Iran: Wie nah ist das Ende des Regimes wirklich?
Die Proteste im Iran unterscheiden sich von früheren Bewegungen. Sie erfassen nicht nur die urbane Mittelschicht, sondern breite Bevölkerungsschichten – darunter erstmals die traditionell regimetreuen Basarhändler. Aus dem Exil positioniert sich Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, als mögliche Führungsfigur. Doch die Opposition bleibt gespalten, ein klares politisches Profil für die Zeit nach dem Regime fehlt. Und seit der weitgehenden Abschaltung des Internets ist nicht mehr klar erkennbar, ob das Regime die Proteste weitgehend niedergeschlagen hat – oder ob es lediglich gelungen ist, sie unsichtbar zu machen.
Nach Berichten der New York Times hält Präsident Donald Trump ein breites Spektrum an Optionen offen – von Cyberangriffen bis hin zu gezielten Luftschlägen. Ein unmittelbarer militärischer Angriff gilt bislang jedoch nicht als beschlossen. Am Mittwochabend erklärte Trump auf einer Pressekonferenz, das Regime habe ihm zugesichert, keine Hinrichtungen vorzunehmen. Es gelte die Situation weiter zu beobachten.
Seit dem 28. Dezember demonstrieren im Iran Hunderttausende Menschen gegen das Regime. Auslöser ist eine schwere Wirtschaftskrise mit galoppierender Inflation und dem Absturz der Landeswährung. Doch die Proteste sind längst nicht mehr nur wirtschaftlich motiviert – immer lauter werden die Rufe nach einem Ende der theokratischen Diktatur.
Welche Versprechen macht die iranische Führung? Wie weit wären die USA bereit zu gehen? Und wie realistisch ist ein Sturz des Regimes?
