

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
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Jan 23, 2023 • 16min
Wird es in Zukunft mehr dringliche Überweisungen geben, Dr. Heinrich?
Der SpiFa-Chef über die Zusammenarbeit zwischen Ärzten
Die neuen Regelungen zur Vermittlung schneller Termine beim Facharzt stoßen trotz eines deutlich gesteigerten Honorars nicht in allen Praxen auf Gegenliebe. Auf der anderen Seite üben manche Fachärztinnen und -ärzte kräftig Druck auf ihre hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen aus, um vermehrt Patienten dringlich vermittelt zu bekommen. Darüber hat es im Netz auch bereits heftige Diskussionen gegeben, wie weit der „Wunsch“ eines Facharztes oder einer Fachärztin gehen darf, um von der schnellen Terminvermittlung zu profitieren, etwa durch eine verdoppelte Grundpauschale.
„Schwarze Schafe“ und Übertreibungen gebe es überall, kommentiert Dr. Dirk Heinrich, Vorsitzender des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands (SpiFa) und des Virchowbundes, im „ÄrzteTag“-Podcast. Der in Hamburg als HNO-Arzt niedergelassene Heinrich – von der Weiterbildung her aber auch Facharzt für Allgemeinmedizin – sieht dennoch Möglichkeiten einer verbesserten Kooperation zwischen der Haus- und Facharztebene durch die Erhöhung des Honorars für den Hausarztvermittlungsfall um 50 Prozent auf rund 15 Euro. Das rechne sich auch betriebswirtschaftlich für Hausärzte, glaubt Heinrich.
Im Podcast erläutert er, warum manche Praxen dennoch nichts von der Terminvermittlung wissen wollen, wie der Aufwand für eine solche Vermittlung reduziert werden könnte und was eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten bei überwiesenen Patienten bringen könnte._ (Dauer: 16:06 Minuten)_

Jan 18, 2023 • 32min
Was wird nach den Reformen aus den Praxisnetzen, Frau Hempen und Dr. Koch?
Die ADA-Vorsitzenden über die Zukunft der Kooperationsform
Seit einem guten Vierteljahrhundert übernehmen in vielen Regionen Arzt-, Praxis- oder Gesundheitsnetze eine wichtige Rolle in der Weiterentwicklung der Patientenversorgung. Sie kümmern sich um die digitale Vernetzung der angeschlossenen Praxen, schließen Verträgen mit Krankenkassen und betreiben MVZ. Außerdem organisieren sie die Betreuung von Pflegeheimen sowie interprofessionell aufgestelltes Case- und Caremanagement für chronisch Kranke, helfen bei der Personalakquise und vieles andere mehr. Zusammengeschlossen sind viele der regionalen Versorger im ADA – Bundesverband der Arzt-, Praxis- und Gesundheitsnetze, der bis vor Kurzem noch Agentur deutscher Arztnetze (AdA) hieß.
Der jüngst gewählte neue Vorstand des Verbands wird angeführt von der Doppelspitze Dr. Thomas Koch und Annette Hempen, die in Regensburg und Bünde die jeweiligen Netze als Geschäftsführer leiten. Angesichts der Reformpläne des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD) will der Verband der Politik künftig „stärker als Ansprechpartner zur Verfügung stehen“ und die eigenen Vorstellungen einbringen, so der Vorsitzende Koch im „ÄrzteTag“-Podcast. „Wir wollen unsere Expertise in der Gesundheitspolitik einbringen, zum Beispiel bei der Entwicklung der Digitalisierungsstrategie“, ergänzt Stellvertreterin Hempen. Die Reformen werden viel Flexibilität von den Netzen in den Regionen verlangen, denkt sie.
Im Podcast erläutern die beiden Vorstände die Standpunkte ihres Verbands zu den Reformplänen der Ampel-Koalition, etwa zu den Gesundheitskiosken, zu den Digitalisierungsplänen, zur Klinikreform und zu Primärversorgungszentren – mit oder ohne Ärztinnen und Ärzte – und auch zur Krankenhausreform, die für Netze durchaus interessante Optionen bieten könnten. Der Reformstau sei „riesig“, so Koch, die Gefahr sei allerdings, in eine „Regelungswut“ zu verfallen. (Dauer: 32:18 Minuten)

Jan 13, 2023 • 21min
DGIM zur elektronischen Patientenakte: Lieber schnell als perfekt
PD Dr. Sebastian Spethmann von der DGIM erklärt, was in die ePA gehört – und wie der aktuelle Stand aussieht.
Noch steht nicht einmal die E-Health-Strategie – und nur 550.000 Patienten haben bereits eine eigene elektronische Patientenakte (ePA) angelegt. Doch der Transfer in den Versorgungsalltag rückt näher, spätestens dann, wenn die Opt-out-ePA kommt. Wohl auch deshalb beschäftigen sich Fachgesellschaften und Berufsverbände zunehmend intensiv mit der E-Patientenakte. Im Dezember kam dazu vom Deutschen Hausärzteverband ein Eckpunktepapier, vor einigen Tagen hat nun die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) ihre „Empfehlungen für Inhalte der ePA aus Sicht der Inneren Medizin“ vorgelegt.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert PD Dr. Sebastian Spethmann, Sprecher der Arbeitsgruppe Digitale Versorgungsforschung bei der DGIM, die Hintergründe und Ziele der Initiative: Die Fachgesellschaft sei davon überzeugt, dass Ärzte eine gute ePA für die medizinische Versorgung brauchen, dass die Opt-out-ePA, sobald sie da ist, die Patientenakte in die Breite bringen wird, und dass damit die Relevanz für den Praxisalltag gegeben sein wird, so der an der Charité beschäftigte Kardiologe.
Im Podcast-Gespräch beschreibt Spethmann, warum und in welchen Bereichen die ePA die Versorgung verbessern könnte, welche Befunde, Daten und Vorinformationen in die ePA gehören und wie weit die aktuell realisierte Akte noch vom Idealbild entfernt ist. Der DGIM sei es aber wichtig, dass nicht darauf gewartet wird, dass die perfekte ePA umgesetzt ist, sondern es müsse lieber schnell in die Tat umgesetzt werden, beschreibt Spethmann den Standpunkt seiner Fachgesellschaft. (Dauer: 21:20 Minuten)

Jan 5, 2023 • 26min
Wie hilft ein fäkaler Mikrobiomtransfer, Professor Stallmach?
Der Gastroenterologe spricht über die Möglichkeiten der FMT
In den USA ist ein erstes Medikament auf Basis eines fäkalen Mikrobiomtransfers (FMT) zugelassen worden. Es soll dort zur Behandlung von Erwachsenen mit rezidivierenden, therapierefraktären Infektionen von Clostridioides difficile zum Einsatz kommen. In Australien wurde ein weiteres Präparat zugelassen. Und auch in Deutschland gibt es immer wieder Nachfragen von Patienten zum Einsatz solcher FMT.
Wie diese Präparate wirken und wie sie hergestellt werden, erklärt Professor Andreas Stallmach im „ÄrzteTag“-Podcast. Stallmach ist Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am Universitätsklinikum Jena mit den Schwerpunkten Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Interdisziplinäre Endoskopie.

Dec 20, 2022 • 29min
Hessens Datenschützer Roßnagel: „Forschung und Datenschutz – das geht zusammen“
Behindert Datenschutz Forschung – und die sinnvolle Datennutzung von Patienten?
Einen echten Gegensatz zwischen den Datenschützern auf der einen und medizinischen Forschern und Befürwortern der Digitalisierung des Gesundheitswesens auf der anderen Seite gibt es nicht: Diese These vertritt der oberste hessische Datenschützer Professor, Alexander Roßnagel, im „ÄrzteTag“-Podcast. „Auch Datenschützer haben Interesse an medizinischer Forschung“, betont Roßnagel im Gespräch und führt viele vermeintliche Konflikte und harsche Forderungen, wie „Datenschutz darf keine Leben kosten!“, auf Missverständnisse zurück.
Auch er sieht Probleme im Datenschutzrecht, insbesondere durch unterschiedliche Regelungen zum Datenschutz etwa bei den Landeskrankenhausgesetzen, die es erschweren, bundesweit angelegte klinische Studien zu organisieren und umzusetzen. Doch die Probleme müssten gemeinsam angegangen werden, so das Credo Roßnagels, weil die Interessenlage aller Beteiligten gar nicht so unterschiedlich sei. Nicht „der Datenschutz“ sei schuld daran, dass erst so wenige E-Rezepte eingelöst worden seien oder so wenige E-Patientenakten (ePA) angelegt seien und die Digitalisierung des Gesundheitswesens nicht vorankomme.
Roßnagel erläutert im Podcast auch, wie die Datenschützer zu einer Opt-out-ePA stehen, bei der die Patienten widersprechen müssen, wenn sie keine ePA haben möchten – und wie ein effektiver Schutz der Grundrechte mit den Anforderungen der Forschung an eine effiziente Datennutzung in Einklang zu bringen sein könnte. (Dauer: 28:34 Minuten)

Dec 14, 2022 • 53min
Ist die Telematikinfrastruktur gescheitert, Dr. Kriedel?
Der für die TI zuständige KBV-Vorstand zieht Bilanz
Dr. Thomas Kriedel war als IT-Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sechs Jahre lang der Arm der KBV in der Gesellschafterversammlung der gematik und damit zuständig für die Telematikinfrastruktur (TI). In der Dezember-KBV-Vertreterversammlung blickte er nach sechs Jahren Amtszeit und fast sechs Jahren TI ernüchtert auf die immer noch kaum vorhandenen Fortschritte des Netzes, über das einmal alle relevanten Daten des Gesundheitswesens laufen sollen.
Im „ÄrzteTag“-Podcast fragten wir bei Kriedel nach: Ist die TI gescheitert? Was hat die Übernahme der Mehrheit der Gesellschafterversammlung durch das Bundesgesundheitsministerium gebracht? Musste die Entscheidung zum Austausch der Konnektoren wirklich sein? Wie kann eine Opt-out-E-Patientenakte zu mehr Patientenautonomie beitragen? Kommt nach der Digitalisierung der Formulare endlich der Durchbruch beim Anwendernutzen?
Kriedel zieht eine offene Bilanz seiner Arbeit als IT-Vorstand, über deutsche Sonder- und Irrwege in der Digitalisierung des Gesundheitswesens und über das Konnektoren-Desaster. Entschieden wehrt er sich gegen den Vorwurf, Ärzte seien hintendran bei der Digitalisierung: „Das, was von der Digitalisierung im Versorgungsalltag nützt, das tun sie“, betont er. Die TI-Anwendungen dagegen seien von oben verordnet und mit Sanktionen belegt worden, „aber der Nutzen ist immer noch nicht da“.
Nur wenige Hoffnungen seien seit 2017 erfüllt worden, Kriedels Resümee daher: „Digitalisierung ist kein Gewinnerthema.“ Aber es ziehe sich durch alle Bereiche und werde in der Arbeit auch der Kassenärzte immer wichtiger.

Dec 12, 2022 • 20min
Was hilft gegen ständiges Grübeln, Professor Ehring?
Ein Ruminationsforscher über permanentes Nachdenken
Schlaflosigkeit, Angespanntheit, Selbstzweifel: Die meisten Menschen kennen wohl Phasen in denen man verstärkt grübelt. Jetzt nimmt unser Gehirn ja nicht nur seine Umwelt war, es interpretiert diese auch: Das Hirn entwickelt positive wie negative Gefühle dazu. Das ist normal – doch manchmal wird das Grübeln krankhaft: Dann sprechen Fachleute von Rumination oder Grübelzwang. Was ist der Unterschied zwischen beidem?
Und bis wann ist das Gedankenkreisen noch im normalen Rahmen – wann ist es eine Erkrankung? Dies und weitere Fragen klären wir im „ÄrzteTag“-Podcast mit Prof. Thomas Ehring. Der Psychologische Psychotherapeut und Ruminationsforscher erklärt, wieso Abstraktheit und Selbstfokussierung für Erkrankte zum Problem werden. Zudem erläutert Ehring, ob eher Männer oder Frauen grübeln – und ob Grübler ein verstärktes Risiko für Depressionen beziehungsweise PTBS haben.
Und wieso wollen manche Menschen überhaupt keine Lösung für ihr Sorgen bekommen? Auch darüber sprechen wir in dieser Episode. Plus natürlich über die Frage überhaupt: Was hilft gegen krankhaftes Grübeln? Zum Teil sind das recht einfache und grundlegende Maßnahmen, die den Grüblern Erleichterung bringen können. Auch eine bestimmte Fragetechnik kann helfen. (Dauer: 20:27 Minuten)

Dec 9, 2022 • 22min
Ist die schnelle Terminvermittlung eine Chance für Hausärzte, Dr. Müller-Glamann?
Was Ärzte nach dem Wegfall der Neupatientenregelung tun können
Der Wegfall der Neupatientenregelung mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz trifft auch Allgemeinmediziner in einigen KV-Regionen – dort, wo immer noch Budgetierungen für die hausärztliche Versorgung gelten. Beispiel Hamburg: Die Hamburger Hausärztinnen und Hausärzte erwarten für das kommende Jahr ohne Neupatientenregelung eine Auszahlungsquote von etwa 80 Prozent. Im „ÄrzteTag“-Podcast befürchtet der 2. Vorsitzende des Hamburger Hausärzteverbands, Dr. Mike Müller-Glamann, aus diesem Grund einen Gewinneinbruch um 20 Prozent für die Praxen.
Die Kompensation, die die Bundesregierung noch im letzten Moment vor Verabschiedung des Gesetzes eingebaut hatte – unter anderem eine Erhöhung der Gebührenordnungsposition GOP 03008 für Facharzttermine, die vom Hausarzt oder von der Hausärztin vermittelt werden, um etwa 50 Prozent – fällt nach Ansicht Müller-Glamanns nicht ins Gewicht: Zu wenig und vor allem zu umständlich seien der Weg der Vermittlung der Termine, meint er. (Dauer: 20:19 Minuten)

Dec 6, 2022 • 33min
Außerklinische Intensivpflege: „Kein großer Wurf von Kassen und KBV“
Außerklinische Intensivpflege jetzt im EBM - doch es gibt auch Kritik
Die Außerklinische Intensivpflege (AKI) hat es in den EBM geschafft – doch der Jubel der Ärztinnen und Ärzte, die diese Patientinnen und Patienten versorgen, hält sich in Grenzen. Der teilweise auch für betreuende Ärzte sehr aufwändige Behandlungsprozess spiele bei den neuen Leistungen im EBM-Abschnitt 37.7 kaum eine Rolle. Vielmehr gehe es vor allem anderen um die Prüfung des Beatmungsentwöhnungs- bzw. Dekanülierungspotenzials, ärgert sich AKI-Pionier Dr. Eckehard Frisch im „ÄrzteTag“-Podcast.
Frisch ist als Pneumologe und Palliativmediziner in Oranienburg bei Berlin niedergelassen. Er hat vorher in einer AOK-Praxis die außerklinische Betreuung von beatmeten Patienten in einer AOK-Praxis im Modellprojekt vorexerziert und sieht den Aufwand für die Betreuung der Patienten nicht abgebildet. Die Hoffnung, über spezielle EBM-Leistungen, hochqualifizierte Beatmungsspezialisten wie Pneumologen Anästhesisten, auch aus dem Krankenhaus, für die Betreuung zu aktivieren, werde sich mit den neuen Leistungen, die zum Teil am 1. Dezember in Kraft getreten sind, zum Teil im Januar gültig werden, nicht erfüllen, glaubt Frisch.
Ein echtes Weaning-Potenzial gebe es längst nicht bei allen beatmeten Patientinnen und Patienten in der Außerklinischen Intensivpflege. Und diejenigen, bei denen es ein solches Potenzial gibt, müssten ambulant gut auf den Entwöhnungsprozess vorbereitet werden. Dieser Anreiz werde mit den jetzt beschlossenen Leistungen nicht unbedingt gegeben. Frisch sieht aber auch positive Aspekte der Umsetzung der AKI-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, zum Beispiel die Möglichkeit, dass auch Klinikärzte Leistungen aus Kapitel 37.7 erbringen dürfen. Im Gespräch zieht der Pneumologe allerdings auch hier in Zweifel, ob wirklich die richtigen Anreize gesetzt werden.

Dec 1, 2022 • 27min
Wie steht es um HIV in Deutschland, Dr. Schmidt?
Der Epidemiologe vom RKI erläutert die jüngsten Zahlen
Deutschland ist es 2021 gelungen, die Fortschritte bei der Beherrschung des HIV-Infektionsgeschehens aus dem Vorjahr zu wahren, kann jedoch nicht auf ihnen aufbauen. Das ist die Quintessenz der jüngst veröffentlichten Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zur HIV-Lage (Epid Bull 47/2022; online 24. November). Neu mit HIV infiziert haben sich 2021 hierzulande 1800 Menschen, der gleiche Wert wie im Vorjahr.
Fast unverändert steht Deutschland beim Erreichen der Ziele des Aids-Programmes der Vereinten Nationen (UNAIDS) da. Für das Jahr 2025 hat UNAIDS das Ziel 95-95-95 ausgerufen. Zuletzt hat Deutschland die Werte 90-96-96 erreicht. Das bedeutet: Im Jahr 2021 kannten 90 Prozent aller HIV-Infizierten ihre Diagnose. 96 Prozent davon haben eine Therapie erhalten, die wiederum bei 96 Prozent erfolgreich verlief.
Es ist allerdings falsch, daraus zu schließen, dass vier Prozent der HIV-Infizierten sich einer Diagnose verweigern würden oder dass ihre Therapie nicht anschlage, wie Dr. Daniel Schmidt im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert. Schmidt ist Epidemiologe in der Abteilung für Infektionsepidemiologie mit Fachgebiet HIV und weitere sexuell übertragbare Erkrankungen am RKI und Mitautor des Epid-Bull-Beitrags zu den HIV-Infektionszahlen.
Schmidt betont: „Die vier Prozent nicht erfolgreich Therapierten sind nicht immer die gleichen Personen, die durchweg nicht erfolgreich therapiert sind und sich niemals erfolgreich therapieren lassen. Das ist stattdessen ein Prozentsatz, der sich zu verschiedenen Zeiten immer wieder ergibt, aber aus unterschiedlichen Personen zusammensetzt.“ Dies trete zum Beispiel auf, wenn HIV-Positive mit Therapie für kurze Zeit eine niedrige Virämie haben, bevor sich wieder der Therapieerfolg einstellt.
Wichtig ist Schmidt noch, dass das 0-Stigma-Ziel nicht aus den Augen verloren wird. Denn die Stigmatisierung HIV-Infizierter ist mittlerweile für viele Betroffene gravierender als die Infektion selbst, mit der sich dank moderner Medizin vergleichsweise gut leben lasse. (Dauer: 26:47 Minuten)


