

Das Neue Berlin
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Podcast zu Gegenwart und Gesellschaft
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Aug 18, 2025 • 1h 38min
Wenn Dinge zu Krempel werden – mit Gabriel Yoran
Gabriel Yoran, Autor des aufschlussreichen Buches 'Die Verkrempelung der Welt', diskutiert die frustrierenden Tücken moderner Konsumgüter. Er analysiert, wie vermeintliche Fortschritte wie Touch-Bedienungen oft zu unpraktischen Lösungen führen. Yoran beleuchtet, wie Konsumkritik im digitalen Zeitalter notwendig ist und welche Verantwortung Verbraucher und Hersteller tragen. Zudem wird der Einfluss von E-Commerce auf Produktqualität thematisiert und die Frage aufgeworfen, ob die Versprechen des Kapitalismus noch zutreffen.

Jul 9, 2025 • 1h 27min
Gute Verwaltung, schlechte Verwaltung – mit Wolfgang Seibel
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Unverständliche Formulare, lebensferne Beamte, komplizierte Regeln: die Verwaltung gilt vielen als Inbegriff anonymer Staatsgewalt, manche sehen in ihr ein Hindernis für Freiheit und Wohlstand. In Argentinien und den USA greifen Politiker bereits zur Kettensäge. Doch was ist Verwaltung eigentlich – als zentrale Institution moderner Gesellschaften und Instrument staatlichen Handelns? Woher rührt das verbreitete Unbehagen? Und welche systematischen Probleme bringt diese Organisationsform mit sich? Zu Gast ist der Verwaltungswissenschaftler Wolfgang Seibel. Mit ihm sprechen wir über strukturelle Dilemmata, demokratische Verfasstheit und deutsche Besonderheiten der Verwaltung.
Anders als das Klischee behauptet, ist Deutschland laut Seibel nicht übermäßig bürokratisch. Vielmehr prägen aus historischen Gründen Dezentralität und starke Interessenbeteiligung die Verwaltung. Viele Probleme wie Überregulierung oder technische Defizite sind primär politische Versäumnisse. So geraten echte Probleme aus dem Blick: etwa Personalmangel, Koordinationslücken bei der Geldwäschebekämpfung oder eine mangelhafte Fehlerkultur und fehlende Haftung bei gravierendem Versagen. Wer Verwaltung pauschal demontieren will, riskiert im Zweifel mehr staatliche Willkür – und im Ernstfall Menschenleben.
Shownotes
Collapsing Structures and Public Mismanagement | SpringerLink
Verwaltung verstehen. Buch von Wolfgang Seibel (Suhrkamp Verlag)
Verwaltungsdesaster, ein Buch von Wolfgang Seibel, Kevin Klamann, Hannah Treis, unter Mitarbeit von Timo Wenzel — Campus Verlag
Der prekäre Staat, ein Buch von Sven Reichardt, Wolfgang Seibel — Campus Verlag
Verwaltete Illusionen, ein Buch von Wolfgang Seibel — Campus Verlag
Körperschaft des öffentlichen Rechts (Deutschland) – Wikipedia
Staatshaftungsrecht (Deutschland) – Wikipedia
Transkript
Das Transkript zur Episode ist hier abrufbar. ACHTUNG: Das Transkript wird automatisch durch wit.ai erstellt und aus zeitlichen Gründen NICHT korrigiert. Fehler bitten wir deshalb zu entschuldigen.
Gast
Wolfgang Seibel
Website

Jun 4, 2025 • 1h 16min
Universalismus von unten – mit Jule Govrin
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Der Universalismus der Menschenrechte ist ein Erfolgsprojekt. Möglicherweise sogar der beste Kandidat für echten geschichtlichen Fortschritt. Zugleich sind die Menschenrechte ein unvollendetes und unvollkommenes Unternehmen. Manchmal stehen sie im Verdacht, ein paternalistisches Herrschaftsprojekt zu sein, das weiße, europäische Männlichkeit zum Maßstab des Menschlichen macht – oder bloß die ohnmächtige Phantasie einiger Intellektueller.
Jule Govrin hat es in einer großen philosophischen Studie unternommen, den Universalismus noch einmal neu zu denken. Nicht von abstrakten Ideen oder von einer Warte der reinen Vernunft her will sie ihn fassen, sondern umgekehrt gerade von der materiellen, der körperlichen und konkreten Seite aus. Ihr geht es um einen Universalismus, der seinen Ausgang von realer Ungleichheit und Ungleichmachung nimmt und der gerade in der Verbundenheit und Verwundbarkeit der Menschen den kleinsten gemeinsamen Nenner ihrer Gleichheit erkennt.
In der Sendung sprechen wir mit ihr über Glanz und Elend der Menschenrechte, die Govrin nicht nur kritisieren, sondern verteidigen will. Wir diskutieren über die Möglichkeiten und Aufgaben philosophischer Reflexion als nicht ideale und empirisch informierte Theorie. Schließlich widmen wir uns den politischen Wegen zu einer größeren Gleichheit und der anhaltenden Gefahr gesellschaftlicher Regression.
Shownotes
Universalismus von unten. Buch von Jule Govrin (Suhrkamp Verlag)
Charles W. Mills – Wikipedia
John Rawls – Wikipedia
Martha Nussbaum – Wikipedia
Gesa Lindemann – Wikipedia
Sara Ahmed (Geschlechterforscherin) – Wikipedia
Janne Mende: Der Universalismus der Menschenrechte
Franziska Martinsen
Susan Buck-Morss – Wikipedia
Haitianische Revolution – Wikipedia
Lieferkettengesetz – Wikipedia
A Feminist Reading of Debt
Beziehungsweise Revolution. Buch von Bini Adamczak (Suhrkamp Verlag)
Ada Colau – Wikipedia
Community-Kapitalismus
Das Unvernehmen. Buch von Jacques Rancière (Suhrkamp Verlag)
Direction of fit — Wikipedia
Transkript
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Gast
Verwandte Episoden
Für andere sprechen – Mit Marina Martinez Mateo über politische Repräsentation
Realistisch bleiben? – Mit Victor Kempf über Menschenrechte und radikale Demokratie
Rights to Natural Resources – with Petra Gümplová

May 9, 2025 • 1h 24min
100 Jahre Das Neue Berlin
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Seit 2018 versuchen wir, Gegenwart und Gesellschaft im ausführlichen Gespräch zu verstehen. Die hundertste Folge nehmen wir zum Anlass, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Podcasts zu sprechen. Mit gemischten Gefühlen schauen wir zurück auf unsere locker experimentelle Anfangsphase, in der wir recht freihändig zusammen Thesen entwickelten. Wir lassen die Entwicklung des Formats Revue passieren, versuchen einige thematische Linien nachzuzeichnen und erinnern an ein paar Sendungen, die uns besonders im Gedächtnis geblieben sind. Dabei stellen wir uns die großen Fragen: Worum geht es eigentlich im Neuen Berlin? Sind wir ein politisches Format? Wie sollen wir das Format in Zukunft weiterentwickeln? Eine Zwischenbilanz – und ein Ausblick auf das, was kommt.
Transkript
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Mar 10, 2025 • 1h 30min
Kirche im Umbruch – mit Philipp Greifenstein
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Wer durch Deutschland reist, sieht sie überall: die Kirchtürme, die noch immer die Silhouetten der Städte und Dörfer prägen. Architektonisch ragen sie heraus, doch ihre institutionelle Bedeutung verblasst. Seit Jahrzehnten nimmt die Zahl der Kirchenmitglieder ab, Missbrauchsskandale erschüttern die moralische Glaubwürdigkeit der Institution und die Kirchensteuer scheint vielen als unzeitgemäß. Zugleich sind die katholische und die evangelische Kirche immer noch die größten Massenorganisationen des Landes.
Was treibt die Kirche als gesellschaftlichen Akteur um? Mit dem Journalisten Philipp Greifenstein wagen wir einen thematischen Rundumschlag. Wir sprechen über Mitgliederschwund, den Wandel des Gemeindelebens, die Missbrauchsskandale und die Finanzierung der Kirchen. Wir beleuchten ihren politischen Einfluss – von ihren rechtlichen Privilegien bis zu parteipolitischen Verflechtungen. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Kirche in Ostdeutschland, das kirchliche Familienbild, die Praxis des Kirchenasyls und die Herausforderungen der „digitalen Kirche“.
Shownotes
Die Eule | Magazin für Kirche, Politik und Kultur
MHG Studie: Deutsche Bischofskonferenz
Kirchenfinanzierung – Wikipedia
Reichsdeputationshauptschluss – Wikipedia
OutInChurch – Für eine Kirche ohne Angst
Kirchenasyl – Wikipedia
Transkript
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Gast
Verwandte Episoden
Stadt gegen Land – mit Lukas Haffert
State of the Trade Union – mit Wolfgang Schroeder
Rechtes Denken und Fühlen – mit Felix Schilk und Florian Spissinger

Feb 10, 2025 • 1h 24min
Unternehmen gegen Rechts – mit Benedikt Kapteina
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Rechtspopulisten suchen, den Parlamentarismus zu delegitimieren und in die Mitte der Gesellschaft vorzudringen. Dies tun sie innerhalb und außerhalb politischer Institutionen. Immer mehr gesellschaftliche Akteure fragen sich daher, wie sie darauf reagieren sollen – darunter auch Unternehmen. Spotify hat 2024 eine Playlist zur EU-Wahl erstellt und seine Nutzer dazu aufgefordert, ihre Stimme zu erheben. Einer der reichsten Deutschen, Reinhold Würth, hat seine 25.000 Angestellten sogar direkt dazu aufgerufen, nicht die AfD zu wählen.
Was bewegt Unternehmen dazu, politische Akteure zu werden? Ist es reiner Eigennutz oder ein echter Glaube an die Demokratie? Benedikt Kapteina hat in den vergangenen Jahren zu solchen Fragen geforscht. Wir sprechen mit ihm über die gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür, die Aktionsformen, die Verbreitung in der Unternehmenswelt und die innerbetrieblichen Erfahrungen damit.
Und wir fragen uns, welche Antriebe hinter solchen Bemühungen stecken: Sind sie Produkt einer stabilen Zivilgesellschaft bis in die Chefetage hinein? Müssen Unternehmen notgedrungen politische Konflikte mit austragen? Oder investieren Unternehmen auch in die demokratischen Infrastrukturen ihrer Region, um den eigenen Standort zu sichern? Und überhaupt: Welche Rolle spielt die innerbetriebliche Demokratie und gewerkschaftliche Einbindung für den privatwirtschaftlichen Kampf gegen Rechts?
Shownotes
Dr. rer. pol. Benedikt D. S. Kapteina — Chair of Business Management, esp. Responsible Management — TU Dresden
Stop, collaborate and Vote! Spotify is encouraging people to vote in the European elections | Euronews
Brief an Belegschaft: Unternehmer Würth warnt vor AfD — ZDFheute
Sachsen — Uhrenhersteller bietet Workshops gegen Rechts
Home — Welcome Saxony
Weltoffener Norden
Arbeitswelt und Demokratie in Ostdeutschland
Nachhaltigkeitsberatung & CSR Berichte — Scholz & Friends Reputation
Unternehmen für Demokratie – Landkarte des Handelns
Transkript
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Gast
Benedikt Kapteina
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Das Thüringen-Projekt – mit Marie Müller-Elmau und Hannah Beck
Rechtes Denken und Fühlen – mit Felix Schilk und Florian Spissinger
Migrantische Arbeit – mit Peter Birke

9 snips
Dec 16, 2024 • 1h 36min
Warum streiten wir über Kunst? – mit Johannes Franzen
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Wenn wir über Kunst streiten, streiten wir über alles: Wer sind wir? Was ist schön? Was ist gut? Wer hat Ahnung, und wer ist ein ahnungsloser Idiot? Was verdient Steuergelder, und was überlassen wir dem Markt? Wer gehört dazu, und wer muss draußen bleiben? Kein Wunder, dass solche Debatten oft hitzig werden – manchmal sogar tödlich.
Unser Gast Johannes Franzen hat diesen Kontroversen ein ganzes Buch gewidmet. Dabei richtet er seinen Blick auf die alltägliche Perspektive des Kunstgenusses, von der Serie bis zur Theaterbühne. Entgegen der These eines allgemeinen Bedeutungsverlustes entdeckt er ein lebendiges, vielfältiges Kulturleben. Kunst erscheint als allgegenwärtiges Gut – und zugleich als gesellschaftliches Streitobjekt von höchster Relevanz.
In der Sendung widmen wir uns dem historischen Zusammenhang zwischen modernem Kunstverständnis und dem Statuskampf der bürgerlichen Gesellschaft – einem Kampf, der von Anfang an geprägt war von Disziplinierung, Ausgrenzung und Gewalt. Wir sprechen über die Dynamik und Ambivalenz hochkultureller Leitbilder und die bewährten Strategien kultureller Eliten. Zudem werfen wir einen Blick auf die Rolle der Kulturbildung in der Schule und das alte Ideal der autonomen Kunst mit all seinen Widersprüchen. Kunsterfahrung zeigt sich dabei als durchweg zwiespältiges Phänomen: lustvoll, schön und kontemplativ, aber ebenso schambehaftet, langweilig, fremdbestimmt und voller Argwohn.
Shownotes
Pierre Bourdieu – Wikipedia
Die feinen Unterschiede – Wikipedia
Die Regeln der Kunst – Wikipedia
Theodor W. Adorno: On popular Music
Lawrence W. Levine: Highbrow/Lowbrow
Astor Place Riot – Wikipedia
Emilia Galotti – Wikipedia
Notes on \„Camp\“ — Wikipedia
Judith Zander – Wikipedia
Effi Briest – Wikipedia
Gérard Genette – Wikipedia
Les Fleurs du Mal – Wikipedia
Seelandschaft mit Pocahontas – Wikipedia
Madame Bovary – Wikipedia
Balthus – Wikipedia
Eugen Gomringer – Wikipedia
Transkript
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Gast
Johannes Franzen
Verwandte Episoden
Politische Schönheit – Über das Verhältnis von Kunst und Politik
Wer Kultur sagt, sagt auch Verwaltung – Im Gespräch mit Theodor W. Adorno
Spießer! – mit Sonja Engel und Dominik Schrage
Klimawandel als Klassenfrage im Werden – mit Linus Westheuser

Nov 14, 2024 • 1h 17min
Sparen ohne Sinn – mit Philippa Sigl-Glöckner über die Schuldenbremse
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Gewaltige Aufgaben stehen für Deutschland in den kommenden Jahrzehnten an. Investitionen in die Infrastruktur, Verkehr und Bildung, den grünen Umbau der Wirtschaft, die Digitalisierung. Sämtliche Wirtschaftsinstitute, Verbände, auch der IWF sind sich einig, dass Deutschland erheblich mehr investieren muss, um all das zu schaffen. Allein, das Geld ist nicht da. Der Staatshaushalt soll ausgeglichen sein. Die Schuldenbremse muss eingehalten werden.
Was steckt hinter dieser Selbstsabotage? Und wie geht es anders? Dem ist Philippa Sigl-Glöckner in ihrem Buch Gutes Geld nachgegangen. Sie ist Ökonomin und Gründungsdirektorin des Dezernats Zukunft, einem Thinktank zu Staatsfinanzen. Wir sprechen mit ihr über die historischen Zufälle, die zu den heutigen Schuldenregeln geführt haben und auf obskuren Excel-Tabellen in den Tiefen der EU-Bürokratie ihr Unwesen treiben. Schuldenregeln, die festlegen, wie hoch die Arbeitslosigkeit liegen muss und die jede progressive Gestaltung der Gesellschaft im Keim ersticken. Im Gespräch zeigt Sigl-Glöckner auf, wie sich die Staatsfinanzen auch ohne Grundgesetzreform politisch gestalten lassen. Für sie ist Finanzpolitik eine Frage demokratischer Selbstbestimmung.
Shownotes
Gutes Geld | Buch
Philip Pettit – Wikipedia
Isaiah Berlin – Wikipedia
Amartya Sen – Wikipedia
Lohn-Preis-Spirale – Wikipedia
Industrielle Reservearmee – Wikipedia
Vertrag von Maastricht – Wikipedia
3‑Prozent-Defizitgrenze: Wie das Maastricht-Kriterium im Louvre entstand
Modern Monetary Theory – Wikipedia
Aaron Sahr – Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Maurice Höfgen – Wikipedia
Sondervermögen Bundeswehr – Wikipedia
Bundesverfassungsgericht — Presse — Zweites Nachtragshaushaltsgesetz 2021 ist nichtig
Krise ohne Alternative – MERKUR
Transkript
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Gast
Philippa Sigl-Glöckner
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Verwandte Episoden
Das halbe Leben – Mit Lisa Herzog über die Zukunft der Lohnarbeit
Mit Ulrike Herrmann über das Ende des Kapitalismus
Migrantische Arbeit – mit Peter Birke

Oct 14, 2024 • 1h 15min
Migrantische Arbeit – mit Peter Birke
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Ob bei Amazon, im Taxigewerbe oder in der Pflege: An vielen Orten ist der Arbeitsmarkt nicht nur in Oben und Unten geteilt, sondern auch danach, wer Migrationsgeschichte hat oder nicht. Manche Branchen funktionieren nur durch Menschen ohne deutschen Pass. Oft sind die Arbeitsbedingungen hier schlecht und der Lohn gering. Und oft bleibt die Arbeit unsichtbar: in abgelegenden Werkshallen, im Dunkel der Nachtschicht oder in der Grauzone des Arbeitsrechts.
In der Sendung sprechen wir mit Peter Birke vom Soziologischen Forschungsinstitut in Göttingen. Er untersucht seit vielen Jahren den Zusammenhang von Arbeit und Migration, insbesondere in der Fleischindustrie und im Versandhandel. Er erklärt uns die komplexe Struktur eines segmentierten Arbeitsmarktes, den historischen Wandel des deutschen Migrationsregimes und die Widersprüche kapitalistischer Verwertungsdynamiken.
Birke beschreibt die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Migrant*innen in einem Spannungsfeld von rechtlicher Informalität, komplizierten Anwerbeketten, schwierigem Wohnmarkt und hartem Arbeitsalltag. Widerstand wird auf unterschiedliche Weise geleistet: Manchmal wird im wilden Streik zeitweise die Arbeit verweigert oder sogar innerbetrieblich mehr Lohn ausgehandelt. Sofern man mobil genug ist, kann man zum besser bezahlten Standort weiterziehen. Oft haben die Arbeitenden ein sehr klares Bewusstsein davon, dass sie einen Knochenjob machen. Dieser erscheint ihnen aber innerhalb eigener biografischer Projekte und längerfristiger Ziele als – zeitweise – alternativlos.
Shownotes
Geteilte Arbeitswelten. Konflikte um Migration und Arbeit — Anne Lisa Carstensen, Peter Birke, Nikolai Huke, Lisa Riedner | BELTZ
Mandelbaum Verlag Grenzen aus Glas
Michael J. Piore — Wikipedia
Andrea Hense
Frederick Winslow Taylor – Wikipedia
Wilder Streik bei Ford 1973 – Wikipedia
Transkript
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Verwandte Episoden
Das halbe Leben – Mit Lisa Herzog über die Zukunft der Lohnarbeit
Drei Farben: Gelb – Mit Guillaume Paoli über die Gelbwestenbewegung als politisches Ereignis
Mit Luisa Schneider über das Leben auf der Straße
State of the Trade Union – mit Wolfgang Schroeder
Einsam sterben – mit Susanne Loke
Sparen ohne Sinn – mit Philippa Sigl-Glöckner über die Schuldenbremse
Unternehmen gegen Rechts – mit Benedikt Kapteina

Aug 30, 2024 • 1h 44min
Rechtes Denken und Fühlen – mit Felix Schilk und Florian Spissinger
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Hintergründe für den Rechtsruck in westlichen Ländern gibt es viele: wirtschaftliche Transformation, Ab- wie Zuwanderung, fehlende staatliche Daseinsvorsorge. Hört man rechten Populisten zu, scheint all das aber mit besonderer Bedeutung aufgeladen zu sein. Wirtschaftliche Transformation wird zum Irrsinn einer „grünen Elite“. Zuwanderung zum „großen Austausch“. Die Regierung zum „Totengräber der Nation“.
Zwei jüngst erschienene Arbeiten setzen sich mit dieser Sinngebung auseinander: Felix Schilks Erzählgemeinschaft der Neuen Rechten und Florian Spissingers Gefühlsgemeinschaft der AfD. Schilk analysiert in seiner Arbeit anhand von Zeitschriften die immer wiederkehrenden Grundstrukturen konservativer und rechter Erzählungen. Spissinger untersucht an Stammtischen und an Wahlständen, welches positive emotionale Angebot die AfD ihren Anhängern machen kann.
Im Gespräch erkunden wir die unauflöslichen Mehrdeutigkeiten und Widersprüche einer Weltanschauung: mal revolutionär, mal bieder, mal schimpfend, mal zum Wohlfühlen, mal apokalyptisch, mal als Kraft des „gesunden Menschensverstandes“ und der „natürlichen Ordnung der Dinge“. Schließlich diskutieren wir über den richtigen Umgang mit der Rechten und was wehrhafte Demokratie eigentlich bedeuten soll. Wir lernen, dass es keine Mechanismen gibt, die einen Rechtsruck notwendig machen. Es herrscht – wie so oft – radikale historische Offenheit: Nichts ist neu, nichts ist vorbei, alles ist möglich!
Shownotes
Die Erzählgemeinschaft der Neuen Rechten bei transcript Verlag
Die Gefühlsgemeinschaft der AfD
Karin Priester – Wikipedia
Karl Mannheim – Wikipedia
Krisenexperiment – Wikipedia
Knowledge Fight
Gekränkte Freiheit. Buch von Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey (Suhrkamp Verlag)
Arnold Gehlen – Wikipedia
Transkript
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Felix Schilk
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Florian Spissinger
Verwandte Episoden
Rechte Rebellen – Mit Maurits Heumann über den neuen Autoritarismus
Alternative Fakten – mit Nils C. Kumkar
Die Alternativlosigkeit der Partei – mit Jasmin Siri
Unternehmen gegen Rechts – mit Benedikt Kapteina
Kirche im Umbruch – mit Philipp Greifenstein