

Kreisky Forum Talks
Kreiskyforum
Das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog ist ein Ort des europäischen und globalen Denkens, der Solidarität und Zusammenarbeit.
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
Namhafte Kurator*innen sprechen mit unseren Gästen über politisch brisante Themen unserer Zeit und unserer Gesellschaften.
Der Podcast zur Stunde.
Alle Informationen zum Kreisky Forum sowie das Programm finden Sie hier: https://www.kreisky-forum.org/
Episodes
Mentioned books

Apr 27, 2022 • 1h 7min
Robert Misik im Gespräch mit Michael Häupl: FREUNDSCHAFT
Was muss passieren, damit ein niederösterreichischer Lehrersohn aus christlich-sozialem Haus Bürgermeister des Roten Wien wird?
Michael Häupl erzählt in diesem Buch von seinen schwierigen Klosterschul-Jahren, von seiner Lebensentscheidung zwischen Wissenschaft und Politik, von seinem Aufstieg und von schmerzlichen Niederlagen. Er nimmt uns mit hinter die Kulissen der österreichischen Innenpolitik und beschreibt, woran die roten Kanzler Gusenbauer, Faymann und Kern gescheitert sind. Erstmals geht Häupl auch auf die turbulenten Auseinandersetzungen in der Wiener SPÖ vor seiner Amtsübergabe an Michael Ludwig ein. Und er schreibt über die schwere Erkrankung nach seinem Rückzug aus der Politik. Michael Häupls klare politische Überzeugungen und private Einblicke machen klar, warum die Popularität des längstdienenden Bürgermeisters bis heute ungebrochen ist.
Begrüßung: Rudolf Scholten, Präsident des Kreisky Forums
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist
Michael Häupl, geb. 1949, studierte Biologie und begann eine wissenschaftliche Karriere im Naturhistorischen Museum, bevor er sich ganz auf das Wirken in der Politik konzentrierte. 1994 folgte er Helmut Zilk als Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien nach und lenkte die Geschicke der Stadt auch in wechselhaften Zeiten wie kein anderer. Nach 23 Jahren, sechs Monaten und 16 Tagen in diesem Amt zog er sich 2018 aus der Politik zurück und ist heute in zahlreichen Funktionen tätig, u.a. als Präsident der Volkshilfe Wien und des Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Brandstätter Verlag.
Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 26. April 2022

Apr 22, 2022 • 1h 7min
Gudrun Harrer in conversation with Galip Dalay: A SUITABLE BROKER? Turkey and its involvement in the Ukraine-Russia negotiations
Of all countries sitting on the fence and trying to mediate, Turkey has a unique profile and position. It is a NATO member, an organization for which Russia and previously the Soviet Union served as raison d'être or the foundational threat.
Turkish President Recep Tayyip Erdogan has been increasingly castigating the Western-centric international system. But as a member of many Western institutions, Turkey is also a beneficiary, and in a sense, part of the geopolitical West.
Meanwhile, Turkey also has maritime borders with both Ukraine and Russia. Plus, Turkey is Russia's largest trade partner in the Middle East and North Africa region. And it has competed and cooperated with Russia through conflict zones in Syria, Libya and Nagorno-Karabakh in recent years.
Compared to other contenders for mediation, Turkey has the highest stakes in this conflict. The war is fundamentally changing the geopolitics and balance of power in the Black Sea region, and Turkey is a major Black Sea power.
That said, as the war drags on, Turkey's previous strategic juggling act may no longer be feasible, particularly as Russia is now more openly treated as an enemy of NATO and European security.
Galip Dalay is CATS Fellow at the German Institute for International and Security Affairs (SWP), an associate fellow at Chatham House, and doctoral researcher in the Faculty of History at the University of Oxford. Dalay’s pieces and analysis have appeared on Foreign Affairs, Foreign Policy, Project Syndicate, Newsweek, Le Monde, Al Jazeera, CNN, National Interest, Open Democracy, Middle East Eye and The World Politics Review.
Gudrun Harrer, Senior Editor at Der Standard, Lecturer on Modern History and Politics of the Middle East, University of Vienna and Diplomatic Academy of Vienna
A ZOOM Livetalk, recorded on April 21, 2022

Apr 5, 2022 • 55min
Eva Linsinger im Gespräch mit Herbert Lackner und Christoph Zielinski: DIE MEDIZIN UND IHRE FEINDE
Kaiserin Maria Theresia und Johann Wolfgang Goethe waren für die Pockenimpfung, Immanuel Kant, Andreas Hofer und Karl Lueger agitierten dagegen. Hexenjäger, Naturheiler, NS-Mediziner: Der Journalist und Autor Herbert Lackner und der bekannte Onkologe Christoph Zielinski suchen die Wurzeln der heutigen Wissenschaftsgegner-Bewegung in der Geschichte und beschreiben ihre profunden Irrtümer.
Das Ergebnis ist die erste umfassende Darstellung eines Phänomens, das viele Fragen aufwirft: Warum marschieren plötzlich in ganz Europa Hippies mit Rasta-Locken in den Impfgegner-Demos Seite an Seite mit Rechtsradikalen? Was verbindet besorgte Mütter und abseitige Verschwörungs-theoretiker? Warum vertrauen sie sonderbaren Wunderheilern mehr als der Wissenschaft? Und was ist aus der Sicht des Mediziners von ihren Argumenten zu halten?
Die Medizin und ihre Feinde (ueberreuter, April 2022, ISBN 978-3-8000-7796-0) gibt die Antworten auf diese Fragen.
Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der „Arbeiter Zeitung” und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge in profil und Die Zeit. Zuletzt sind seine zeithistorischen Bestseller Als die Nacht sich senkte, Die Flucht der Dichter und Denker und Rückkehr in die fremde Heimat im Carl Ueberreuter Verlag erschienen.
Christoph Zielinski ist Facharzt für Innere Medizin, Zusatzfacharzt für Hämatologie und internistische Onkologie und Humangenetik, Universitätsprofessor für Innere Medizin und klinische Immunologie. Er studierte an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und war Fellow am Cancer Research Center, Boston, USA. Seit 1999 ist er Präsident der Central European Cooperative Oncology Group. Von 2004 bis 2017 war er Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I, von 2004 bis 2014 stellvertretender Ärztlicher Direktor des Allgemeinen Krankenhauses Wien. Seit Mai 2020 ist er Ärztlicher Direktor der Wiener Privatklinik, Wien.
Moderation: Eva Linsinger, stv. Chefredakteurin und Innenpolitik-Chefin des profil
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Carl Ueberreuter Verlag, aufgezeichnet im Kreisky Forum am 5. April 2022.

Mar 28, 2022 • 51min
Philipp Blom im Gespräch mit Wolfgang Müller-Funk: CRUDELITAS. Welche Rolle spielt die Grausamkeit in der Geschichte der Menschen?
Der Mensch »ist auch das grausame Tier«. Diese radikale These ist Ausgangspunkt einer Diskursgeschichte der Grausamkeit von Wolfgang Müller-Funk, die eben im Verlag Matthes & Seitz erschienen ist. Mit der Bestimmung der Grausamkeit als Teil des Zivilisierungsprozesses gelingt dem Kulturwissenschaftler ein erschütternder Blick auf einen Aspekt der menschlichen Evolution, den gängige Beschreibungen verschweigen: Das Experimentieren mit Möglichkeiten und die durch die Wortsprache bedingten Spielräume und Repräsentationsformen weisen zu völlig künstlichen Formen von Gewalt, die weder zufällig noch notwendig sind. Die unheimliche Attraktivität der Grausamkeit liegt dabei auch in ihrem zweifelhaften Versprechen ungehinderter Selbstbehauptung. In zwölf konzisen Kapiteln – zu Robert Musil und Ernst Jünger, Seneca und Friedrich Nietzsche, Elias Canetti und dem Marquis de Sade, Jean Améry und Mario Vargas Llosa, Sigmund Freud und Maurice Merleau-Ponty, Ismail Kadare und Arthur Koestler – straft Müller-Funks Studie Gottfried Benns Satz, dem zu Folge der liberale Mensch der Gewalt nicht ins Auge sehen kann, Lüge. Seine von der Literatur informierte Geschichte der Grausamkeit weist einen philosophischen Weg, ihren Verlockungen zu widerstehen.
In Kreiskys Wohnzimmer diskutiert Philipp Blom mit Wolfgang Müller-Funk über den erschreckenden Einfallsreichtum der Grausamkeit – und was sie uns über den Menschen lehrt. Aufgezeichnet am 28. März 2022.
Wolfgang Müller-Funk war Professor für Kulturwissenschaften in Birmingham und Wien und u.a. Fellow an der New School for Social Research in New York und am Institut für die Wissenschaft vom Menschen in Wien. Unter seinen zahlreichen Veröffentlichungen sind Theorien des Fremden (2016), 365 Tage sind kein Jahr (2020) und Die Kunst des Zweifelns (2021).
Philipp Blom studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen.
Wolfgang Müller-Funk:
Crudelitas. Zwölf Kapitel einer Diskursgeschichte der Grausamkeit
360 Seiten, Matthes & Seitz Berlin, Februar 2022, ISBN 978-3-7518-0335-9

Mar 24, 2022 • 57min
Robert Misik im Gespräch mit Fabian Reicher und Anja Melzer: DIE WÜTENDEN
Warum radikalisieren sich Jugendliche, die in Österreich, Deutschland oder Frankreich aufwachsen? Was muss passieren, um weitere dschihadistische Anschläge zu verhindern? Fabian Reicher und Anja Melzer geben authentische Einblicke in die Wirkungsweise der Propaganda des sogenannten Islamischen Staates und ihre Anziehungskraft auf europäische Jugendliche. Anhand von fünf Biografien radikalisierter Jugendlicher beschreiben sie, wie es gelingt, mit Kenntnis der Vorgehensweisen und den richtigen Methoden beim Ausstieg aus der vermeintlich attraktiven Jugendsubkultur zu helfen.
Fabian Reicher, geb. 1987, war sechs Jahre als Streetworker in Wien tätig und arbeitet derzeit als Sozialarbeiter bei der Beratungsstelle Extremismus im Bereich der Ausstiegs- und Distanzierungsarbeit. Er ist Mitgründer mehrerer Online-Streetwork Initiativen. Reicher lehrt an den verschiedensten Hochschulen Österreichs.
Anja Melzer, geb. 1989, arbeitet als Chefin vom Dienst beim Arbeit&Wirtschaft Magazin. Sie wurde 2017 zu den „Besten 30 unter 30“ gezählt und 2018 mit der „Story des Jahres“ der österreichischen Journalismustage ausgezeichnet. Ihre Arbeit steht in der Tradition der sogenannten Wiener Sozialreportage, einem „Journalismus von unten“. Die Devise: Hingehen, wo es weh tut, hinsehen, wo niemand hinschaut, denen eine Stimme geben, die keiner hört. Sie twittert unter @mauerfallkind.
Robert Misik, Autor und Journalist
Aufgeichnet im Kreisky Forum am 24. März 2022.
Fabian Reicher, Anja Melzer:
Die Wütenden. Warum wir im Umgang mit dschihadistischem Terror radikal umdenken müssen
Westend Verlag, Februar 2022, € 18,50 (Paperback)

Mar 22, 2022 • 1h 9min
FALTER Radio und Kreisky Forum Talks: Ist Putins Kriegskurs faschistisch?
Wie dramatisch verändert der Ukrainekrieg Russland und Europa? Sie hören eine Innenansicht und Außenansicht auf den Kriegskurs des Kreml. Im Gespräch: Die Russlandexpertin Nina Chruschtschowa, Urenkelin des sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow, und Steven Lee Myers, China-Korrespondent der New York Times, moderiert von Raimund Löw. Eine Veranstaltung des Bruno Kreisky Forum vom 15. März 2022.

Mar 11, 2022 • 1h 4min
Robert Misik im Gespräch mit Konstantin Wecker: GENUG IST NICHT GENUG
Der deutsche Liedermacher, Poet, Schauspieler und Komponist Konstantin Wecker gehört zu den vielseitigsten Künstlern des deutschsprachigen Raumes. Sowohl als Autor, Filmmusikkomponist, Musical- und Kindermusical-Produzent als auch als kritische Stimme eines ehemals Drogenabhängigen im Kampf gegen die Sucht, beeindruckt Konstantin Weckers Vielseitigkeit seit über 35 Jahren.
Werk und Leben Konstantin Weckers wurden bereits mehrfach Gegenstand von Wissenschaftlichen Abhandlungen und Diplomarbeiten an verschiedenen Universitäten weltweit.
Konstantin Wecker engagierte sich in all den Jahren seiner künstlerischen Karriere auch politisch. Er nahm 1982 an der Konzertreihe Künstler für den Frieden teil. In vielen seiner Lieder setzt sich Wecker mit dem politischen Tagesgeschehen auseinander. Seine Ballade „Willy“ behandelt die Konfrontation der 68er-Bewegung mit rechtem Gedankengut. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie von Wecker immer wieder adaptiert, die aktuellste Version stammt von 2021.
2010, im Interview mit der Zeitschrift Graswurzelrevolution, bekannte sich Konstantin Wecker zur herrschaftsfreien Gesellschaft: „Ich habe mich immer schon, auch in der 68er Zeit, dem Anarcho-Lager zugehörig gefühlt, weil ich als junger Mann von Henry Miller schwer beeindruckt war.“ Er führt weiter aus: „Wir müssen an unseren Utopien einer herrschaftsfreien und gewaltfreien Gesellschaft festhalten, sie zusammen mit anderen weiterentwickeln.“
Wecker erhielt für sein künstlerisches und zivilrechtliches Engagement zahlreiche Preise und Auszeichnungen.
Im Rahmen seiner neuen Konzert-Tournee UTOPIA besuchte Konstantin Wecker Wien. Robert Misik spricht mit ihm in Kreiskys Wohnzimmer über das, was ihn an- und umtreibt. Aufgezeichnet am 11. März 2022.
Konstantin Alexander Wecker (* 1. Juni 1947 in München) ist Musiker, Liedermacher, Komponist, Schauspieler und Autor. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Liedermacher.
Moderation: Robert Misik, Autor und Journalist

Mar 7, 2022 • 1h 15min
Robert Misik im Gespräch mit Jürgen Czernohorszky: „KLIMASCHUTZ MUSS SOZIAL SEIN“
Seit der Bildung der neuen Stadtregierung im November 2020 ist Jürgen Czernohorszky Wiener Klimastadtrat. Sein oberstes Ziel ist laut Eigendefinition der soziale Klimaschutz. Ein Klimaschutz, der das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt stellen und ihr Leben verbessern soll. „Das möchte ich gemeinsam mit allen Wienerinnen und Wienern schaffen. In den Grätzln, Gassen, Schulen und Gemeindebauten. Mit den ArbeiterInnen sowie mit den AkademikerInnen. Von den Kindergartenkindern bis zu unseren Ältesten – alle sollen eingebunden sein. Und die PessimistInnen reißen wir mit unserem Optimismus mit. Denn die Vergangenheit ist zwar schon geschrieben, aber an der Zukunft schreiben wir gemeinsam!“, sagt Czernohorszky.
Der Politiker, 1977 in Eisenstadt geboren, schloss 2008 das Studium der Soziologie an der Universität Wien ab. Er war in der Studierendenvertretung aktiv, Abgeordneter im Wiener Landtag und Gemeinderat und war – und ist – begeisterter Funktionär der Kinderfreunde. 2015 wurde er Wiener Stadtschulratspräsident, später Bildungsstadtrat.
Robert Misik spricht mit Jürgen Czernohorszky in Kreiskys Wohnzimmer über die neuen Herausforderungen einer klimagerechten und demokratischen Stadtpolitik und seine Vorstellungen von einer progressiven und modernen Sozialdemokratie. Aufgezeichnet am 7. März 2022 im Kreisky Forum.

Feb 21, 2022 • 52min
Emine Sevgi Özdamar: EIN VON SCHATTEN BEGRENZTER RAUM
Der Journalist und Autor Robert Misik im Gespräch mit der Schauspielerin und Schriftstellerin Sevgi Özdamar in "Kreiskys Wohnzimmer" am 21. Februar 2022
Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten, ohne sich im »Tiergarten der Sprachen« auf die bloße Herkunft beschränken zu lassen. Und dort, inmitten des geteilten Berlin, auf den Boulevards von Paris, im Zwiegespräch mit bewunderten Dichtern und Denkern, findet sie sich schließlich wieder in der »Pause der Hölle«, in der Kunst, Politik und Leben uneingeschränkt vereinbar scheinen.
Sevgi Özdamars neuer Roman „Ein von Schatten begrenzter Raum“ ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums.
Sevgi Özdamar traf im Rahmen ihrer Lesereise durch Österreich Robert Misik in Bruno Kreiskys Wohnzimmer und sprach mit ihm über ihr Leben und ihr neues Buch.
Emine Sevgi Özdamar wuchs in Istanbul auf, wo sie die Schauspielschule besuchte. Mitte der siebziger Jahre ging sie nach Berlin und Paris und arbeitete mit den Regisseuren Benno Besson, Matthias Langhoff und Claus Peymann. Sie übernahm zahlreiche Filmrollen und schreibt seit 1982 Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Emine Sevgi Özdamar lebt in Berlin. Im Jahr 2021 wurde sie mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der oberösterreichischen Initiative.Literaturschiff, dem Salzburger Literaturforum Leselampe und dem Suhrkamp Verlag.

Feb 3, 2022 • 51min
Erika Pluhar: DIE STIMME ERHEBEN. Über Kultur, Politik und Leben
Der Historiker Wolfgang Maderthaner im Gespräch mit der Schauspielern, Sängerin und Schriftstellerin Erika Pluhar in "Kreiskys Wohnzimmer" am 3. Februar 2022
Erika Pluhar wurde 1939 geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums und der Schauspielschule „Max-Reinhardt-Seminar“ wurde sie an das Wiener Burgtheater engagiert, und war dort vier Jahrzehnte lang als Protagonistin erfolgreich tätig. Auch durch Film und Fernsehen machte sie sich im gesamten deutschsprachigen Raum einen Namen. 40-jährig begann sie musikalisch zu arbeiten, wurde Interpretin ihrer eigenen Lieder, und gleichzeitig entstanden regelmäßig Bücher, die sie veröffentlichte.
60-jährig zog sie sich aus dem Beruf der reinen Schauspielerei völlig zurück. Sie arbeitete filmisch (Buch, Regie, Produktion), produzierte in Eigenregie ihre Tonträger, ging - und geht - mit Konzerten und Lesungen, stets konsequent die eigenen Inhalte vertretend, weiterhin vor Publikum. Als Schriftstellerin gab und gibt sie Bücher heraus, die auch gekauft werden und ihr eine treue Leserschaft gesichert haben, derer sich ihr Verlag erfreut. Seit längerem ist es der Residenz-Verlag – zuletzt erschienen: „Die öffentlicher Frau“, 2013, „Gegenüber“, 2016 und ganz aktuell „Hedwig“, 2021. Meist werden die Hardcover-Herausgaben von Suhrkamp-Insel als Taschenbuch übernommen. Erika Pluhar hält Vorträge, äußert sich politisch, und ist, ohne je einer „Szene“ gänzlich zugehörig gewesen zu sein, dennoch übergreifend musizierend, schreibend, politisch Stellung beziehend, nach wie vor öffentlich tätig-


