ÄrzteTag

Ärzte Zeitung
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Nov 29, 2022 • 32min

TI-Pauschale für Ärzte statt Kostenerstattung – eine gute Lösung, Herr Schick?

Bvitg-Chef über die TI-Pauschale, gematik und Praxis-IT Es tut sich gerade viel in Sachen Gesundheits-IT: An unerwarteter Stelle, im Pflegepersonal-Entlastungsgesetz hat sich unversehens eine Großbaustelle der Gesundheits-IT aufgetan, die E-Health-Strategie ist im Werden, und das Gesundheitsdatennutzungsgesetz steht ebenso ante portas. Viel zu tun gibt es damit nicht nur für die Ärztinnen und Ärzte als Anwender, sondern auch für die Industrie. Wie die Hersteller in dieser Gemengelage aufgestellt sind, erläutert Gerrit Schick im „ÄrzteTag“ Podcast. Schick ist Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg) und gerade in seinem Amt bestätigt worden. In seinem Verband sieht der Geschäftsführer der Cherry Digital Health GmbH, die unter anderem Kartenterminals für Anwendungen der Telematikinfrastruktur herstellt, weit mehr als eine Lobby-Organisation, die die Interessen ihrer Mitglieder vertritt. Im Gespräch erläutert Schick, wie marktwirtschaftliche Ansätze dazu beitragen, gute Lösungen für Anwender und für eine bessere Medizin zu finden. Wenig überraschend, sieht er die Gesundheits-IT in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern weit im Hintertreffen. In den vergangenen Jahren habe es viele einzelne Aktionen gegeben, es habe aber eine übergeordnete Strategie gefehlt. Schick sieht bei der aktuellen Erarbeitung einer E-Health-Strategie unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums alle am Prozess Beteiligten gut eingebunden. Beim Konnektortausch der ersten Gerätegeneration, der im laufenden Jahr 2022 so hohe Wellen geschlagen hat, verteidigt er im Podcast die Entscheidung der gematik. Es sei in diesem Zusammenhang viel zu wenig diskutiert worden, dass auch andere IT-Geräte, etwa Smartphones oder Notebooks doch auch nach drei bis fünf Jahren regelhaft ausgetauscht würden. Viel Aufregung sieht Schick auch in der aktuellen Diskussion über die TI-Pauschale, die nach derzeitigem Stand des Entwurfs zum Pflegepersonal-Entlastungsgesetz die bisherige Erstattung der Kosten nach Verhandlungen zwischen den Akteuren der Selbstverwaltung ablösen soll. Die Hersteller von Praxisverwaltungssystemen seien für den bevorstehenden Wandel hin zur TI 2.0 und zu sicheren IT-Lösungen gut gerüstet. Es gebe sowohl größere als auch junge, noch kleinere Unternehmen, die technisch auf der Höhe der Zeit seien. (Dauer: 32:25 Minuten)
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Nov 28, 2022 • 20min

Warum braucht es den Fragebogen zur Suizidprävention für Hausarztpraxen?

Carolin Haas erarbeitet mit Hausärztinnen und Hausärzten sowie Patientinnen und Patienten ein Hilfsmittel für die Suizidprävention In der aktuellen Diskussion um die ärztliche Suizidassistenz wird der Ruf nach mehr Suizidprävention laut. Auch in der Hausarztpraxis? Carolin Haas, M.Sc. Psychologie und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Allgemeinmedizin des LMU-Klinikums München, sieht hier besonders gute Chancen für die Suizidprävention. Internationale Studien zeigten nämlich: Die Hälfte derer, die einen Suizid begehen, habe in den vier Wochen zuvor Ärztinnen und Ärzte der Primärversorgung aufgesucht. Allerdings sprächen die Betroffenen das Thema eher selten von sich aus an, wie Haas beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde in Berlin berichtete. Genau aus diesem Grund arbeitet sie an einem Fragebogen, der Hausärztinnen und Hausärzte dabei unterstützen soll, das Thema anzusprechen. Für die Fragebogenentwicklung hat sich Haas Ärztinnen und Ärzte wie auch Patientinnen und Patienten mit ins Boot geholt – sie hatten zum Beispiel Einfluss auf den Aufbau des Bogens. In dieser Episode des ÄrzteTag-Podcasts erläutert sie, wie weit sie ist und was diesen Fragebogen noch auszeichnet. (Dauer: 19:38 Minuten)
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Nov 22, 2022 • 17min

Wie stehen Sie persönlich zur Suizidassistenz, Dr. Schulz?

Das DGHO-Vorstandsmitglied über die Sterbehilfe Die Suizidassistenz ist wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt: Bereits im Februar 2020 hielt das Bundesverfassungsgericht fest, dass Staat und Gesellschaft auch die Entscheidung, sterben zu wollen, „als Akt autonomer Selbstbestimmung“ zu betrachten haben. Der Gesetzgeber will die Lücke schließen. Dem Bundestag liegen mittlerweile drei Gesetzesanträge zur Neuregelung der Suizidbeihilfe vor. Dr. Carsten-Oliver Schulz würde die Suizidassistenz nicht für immer und unter allen Umständen ausschließen, obwohl er generell eher nicht bereit ist, diese Assistenz zu leisten. Der Internist mit Spezialisierung Hämatologie und Onkologie kennt den Alltag sowohl aus der Klinik als auch aus der Praxis: 2018 ist er von der Charité Berlin in die „Praxis am Volkspark“ in Berlin Wilmersdorf-Friedenau gewechselt. Seit 2022 ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO). Seine persönliche Meinung: Die ärztliche Suizidassistenz fände seltener am Krankenhausbett einer schwerkranken Person statt, sondern mehr in der Praxis hinter verschlossenen Türen. Warum, erklärt der Internist im „ÄrzteTag“-Podcast.
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Nov 18, 2022 • 37min

Cannabis-Verordnung: „Die Kassen beißen Ärzten immer wieder in die Waden“

Wie sich die Pläne des G-BA zur zur Cannabis-Verordnung auf die Therapie auswirken könnten Immer wieder streiten Ärztinnen und Ärzte mit Krankenkassen über Erstanträge zur Verordnung von Cannabinoiden auf Kasse. Vor kurzem hat das Bundessozialgericht erstmals vier dieser Streitfälle entschieden – und „das Ergebnis ist absolut ernüchternd“, sagt Schmerz- und Palliativmediziner Professor Sven Gottschling im „ÄrzteTag“-Podcast. Das vor fünf Jahren in Kraft getretene Gesetz hatte zwar noch vorgegeben, dass Krankenkassen Erstanträge auf eine Therapie mit Cannabis „nur in begründeten Ausnahmefällen“ ablehnen dürfen, aber die Praxis hatte sich anders entwickelt: „Die Krankenkassen beißen Ärzten immer wieder in die Waden“, kommentiert Gottschling, Chefarzt im Zentrum für altersübergreifende Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie am Universitätsklinikum des Saarlandes, seine Erfahrungen nach fünf Jahren Cannabis-Therapie. Das BSG-Urteil lade den Ärzten, die Cannabis vor allem in der Schmerztherapie einsetzen, einen zusätzlichen Arbeitsaufwand für einen Erstantrag von 15-20 Minuten auf, schätzt Gottschling, der auch 1. Vorsitzender der Deutschen Akademie für ganzheitliche Schmerztherapie ist. Die kämen zum ohnehin bereits hohen bürokratischen Aufwand für die Anträge hinzu. Angesichts der positiv ausgefallenen Ergebnisse der Begleiterhebung zur Cannabis-Verordnung, die im Sommer veröffentlicht wurden, kann Gottschling auch die Pläne des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Änderung der Arzneimittel-Richtlinie nicht nachvollziehen. Derzeit läuft dazu das Stellungnahmeverfahren des G-BA. Geplant ist unter anderem, dass Allgemeinmediziner ohne weitere Zusatzbezeichnung, etwa spezielle Schmerztherapie oder Palliativmedizin, in Zukunft nicht mehr Cannabis verordnen dürfen. Der Schmerz- und Palliativmediziner fürchtet einen Einbruch der Versorgung von Patienten mit Cannabis. Im Podcast erläutert Gottschling, welche anderen Maßnahmen der G-BA plant, und was Ärztinnen und Ärzte beim Erstantrag von Cannabis nach dem BSG-Urteil alles bedenken müssen. Und er gibt einen Ausblick darauf, was er sich von der Legalisierung des Cannabis-Besitzes erhofft.
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Nov 15, 2022 • 23min

Was machen Sie mit Post-Vac-Patienten nach der COVID-Impfung, Professor Schieffer?

Der Leiter der Post-COVID-Ambulanz des Uniklinikums Marburg über das Syndrom Etwa 0,02 Prozent der Personen, die gegen das Coronavirus geimpft wurden, sind von dem Post-Vaccination-Syndrom betroffen, schätzt Professor Bernhard Schieffer. Er ist Kardiologe und Leiter der Post-COVID-Ambulanz des Uniklinikums Marburg. Dort bietet er eine Sprechstunde speziell für Post-Vac-Patienten an. Die Zahlen zur Post-Vac-Inzidenz beruhen allerdings auf den Zulassungsstudien, gibt Schieffer im „ÄrzteTag“-Podcast zu bedenken. Eine klare Erhebung aus der Zeit nach der Zulassung fehle. Im Podcast erzählt er außerdem, auf welche Ursachen er das Post-Vac-Syndrom zurückführt und auf welche Vorerkrankungen Ärztinnen und Ärzte Betroffene screenen sollten. Mit Blick auf den kommenden Winter betont Schieffer nachdrücklich, dass kein Weg an der Auffrischimpfung vorbeiführe: „Eine Corona-Infektion ungeschützt zu durchleben ist wie Russisch Roulette zu spielen.“ (Länge: 22:44 Minuten)
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Nov 4, 2022 • 23min

Wie können Ärzte Effekte des GKV-Spargesetzes abfedern, Dr. Lübben?

Wie Ärzte offene Sprechstunden nutzen Die letzten Änderungen im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, die der Bundestag vor kurzem beschlossen hat, haben die Proteste auf Ärzteseite nicht verstummen lassen. Das liegt auch daran, dass der gewährte Ausgleich über die Hausarztvermittlungsfälle und TSS-Vermittlungsfälle nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) den Verlust aus der Streichung der Neupatientenregelung auch nicht annähernd deckt. Ausgleich schaffen könnten Vertragsärztinnen und -ärzte über die offene Sprechstunde, also Patienten, die ohne Termin in der Praxis behandelt werden. Darauf verweist Arzt und Praxisberater Dr. Georg Lübben im „ÄrzteTag“- Podcast. Auch Fälle aus der offenen Sprechstunde werden seit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) extrabudgetär vergütet, viele Ärzte nutzen diese Möglichkeit aber gar nicht oder kaum aus. Nach Verabschiedung des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes ist allerdings die Bereinigung der Fälle unbefristet verlängert worden. Warum Ärztinnen und Ärzte daher gerade in diesem Quartal daran denken sollten, die Offene Sprechstunde in der Praxis zu berücksichtigen und wie sie dabei vorgehen können, dazu gibt Dr. Georg Lübben im Podcast ausführlich Auskunft. (Dauer: 22:51 Minuten)
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Nov 2, 2022 • 35min

Sexueller Missbrauch im Internet: Wie können Ärzte Betroffene erkennen, Frau von Weiler?

Psychologin von Berliner Beratungsstelle „Innocence in Danger" gibt Hinweise Sexueller Missbrauch via Web ist stark verbreitet, die Dunkelziffer enorm. Es beginnt oft mit Annäherungen über harmlose Online-Spiele und kann mit massivem Missbrauch enden. Immer wieder kommen schwer traumatisierte Jungen und Mädchen mit ihren ebenfalls tief verstörten Eltern zur Psychologin Julia von Weiler in die Beratung. Was können Eltern tun, um ihre Kinder widerstandsfähiger zu machen gegen die Annäherungen aus dem Internet? Woran können Hausärztinnen und Hausärzte erkennen, dass ihre jungen Patienten womöglich unter sexuellem Missbrauch über den Bildschirm leiden. „Die Frage, wie es so mit dem Internet läuft, gehört eigentlich in jedes hausärztliche Anamnesegespräch bei Kindern“, erklärt die Berliner Psychologin im „ÄrzteTag“-Podcast. Von Weiler leitet die Berliner Beratungsstelle „Innocence in Danger“. Sie berichtet, wo und wie der Missbrauch beginnt, welche Folgen er hat und wie die betroffenen Kinder zurückfinden können in eine mehr oder weniger heile Welt. Denn so viel ist klar: Es kann auch nach einem Missbrauch die Rückkehr in ein zufriedenes Leben geben. (Länge: 35:25 Minuten)
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Oct 25, 2022 • 29min

Wie können Privatpraxen der Inflation trotzen, Dr. Ems?

Über Strategien der Privatmedizin und eine neue GOÄ Seit vielen Jahren kein Anstieg des Punktwertes in der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), und doch gibt es in der Privatmedizin nach wie vor einen erklecklichen Mehrumsatz bei vergleichbaren Leistungen, den Ärztinnen und Ärzte mit Privatpatienten erzielen. Das sagen zumindest die Zahlen der Privaten Krankenversicherung (PKV). Für Privatärzte ist es zuletzt dennoch schwerer geworden, die Praxisüberschüsse zu halten, berichtet der in einer Hausarztpraxis mit insgesamt fünf Ärzten niedergelassene Allgemeinmediziner Dr. Thomas Ems im „ÄrzteTag“-Podcast. Der Geschäftsführer des Privatärztlichen Bundesverbandes (PBV) erläutert, mit welcher Strategie er seine Praxis auf Kurs hält. Maßnahmen, die Praxisorganisation zu verbessern und dadurch Ressourcen effizienter zu nutzen, sei eine Möglichkeit; Personalkosten zu senken, sei dagegen im Wettbewerb um gutes Personal nicht machbar. Ein vollständiger Ausgleich der Inflation sei insgesamt kaum zu schaffen, so Ems weiter, hier liege die große Hoffnung auf einer neuen GOÄ, „eine der wichtigsten Maßnahmen, die wir als PBV unterstützen“, sagt Ems, allein schon als Statement zugunsten der Privatmedizin und auch, um mehr Rechtssicherheit bei der Abrechnung mit Analogziffern zu erreichen. Auch zu Strategien, wie seine Praxis bei den schlecht bewerteten Gesprächsleistungen noch auf ihre Kosten kommt, und warum die Privatmedizin nicht nur eine Medizin für gut situierte Patienten sein muss, nimmt der PBV-Geschäftsführer im „ÄrzteTag“ Stellung.
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Oct 21, 2022 • 9min

Lauterbach: „Das 17-Milliarden-Loch in der GKV werden wir abgedeckt haben“

Gesundheitsminister verteidigt das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz Nach dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz ist vor den nächsten 15 Gesetzesprojekten des Bundesgesundheitsministers. Darauf hat Karl Professor Lauterbach (SPD) im Interview mit Ärzte Zeitung-Herausgeber Wolfgang van den Bergh bei der Springer Medizin Gala 2022 am Donnerstagabend in Berlin verwiesen. Das erste große Gesetz unter ihm als Gesundheitsminister diene in erster Linie dazu, das für 2023 erwartete Loch von 17 Milliarden in der Gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen, „und dieses Loch werden wir damit abgedeckt haben“, zeigte sich der Minister überzeugt. Er verteidigte die einzelnen Maßnahmen, die teilweise noch in letzter Minute über Änderungsanträge angepasst worden waren, beispielsweise die Absenkung der Umsatzschwelle, die Orphan Drugs von dem normalen Nutzenbewertungsverfahren ausnimmt, auf jetzt 30 Millionen Euro (statt, wie zuvor geplant, auf 20 Millionen Euro); oder die Ausnahmen beim neu eingeführten Abschlag von 20 Prozent für Kombinationspräparate mit erheblichem und beträchtlichem Zusatznutzen. „Wir waren nicht unbelehrbar“, betont Lauterbach im Interview, auch wenn der größte Teil des Gesetzes weitgehend unverändert durch das Gesetzgebungsverfahren durchgekommen sei.
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Oct 20, 2022 • 29min

Volker Busch: Mit Dehnungsfugen gegen den Stress der Kollegen

Professor Volker Busch gibt Ärzten Tipps Gründe für Stress gibt es bei Ärztinnen und Ärzten derzeit viele. Professor Volker Busch, Facharzt für Neurologie sowie Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, leitet die Arbeitsgruppe „Psychosozialer Stress und Schmerz“ am Uniklinikum Regensburg und hat das Buch „Kopf frei“ geschrieben. Unter seinen Patienten sind auch Ärzte. Häufig hapere es daran, dass unter Stress zuerst die sogenannten Dehnungsfugen wegrationalisiert werden. Das sind die Zeiträume zum Entspannen, die keiner Leistungslogik folgten, erklärt Busch im Podcast. Sie sorgen aber dafür, dass sich keine zu große Spannung aufbaut – wie die Fugen beim Parkettverlegen. Diese Dehnungsfugen verhinderten, dass der Stress an die Substanz geht und sind wichtig in der Prävention von Burnout. Gerade Ärzte als Führungskräfte müssten mit gutem Beispiel vorangehen und auf sie achten. (Dauer: 28:41 Minuten)

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