

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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Oct 18, 2022 • 36min
Welchen Stand hat die Umweltmedizin, Professorin Traidl-Hoffmann?
Umweltmedizinerin Professorin Claudia Traidl-Hoffmann im Gespräch
Der Stand der Umweltmedizin sei schlecht, heißt es in einer Bekanntmachung der Kommission Umweltmedizin und Environmental Public Health vom Robert-Koch-Institut aus dem Jahr 2020. Auch Professorin Claudia Traidl-Hoffmann selbst hat Ähnliches im „ÄrzteTag“-Podcast im Oktober 2021 berichtet. Doch mit der Pandemie der Zoonose COVID-19 ist „One Health“ in den Fokus gerückt, zum Beispiel wurde im April das Helmholtz-Institut für One Health in Greifswald gegründet. Dort werden die Gesundheit von Umwelt, Mensch und Tier als eng verbunden gedacht. Aber wie wirkt sich das auf die Umweltmedizin aus?
Die Bedeutung der Umweltmedizin hat zugenommen, sagt Professorin Claudia Traidl-Hoffmann, Mitherausgeberin der Bücher „Planetary Health“ und „Überhitzt“. Die Direktorin der Umweltmedizin am Uniklinikum Augsburg und Institutsdirektorin des Helmholtz Instituts für Umweltmedizin München sieht ein gemeinsames Ziel von „One Health“ und Umweltmedizin: die Umwelt so zu erhalten, dass sie gesund und nicht krank macht.

Oct 14, 2022 • 22min
Genesenen-Zertifikat ohne PCR-Test? Anwalt Ehlers: „Kein Kavaliersdelikt!“
Über die Risiken für Ärzte mit dem Genesenen-Zertifikat
Seitdem der Deutsche Hausärzteverband die Forderung aufgestellt hat, die Ausstellung eines Genesenen-Zertifikats nicht mehr an das Vorliegen eines positiven PCR-Tests zu knüpfen, ist die Diskussion in der Welt: Sollen PCR-Tests überhaupt noch diese Bedeutung in der Surveillance der Pandemie haben – angesichts der hohen Kosten, die für die Allgemeinheit entstehen?
So weit die politische Frage. Auf der individuellen Seite im Verhältnis zu den Patientinnen und Patienten ergibt sich allerdings eine andere Perspektive: Hausärztinnen und Hausärzte sollten einer möglichen – derzeit auch nicht geplanten – Änderung des Infektionsschutzgesetzes auf keinen Fall vorgreifen, warnt Arzt und Rechtsanwalt Professor Alexander Ehlers von der Rechtsanwaltssocietät Ehlers, Ehlers & Partner in München, im „ÄrzteTag“-Podcast.
Wenn ein Patient bei COVID-19 keinen PCR-Test hat machen lassen, dann sei es nicht empfehlenswert, pragmatisch vorzugehen und ohne ein Ergebnis eines solchen Tests ein Genesenen-Zertifikat auszugeben – selbst dann nicht, wenn aufgrund des klinischen Bildes und mehrerer Antigentests die Infektion zweifelsfrei feststehe. Ärzten drohten in diesem Fall ernste rechtliche Konsequenzen, „das ist kein Kavaliersdelikt“, so Ehlers weiter, sondern sei vielmehr auf eine Stufe zu stellen mit der Erstellung eines Impfzertifikats für einen Impfgegner, ohne dass eine SARS-CoV-2-Impfung vorliegt.

Oct 12, 2022 • 38min
Dr. Schießl: Nach Behandlungsfehlern das Vermeiden vermeiden!
Über psychosoziale Unterstützung für Ärzte
Bei 60 Prozent der Anästhesistinnen und Anästhesisten lösen schwerwiegende Ereignisse mit Patientenschädigung Ängste aus, die ihre weitere Berufsausübung beeinträchtigen. Mehr als 50 Prozent verlieren das Vertrauen in ihre eigene ärztliche Fähigkeit. Dies seien Ergebnisse einer Schweizer Studie, betont Dr. Andreas Schießl im „ÄrzteTag“-Podcast.
Schießl ist Oberarzt am Fachzentrum für Anästhesie und Intensivmedizin der Schön Klinik München-Harlaching und einer der Gründer des Vereins PSU Akut. Dieser Verein setzt sich für psychosoziale Unterstützung von Menschen im Gesundheitswesen ein. Eine wichtige Rolle spielen dabei Kolleginnen und Kollegen: Denn mit anderen Ärztinnen und Ärzten können Betroffene Situationen im gewohnten Jargon besprechen.
Aber nicht nur schwere Fehler mit einer Patientenschädigung haben Konsequenzen für die Arztpsyche: „Auch kleine Fehler, oder Beinahe-Fehler, können zu hohen Belastungen führen“, erklärt Schießl im Podcast. Mögliche Folgen: Verunsicherung, Verlust der Arbeit oder auch Substanzmissbrauch.
Daher sei es wichtig, nach Fehlern auch auf sich selbst zu achten – und sich sowohl Auszeiten zu gönnen, als auch das Geschehen zu verarbeiten und nicht etwa zu verdrängen. „Wir versuchen, das Vermeiden zu vermeiden“, fasst Schießl diesen Ansatz zusammen. Welche Warnzeichen nicht ignoriert werden sollten und wie PSU Akut Betroffenen hilft, erläutert der Anästhesist in dieser Epsiode des „ÄrzteTag“-Podcasts.

Oct 10, 2022 • 38min
Mitinitiator Hildebrandt: 50 bis 100 Gesundheitskioske bis Legislaturende reichen
Dr. Helmut Hildebrandt, Vorstandsvorsitzender von optimedis: Nicht jede Region braucht einen Gesundheitskiosk.
Der Gesundheitskiosk in Hamburg-Billstedt/Horn hat zuletzt viele Schlagzeilen gemacht: Zuerst die höheren Weihen durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses mit der Empfehlung für die Regelversorgung, dann das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung und schließlich der Paukenschlag des Ausstiegs der Ersatzkassen aus dem Projekt in Hamburg.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert optimedis-Vorstand Dr. Helmut Hildebrandt, einer der Initiatoren des ersten Gesundheitskiosks in Hamburg, woran es liegt, dass das Vorzeigeprojekt plötzlich politisch umstritten ist. Er sieht einen entscheidenden Webfehler in dem Gesetzesvorhaben im Vergleich zum Gesundheitskiosk in Hamburg.
Hildebrandt ruft im Gespräch das entscheidende Ziel des Kiosks in Erinnerung: die Gesundheit der Menschen in prekären Lebensverhältnissen zu verbessern, die eine erheblich niedrigere Lebenserwartung haben als Menschen in gut situierten Stadtteilen.
Dabei hält er das vom Bundesgesundheitsministerium kommunizierte Ziel von 1000 Gesundheitskiosken für nicht erreichbar und auch nicht für nötig, da nicht jede Region einen Kiosk benötige. Bis Ende der Legislatur wären 50, 80 oder 100 solcher Projekte schon gut. Auch für ländliche Regionen hält Hildebrandt den Gesundheitskiosk für einen möglichen Ansatz, um die Versorgung zu verbessern – allerdings in anderer Form. Dies erläutert er im Gespräch. (Dauer: 37:38 Minuten)

Oct 4, 2022 • 8min
Warum wird das Thema Klima für Gesundheitsämter immer wichtiger, Dr. Tinnemann?
Warum sich der ÖGD mit Mückenfallen und Kälteräumen beschäftigt
Dieser Sommer war einer der heißesten seit der Wetteraufzeichnung. Mehrere Tage über 40 Grad und Nächte, in denen es keine Abkühlung gab. Wie wirken sich diese extremen Temperaturen auf die Bevölkerung aus?
Das Gesundheitsamt Frankfurt hat eine Abteilung für Klima, Umwelt und Gesundheit gegründet, die aber in allen Bereichen des Gesundheitsamtes mitwirkt. Dabei arbeitet das Gesundheitsamt eng mit der Stadt und anderen Ämtern zusammen, wenn es um Radwege, öffentliche Brunnen oder die Überlegung geht, Kälteräume einzurichten.
Zudem klärt das Gesundheitsamt mantramäßig die Bevölkerung auf allen Kanälen über richtiges Verhalten bei Hitze auf und gibt Informationen zur Hitzeentwicklung an Altenheime heraus, wie Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet.
Auch werde mit Mückenfallen aktuell untersucht, welche Mücken heimisch sind, um so rechtzeitig zu erkennen, ob Mücken, die Krankheiten übertragen können, sich im Rhein-Main-Gebiet ansiedeln.

Sep 28, 2022 • 42min
Chancengleichheit im Medizinstudium? Arztkind und Arbeiterkind erzählen
Zwei Ärzte in Weiterbildung über ihre Erfahrungen
Kinder aus Akademikerfamilien beginnen eher ein Studium als Kinder aus bildungsfernen Schichten. Gerade in der Medizin fällt auf: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm! Denn in Deutschland hat jede und jeder vierte Medizinstudierende mindestens ein Elternteil, das Ärztin oder Arzt ist. Das sind Daten aus dem KBV Berufsmonitoring.
Im „ÄrzteTag“-Podcast berichten zwei Ärzte in Weiterbildung, wie sie den Weg ins Medizinstudium erlebt haben und wie ihr familiärer Hintergrund sie geprägt hat.
Dr. Caroline Rinkel erzählt, wie ihr Vater auf ihren Wunsch, Ärztin zu werden, reagiert hat. Er war bis zum Jahr 1998 Oberarzt in der Neurologie und Psychiatrie am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm und arbeitete anschließend beim medizinischen Dienst Baden-Württemberg. Christian Kunze beschreibt im „ÄrzteTag“, warum es seiner Meinung nach keine Akademikerfamilie im Hintergrund braucht, um das Medizinstudium durchzustehen. Er wuchs in einer klassischen Arbeiterfamilie auf – seine Mutter ist gelernte Chemielaborantin, sein Vater Industrieelektriker.
Hier geht es zum Hochschul-Bildungs-Report 2020: www.hochschulbildungsreport.de/sites/hsbr/files/hochschul-bildungs-report_abschlussbericht_2022.pdf

Sep 26, 2022 • 10min
Mit Herzinsuffizienz-Screening bei Diabetes kann man nicht früh genug anfangen!
Herzinsuffizienz tritt häufig bei Diabetes mellitus auf - entscheidend ist eine frühe Diagnostik
Jeder dritte Mensch mit Diabetes mellitus hat eine Herzinsuffizienz. Die gute Nachricht: Gegen das potenziell tödliche Wechselspiel der Krankheitsbilder gibt es neue wirksame Optionen. Die Deutschen Gesellschaften für Kardiologie (DGK) und Diabetes (DDG) haben deshalb in einem Positionspapier Empfehlungen zu Screening, Diagnostik und Therapie bei Diabetes und Herzinsuffizienz zusammengestellt. Im Gespräch mit der Ärzte Zeitung zu dem Papier ruft DGK-Sprecherin Privatdozentin Dr. Katharina Schütt vom Uniklinikum Aachen Kollegen dazu auf, Menschen mit Diabetes mellitus regelmäßig nach möglichen Symptomen von Herzinsuffizienz zu fragen. Und: Bei Menschen mit diagnostizierter Herzinsuffizienz sollte immer auch ein Diabetes abgeklärt werden, etwa durch Bestimmung des HbA1c.
Bestätigt sich die Diagnose eine Herzschwäche vom HFrEF-Typ (Heart Failure with reduced Ejection Fraction), dann ist die lange Jahre empfohlene Stufentherapie obsolet, und es „sollte immer sofort eine medikamentöse Therapie mit vier Substanzen eingeleitet werden“, betont Schütt: ACE-Hemmer oder ARNI, Betablocker, Mineralokortikoidrezeptorantagonist (MRA) und SGLT2-Hemmer. Nach Studiendaten lassen sich damit Hospitalisierungen und Todesfälle vermeiden.

Sep 20, 2022 • 9min
Faxen Sie in Ihrem Gesundheitsamt noch, Dr. Tinnemann?
Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes über Herausforderungen im ÖGD
Die Coronavirus-Pandemie hat den Fokus auf die Gesundheitsämter gerichtet. Neben der Pandemiebekämpfung wurde auch die veraltete Ausstattung sichtbar. Dem Gesundheitsamt in Frankfurt, nach eigenen Angaben eines der modernsten in Deutschland, kann man zwar noch Faxe schicken, diese kommen aber digital an. Ein Fax-Gerät musste Dr. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, erst suchen. Auch sind schon Gelder aus dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) für Digitalisierung und Personal angekommen.
Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet Tinnemann außerdem, dass die Personalsuche immer noch eine große Herausforderung darstelle, aber die Pandemie auch die gesellschaftliche Aufgabe der Gesundheitsämter in den Mittelpunkt gerückt habe, und gerade junge Ärzte deshalb interessiert seien, beim ÖGD zu arbeiten. Und auch für eventuelle neue Corona-Varianten im Herbst sei man gut aufgestellt, Pläne würden schon in der Schublade liegen. (Dauer: 9:26 Minuten)

Sep 19, 2022 • 9min
Was hat Medizinrecht mit Monopoly zu tun, Dr. Unger?
Science Slam-Gewinner zu Recht im Medizinstudium
Dr. Constantin Unger hat sich beim Science Slam auf dem DEGAM-Kongress gegen fünf Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchgesetzt. Sein Vortrag „Medizinrecht für Studierende der Humanmedizin – GOÄ statt JVA“ erhielt vom Publikum den lautesten Beifall. Unger ist Arzt in Weiterbildung am Uniklinikum Erlangen an der Fakultät Allgemeinmedizin und am Klinikum Hallerwiese in Nürnberg in der Inneren Medizin.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt er, was das Medizinrecht mit Monopoly zu tun hat. Zudem spricht er darüber, dass Medizinstudierenden aktuell nicht verpflichtet sind ein Modul Medizinrecht belegen. Dadurch hat Unger den Eindruck bekommen, dass rechtliche Fragen auf Station immer wieder mit viel Gefühl und Halbwissen gelöst würden. Dies veranlasste ihn dazu, das Wahlpflichtfach „Doc & Ordner – Recht im klinischen Alltag“ an der Universität Erlangen zu etablieren. Das Modul ist in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Medizinstrafrecht entstanden und soll auch im kommenden Semester an der Medizinischen Fakultät Erlangen angeboten werden.

Sep 17, 2022 • 7min
Wie setzen Sie die partizipative Entscheidungsfindung um?
Eine Frage an sieben DEGAM-Besucher
„Patientenzentrierte Versorgung“ ist das Motto des diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Patientenzentrierung bedeute auch, Patientinnen und Patienten auf Augenhöhe zu begegnen und sie in die Entscheidungsfindung einzuschließen, sagte Kongress-Präsident Professor Jean-François Chenot am Donnerstag in Greifswald.
Wie kann das klappen? Inspiration dazu geben Kongressbesucher im „ÄrzteTag“-Podcast. Sie beantworten alle die selbe Frage: Wie setzen Sie bei sich in der Praxis die partizipative Entscheidungsfindung um?


