Klinisch Relevant Podcast

Dr. med. Kai Gruhn, Dr. med. Dietrich Sturm, Prof. Markus Wübbeler
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Jun 9, 2020 • 20min

Häufiges kardiologisches Krankheitsbild: Herzinsuffizienz - mit Dr. Andreas Barsuhn * Kardiologie

Definition, Diagnostik und Behandlung der Herzinsuffizienz Kardiologie als neuer Fachbereich im Klinisch Relevant Podcast Neben den Fächern Neurologie, Psychiatrie, Gastroenterologie, Radiologie, Rheumatologie, Chirurgie und Pflegewissenschaft, sowie unseren Querschnittsthemen bieten wir Euch ab sofort auch Fortbildung-Podcasts aus dem Bereich Kardiologie. Herzinsuffizienz als häufige kardiologische Erkrankung Für den ersten Podcast aus dem Fachbereich der Kardiologie haben wir uns das Thema Herzinsuffizienz ausgesucht, da Dir dieses Krankheitsbild in Deinem klinischen Alltag sicherlich bei Deinen Patienten begegnen wird. Mit Dr. Andreas Barsuhn, Oberarzt der Kardiologie im Bethesda Krankenhaus Wuppertal haben diesbezüglich einen ausgewiesenen Experten im Interview. Die chronische Herzinsuffizienz ist eine Erkrankung mit wesentlicher sozioökonomischer Bedeutung. Die dekompensierte chronische Herzinsuffizienz ist einer der häufigsten Gründe für eine stationäre Aufnahme! Jede akute Dekompensation führt zu einer Verschlechterung der Prognose. Die Erkrankung hat vielfältige Ursachen: Koronare Herzerkrankung (KHK) Art. Hypertonie inkl. einer hypertensiver Herzekrankung Herzrhythmusstörungen, im besondere ein tachykardes Vorhofflimmern Nicht-ischämische Kardiomyopathien unterschiedlichster Genese Perikarderguss Wichtige Kernsymptome: Dyspnoe (Klassifikation nach den NYHA-Stadien) Leistungsminderung Flüssigkeitsretention mit Ödembildung Nykturie Gewichtszunahme Trockener Husten Wichtige Diagnostik: Transthorakale Echokardiographie Laborchemische Bestimmung des BNP / nt-pro-BNP 12-Kanal-EKG Brandaktuell: Die nationale Versorgungsleitlinie „Chronische Herzinsuffizienz“, 3. Auflage, 2019. Wichtige neue Einteilung: Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFrEF) Herzinsuffizienz mit geringgradig eingeschränkter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFmrEF) Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion (HFpEF) Die Therapie umfasst medikamentöse und nicht-medikamentöse Ansätze Behandlung einer Grunderkrankung (z.B. Behandlung einer KHK oder Vitien) Wichtige medikamentöse Prinzipien: Diuretika RAAS-Hemmer (z.B. ACE-Hemmer) Beta-Blocker Neprylisin-Inhibitoren Wahrscheinlich wichtiger in der Zukunft: SGLT2-Hemmer Wichtige nicht-medikamentöse Prinzipien: Patientenedukation Gewichtskontrolle Bewegungstraining Gewichtsreduktion Apparative/operative Therapie Defribillator-Implantation Kardiale Resynchronationstherapie (CRT) Herztransplantation Viel Spaß beim Hören und Lernen!
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Jun 4, 2020 • 31min

Functional neurological disorders - with Professor Jon Stone (full english version)

Podcast for healthcare professionals dealing with patients with FND: missconceptions, conversation strategies, concept of disease, therapies Please check out Jon’s Website on neurosymptoms.org for more information on FND. Also note, that on fndsociety.org there are free webinars on FND at the Moment If you have any questions or comments about the interview or our podcast project, please feel free to contact us on kontakt@klinisch-relevant.de
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Jun 2, 2020 • 32min

Functional neurological disorders (FND) - with Professor Jon Stone * Neurology/Psychiatry (english)

Why neurologists play an important role in treating patients with FND Funktionelle Neurologische Störungen Jeder von uns weiß, wie häufig im klinischen Alltag funktionelle, bzw. dissoziative Störungen sind. Auch wenn wir anhand von klinischen und apparativen Untersuchungen keine strukturellen Auffälligkeiten finden können, so haben diese Patienten trotzdem einen hohen Leidensdruck und ein hohes Risiko der Chronifizierung. Neurologen mit Schlüsselrolle bei der Behandlung von FNS-Patienten Im Interview mit Prof. Jon Stone, Neurologe aus Edinburgh mit jahrzehntelanger klinischer und wissenschaftlicher Erfahrung auf diesem Gebiet versuchen wir uns dem komplexen Gebiet der funktionellen Störungen zu nähern: was ist das aktuelle Konzept hinter FNS welche Therapieansätze gibt es welche klinischen Zeichen können bei der Diagnosestellung helfen FNS umfassen ein umfangreiches Spektrum an Symptomem Lähmungserscheinungen, Sensibilitätsstörungen, Sehstörungen, Sprachstörungen, Tremorformen, Gangstörungen, Anfälle: die klinische Symptomatik kann dabei mannigfaltig sein. Ein klinischer Test zur Differenzierung einer funktionellen Störung kann z.B. das Hoover's-Zeichen sein. "Positive" Diagnose anstatt Ausschluss-Diagnosen Jon plädiert in diesem Interview dafür, dass Neurologen wieder mehr tun müssen, als nur "organische" Ursachen der Krankheitssymptome auszuschließen und Ihre Patienten dann zum Psychiater zu schicken. Auch kritisiert er, dass in vielen Fällen bei Patienten mit funktionellen Störungen im Gespräch anders verfahren wird, als bei organischen Erkrankungen. So sollte auf die Erkrankung fokussiert werden, die vorliegt und nicht umschrieben werden, welche Erkrankungen alle ausgeschlossen wurden. Therapieansätze bei FNS Häufig kann eine physiktherapeutische Behandlung bei einem entsprechend geschulten Therapeuten schon hilfreich sein. Insgesamt betrachtet ist aber ein interdisziplinäres Therapiekonzept mit neurologischer, psychiatrischer und physiktherapeutischer Kompetenz am erfolgreichsten. Jon hat in diesem Interview folgende Literatur-Empfehlungen abgegeben: Should neurologists diagnose and manage FND? It is complicated Ten myths about FND Sehr bemerkenswert ist auch die Website www.neurosymptoms.org , die von Jon für Ärzte und Patienten entworfen wurde und die auch auf deutsch übersetzt werden kann. Unter www.fndsociety.org gibt es aktuell immer wieder kostenlose Webinare zum Thema FND. Viel Spaß bei Hören und Lernen!!
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May 30, 2020 • 41min

Wenn Patienten stürzen (Teil 2): Risikofaktoren und Prävention - mit Prof. Markus Wübbeler * Pflegewissenschaft

Was bedingt das erhöhte Sturzrisiko im zunehmenden Alter und wie kann diesem begegnet werden? Der Klinisch Relevant Podcast liefert Ärztinnen und Ärzten, sowie Angehörigen der Pflegeberufe kostenlose und unabhängige medizinische Fortbildungsinhalte, die Du jederzeit und überall anhören kannst und die für Dich von ärztlichen und pflegerischen Kollegen konzipiert werden. Definition Sturz Ein Sturz ist ein Ereignis, bei dem der Betroffene unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer ande-ren tieferen Ebene aufkommt. (Quelle: Expertenstandard - Sturzprophylaxe in der Pflege unter: www.dnqp.de ) Expertenstandards in der Pflege Instrumente die zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege beitragen. Sie be-rücksichtigen pflegewissenschaftliche Erkenntnisse als auch pflegepraktische Erfahrungen gleicher-maßen und definieren Ziele und Maßnahmen bei relevanten Themenbereichen der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung z. B. Dekubitusentstehung, Mangelernährung). (Quelle: MDS unter www.mds-ev.de) Priscus-Liste Die Priscus-Liste ist eine praxistaugliche Liste von Wirkstoffen und Wirkstoffgruppen, die als potenzi-ell inadäquat für ältere Menschen beurteilt werden. Die Liste informiert auch über Therapie-Alternativen. www.priscus.net Ermitteln der Funktions- und Bewegungsfähigkeit Sammlung verschiedener Assessmentinstrumente auf der Webseite des Kompetenzzentrums für Geriatrie. Assessmentinstrumente helfen bei der standardisierten Beurteilung des Funktions- und Bewegungsfähigkeit und ermöglichen den gezielten Vergleich zwischen verschiedenen Klienten. Eine Sammlung ist unter www.kc-geriatrie.de verfügbar. Altersgerechte Bewegungsprogramme Regelmäßige Bewegung stärkt die Gesundheit und die Selbstständigkeit älterer, pflegebedürftiger Menschen. Sie hilft, die Bewegungsfähigkeit – die Mobilität – und geistige Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern. Außerdem sinkt das Sturzrisiko bei regelmäßiger Bewegung und weiteren Ge-sundheitsproblemen kann vorgebeugt werden. Bewegungsförderung ist somit ein zentraler Aspekt von gesundheitlicher Prävention bei pflegebedürftigen Menschen. (Quelle: https://www.zqp.de/bewegungsfoerderung-pflege/ ) Herzlichen Dank, daß Du dabei bist!! Viel Spaß beim Hören und Lernen!
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May 26, 2020 • 19min

Wie macht man Krankenhäuser wieder zu Heilorten? - mit Dr. Alvar Mollik * Klinisch Relevant Querschnittsthemen

Alles zu der Mindful Doctor Konferenz vom 04.- 06.09.2020 in Berlin!!! Mindful Doctor als Plattform für Veränderungen in der Medizin Alvar Mollik ist ein junger Arzt, der Mindful Doctor als Plattform für Menschen gegründet hat, die die Zukunft der Medizin gestalten wollen und die alternative Modelle in den Bereichen Arzt-Gesundheit, Aufrechterhaltung der Gesundheit unserer Patienten, Kommunikation mit Patienten und Klinikstrukturen aufbauen wollen. Mindful Doctor Konferenz Als Ort der Begegnung und des Austausches für selche Querdenker findet die Mindful Doctor Konferenz jedes Jahr in Berlin statt. 2020 findet diese Konferenz (vorbehaltlich der geltenden Corona-Einschränkungen) vom 04.-06.September statt. Informationen und Tickets zu diesem Event findest Du hier. Inspirierende Speaker und Workshops Dieses Jahr sind als Keynote-Speaker Prof. Tania Singer, wissenschaftliche Leiterin der Forschungsgruppe "Soziale Neurowissenschaften" der Max Planck Gesellschaft, Dr. med. André T. Nemat, Gründer des Institute for Digital Transformation in Healthcare an der Universität Witten-Herdecke und Sven Steffes-Holländer, Chefarzt der Heiligenfeld Klinik in Berlin vor Ort. Warum Mindful Doctor? In diesem Podcast Interview spricht Alvar mit uns nicht nur über die anstehende Konferenz, sondern auch über die Beweggründe, die ihn zum Aufbau von Mindful Doctor gebracht haben. Zudem erklärt er die 4 Säulen der Arbeit von MD, nämlich Mind Sustainable health Kommunikation Wandel in der Medizin Dieses Interview ist für alle besonders interessant, die sich in Ihrem Arbeitsalltag in Klinik oder ambulanten Sektor häufig fragen, ob das alles so richtig ist, was wir da jeden Tag tun. Oder ob es nicht an der Zeit wäre, Veränderungen in unseren Klinikstrukturen und unserer Denkweise, was die Behandlung von Krankheiten betrifft, auf den Weg zu bringen. Viel Spaß beim Hören!
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May 19, 2020 • 14min

Idiopathische intrakranielle Hypertension: seltene Kopfschmerzursache - mit Stephan Schwarz * Neurologie/Radiologie

Definition, Ursachen, klinische Symptomatik, radiologische Veränderungen und Therapie der IIH: alles in einem Podcast-Interview! Die Idiopathische Intrakranielle Hypertension, früher auch als Pseudotumor cerebri bezeichnet, ist eine seltene Ursache von Kopfschmerzen und Visusstörungen. Insgesamt handelt es sich aber um eine wichtige Differentialdiagnose, insbesondere bei adipösen Patientinnen im gebärfähigen Alter, die man kennen sollte. In dieser Podcast-Episode des Klinisch Relevant Mediziner Podcasts lernst Du alles über Definition, die möglichen Ursachen, die typische Klinik, die erforderliche Diagnostik und die Therapieoptionen bei diesem Krankheitsbild. Der Fokus dieses Fortbildungsbeitrages liegt dabei aber auf den typischen radiologischen Veränderungen der IIH im MRT und CT. Wir sprechen hierfür ein weiteres Mal mit Stephan Schwarz, Oberarzt der Radiologie im Klinikum Dortmund. IIH: Was ist das? Eine Idiopathische intracranielle Hypertension liegt dann vor, wenn eine pathologische Erhöhung des Liqourdruckes ohne intracranieller Raumforderung oder eine akute Sinusvenenthrambose besteht. Sekundäre Ursachen einer intracraniellen Hypertension primäre oder postthrombotische Stenose der Hirnsinus medikamenten-induzierte Formen: Vitamin-A-Überdosierung oder -Mangel, Tetrazykline, Interferone, Amiodaron, Tamoxifen, Wachstumshormon, Cyclosporin, Cimetidin, Danazol, Indometacin, Lithium, Nalidixinsäure, Nitrofurantoin Was sind die typischen Symptome einer IIH? Kopfschmerzen Visusstörungen: Gesichtsfelddefekte und Obskurationen ein- oder beidseitige Abduzensparese Stauungspapille Tinnitus Welche Untersuchungen sind erfoderlich, um die Diagnose einer IIH zu untermauern? Hochauflösende MRT mit venöser MR-Angiografie (Ausschluss Raumforderung oder Sinusvenenthrombose): coronare STIR über die Orbitae (Darstellung des N. opticus und der Bulbi, 3D-T1 post KM, axiale und coronare T2, sagittale T2-Hirnstamm falls MRT nicht möglich: CCT, DSA erhöhter Liquordruck (Messung in Seitenlage > 25cm Wassersäule) bei unauffälligem Liquorbefund typische klinische Konstellation Augenärztliche Untersuchung mit Nachweis einer Stauungspapille Bei welchen Patienten tritt dieses Krankheitsbild typischerweise auf? Adipöse Frauen im gebärfähigen Alter Patienten mit Endokrinologischen Erkrankungen: Schilddrüsenfunktionsstörungen, Hypoparathyreoidismus, Hyperaldosteronismus, PCO, Nebenniereninsuffizienz OSAS-Patienten Was sind die typischen radiologischen Veränderungen der IIH? kein pathognomonischer Befund: Diagnose wird anhand der typischen Klinik, des Nachweises des erhöhten Liquordruckes und den typischen radiologischen Veränderungen gestellt Abflachung des posterioren Anteiles des Bulbus (sehr spezifisch) Aufweitung und/oder Vorwölbung der Papille in den Bulbus occuli, manchmal mit KM-Aufnahme Veränderungen des N. Optikus ( geschlängelter Verlauf) Empty Sella (in der sagittalen Darstellung des Hirnstammes ist die Hypophyse nicht mehr gut erkennbar Vergrößertes Cavum Meckeli Vergrößerter Liquorraum um den N. oculomotorius im lateralen Anteil des Sinus cavernosus "Schlitzventrikel" der Seitenventrikel (selten) Tonsillen-Tiefstand Welche therapeutischen Optionen gibt es? Das therapeutische Vorgehen ist stufenförmig: Stufe: Gewichtsabnahme + Acetazolamid (Beginn mit 2x500 mg bis max 2g Tagesdosis (oder Topiramat) + Furosemid 20-40mg/s Stufe: wie Stufe 1 + wiederholte Entlastungspunktionen bis Liquordruck unter 20cm Wassersäule Stufe: wie Stufe 1 und 2 + neuroradiologische Intervention oder Optikusscheiden-Fensterung oder Liquorableitung durch VP-Shunt Die Therapiestufen findest Du hier noch einmal in einer sehr guten Grafik auf der Seite der DGN. Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, oder wenn Du auch gerne einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant veröffentlichen möchtest, dann wende Dich doch bitte an kontakt@klinisch-relevant.de
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May 14, 2020 • 24min

Wenn Patienten stürzen (Teil 1): Wie gehen wir damit um? - mit Prof. Markus Wübbeler * Pflegewissenschaft

In unserer zweiten Folge zum Thema Pflegewissenschaften geht Prof. Markus Wübbeler auf das Thema Sturz ein. Stürze sind in der Alten- und Krankenpflege etwas Alltägliches und damit auch normales, möchte man meinen. Leider ist dem nicht so. Tabuthema Sturz Denn: viele Angehörige der Pflegeberufe versuchen Stürze zu nicht zu thematisieren. Die Gründe dafür sind vielfältig und systemimmanent: Angst vor einem möglichen persönlichen Regreß Befürchtung, dass man bei den Kollegen und Vorgesetzten schlecht dasteht Auseinandersetzungen mit Angehörigen Letztlich sind es weniger die medizinischen als die juristischen und zwischenmenschlichen Aspekte, die das Thema sehr schwierig gestalten. Prof. Wübbeler zeigt hier allerdings interessante Lösungswege auf, wie sich das Thema sowohl aus gesundheitlicher Sicht für den Patienten als auch aus arbeitstechnischer Sicht für das Pflegepersonal elegant und positiv gestalten lassen. Gut gemeint, muss nicht gut gemacht sein Im Arbeitsalltag wird der Rollstuhl weiterhin sehr häufig eingesetzt, was aus medizinischer Sicht nicht immer einzusehen ist. Vielmehr ist der Rollstuhl eine Art Versicherung für den Pfleger und den Träger des Heims oder Krankenhauses. So kann möglichen Verletzungen durch Stürze effektiv vorgebeugt werden. Darüber hinaus spielt das Thema Fürsorge einen entscheidenden Punkt: Patienten oder Bewohner mit starken Schmerzen will man nicht unnötig leiden lassen, indem man sie laufen lässt. Sturzrisiko vs. Prävention Im Sinne des Patienten ist allerdings eine gute körperliche Fitness, die es ihm erlaubt möglichst lang unabhängig zu sein und so gleichzeitig den komplexen Anforderungen des Alltags Stand zu halten. Muskulatur bleibt erhalten und das Gehirn wird vielfältig beansprucht. Dies bedeutet allerdings, dass man das Risiko des Sturzes einkalkulieren und akzeptieren muss. Hier gilt es im Pflegeteam gemeinsam zu erarbeiten, wie dies mit den einzelnen Patienten oder Bewohnern zu bewerkstelligen ist. So muss auch von vornherein das Gespräch mit der Patienten und Angehörigen gesucht werden, um so für Verständnis mit Mithilfe zu werben und auch neue Ziele für Patienten zu setzen. Sturzrisiken verringern Eine wichtige Sache kann sein im Team in der Einrichtung genau zu besprechen, wo mögliche Gefahrenherde für einen Sturz sind. So kann es sein, dass die Nachttoilette bei einigen Patienten ein schwieriges Unterfangen ist, bei anderen sind es Transportwege (gerade in der ambulanten Pflege). Diese können im Team identifiziert werden und so besprochen werden. Letztlich ist es aber auch wichtig, dass die Heimleitung das Thema aktiv stützt.
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May 12, 2020 • 46min

Differentialdiagnosen von Synkopen- mit Prof. Rolf Diehl * Neurologie/ Kardiologie

Welche 4 Säulen führen Dich zu einer Abgrenzung von kardialen und neurogenen Synkopen? Dies ist die 50. Folge des Klinisch Relevant Mediziner-Podcast! Herzlichen Dank, daß Du dabei bist!! Synkopen und andere Ohnmachtsanfälle Prof. Rolf Diehl ist Neuropsychologe am Alfried-Krupp-Krankenhaus in Essen-Rüttenscheid, wo er unter anderem das „autonome Labor“ leitet. Rolf Diehl ist federführender Autor der aktuellen Leitlinie zum Thema Synkopen  Definition von Synkopen Synkopen werden als Ohnmachtsanfälle definiert, die aus einer globalen Minderung der zerebralen Durchblutung resultieren. Im Gegensatz dazu steht z.B. eine Ohnmacht durch eine Hypoglykämie. Synkopen werden grob in kardiogene und neurogene Synkopen unterteilt. Kardiogene Synkopen Eine häufige Ursache für kardiogene Synkopen ist z.B. ein AV-Block oder andere Herzrhythmusstörungen. Kardiogene Synkopen treten häufig ohne Prodromi - "wie aus dem Nichts" auf. POTS Eine Sonderform der Synkopen ist das sog. posturale Tachykardiesyndrom (POTS). Ursache ist eine Überaktivierung des Sympathikus. Neurogene Synkopen Neurogene Synkopen, also Synkopen, die aus einer Funktionsstörung des peripheren oder zentralen Nervensystems resultieren, werden noch einmal unterteilt in vasovagale Synkopen ("Reflexsynkope") und die orthostatische Hypotension. Synkopen im Rahmen eines vasovagalen Reflexes (Hemmung des Sympathikus) treten typischerweise nach längerem Stehen, beim Anblick von Blut oder einem Schmerzreiz auf. Synkopen bei orthostatischer Hypotension führen zu einer Synkope kurz nach dem Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen. Klassischerweise gehen beiden Synkopen-Formen mit Prodromi wie Unwohlsein, "Schwarz- werden" vor den Augen, Schwindel und Kaltschweißigkeit einher. Ursachen von neurogenen Synkopen Beim Vorliegen von neurogenen Synkopen muss nach einer neurologischen Grunderkrankung geforscht werden. Häufigste Ursache für diese Form der Ohnmachtsanfälle sind periphere Neuropathien wie die diabetische Polyneuropathie. Differentialdiagnostisch müssen aber auch Systemerkrankungen wie ein M. Parkinson oder eine Multisystematrophie abgeklärt werden. Diagnostik im "autonomen Labor" Prof. Diehl empfiehlt im Hinblick auf die sinnvolle Diagnostik bei Ohnmachtsanfällen folgende 4 Säulen: Anamnese körperliche Untersuchung 12-Kanal-EKG aktive Stehtest (früher Schellong-Test) Dabei können bereits durch eine intensive Eigen- und Fremdanamnese wichtige Hinweise für die Ätiologie der Ohnmacht gesammelt werden. Mit Hilfe des EKGs können kurzfristig relevante Herzrhythmusstörungen herausgefiltert werden, die das weitere diagnostische Vorgehen maßgeblich beeinflussen. Der sog. aktive Stehtest dauert im Vergleich zum Schellong-Test nur noch 3 Minuten und umfasst die Blutdruck- und Puls-Messung nach dem Aufstehen. Konvulsive Synkopen Häufig kommt es im Rahmen von Synkopen zu kurzen motorischen Entäußerungen (typischerweise arrhythmisch) der Extremitäten, die Beobachter dazu verleiten können von einem epileptischen Anfall zu sprechen. Diese unwillkürlichen Bewegungen werden im Rahmen der zerebralen Minderperfusion aus Arealen im Hirnstamm und in den Basalganglien generiert und sind nicht epileptogenen Ursprungs. Differenzialdiagnosen zu Synkopen Die Abgrenzung zum epileptischen Anfall ist nicht immer einfach. Wer sich daher auch zum Thema „Pharmakotherapie der Epilepsie“ fortbilden möchten, sollte unbedingt bei unserem Podcast mit Volker Sepeur reinhören. Viel Spaß beim Hören und Lernen!
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May 5, 2020 • 28min

Die Zukunft der medizinischen Fort- und Weiterbildung - mit Dr. Johanna Ludwig * KR Querschnittsthemen

Was können Digitalisierung und evidenzbasierte Medizin verändern? Was kann die Digitalisierung beitragen? Dr. Johanna Ludwig ist unsere Komplizin im Kampf für eine bessere medizinische Fortbildung. So wie wir, ist sie nicht zufrieden, wie in Deutschland das Thema Fort- und Weiterbildung angegangen wird. Zusätzlich bringt Johanna eine interessante Perspektive als Studentin an der Oxford Universität mit. Ihre internationalen Kommilitonen können teilweise auf innovative Fortbildungsprogramme zugreifen. Menschlichkeit und Offenheit sind entscheidend Das Medizinstudium in Deutschland ist immer noch ein sehr einsames mit starkem Fokus auf Auswendiglernen, wo hingegen der Arbeitsalltag stark von Teamwork geprägt ist. Noch heute führen alte Hierarchien und der "Befehl von oben" zu einem sehr dysfunktionalen System, welches häufig über die eigenen Ansprüche stolpert und zu wenig in Mitarbeiter investiert. Von Mitarbeitern wird dann schlicht erwartet Vorgaben einfach umzusetzen. Darüber hinaus ist der hohe bürokratische Aufwand im Alltag eine Hürde, die den Job unattraktiv gestaltet und den Fokus weg vom Patienten rückt. Change Management und Digitalisierung als Erfolgsfaktoren für die medizinische Fort- und Weiterbildung Im Krankenhaus- und Praxisalltag ist diese Themen nur teilweise angekommen: Change Management und Digitalisierung. Während unter Change Management eine Managementtheorie zu verstehen ist, die darauf abzielt Veränderungsprozesse in Firmen positiv zu gestalten, ist das Wort Digitalisierung ein fest verankerter Begriff, ohne weitere Anwendung in der Medizin. Johanna beschreibt welche Möglichkeiten auch durch das neue, aber in der Ärzteschaft weitestgehend unbekannte, Digitalisierungsgesetz, auf dessen Grundlage bürokratische Vorgänge können so vereinfacht werden können, dass die Arbeit mit den Patienten wieder in den Mittelpunkt rücken kann. Allerdings ist es wichtig, dass es Leitlinien und Evidenz gibt, um den Nutzen der Produkte zu bewerten. In unserem Podcast-Interview teilt Johanna auch die sehr interessanten Ergebnisse Ihrer Master-Arbeit mit Dir: Aus Ihrer Umfrage, an der knapp 250 ärztliche Kollegen teilgenommen haben, geht hervor, wo die neuralgischen Punkte liegen: Viele Kollegen verbringen zu viel Zeit mit Bürokratie und viel zu wenig Zeit mit Ihren Patienten. Zudem wird regelmäßig nur wenig Zeit für strukturierte Fortbildungsmaßnahmen zur Verfügung. Spielerische Fortbildung - das soll's geben Johanna ist recht umtriebig und hat gemeinsam mit einem Kollegen ein Fortbildungsspiel erstellt. Das Spiel "Asystole" funktioniert im Grunde wie ein bekanntes Gesellschaftsspiel, bei dem man einen Begriff beschreiben soll, ohne bestimmte Worte zu benutzen: Fachbegriffe sollen ohne Fachbegriffe erklärt werden. Ein kurzweiliges Spiel mit wichtigem Lernziel: Patienten mit einfachen Worten das weitere Vorgehen zu erklären. Für viele Kollegen ein schwieriges Unterfangen. Voraussichtlich wird das Spiel im September diesen Jahres auf den Markt kommen. Infos hierzu findet Ihr unter www.keinediagnosedurchhemdundhose.de
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May 1, 2020 • 42min

Beatmungspflege bei COVID-19 Infektionen - mit Dr. Ismail Özlü und Prof. Markus Wübbeler * Pflegewissenschaft

Respiratorische Insuffizienz: Indikationen für Beatmung, Beatmungsformen und Beatmungspflege Beatmungspflege bei COVID-19 Infektionen Markus Wübbeler, Professor für Pflegewissenschaft an der Hochschule für Gesundheit in Bochum, spricht mit Dr. Ismail Özlü, Vertretungsprofessor für Akutpflege an der HSG, über die Indikationen und die Formen der Beatmungspflege. Aufgrund der aktuellen Lage geht Dr. Özlü im weiteren dann auf die Besonderheiten der Beatmungspflege bei Patienten mit Coronavirus Infektionen ein. Indikation zur Beatmung: respiratorische Insuffizienz Unterschiedliche Typen der respiratorischen Insuffienz: Störung der Oxygenierung als Folge einer Schädigung des Lungenparenchyms mit daraus resultierender Hypoxämie Ventilationsstörung: Störung der Atemmuskulatur (v.a. des Zwerchfells) mit Störung der Pumpfunktion mit daraus resultierender Hyperkapnie Kombination aus Oxgenierungsstörung und Ventilationsstörung Krankheitsbilder mit respiratorischer Insuffizienz COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen): Typ 2 - Respiratorische Insuffizienz: Ventilationsstörung Covid-19 Infektionen: Typ 1- Respiratorische Insuffizienz: Störung der Oxygenierung Parameter der Beatmung Sauerstoff-Konzentration der Atemluft (FiO2) Atemzugsfrequenz Druck mit dem die Atemluft in die Lunge gepumpt wird Horovitz-Quotient: Quotient aus dem arteriellen Sauerstoff-Partialdruck paO2 (in der Blutgas-Analyse erkennbar) und der Sauerstoff-Konzentration in der Einatemluft (FiO2). Gibt Auskunft über den Schweregrad der Lungenfunktionsstörung. Formen der maschinellen Beatmung Nicht-Invasive Beatmung/Ventilation (NIV): Maskenbeatmung (Nase-/Mund-Masken, Full-Face-Masken. Mittels des PEEP (Positive end-expiratory pressure) werden die Atemwege sozusagen "geschient" und offen gehalten, nur bei wachen Covid-19 Patienten durchführbar Invasive Beatmung: endotracheale Tuben (orotracheal, nasotracheal, Tracheal-Kanüle über Tracheostoma, bei bewußtseinsgestörten Patienten indiziert, Cuff vermindert die Aspirationsgefahr bei fehlenden Schutzreflexen Weaning Entwöhnung von der Beatmungsmaschine: Mit zunehmender Beatmungsdauer atrophiert die Atemmuskulatur und macht ein selbständiges Atmen für den Covid-19 Patienten immer schwieriger Unterteilung in 3 Kategorien: Einfaches Weaning: Extubation bereits nach dem 1. Spontanatemversuch Schwieriges Weaning: spästestens nach 3 Spontanatemversuchen oder spätestens nach 7 Tagen nach dem ersten erfolglosen Spontanatemversuch Prolongiertes Weaning Beatmungspflege Anordnungsverantwortung liegt bei den Ärzten Umsetzung des angeordneten Beatmungs-Regimes Adäquate Lagerung der Patienten Sekretmanagement, Sekretmobilisation Mundpflege Kontrolle der richtigen Tubus-Lage, z.B. durch - Auskultation Vibraxmassage ARDS : Acute respiratory distress syndrome regelmäßige Bauchlagerung notwendig um gleichmäßige Belüftung aller Lungenabschnitte zu gewährleisten Abschließend sei noch auf unseren Podcast zum Thema Covid-19 und MS mit Dr. Matthias Veit und den mit Dr. Stephan Schwarz zu radiologischen Befunden hingewiesen. Viel Spaß beim Hören und Lernen!

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