Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Jan 1, 2026 • 1min

Das ist das Archivradio – Geschichte in Originaltönen

Historische Tonaufnahmen und Radioberichte vom 19. Jahrhundert bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Am 1.1.2026 auch zu hören in Das Wissen | SWR Kultur | 15:04 Uhr: Frühe Live-Reportage – Nächtlicher Besuch im Kölner Dom https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:section:69a55af5d59a47f7/ http://archivradio.de Sortierte Übersicht:http://swr.li/archivradio-katalog
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Dec 31, 2025 • 45min

Frühe Live-Reportage: nächtlicher Besuch im Kölner Dom | 28.4.1930

Grenzen der Klangkunst ausloten Dies ist eine der frühesten Live-Reportagen im deutschen Rundfunk. Eigentlich keine richtige Reportage, sondern ein Hörbild, entstanden am 28. April 1930. Mehr als um den Dom geht es vor allem darum, die damaligen Grenzen der Klangkunst auszuloten. Aufgezeichnet wurde auf Wachsplatte. 20 Platten wurden verwendet, davon sind 7 erhalten. Von der ursprünglich 60- bis 70-minütigen Live-Sendung ist somit nur ca. eine halbe Stunde erhalten. Klangerlebnis mit gregorianischem Wechselgesang Insgesamt war es eine große Pionierleistung. Um den Raum akustisch erfahrbar zu machen, wurde ein Mikrofon am Eingang des Domes platziert, ein anderes an der Vierung. Eine Messdienergruppe, die sich singend von einem Mikrofon weg auf das andere zu bewegt, macht die Länge des Raumes (119 m) akustisch hörbar. Die Höhe des Raumes wird erfahrbar durch einen gregorianischen Wechselgesang, bei der die eine Gruppe auf dem Triforium steht (das ist eine Galerie etwa in der Mitte der Raumhöhe), die andere im Langhaus. Der Ton schwebt durch den Raum. Auch das Timing der Abläufe war für damalige Verhältnisse äußerst anspruchsvoll, denn die Reportage endet pünktlich mit dem 22-Uhr-Geläut des Doms. Idee des Kulturvermittlers Fritz Worm Hinter dem Projekt steckte Fritz Worm. Er stammte aus Schlesien, war Buchhändler, aber auch ein missionarischer Kulturvermittler – dafür steht auch diese Reportage vom Kölner Dom und den in ihm enthaltenen Kunstschätzen. Als Jude emigrierte er 1936 nach Brasilien, wo er 1940 starb. Da von der Aufnahme nur etwa die Hälfte erhalten ist, enthält die archivierte Fassung immer wieder – entsprechend der Aufnahmedauer der ursprünglichen Wachsplatten etwa alle 4 Minuten – eine Unterbrechnung. Zwischen den Fragmenten erläutert die Historikerin und ehemalige WDR-Archivredakteurin Birgit Bernard die Hintergründe zu der Aufnahme.
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Dec 28, 2025 • 4min

"Die Sünderin" mit Hildegard Knef darf im Kino gezeigt werden | 19.1.1951

Der Regisseur Willi Forst war eigentlich bekannt für seine leichten Komödien. Er hatte sich im Nationalsozialismus bewusst auf unpolitische Stoffe konzentriert, um sich nicht vereinnahmen zu lassen. Nach dem Krieg aber wagt er etwas Neues und produziert den Film "Die Sünderin" mit Hildegard Knef in der Hauptrolle. Prostitution, Tötung auf Verlangen, Suizid: FSK will Film nicht freigeben Der Filmstart ist für Januar 1951 geplant, doch die katholische Kirche protestiert vehement, und die Freiwillige Selbstkontrolle will den Film nicht freigeben. Anders als es heute oft dargestellt wird, ist der Grund dafür nicht die Nacktszene mit Hildegard Knef. Die FSK kritisiert vielmehr, dass die Hauptfigur Marina wie selbstverständlich Prostitution als Ausweg ihrer Notlage wählt, dass sie ihren schwer erkrankten Freund auf dessen Wunsch tötet und anschließend sich selbst. Diese Darstellung von Prostitution, Tötung auf Verlangen und Suizid bewertet die FSK zunächst als gefährlich ein, da es zur Nachahmung anreizen könne. Die Produktionsfirma und Regisseur Willi Forst beantragen umgehend ein Krisentreffen mit der FSK, zwei Tage vor der Premiere. Am Ende darf der Film doch gezeigt werden, und Willi Forst schildert nach der Premiere seine Sicht der Dinge.
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Dec 28, 2025 • 29min

Hildegard Knef wird 70 und spricht über rote Rosen | 28.12.1995

Hildegard Knef: erster deutscher Weltstar der Nachkriegszeit Hildegard Knef (1925 - 2002) ist der erste deutsche Weltstar der Nachkriegszeit. In Ulm geboren, zieht sie schon ein Jahr später, nach dem Tod ihres Vaters, mit der Mutter nach Berlin. Mit 15 Jahren geht sie von der Schule und landet beim Film. Ihre Karriere führt sie bis nach Hollywood; sie spielt am Broadway, hat mit Stars wie Marlon Brando und Marilyn Monroe zu tun. Ab Ende der 1950er-Jahre macht sie sich dann vor allem als Chanson-Sängerin einen Namen. Am 28. Dezember 1995, zu ihrem 70. Geburtstag, sendet der Süddeutsche Rundfunk ein 40-minütiges Geburtstags-Special mit Hildegard Knef. Angela Merkel wünscht sich "Für mich soll's rote Rosen regnen" Die ursprüngliche Sendung enthielt auch Lieder von ihr, die wir aus urheberrechtlichen Gründen herausgeschnitten haben. Der Beitrag beginnt aber mit einem kurzen Auszug aus ihrem berühmtesten Chanson, das sich Angela Merkel als eins der Lieder zu ihrem "Zapfenstreich" am 2. Dezember 2021 gewünscht hat: "Für mich soll’s rote Rosen regnen."
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Dec 13, 2025 • 24min

Podcast-Pionier Detlef Clas: Vom CERN über den Schulfunk zu "Das Wissen" | 5.12.2025

Detlef Clas, Physiker und Pionier im Radio, erzählt von seiner Reise vom CERN zur Schulfunkredaktion. Er erinnert sich daran, wie er den Schulfunk in ein modernes Hörformat verwandelte und mit digitalen Experimenten begann. Besonders spannend sind seine Berichte über die Übertragung von Computerprogrammen per Radioton und die aktive Community. Außerdem beleuchtet Clas die Herausforderungen der Podcast-Entwicklung und die steigende Bedeutung von SWR2 Wissen als einer der ersten öffentlich-rechtlichen Podcasts.
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Dec 4, 2025 • 48min

Hannah Arendt und die "Banalität des Bösen" | 9.11.1964

Hannah Arendt, jüdische Philosophin und Autorin des einflussreichen Buches »Eichmann in Jerusalem«, erörtert die tiefenkomplexen Themen rund um den Eichmann-Prozess und die »Banalität des Bösen«. Sie analysiert Eichmann als typischen Funktionär, der durch Dummheit und Gehorsam auffällt, und beleuchtet die Bedeutung von Verantwortung in der Bürokratie. Arendt kritisiert die Überhöhung von Gehorsam und die Gefahr von Mitwisserschaft, während sie gleichzeitig die Reaktionen auf ihr Werk und die Spannungen zwischen Wahrheit und Emotionen reflektiert.
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Nov 29, 2025 • 5min

Der Rundfunk entdeckt Gespräche als neue Form | 2.3.1930

In dieser spannenden Diskussion beleuchten zwei unbekannte Diskutanten die Anfänge des Rundfunks als Plattform für echte Gespräche. Gast A fordert eine angemessene Sprecheignung und beschreibt, wie das Mikrofon neue Vortragsformen ermöglicht. Er betont, dass spontane Gespräche eine überlegene Möglichkeit im Vergleich zur Zeitung sind. Gast B warnt vor inszenierten Streitgesprächen und betont die Wichtigkeit von Authentizität und fairen Gegenmeinungen im Funk. Beide fordern eine Pflege der Gesprächskultur im Rundfunk.
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Nov 28, 2025 • 10min

Vor Ende der Großen Koalition: Debatte über "Probleme des Parlamentarismus" | 25.3.1930 | Weimarer Republik

In dieser Debatte diskutieren Paul Löbe, ein prominenter SPD-Politiker und Reichstagspräsident der Weimarer Republik, und Axel Freiherr von Freytagh-Loringhoven, ein konservativer DNVP-Abgeordneter. Löbe verteidigt die parlamentarische Demokratie, während Freytagh-Loringhoven die Schwächen des Systems anprangert und autoritäre Lösungen ins Spiel bringt. Es geht um die Handlungsfähigkeit von Parlamenten und die Gefahren der Führerfixierung. Löbe betont die Legitimation durch das Volk und die Reste des Kaiserreichs, was zu einem spannenden Schlagabtausch führt.
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Nov 16, 2025 • 55min

Der Nürnberger Kriegsverbrecherprozess in Originaltönen

Von November 1945 bis Oktober 1946 saßen die führenden Nationalsozialisten auf der Anklagebank des Internationalen Militärgerichtshofs, den die Alliierten eingerichtet hatten. Filme wurden im Gerichtssaal gezeigt, Augenzeugen kamen zu Wort. Auch der Rundfunk berichtete. Damit war der Prozess ein Stück Mediengeschichte. Christoph König im Gespräch mit Prof. Peter Steinbach, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin (SWR 2016) Alle Originaltöne und mehr zur Sendung: http://swr.li/nuernberg-kriegsverbrecherprozess Mehr zum Archivradio: archivradio.de Bei Fragen und Anregungen schreibt uns: daswissen@swr.de Folgt uns auf Mastodon: https://ard.social/@Archivradio
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Nov 15, 2025 • 10min

Kommentar Markus Wolf: "Weltgericht hat Urteil gefällt" | 1.10.1946 | Nürnberger Prozesse

Nürnberger Prozesse Markus Wolf (1923 - 2006) ist vor allem als DDR-Spion bekannt. Zu Kriegszeiten lebte er im Exil in der Sowjetunion. 1945/46 war er als Berichterstatter beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher akkreditiert. Am Ende des Prozesses zieht er im Rundfunk t ein positives Fazit und appelliert an die Deutschen, aus der Vergangenheit zu lernen. Am Ende des Prozesses zieht er im Rundfunk ein positives Fazit und appelliert an die Deutschen, aus der Vergangenheit zu lernen. Keine andere Nation oder Hautfarbe mehr verächtlich machen Am Ende seines Kommentars stellt Markus Wolf folgende Fragen: "Neben dieser notwendigen Sühneaktion müssen die in Nürnberg an den Tag gekommenen abgrundtiefen Verbrechen als Folgen der Naziideologie zur Wiedererweckung der Achtung der großen Menschheitsideale in Deutschland beitragen. Wer kann es heute noch wagen, über einen Menschen, eine andere Nation oder Hautfarbe verächtlich zu sprechen, nachdem er gesehen hat, dass solche Gedankengänge zu der Ermordung von Millionen Menschen geführt haben? Wer kann sich noch einmal bereitfinden, seine Freiheit aufzugeben und blind, ohne Überlegung, Befehlen irgendwelchen Abenteurer zu folgen, nur weil sie sich als "Führer" bezeichnen? Wer kann sich nach diesem Prozess noch dafür hergeben, die Freiheit anderer Menschen und anderer Völker zu rauben?" Im Bild: Markus Wolf, Aufnahme aus dem Jahr 1991

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