Warum Journalisten jetzt die Plattform “X” verlassen - #1262
Nov 20, 2024
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Armin Wolf, ein renommierter ORF-Anchorman und Experte für politische Berichterstattung, und Florian Klenk, Chefredakteur des Falter, diskutieren den Ausstieg vieler Journalisten von der Plattform X. Sie beleuchten den Einfluss von Elon Musk und die damit verbundenen Herausforderungen, wie Fake-News und toxisches Nutzerverhalten. Eine mögliche Alternative, Blue Sky, wird vorgestellt, und die Bedeutung innovativer Ansätze im Journalismus für den digitalen Wandel hervorgehoben.
Der Rückzug vieler Journalisten von Twitter zeigt eine wachsende Besorgnis über den Einfluss extremistischer Inhalte und Verschwörungstheorien auf die Plattform seit Elon Musks Übernahme.
Die Entscheidung für alternative Netzwerke wie Blue Sky verdeutlicht den Bedarf an toxikitätsfreieren digitalen Umgebungen und einer erneuerten Verbindung zwischen Journalismus und Publikum.
Deep dives
Der Abgang von Twitter
In letzter Zeit haben viele Journalisten Twitter den Rücken gekehrt, angeführt von prominenten Stimmen wie Armin Wolf. Die Plattform hat sich zunehmend zu einem Ort entwickelt, der von extremistischen Ansichten und Verschwörungstheorien dominiert wird, seit Elon Musk die Kontrolle übernommen hat. Journalistinnen und Journalisten berichten von einer signifikanten Abnahme an qualitativ wertvollen Interaktionen, trotz einer großen Anzahl von Followern. Der Unmut über die Veränderung der Plattform hat viele dazu veranlasst, alternative soziale Netzwerke wie Blue Sky zu erkunden.
Der Einfluss von Musk auf Twitter
Die Veränderungen unter der Leitung von Elon Musk haben die Nutzung von Twitter gravierend beeinflusst, indem er die Moderation und den Algorithmus manipulierte. Diese Veränderungen führten dazu, dass schädliche Inhalte und toxische Nutzer an Sichtbarkeit gewonnen haben, wodurch die Erfahrungen der Nutzer stark negativ beeinflusst wurden. Experten stellen fest, dass Twitter zuvor nie ideal moderiert wurde, dies jedoch unter Musk noch verschlechtert wurde, indem Rechtextreme und Verschwörungstheoretiker stark gefördert wurden. Dies hat dazu geführt, dass viele Journalisten die Plattform als unhaltbar empfanden und ihre Präsenz dort beendeten.
Der Umstieg zu Blue Sky
Die Entscheidung, zu Blue Sky zu wechseln, resultiert aus dem Drang nach einer digitalen Umgebung, die weniger toxisch ist und vor allem interessante und respektvolle Diskussionen ermöglicht. Journalisten wie Armin Wolf und Florian Klenk haben aktiv andere dazu ermutigt, diesen Wechsel in einer kollektiv koordinierten Aktion durchzuführen. Obwohl Blue Sky einige Herausforderungen mit sich bringt, wird es als eine willkommene Abwechslung von Twitter wahrgenommen, da es keine Werbung enthält und möglicherweise besseren Inhalt moderiert. Viele Benutzer sind daher bereit, die Plattform zu testen und sich einer neuen Community anzuschließen.
Die Zukunft des Journalismus
Die Diskussion über die Trennung von Plattformen wie Twitter und die Bildung von Echokammern zeigt die dringende Notwendigkeit, wie sich Journalismus ins Digitale neu orientieren muss. Die Idee eines öffentlich-rechtlichen sozialen Mediums wurde als mögliche Lösung ins Spiel gebracht, um die Qualität der Diskussion zu gewährleisten. Journalisten und Medienhäuser müssen stärker mit ihrem Publikum in Kontakt treten und sich darauf konzentrieren, das verlorene Vertrauen in den Journalismus wiederherzustellen. Eine transparente Kommunikation und der Einsatz von Veranstaltungen, bei denen Leser sich aktiv beteiligen können, können helfen, die Kluft zwischen etabliertem Journalismus und sozialen Medien zu überbrücken.
In Österreich verabschiedet sich eine Riege prominenter Journalistinnen und Journalisten vom Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter. Was hat der Eigentümer Elon Musk damit zu tun und wie kann dem Rechtsdrall Sozialer Medien begegnet werden? Das diskutieren ORF-Anchorman Armin Wolf und die Falter-Leute Florian Klenk und Barbara Tóth.