in der Bundesrepublik noch nicht erlaubt
Auch Nobelpreisträger Werner Heisenberg wirbt dafür, sie zu nutzen. So auch in diesem Interview mit dem Journalisten Hans Jesse. Zu diesem Zeitpunkt ist die angewandte Atomforschung allerdings noch durch die Alliierten verboten.
Medien-Fantasien: Atomkocher, Atomautos, Atom-Staubsauger
Die Frage nach kernkraftgetriebenen Autos und dem "Atomkocher für die Hausfrau" klang damals keineswegs nicht so absurd wie heute. Solche Fantasien waren durchaus geläufig:
"Kernkraftgetriebene Staubsauger werden vermutlich innerhalb der nächsten zehn Jahre Wirklichkeit werden", prognostizierte noch 1955 der US-amerikanische Erfinder und Staubsaugerhersteller Alex Lewyt.
Werner Heisenberg verweist im Interview solche Vorstellungen allerdings ins Reich der Utopie.

37 snips
Jan 19, 2026 • 1h 26min
Paul Watzlawick über seine Kommunikationstheorie und das Unglücklichsein | 5.11.1985
Paul Watzlawick, ein einflussreicher österreichischer Psychotherapeut und Kommunikationswissenschaftler, diskutiert seine revolutionären Theorien zur Kommunikation und die Natur des Unglücklichseins. Er betont die Bedeutung des 'Jetzt und Hier' in der Therapie, anstatt in der Vergangenheit zu schwelgen. Mit praktischen Beispielen zeigt er, wie Verhaltensänderungen neue Wirklichkeiten schaffen können. Außerdem behandelt er die Gefahren kollektiver Ideologien und die Notwendigkeit von Toleranz, Verantwortung und Freiheit in unserem Denken und Handeln.

Jan 5, 2026 • 14min
Donald Trump und der Sturm aufs Kapitol – Nationalgarde wird nicht gerufen | 6.1.2021
Donald Trump erkennt Wahlniederlage nicht an
Der bei den Wahlen unterlegene US-Präsident Donald Trump weigert sich noch immer, seine Niederlage anzuerkennen. Den 6. Januar 2021 sieht er als letzte Chance, im Amt zu bleiben. An dem Tag werden im Kapitol offiziell die Voten der Wahlleute aus den Bundesstaaten ausgewertet und so der Wahlsieg festgestellt.
Die Sitzung wird formal geleitet vom amtierenden Vize-Präsidenten Mike Pence. Trump fordert von Pence, das Ergebnis nicht anzuerkennen. Pence, war zwar immer loyal zu Trump, weiß aber, dass seine Funktion an diesem Tag rein protokollarisch ist und hat Trump zu verstehen gegeben, dass er das Ergebnis anerkennen wird. Trump hat seine Anhänger zu einer Kundgebung nach Washington gerufen.
Trump-Anhänger warten vormittags auf Ansprache von Donald Trump
Das ist die Ausgangslage. Die folgenden Berichte geben einen Überblick über den Ablauf der Ereignisse. Der erste spielt noch am späten Vormittag. Noch sind die Trump-Anhänger nicht zum Kapitol marschiert. Sie warten, dass Trump kommt und zu ihnen spricht und sie in ihrer Überzeugung bestätigt, dass die Wahl gestohlen wurde. Und dass er seinen Vize-Präsidenten Mike Pence auffordert, die Bestätigung des neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden im Kongress nicht anzuerkennen. Während sie warten, erzählen sie USA-Korrespondentin Katrin Brand, was sie antreibt.
Trump fordert Unterstützer mittags auf, vor das Kapitol zu ziehen
Um kurz vor 12 Uhr spricht Präsident Trump. Er fordert, wie erwartet, seine Anhänger auf, vor das Kapitol zu ziehen. „Wir werden dort hingehen und ich werde bei euch sein“ – das verspricht er ihnen.
Tatsächlich zieht er sich ins Weiße Haus zurück und verfolgt das weitere Geschehen am Fernsehen.
Früher Nachmittag: erste Absperrungen des Kapitols werden überwunden
Um 13 Uhr kommen beide Kammern des Kongresses zusammen. Einige republikanische Abgeordnete versuchen, die Bestätigung des Wahlergebnisses mit ein paar Reden noch aufzuhalten. Inzwischen sind die Trump-Anhänger vor dem Kapitol angekommen. Um 14:15 Uhr überwinden die ersten die Absperrungen und dringen ins Gebäude ein. Kurz nach diesem Zeitpunkt spielt die Reportage von Arthur Landwehr.
US-Politiker werden in Sicherheit gebracht, Berichte im deutschen Radio
Die Sitzung im Kapitol wird unterbrochen, die Politiker in Sicherheit gebracht. In Deutschland ist es inzwischen schon halb neun Uhr abends. In den meisten Radioprogrammen laufen so spät keine aktuellen Sendungen mehr. Viele Radiowellen nehmen dennoch die aktuellen Berichte aus Washington ins Programm. Sie melden das Eindringen der Trumpanhänger kurz darauf in den Nachrichten um 21 Uhr (hier: SWR3). Kurz nach 22 Uhr gibt USA-Korrespondentin Katrin Brand dem Radiosender WDR2 ein Interview.
Bürgermeisterin verhängt Ausgangssperre in Washington
Die Bürgermeisterin von Washington verhängt eine Ausgangssperre, ab 18 Uhr Washingtoner Zeit. Während all dieser Stunden bleibt Donald Trump in Deckung. Er ignoriert Forderungen, er solle seine Anhänger zurückpfeifen oder die Nationalgarde ans Kapitol zur Unterstützung auffordern.
In Videobotschaft spricht Trump erneut von Wahlbetrug
Erst kurz nach dem eben gehörten Interview, als die Sicherheitskräfte beginnen, die Lage unter Kontrolle zu bekommen, fordert Donald Trump per Videobotschaft seine Anhänger dazu auf, nach Hause zu gehen – nicht ohne nochmal von Wahlbetrug zu sprechen und dass er sie für ihren Einsatz liebe und sie etwas ganz Besonderes seien. Die Lage beruhigt sich. Es ist inzwischen auch klar, dass die Stimmzettel gesichert sind. Kurz nach 23 Uhr dann ein weiteres Interview mit Katrin Brand.
Sitzung wird am Abend im Kapitol fortgesetzt und Joe Biden bestätigt
Um 19:30 Uhr – also halb 2 Uhr nachts deutscher Zeit – kehren die Abgeordneten in die Räume des Kapitols zurück, die Sitzung wird fortgesetzt, und Biden offiziell als gewählter Präsident der Vereinigten Staaten bestätigt.
Am 1. August 2023 wird Donald Trump für seine Rolle bei den Vorgängen angeklagt. Die Anklagepunkte lauten: Verschwörung zum Betrug an den Vereinigten Staaten, Verschwörung zur Behinderung der Beglaubigung des Wahlsieges von Präsident Joe Biden am 6. Januar 2021, Behinderung und Verschwörung gegen das Wahlrecht. In der Anklageschrift wird Trump als einziger Beschuldigter genannt, zudem ist aber auch von sechs nicht näher genannten mutmaßlichen Mitverschwörern die Rede.
Quellen: Berichte von Katrin Brand, Arthur Landwehr, SWR3 Nachrichten, WDR2

Jan 5, 2026 • 19min
USA verhaften Panamas Machthaber Noriega – Streit mit Vatikan | 29.12.1989 - 4.1.1990
Die Invasion in Panama führte zu einem aufregenden Katz-und-Maus-Spiel mit Manuel Noriega. Nach seiner Flucht in die Vatikan-Nuntiatur versuchen die USA mit lauter Rockmusik und anderen Taktiken, ihn zur Herausgabe zu bewegen. Spannende Spekulationen ranken sich um die Gründe, warum der Vatikan Noriega Schutz gewährt. Schließlich stellt er sich den US-Behörden und steht vor einem langen Prozess in Miami. Die Verstrickungen von Noriega mit der CIA und Fragen zur Fairness des Verfahrens sorgen für zusätzliche Brisanz.

Jan 5, 2026 • 23min
US-Invasion in Panama – Fahndung nach Machthaber Noriega
Der Podcast taucht in die dunklen Verstrickungen Manuel Noriegas und dessen Anfangsverbindung zur CIA ein. Die Invasion der USA wird als Antwort auf Noriegas Verbrechen und die Sorgen um den Panamakanal thematisiert. Anfangs herrscht breite Zustimmung in der US-Bevölkerung, doch die Stimmung kippt schnell. Schockierende Berichte von Zerstörung und hohen zivilen Verlusten werden behandelt. Interessant ist auch Noriegas verzweifelter Fluchtversuch in die Vatikanbotschaft, während die Kämpfe in Panama-Stadt weitergehen.

Jan 1, 2026 • 10min
Die ersten Soldatinnen der Bundeswehr | 2.1.2001
Für junge Männer galt im Jahr 2001 noch die alte Wehrpflicht, Frauen dagegen durften der Bundeswehr zwar dienen, nicht jedoch an der Waffe.
Das ändert sich am 2. Januar 2001. Knapp 250 Frauen werden als Soldatinnen in die Bundeswehr aufgenommen.
Eine Hintergrundsendung in SWR4 zeigt, was sie dort erwartet.

Jan 1, 2026 • 1min
Das ist das Archivradio – Geschichte in Originaltönen
Historische Tonaufnahmen und Radioberichte vom 19. Jahrhundert bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar.
Am 1.1.2026 auch zu hören in Das Wissen | SWR Kultur | 15:04 Uhr:
Frühe Live-Reportage – Nächtlicher Besuch im Kölner Dom
https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:section:69a55af5d59a47f7/
http://archivradio.de
Sortierte Übersicht:http://swr.li/archivradio-katalog

Dec 31, 2025 • 45min
Frühe Live-Reportage: nächtlicher Besuch im Kölner Dom | 28.4.1930
Grenzen der Klangkunst ausloten
Dies ist eine der frühesten Live-Reportagen im deutschen Rundfunk. Eigentlich keine richtige Reportage, sondern ein Hörbild, entstanden am 28. April 1930. Mehr als um den Dom geht es vor allem darum, die damaligen Grenzen der Klangkunst auszuloten.
Aufgezeichnet wurde auf Wachsplatte. 20 Platten wurden verwendet, davon sind 7 erhalten. Von der ursprünglich 60- bis 70-minütigen Live-Sendung ist somit nur ca. eine halbe Stunde erhalten.
Klangerlebnis mit gregorianischem Wechselgesang
Insgesamt war es eine große Pionierleistung. Um den Raum akustisch erfahrbar zu machen, wurde ein Mikrofon am Eingang des Domes platziert, ein anderes an der Vierung. Eine Messdienergruppe, die sich singend von einem Mikrofon weg auf das andere zu bewegt, macht die Länge des Raumes (119 m) akustisch hörbar.
Die Höhe des Raumes wird erfahrbar durch einen gregorianischen Wechselgesang, bei der die eine Gruppe auf dem Triforium steht (das ist eine Galerie etwa in der Mitte der Raumhöhe), die andere im Langhaus. Der Ton schwebt durch den Raum.
Auch das Timing der Abläufe war für damalige Verhältnisse äußerst anspruchsvoll, denn die Reportage endet pünktlich mit dem 22-Uhr-Geläut des Doms.
Idee des Kulturvermittlers Fritz Worm
Hinter dem Projekt steckte Fritz Worm. Er stammte aus Schlesien, war Buchhändler, aber auch ein missionarischer Kulturvermittler – dafür steht auch diese Reportage vom Kölner Dom und den in ihm enthaltenen Kunstschätzen. Als Jude emigrierte er 1936 nach Brasilien, wo er 1940 starb.
Da von der Aufnahme nur etwa die Hälfte erhalten ist, enthält die archivierte Fassung immer wieder – entsprechend der Aufnahmedauer der ursprünglichen Wachsplatten etwa alle 4 Minuten – eine Unterbrechnung.
Zwischen den Fragmenten erläutert die Historikerin und ehemalige WDR-Archivredakteurin Birgit Bernard die Hintergründe zu der Aufnahme.

Dec 28, 2025 • 4min
"Die Sünderin" mit Hildegard Knef darf im Kino gezeigt werden | 19.1.1951
Der Regisseur Willi Forst war eigentlich bekannt für seine leichten Komödien. Er hatte sich im Nationalsozialismus bewusst auf unpolitische Stoffe konzentriert, um sich nicht vereinnahmen zu lassen. Nach dem Krieg aber wagt er etwas Neues und produziert den Film "Die Sünderin" mit Hildegard Knef in der Hauptrolle.
Prostitution, Tötung auf Verlangen, Suizid: FSK will Film nicht freigeben
Der Filmstart ist für Januar 1951 geplant, doch die katholische Kirche protestiert vehement, und die Freiwillige Selbstkontrolle will den Film nicht freigeben. Anders als es heute oft dargestellt wird, ist der Grund dafür nicht die Nacktszene mit Hildegard Knef. Die FSK kritisiert vielmehr, dass die Hauptfigur Marina wie selbstverständlich Prostitution als Ausweg ihrer Notlage wählt, dass sie ihren schwer erkrankten Freund auf dessen Wunsch tötet und anschließend sich selbst. Diese Darstellung von Prostitution, Tötung auf Verlangen und Suizid bewertet die FSK zunächst als gefährlich ein, da es zur Nachahmung anreizen könne.
Die Produktionsfirma und Regisseur Willi Forst beantragen umgehend ein Krisentreffen mit der FSK, zwei Tage vor der Premiere. Am Ende darf der Film doch gezeigt werden, und Willi Forst schildert nach der Premiere seine Sicht der Dinge.


