Was jetzt? – Die Woche

ZEIT ONLINE
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Jan 22, 2026 • 30min

Ungleichheit: Gefährdet Reichtum unsere Demokratie?

Laut einer neuen Oxfam‑Studie gefährdet die extreme Ungleichheit zwischen Arm und Reich zunehmend die Demokratie. Weltweit besitzen rund 3.000 Milliardäre zusammen 15,75 Billionen Euro, während fast die Hälfte der Menschheit in Armut lebt. Auch Deutschland gehört mit über 170 Milliardärinnen und Milliardären zu den Ländern mit den meisten Superreichen weltweit.   Ungleichheit in Deutschland zeigt sich auch bei Einkommen und Chancen. Während die Gehälter von DAX‑Vorständen seit 2019 etwa 30‑mal so stark gestiegen sind wie die Reallöhne der Beschäftigten, lebt rund ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland in Armut. Gleichzeitig sinkt die soziale Durchlässigkeit: Wer arm ist, bleibt meist arm, wer reich ist, bleibt reich.   Diese Ungleichheit hat politische Folgen und birgt Gefahren für die Demokratie. Menschen, die sich ökonomisch abgehängt fühlen, verlieren laut einer Studie der Hans‑Böckler‑Stiftung häufiger Vertrauen in Politik und Staat und wählen überdurchschnittlich oft populistische oder rechte Parteien. Gleichzeitig nutzen Superreiche ihre Macht aktiv politisch. Oxfam warnt: Wenn Vermögen sich in wenigen Händen konzentriert und politische Entscheidungen zunehmend den Interessen der Reichsten folgen, gerät die Demokratie selbst unter Druck.   Wie gefährlich ist die wachsende Ungleichheit für Deutschlands Gesellschaft – und für ihre politischen Institutionen? Und kann man Ungleichheit überwinden?
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Jan 15, 2026 • 26min

Iran: Wie nah ist das Ende des Regimes wirklich?

Die Proteste im Iran unterscheiden sich von früheren Bewegungen. Sie erfassen nicht nur die urbane Mittelschicht, sondern breite Bevölkerungsschichten – darunter erstmals die traditionell regimetreuen Basarhändler. Aus dem Exil positioniert sich Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, als mögliche Führungsfigur. Doch die Opposition bleibt gespalten, ein klares politisches Profil für die Zeit nach dem Regime fehlt. Und seit der weitgehenden Abschaltung des Internets ist nicht mehr klar erkennbar, ob das Regime die Proteste weitgehend niedergeschlagen hat – oder ob es lediglich gelungen ist, sie unsichtbar zu machen.  Nach Berichten der New York Times hält Präsident Donald Trump ein breites Spektrum an Optionen offen – von Cyberangriffen bis hin zu gezielten Luftschlägen. Ein unmittelbarer militärischer Angriff gilt bislang jedoch nicht als beschlossen. Am Mittwochabend erklärte Trump auf einer Pressekonferenz, das Regime habe ihm zugesichert, keine Hinrichtungen vorzunehmen. Es gelte die Situation weiter zu beobachten. Seit dem 28. Dezember demonstrieren im Iran Hunderttausende Menschen gegen das Regime. Auslöser ist eine schwere Wirtschaftskrise mit galoppierender Inflation und dem Absturz der Landeswährung. Doch die Proteste sind längst nicht mehr nur wirtschaftlich motiviert – immer lauter werden die Rufe nach einem Ende der theokratischen Diktatur. Welche Versprechen macht die iranische Führung? Wie weit wären die USA bereit zu gehen? Und wie realistisch ist ein Sturz des Regimes? 
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Jan 8, 2026 • 25min

Ist Grönland das nächste Venezuela? Trumps neue Machtpolitik

Alexander Kauschanski, Auslandsredakteur der ZEIT, diskutiert die aktuellen geopolitischen Spannungen rund um Grönland und Venezuela. Er beleuchtet Trumps Drohungen gegen Grönland und die Bedeutung der US-Politik für die Diplomatie mit Dänemark. Die Folgen der venezolanischen Krise für Kuba und Kolumbien werden analysiert, wobei Trumps Vorgehen als strategisches Machtspiel interpretiert wird. Kauschanski zieht Parallelen zwischen dem US-Eingriff in Venezuela und künftigen Aktionen in Kolumbien und erörtert die internationalen Reaktionen auf diese Entwicklungen.
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Dec 18, 2025 • 28min

Warum verdienen Frauen immer noch weniger?

Frauen verdienen in Deutschland weniger als Männer. Doch während die Lohnlücke in manchen Bereichen schrumpfte, stagniert oder wächst sie inzwischen wieder. Der Gender-Pay-Gap ist kein reines Arbeitsmarktphänomen – es geht auch um gesellschaftliche Bilder und Erwartungen. Die neuen Zahlen zeigen: Besonders in Westdeutschland, in Branchen mit hoher Teilzeitquote und schwacher Tarifbindung, wächst die Lohnlücke. Nach der Familiengründung wird sie dramatisch. Das ist eine Frage von Erwerbsmustern und Betriebsstrukturen. Gleichzeitig verändert sich die gesellschaftliche Stimmung. Antifeministischer Content floriert auf TikTok und YouTube. Umfragen deuten auf wachsende Skepsis gegenüber Gleichstellung hin – besonders unter jungen Männern. Polarisierung nimmt zu. Die Forschung zeigt, dass gesellschaftliche Leitbilder prägen, welche Arbeitsmodelle als Standard gelten, wie Betriebe Karrierechancen verteilen. Wächst die Skepsis gegenüber Frauenerwerbstätigkeit, prägt das betriebliche Entscheidungen. Kulturelle Einstellungen wirken dabei nicht am Rand, sondern als aktiver Verstärker oder als Bremse. Darüber spricht Hannah Grünewald mit Rebekka Endler, freie Autorin, Journalistin und Podcasterin, in der 122. Folge von Was jetzt? – Die Woche. Unsere Sendung sehen Sie immer donnerstags auf zeit.de und auf YouTube. Redaktionsleitung, Moderation: Hannah Grünewald Postproduktion: Simon Schmalhorst, Matthias Giordano Redaktion, Producing und Regie: Lucie Liu, Julian Claudi, Dilan Gropengiesser, Matthias Giordano, Fish&Clips Sprecherin: Poliana Baumgarten Ressortleitung Video: Max Boenke Technisches Konzept: Sven Wolters Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann Musik: Konrad Peschmann, soundskin
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Dec 11, 2025 • 26min

Wie wollen die USA Europas Kurs verändern?

Anna Sauerbrey, Außenpolitische Koordinatorin bei DIE ZEIT, beleuchtet die strategischen Taktiken der USA gegenüber Europa. Sie erklärt, wie die US-Regierung Europa zunehmend als geopolitisches Projekt sieht und die AfD als Einflussinstrument nutzt. Anna diskutiert auch die ideologischen Wurzeln von Trumps Rhetorik und die damit verbundenen Risiken für die EU. Gleichzeitig betont sie die Notwendigkeit für Europa, unabhängiger zu werden, um den transatlantischen Einfluss abzumildern.
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Dec 4, 2025 • 33min

Korruptionsaffäre in Kyjiw: Bleibt Selenskyj handlungsfähig?

Während in Brüssel darüber gestritten wird, ob die EU eingefrorene russische Milliarden an die Ukraine auszahlen soll, gerät Kyjiw in eine schwere politische Krise, nachdem Andrij Jermak, der mächtigste Mann hinter Präsident Wolodymyr Selenskyj und Leiter des Präsidialamts, letzte Woche zurücktreten musste. Gegen ihn und weitere Mitglieder des engsten Zirkels – darunter zwei Energieminister und Selenskyjs früherer Geschäftspartner Timur Mindich – ermitteln die Behörden wegen mutmaßlicher Schmiergelder in Millionenhöhe. Das alles passiert ausgerechnet jetzt, während Donald Trumps Sondergesandter Steve Witkoff in Moskau Bedingungen für einen Frieden verhandelt und die Ukraine weiter unter russischen Angriffen leidet. Der Rücktritt Jermaks, der jahrelang als unverzichtbarer Krisenmanager galt und den direkten Draht zu Washington hielt, hinterlässt ein Machtvakuum. Präsident Selenskyj reagierte mit dem Versprechen eines Neustarts, doch der Schaden ist da: Die Affäre liefert Skeptikern im Westen Argumente und schwächt Selenskyjs Position in einer  womöglich entscheidenden Phase des Krieges. Das Timing ist denkbar ungünstig: Während die USA und Russland über einen 28-Punkte-Friedensplan diskutieren und den Druck auf die Ukraine erhöhen, stellt sich die Frage: Wie sehr vertraut die ukrainische Bevölkerung ihrer Regierung noch? Wie handlungsfähig ist Selenskyj derzeit noch? Und was bedeutet die Instabilität für die dringend benötigten 140 Milliarden Euro an EU-Hilfen? Darüber spricht Dilan Gropengiesser mit dem in Kyjiw lebenden Journalisten Denis Trubetskoy in der neuen Folge von Was jetzt? – Die Woche. Unsere Sendung sehen Sie immer donnerstags auf zeit.de und auf YouTube. Redaktionsleitung, Moderation: Dilan Gropengiesser Postproduktion: Simon Schmalhorst, Dilan Gropengiesser Redaktion, Producing und Regie: Lucie Liu, Julian Claudi, Matthias Giordano, Fish&Clips Sprecherin: Poliana Baumgarten Ressortleitung Video: Max Boenke Technisches Konzept: Sven Wolters Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann Musik: Konrad Peschmann, soundskin
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Nov 27, 2025 • 22min

US-Drogenkrieg gegen Venezuela: Nur ein Vorwand?

Offiziell begründet Donald Trump das Vorgehen gegen Venezuela mit dem Kampf gegen den Drogenhandel. Doch Experten widersprechen: Venezuela spielt im internationalen Kokainhandel nur eine begrenzte Rolle. Trotzdem setzen die USA ein Kopfgeld von 50 Millionen Dollar auf Präsident Nicolás Maduro aus. Die US-Regierung sieht Maduro nicht als rechtmäßigen Präsidenten Venezuelas an und wirft ihm vor, das kürzlich als terroristische Organisation eingestufte sogenannte Kartell der Sonnen zu führen, ein mutmaßliches Netzwerk aus Offizieren der venezolanischen Streitkräfte.  Seit September haben US-Truppen 21 Boote in der Karibik angegriffen und zerstört, mindestens 80 Menschen wurden dabei getötet. Frankreichs Außenminister bezeichnet die US-Luftschläge als völkerrechtswidrig. Die US-Luftfahrtbehörde FAA warnt angesichts der verstärkten amerikanischen Militärpräsenz vor Risiken im venezolanischen Luftraum. Zahlreiche Airlines streichen ihre Flüge.  Maduro spricht von einer Gefährdung der Stabilität und Sicherheit des Landes und kündigt an, über vier Millionen Reservisten bewaffnen zu lassen. Droht eine militärische Eskalation zwischen Venezuela und den USA? Und worum geht es Donald Trump dabei wirklich? Darüber spricht Dilan Gropengiesser in Was Jetzt? – Die Woche mit Samiha Shafy aus dem Politikressort der ZEIT.
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Nov 20, 2025 • 25min

Klimagipfel: Warum redet niemand Klartext über Öl, Gas und Kohle?

Die Klimapolitik hatte einmal ein klares Versprechen: Die globale Erwärmung sollte auf 1,5 Grad begrenzt werden. Doch inzwischen gilt dieses Ziel als kaum erreichbar. Folgen wir dem aktuellen Kurs, steuern wir laut Climate Action Tracker bis 2100 auf rund 2,8 Grad zu. Offiziell verhandeln Staaten in Belém über den Ausbau erneuerbarer Energien, Klimafinanzierung und den Schutz besonders verwundbarer Regionen. Doch hinter den diplomatischen Formulierungen steht ein harter Machtkampf: Inselstaaten kämpfen buchstäblich ums Überleben, ölreiche Länder blockieren Formulierungen zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, China und Indien verschieben globale Investitionsströme, die EU drängt auf ambitionierte Ziele. Klimaschutz ist nicht nur Umweltpolitik – er ist geopolitische Interessenpolitik. Zwei Jahre nach der Einigung von Dubai zeigt sich, wie groß die Lücke zwischen Text und Realität ist. Der Weltgemeinschaft gelang es damals, den Abschied von Öl, Gas und Kohle überhaupt in den Beschluss zu schreiben – ein diplomatischer Kraftakt in einem Konsenssystem, in dem jedes Wort einstimmig sein muss. Doch seither wurden mehr neue fossile Projekte genehmigt als im Jahr davor. Wer trägt die Kosten des Scheiterns – und wer verdient an den Lösungen? Was bedeutet eine Erwärmung von fast 3 Grad konkret für Sicherheit, Wohlstand und Alltag? Wie verändert sie unsere Lebensbedingungen, unsere Wirtschaft und unser Zusammenleben? Darüber spricht Dilan Gropengiesser mit Elena Erdmann, Redakteurin für Forschungsdaten im Ressort Wissen der ZEIT, in der 118. Folge von Was jetzt? – Die Woche.
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Nov 13, 2025 • 28min

Was passiert, wenn Konzerne mächtiger werden als Staaten?

Private Konzerne übernehmen weltweit Aufgaben, die früher als öffentliche Grundversorgung galten: Infrastruktur, Energie, Wasser, Gesundheitsversorgung und digitale Kommunikation. Diese Machtverschiebung hat eine neue Qualität erreicht. Nicht mehr Staaten bestimmen über zentrale Lebensbereiche, sondern wenige globale Unternehmen. Sie agieren schneller, als die Gesetzgebung ihnen folgen kann, und entziehen sich durch ihre Größe und internationale Struktur häufig demokratischer Kontrolle. Historisch galten Monopole als Gefahr für freie Märkte und Demokratie. Heute ist die Regulierung geschwächt: Wettbewerbs- und Kartellgesetze greifen oft erst, wenn Preise steigen – nicht, wenn Macht konzentriert wird. Die Folge: Konzerne können sich Märkte sichern, Grundversorgung privatisieren und Politik über Lobbyarbeit beeinflussen. Beispiele aus dem Energie-, Wasser- und Gesundheitssektor zeigen, dass Privatisierung zwar Gewinne verspricht, aber Versorgungssicherheit, Transparenz und Gemeinwohl gefährden kann. Die zentrale Frage lautet daher nicht, wer reich oder mächtig wird, sondern welche Zukunft entsteht, wenn Demokratien ihre Gestaltungshoheit verlieren. Wie lässt sich politischer Einfluss zurückgewinnen, wenn wirtschaftliche Macht einmal monopolisiert ist? Darüber spricht Dilan Gropengiesser mit Peter Dabrock, Professor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Universität Erlangen-Nürnberg, in der 117. Folge von Was jetzt? – Die Woche. Unsere Sendung sehen Sie immer donnerstags auf zeit.de und auf YouTube. Redaktionsleitung, Moderation: Dilan Gropengiesser Postproduktion: Simon Schmalhorst, Dilan Gropengiesser Redaktion, Producing und Regie: Julian Claudi, Ina Rotter Sprecherin: Poliana Baumgarten Ressortleitung Video: Max Boenke Technisches Konzept: Sven Wolters Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann Musik: Konrad Peschmann, soundskin
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Nov 6, 2025 • 25min

Deutschland 2026: Wie teuer wird unser Leben noch?

Der Bundestag berät heute, wie sich steigende Krankenkassenbeiträge bremsen lassen. Ein wichtiger Termin, denn 2026 wird Gesundheit für viele teurer. Doch es bleibt nicht dabei: Auch das Deutschlandticket kostet mehr, die Mieten steigen, Heizung, Wasser, Lebensmittel, Sprit – fast alles wird teurer. Das alles passiert nicht wegen einer Krise – und nur teilweise wegen Inflation. Die Preise steigen, weil politisch zu wenig passiert und das Geld im Haushalt woanders landet. Während Bund und Länder gemeinsam nur drei Milliarden Euro pro Jahr in das Deutschlandticket investieren, fließen über 24 Milliarden in Subventionen für Auto- und Flugverkehr. Beim Wohnungsbau geht es seit Jahren kaum voran, inzwischen sinkt die Zahl der Neubauten sogar. Die Folge: Mieten und Immobilienpreise steigen weiter. Und weil Preisbremsen fürs Heizen und Tanken auslaufen, werden auch hier die Kosten wieder höher. Wie teuer wird das Leben in Deutschland 2026 wirklich? Und mit welchen Methoden trickst die Regierung beim Haushalt? Darüber spricht Dilan Gropengiesser mit Mark Schieritz, stellvertretender Ressortleiter Politik der ZEIT, in der 116. Folge von Was jetzt? – Die Woche. Unsere Sendung sehen Sie immer donnerstags auf zeit.de und auf YouTube. Redaktionsleitung, Moderation: Dilan Gropengiesser Postproduktion: Simon Schmalhorst, Dilan Gropengiesser Redaktion, Producing und Regie: Lucie Liu, Julian Claudi, Matthias Giordano, Fish&Clips Sprecherin: Poliana Baumgarten Ressortleitung Video: Max Boenke Technisches Konzept: Sven Wolters Videodesign: Fabian Friedrich, Adele Ogiermann Musik: Konrad Peschmann, soundskin

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