Kreisky Forum Talks

Kreiskyforum
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Feb 1, 2022 • 38min

Barbara Prainsack im Gespräch mit Helga Nowotny: IN AI WE TRUST. Macht, Illussion und Kontrolle prädikativer Algorithmen

Wird die Zukunft von prädiktiven Algorithmen der Künstlichen Intelligenz dominiert werden? Wenn ja, was wird dies für unser Verhalten, für unsere Institutionen und das Menschsein bedeuten? KI verändert unsere Zeit- und Zukunftserfahrungen und fordert unsere Identitäten heraus. Während wir von ihrer Effizienz geblendet sind, verstehen wir noch wenig, wie sie uns beeinflusst. Dabei stehen wir vor einem Paradoxon. Wir nutzen KI, um unsere Kontrolle über die Zukunft und Unsicherheit zu erhöhen, während gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der KI unsere Handlungsfähigkeit reduziert. Dies geschieht, wenn wir vergessen, dass wir Menschen die digitalen Technologien geschaffen haben, denen wir Handlungsfähigkeit zuschreiben. Die Entwicklungen stellen auch das Narrativ des Fortschritts in Frage, der in der Moderne eine so zentrale Rolle spielte und auf der Hybris der totalen Kontrolle beruht. Die Gefahr einer Überwachung bietet dem Menschen aber auch die Möglichkeit, sich diese Kontrolle wieder anzueignen und in Sorgfalt umzuwandeln. In dem im Oktober 2021 erschienen Buch In AI we trust setzt sich Helga Nowotny mit diesen Fragen auseinander. Mit Barbara Prainsack spricht Helga Nowotny im Kreisky Forum über die darin verarbeiteten Erkenntnisse. Prof. Dr. Helga Nowotny ist Professorin emerita der ETH Zurich und frühere Präsidentin des Europäischen Forschungsrates, ERC. Sie ist Mitglied des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats des Complexity Science Hub Vienna und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates im Kreisky Forum. Neben anderen Tätigkeiten in wissenschaftlichen Gremien ist sie im Kuratorium der Falling Falls Stiftung in Berlin und als Vize-Präsidentin der Lindauer Nobelpreisträger Tagungen aktiv. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen und u.a. ein Ehrendoktorat der Universität Oxford und des Weizman Institute of Science in Israel. Prof. Dr. Barbara Prainsack ist Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates im Kreisky Forum. Sie ist Professorin für Vergleichende Politikfeldanalyse an der Universität Wien, wo sie auch das Institut für Politikwissenschaft und die interdisziplinäre Forschungsplattform “Governance of Digital Practices” leitet. Sie ist Mitglied der Österreichischen Bioethikkommission, und Mitglied der European Group on Ethics (EGE), die die Europäische Kommission berät (2017-2021). Ein Wissenschaftsgespräch im Kreisky Forum am 1. Februar 2021
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Jan 20, 2022 • 27min

Barbara Coudenhove-Kalergi: BRUNO KREISKY. DER GROSSE VERSÖHNER UND ERZIEHER

In Bruno Kreiskys Denken und Wollen spielte – wie er es selbst formulierte – „Der Mut zum Unvollendeten“ eine große Rolle. Das hatte nichts mit Zögerlichkeit oder Halbherzigkeit zu tun. Der Mut zum Unvollendeten bedeutete vielmehr, dass Ideologien und gesellschaftliche Strukturen für ihn kein in sich geschlossenes endgültiges System waren und schon gar kein Endstadium der Geschichte. Es war ein Bekenntnis zum Neuen, zur schrittweisen Reform, ein Bekenntnis zur Überprüfbarkeit politischer Entscheidungen im Sinne von Karl Popper. Und es war eine Abgrenzung gegenüber dogmatischen oder gar totalitären Positionen. Jedes politische und gesellschaftliche System ist unvollendet und muss unvollendet sein. Denn, was Menschen machen, kann auch von Menschen zum Besseren verändert werden. Die Freiheit dazu darf man ihnen nicht nehmen. Barbara Coudenhove-Kalergi, Journalistin, Publizistin, STANDARD Kolumnistin und ehem. Osteuropa-Korrespondentin des ORF, erinnerte sich zu Bruno Kreiskys 111. Geburtstag des großen Staatsmannes. Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 20. Jänner 2022.
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Dec 15, 2021 • 53min

Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Eva Menasse: VON GRENZEN UND ABGRÜNDEN. Betrachtungen über die besondere Lage Österreichs

In ihrem jüngsten Roman Dunkelblum beschäftigt sich die in Berlin lebende österreichische Schriftstellerin Eva Menasse mit Ereignissen der österreichischen Geschichte, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit genannt werden müssen: die zahllosen Massaker an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter:innen, die in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges zum Bau des Südostwalls, einer sinnlosen und größenwahnsinnigen Verteidigungsanlage der Deutschen Wehrmacht, ins Burgenland und östliche Niederösterreich getrieben worden waren. Diese sogenannten „Endphaseverbrechen“ in über 120 Gemeinden wurden jahrzehntelang vertuscht, aber nur im deshalb notorisch gewordenen Rechnitz wurden die Leichen bis heute nicht gefunden. Eva Menasse siedelt die Handlung im Fantasiestädtchen Dunkelblum an und verarbeitet historische Fakten der ganzen Gegend, aus Mattersburg, Rechnitz, Jennersdorf, Deutsch-Schützen.Der Autorin geht es in diesem Roman nicht nur um die literarische Aufarbeitung der österreichischen Geschichte – oder viel mehr um eine Aufarbeitung, die viel zu lange auf sich warten ließ. Menasse interessiert sich einerseits für die konkrete Dynamik einer Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und das meiste über den anderen weiß, andererseits für die spezifischen Phänomene dieser Grenzregion. Jahrhundertelang, während der k.u.k.-Monarchie, gab es hier keine Grenze, erst 1918-21 wurde sie blutig gezogen. Alle möglichen Verbrechen fanden an ihr und wegen ihr statt, und als im Sommer 1989 der Eiserne Vorhang ausgerechnet hier als erstes brüchig wird, scheint für einen historischen Moment lang echte Aufarbeitung möglich. Eva Menasse ist eine österreichische Schriftstellerin. In Wien geboren lebt sie heute in Berlin. Sie begann als Journalistin bei profil und der Frankfurter Allgemeinen, bevor sie als Autorin mit den Romanen Vienna und Quasikristalle reüssierte. Sie erhielt viele Literaturpreise, darunter den Österrechischen Buchpreis 2017. Sie gehört zu den Unterstützer:innen der Charta der digitalen Grundrechte der Europäischen Union und der Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus. Tessa Szyszkowitz, London-Korrespondentin für profil, Welt-Kolumnistin beim Falter, Autorin von Echte Engländer. Britannien und der Brexit Ein Gespräch im Rahmen der Reihe "Aus Kreiskys Wohnzimmer", aufgenommen am 15. Dezember 2021 im Kreisky Forum.
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Nov 30, 2021 • 1h 1min

FALTER Radio und Kreisky Forum Talks: WOZU RASSIMUS?

Der deutsche Soziologe Aladin El-Mafaalani erklärt, woher Rassismus  historisch kommt, wem er dient und was antirassistischer Widerstand  bedenken sollte. Das Buch "Das Integrationsparadox" war vor Jahren ein  Bestseller. Sein neues Buch stellt der Autor in einem Gespräch mit  Robert Misik vor. Eine Veranstaltung der Buch Wien und des Bruno Kreisky  Forums vom 12.11.2021 Die An- und Abmoderation spricht Raimund Löw.
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Sep 27, 2021 • 20min

FALTER Radio und Kreisky Forum Talks: Franz Vranitzkys Weckruf

Der Altkanzler liest der türkisen Europapolitik die Leviten, „schändlich“ nennt er die Bemühungen von Außenminister Alexander Schallenberg. Er hat Vorschläge für das SPÖ-Zentralsekretariat in der Löwelstraße und will vom Ende der Sozialdemokratie nichts hören.  Anlass für diese Rede war die 30 Jahresfeier des Bruno-Kreisky-Forum. An- und Abmoderation wurde von Raimund Löw eingesprochen.
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Sep 26, 2021 • 1h 14min

FALTER Radio und Kreisky Forum Talks: Scheidungsanwältin Helene Klaar über Feminismus, Justiz und Zeitgeschichte

"Von Beruf bin ich Rechtsanwalt, Feministin sein ist mein Hobby“ - mit diesen Worten wird Helene Klaar gerne zitiert.  Robert Misik spricht mit ihr im Bruno-Kreisky-Forum über Feminismus, Justiz und Zeitgeschichte, Raimund Löw führt in das Gespräch ein.
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Sep 25, 2021 • 37min

FALTER Radio und Kreisky Forum Talks: Starökonom Jeffrey Sachs erklärt „Bidenomics“

Mit Billionen Dollar zur Wirtschaftsbelebung und für die Infrastruktur nimmt US-Präsident Joe Biden Anlauf zu einem neuen "New Deal". Eine Vorlage für Europa?  Robert Misik vom Bruno Kreisky Forum spricht mit Jeffrey Sachs, einem führenden internationalen Ökonomen, über die Pläne der Biden-Administration. Raimund Löw führt in das Gespräch ein.
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Sep 21, 2021 • 1h 25min

EVA NOWOTNY IM GESPRÄCH MIT TERESA INDJEIN, MARTIN SAJDIK UND FRIEDRICH STIFT: ZUKUNFT DER DIPLOMATIE

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt verkündete Präsident Joe Biden ‚America is back, Diplomacy is back‘. Nach den letzten vier Jahren, die von einer Rückkehr zu Machtpolitik vergangener Zeiten gekennzeichnet waren, war das eine willkommene Ansage. Dennoch bleibt die Frage bestehen – ist Diplomatie wirklich zurück? Wird sie sich in einem internationalen Klima, in dem eher Konfrontation als Verständigung und Verhandlung vorherrschen,  behaupten können? Wie ernst ist die Rückkehr zum Multilateralismus, der ja ohne Diplomatie undenkbar ist? Was sind die Instrumente, die Diplomatie im 21. Jahrhundert unter geänderten globalen Rahmenbedingungen zum Einsatz bringen kann? Diese und ähnliche Fragen wollen wir in einer Reihe von Diskussionsveranstaltungen erörtern, die wir am 20. September um 19 Uhr beginnen werden. Am Podium mit Eva Nowotny werden Teresa Indjein, Leiterin der Kultursektion des BMEIA, Martin Sajdik, zuletzt Sonderbevollmächtigter der OSZE in der Ukraine, und Friedrich Stift, zuletzt Österreichischer Botschafter in Peking und nunmehr Direktor der ADA, diese Diskussionsreihe eröffnen.“ Botschafterin Dr.in Teresa Indjein, Leiterin der Sektion für Internationale Kulturangelegenheiten, Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. Dr. Martin Sajdik, österreichischer Diplomat und zuletzt Sonderbevollmächtigter der OSZE in der Ukraine Dr. Friedrich Stift, Direktor Austria Development Agency und zuletzt österreichischer Botschafter in Peking Dr.in Eva Nowotny, Vorstandsmitglied des Bruno Kreisky Forums, Diplomatin i.R., Vorsitzende des Universitätsrates der Universität Wien Aufgezeichnet am 29. September 2021 im Burno Kreisky Forum
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Sep 17, 2021 • 1h 15min

SOLIDARITY IN CRISIS – PERSPECTIVES FROM THE MIDDLE EAST

SOLIDARITY IN CRISIS – PERSPECTIVES FROM THE MIDDLE EAST A Discussion Jointly Organized by Bruno Kreisky Forum for International Dialogue & The Striking from the Margins Project at Central European University The end of the Cold War ushered in a period in which social, political and national solidarities everywhere were subjected to severe stresses arising from the consequences of neo-liberal transformations. These stresses are associated with the recession of Keynesian and allied regimes of solidarity and social protection, and the rising salience, often to a position of centrality, of the politics and mobilisation of identity and its associated ideologies of the authentic and the foreign. These stresses were felt keenly in the central parts of the Arab World to an aggravated extent due to institutional fragility and precarious economic and social arrangements. This saw political and social regimes of solidarity succumb largely to the strains that arose globally after the Cold war. The present condition of the Arab world east of the Mediterranean, and in Libya as well, is one of political and social fragmentation with lingering conditions of post-conflict instability. Hitherto marginal religious, tribal, sectarian and other forms of solidarity have been striking at the centre and reconstituting national consensus along lines of patrimonialist fragmentation. Newer solidarities are being generated by regimes of military control, the distribution of benefits and spoils, and appeal to ancestral rights and wrongs. The challenge of political reconstitution of state and society makes novel demands on social political and national solidarity under new and, to many, unfamiliar post-war conditions. This discussion will bring together Middle East experts who offer insights into the connected political processes and the demands for political and social solidarity arising from the specific circumstances of Arab states and societies in crisis. Initial comments on Solidarity in Crisis Aziz Alazmeh, University Professor at CEU, Vienna and Co-Director Striking from the Margins, CEU Vienna Interventions by Fellows of Striking from the Margins project: Strangers, diasporas and transregional connections Valentina Zagaria, Post-doctoral research Fellow Striking from the Margins, CEU Vienna and Visiting Fellow IRMC, Tunis Sectarian and anti-sectarian solidarities in the Arab Mashriq: A decade in review Harout Akdedian, Senior post-Doctoral research Fellow Striking from the Margins, CEU and Visiting Scholar Portland State University, Middle East Studies Centre National fragmentation and tribal solidarity: Lessons from Syria and Iraq Haian Dukhan: Post-Doctoral Research Fellow Striking from the Margins, CEU and Fellow of the Centre for Syrian Studies at the University of St Andrews Recorded at Bruno Kreisky Forum on September 16, 2021
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Sep 15, 2021 • 1h 9min

Jonathan Coe in conversation with Tessa Szyszkowitz: "MR. WILDER ANDE ME"

“MR. WILDER AND ME” Book presentation of Jonathan Coe’s new novel – a portrait of the Austrian-American film legend Billy Wilder. Jonathan Coe is known for his satirical and deeply political novels. The British author wrote The Rotter’s Clubabout the 70ties that prepared the political ground for Thatcherism; What a Carve Up! about the Thatcher years; The closed Circle in the run-up to the 2003 invasion of Iraq. His most recent book was Middle-England, which The Guardian called „a bittersweet Brexit novel“. Jonathan Coe presented the German edition at Kreiskyforum on March 9th 2020 – the last event before the first Covid lockdown. In his new novel Mr. Wilder and me Coe creates a fascinating portrait of the Hollywood legend, who spent his forming years in Vienna before the Second World War. Coe shows Wilder, the master of comedy and creator of Some like it hot in his own bittersweet comedy at the end of his career. While Billy Wilder shoots one of his last films Fedora in Europe, he re-connects with his memories of pre-war Europe and senses the onset of a new era. At Kreiskyforum Jonathan Coe will talk about his new book with Tessa Szyszkowitz and discuss how the generation of film-makers of Wilder’s era used comedy in film as an escape from the traumatic experiences of World War Two. This event will be in English. The reading from Mr. Wilder and me will be both in English and German. German Edition: Jonathan Coe, Mr. Wilder und ich. Aus dem Englischen von Cathrine Hornung. Folio Verlag 2021. More information: https://folioverlag.com/Mr.-Wilder-und-ich/9783852568331 Jonathan Coe, Author and Novelist, was educated at Trinity College, Cambridge, and completed a Ph.D. on Henry Fielding's Tom Jones at Warwick University. His work has received many prizes and awards, including both Costa Novel of the Year and Prix du Livre Européen for Middle England. In France he won the Prix Médicis for The House of Sleep and has been appointed Officier de l’ordre des arts et des lettres. In Italy he has also won the Premio Flaiano (for Number 11) and the Premio Bauer-Ca’ Foscari. Tessa Szyszkowitz, Author and Journalist for Profil, Falter and Cicero. She is also Senior Associate Fellow at the Royal United Services Institute in London. Recorded at Bruno Kreisky Forum on September 14, 2021

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