Fanny Pack, Bubble Tea & Co: Wie wird etwas zum Trend?
Mar 20, 2022
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Julian Danoff, ein Trendscout und Fashion Director, der Trends aus asiatischen Megacities entdeckt, diskutiert spannende Facetten der Trendforschung. Er erklärt, wie etwas vom No-Go zum Must-Have wird, am Beispiel der Bauchtasche. Insbesondere die Rolle der sozialen Medien und Influencer bei der Entstehung moderner Trends wird thematisiert. Danoff beleuchtet auch, wie Klimawandel und gesellschaftliche Veränderungen langfristige Megatrends prägen und zeigt auf, wie der Retro-Trend unser Konsumverhalten beeinflusst.
Trends entwickeln sich aus einer Kombination von sozialer Beeinflussung durch Medien und Influencer sowie persönlicher Akzeptanz in sozialen Gruppen.
Megatrends zeigen langfristige gesellschaftliche Veränderungen, die unser Konsumverhalten und die Mode nachhaltig prägen, wie beim Comeback der Bauchtasche.
Deep dives
Die Entstehung von Trends
Trends entwickeln sich oft zunächst als kurzes Phänomen, das langsam an Popularität gewinnt, bevor es den Höhepunkt erreicht und wieder abfällt. Der Prozess beginnt häufig mit einem neuen Modeartikel, den nur wenige tragen, bis er von Influencern und Medien aufgegriffen wird, was zu einer breiten Akzeptanz führt. Ein Beispiel für einen solchen Trend ist die Bauchtasche, die nach ihrer ersten Präsentation in prominenter Mode wie Chanel und Balenciaga zwischen 2014 und 2017 wieder populär wurde. Dies zeigt, dass Trends nicht nur spontane Erscheinungen sind, sondern auch durch strategisches Marketing und die Beeinflussung durch soziale Netzwerke entstehen können.
Megatrends und Gesellschaft
Megatrends sind tiefgreifende, langfristige Veränderungen in der Gesellschaft, die über Jahrzehnte wirken und unser Konsumverhalten sowie Wertvorstellungen stark beeinflussen. Beispiele wie Globalisierung, Individualisierung und Neoökologie zeigen, wie sich Gesellschaften wandeln und wie diese Wandlungen Konsumtrends prägen können. Der Rückgang der traditionellen Geschlechterrollen und das Aufkommen von genderless Mode sind Ausdruck eines solchen Megatrends, was sich auch in der Popularität von vielseitigen Artikeln wie der Bauchtasche widerspiegelt. Diese tiefere Verflechtung von Mode und gesellschaftlichen Dynamiken beleuchtet, warum bestimmte Trends nicht nur kurzlebig sind, sondern nachhaltige Auswirkungen haben.
Der Einfluss des sozialen Umfelds
Das soziale Umfeld spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, ob und wann ein Trend von Individuen angenommen wird. Menschen neigen dazu, durch die Vorlieben ihrer direkten sozialen Gruppen beeinflusst zu werden, was bedeutet, dass der individuelle Geschmack oft weniger entscheidend ist als die Gruppenzugehörigkeit. In Bezug auf die Bauchtasche wurde festgestellt, dass ihre Akzeptanz nicht nur durch prominente Marken und Influencer, sondern auch durch die Übernahme in persönlichen Freundeskreisen gefördert wurde. Diese Beobachtung verdeutlicht, dass das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit maßgeblich für die Verbreitung von Trends ist.
Bubble Tea, Lava Lampe, y2k: Trends bestimmen, was wir essen, wie wir uns einrichten und was wir kaufen. Gerade durch die sozialen Medien wird heutzutage etwas innerhalb von Sekunden zum begehrten Must-Have und genau so schnell verliert es wieder an Reiz. Woran liegt das? Warum wird etwas zum Trend? Und: Kann man das vorhersagen? Wir klären in dieser Folge “Wissen Weekly”, wie sich ein Trend verbreitet, inwiefern Kendall Jenner unseren Geschmack manipuliert und was der Klimawandel mit dem Comeback der Bauchtasche zu tun hat. Dafür sprechen wir mit dem Trendforscher Matthias Horx, einer Modeexpertin, die das Comeback der 90ies entschlüsselt und einem Trend-Scout, der in Tokio entdeckt, was wir morgen tragen werden.
Hier könnt ihr nochmal sehen wie ein Trendzyklus aussieht und nachlesen, wie Trendagenturen arbeiten. Einen Überblick über die Geschichte der Bauchtasche gibt`s bei Garage. Mehr über die Arbeit von Matthias Horx und alle Infos zu den fünf Trendarten und den aktuellen zwölf Megatrends findet ihr auf der Website von seiner Trendagentur Das Zukunftsinstitut. Einen Überblick über die SINUS-Milieus, mit denen Silke Borgstedt arbeitet gibt’s hier. Warum die Trendforschung in der Kritik steht, lest ihr bei der Bundeszentrale für politische Bildung.