Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Mar 11, 2023 • 27min

Am Wochenende: Welche Folgen die Winter-Dürre in Europa hat

Gondeln in Venedig liegen auf Grund, der größte Fluss Italiens, der Po, führt nur noch 60 Prozent seines normalen Wassers und Frankreich ruft zum Wassersparen auf – alles Meldungen seit Ende Februar. Teile Europas erleben eine Dürre – mitten im Winter. Auch in Deutschland ist es schon seit fünf Jahren zu trocken. “Wir sind Opfer der eigenen Taten”, sagt der Meteorologe Sven Plöger, der seit mehr als 20 Jahren das Wetter in der ARD präsentiert. “Wir brauchen jetzt monatelangen Regen, um in den tiefen Schichten die Dürre wieder auszugleichen”, sagt Plöger mit Blick auf die vertrockneten Böden in Deutschland. Ein Problem ist dabei auch, dass es zu wenig geschneit hat: “Die Alpen liefern insgesamt 220 Billionen Liter Wasser jedes Jahr ans Umland und 60 % der Wassermenge des Rhein-Pegels im Sommer entstammt aus schmelzenden Gletschern plus den Regenfällen in den Alpen.” Die Folge: Die Binnenschifffahrt und auch die Kühlung von Atomkraftwerken, die auf Flüsse angewiesen sind, sind beeinträchtigt. Sven Plöger erkennt einen Paradigmenwechsel beim Umgang mit Wasser in den vergangenen Jahren: “Verwenden statt verschwenden” sei inzwischen viel präsenter als früher. Für ihn als Meteorologen im Fernsehen bedeute die Klimakrise auch: “Ein Wetterbericht erfordert eine andere Einordnung und Bewertung.” Den Text zum Gender Pay Gap von Felicitas Wilke finden Sie hier. Redaktionsschluss für diese Sendung war Freitag, 10.03.2023 um 18 Uhr. Moderation, Redaktion: Johannes Korsche Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Vinzent-Vitus Leitgeb, Tami Holderried Produktion: Immanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über ZDFheute, Reuters, TVBSNews
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Mar 10, 2023 • 13min

Gewalttat in Hamburg: "Das schnelle Eingreifen hat bestimmt viele Opfer verhindert"

In einem Gebäude der Glaubensgemeinschaft Zeugen Jehovas im Hamburger Stadtteil Alsterdorf hat am Donnerstagabend ein Mann sieben Menschen und sich selbst getötet. Acht weitere Menschen wurden verletzt. Kurz vor 21 Uhr gab es die ersten Schüsse, da waren laut der Gemeinde gerade 36 Menschen vor Ort. Sie hatten sich zu einem Gottesdienst versammelt. SZ-Korrespondentin Ulrike Nimz war am Donnerstagabend vor Ort. Sie sagt, dass vor allem das schnelle Eingreifen der Polizei wohl viele Opfer verhindert hat. Erste Beamte waren innerhalb von vier Minuten nach den ersten Notrufen vor Ort. Der Täter war ein ehemaliges Mitglied der Gemeinde, der 35-jährige Philipp F. “Ob er ausgeschlossen wurde oder freiwillig ging, darüber gibt es widersprüchliche Aussagen”, so Nimz. Bislang gebe es noch keine klaren Hinweise auf ein Motiv. Aber die Behörden habe bereits vor ein paar Wochen ein anonymes Schreiben zu Philipp F. erreicht. Darin war vor ihm gewarnt worden. Eine Überprüfung seines Waffenscheins hatte damals allerdings nichts ergeben. Weitere Nachrichten: Xi Jinping für dritte Amtszeit bestätigt, Lindner verschiebt Kabinettsbeschluss zum Bundeshaushalt Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Nadja Schlüter, Johannes Korsche, Ann-Marlen Hoolt Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über phoenix.
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Mar 9, 2023 • 13min

Umkämpfte Stadt Bachmut: “Alle sagen, es ist die Hölle.”

Die Stadt Bachmut ist zu einer Art Epizentrum im Krieg in der Ukraine geworden. Seit neun Monaten wird hier besonders brutal gekämpft. Zehntausende Soldaten sind in Bachmut schon gestorben. Die Stadt ist also schon lange hart umkämpft, aber in den vergangenen Tagen hat sich die Lage nochmal zugespitzt. Die russischen Truppen dringen aktuell immer weiter vor und haben Bachmut schon fast eingekesselt. Trotzdem will die ukrainische Regierung Bachmut noch nicht aufgeben. Obwohl sogar Stimmen aus der ukrainischen Armee einen taktischen Rückzug fordern. “Präsident Selenskij sieht Bachmut als Symbol,” sagt SZ-Redakteurin Sonja Zekri. Sie war Anfang Februar in Bachmut. “Wir haben mit vielen Soldaten gesprochen, die aus Bachmut kamen oder dorthin gefahren sind. Alle haben gesagt: Es ist die Hölle,” so Zekri. Die Verluste auf beiden Seiten seien ihrer Einschätzung nach extrem hoch. Aber auch für Russland sei Bachmut wichtig. “Putin hat Gebiete zu russischem Territorium erklärt, die er noch nicht vollständig kontrolliert”, so Zekri. Russland sei unter Druck, in Bachmut Erfolg zu haben. Die Schlacht um Bachmut sei am Ende auf jeden Fall symbolisch – für beide Seiten. Weitere Nachrichten: Digitale Patientenakte vorgestellt, Agenten-Gesetz in Georgien kommt doch nicht, ver.di-Mitglieder stimmen für Streik bei der Post. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Antonia Franz, Johannes Korsche, Ann-Marleen Holt Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Youtube (PresidentGovUa)
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Mar 8, 2023 • 13min

Explosion an Nord-Stream-Pipelines: Was dran ist an der Spur in die Ukraine

Die Ukraine verneint eine Beteiligung an der Sabotage der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2. Zuvor hatten die New York Times sowie ARD, SWR und Zeit berichtet, dass Spuren in Richtung einer pro-ukrainischen Gruppe führten. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat vor voreiligen Schlüssen gewarnt. "Respekt, dass überhaupt jemand mit den Kollegen gesprochen hat", lobt Christoph Koopmann aus dem SZ-Politikressort die Recherchen. Es sei "sehr auffällig", dass sich in diesem sehr sensiblen Fall "alle Beteiligten bisher extrem bedeckt halten mit möglichen Ermittlungsergebnissen". Bislang wisse man kaum etwas über die Aktion. "Wir wissen auch nicht, wer diese Attacke womöglich in Auftrag gegeben hat." Jedenfalls hätte die Ukraine "auf jeden Fall was davon gehabt". Kiew habe sich wie die USA "schon von Anfang an gegen das Projekt Nord Stream ausgesprochen". Tatsächlich aber hätten, sagt Koopmann, viele verschiedene Akteure Motive gehabt. Deshalb könne man nach wie vor auch Russland als Täter nicht ausschließen. Moskau hätte mit einer solchen Sabotage auch demonstrieren können: "Wir können euch überall treffen, wir können eure sensible Energieinfrastruktur zerstören." Die Kritik zur ZDF-Serie "Der Schwarm" finden Sie hier. Den Text zum Sexualstrafrecht in Spanien finden Sie hier. Weitere Nachrichten zum Internationalen Frauentag: Unterdrückung in Afghanistan, Spanien ändert Sexualstrafgesetz Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über DLF
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Mar 7, 2023 • 11min

Gender Pay Gap: Wie die Lücke überwunden werden kann

Frauen verdienen für die gleiche Arbeit noch immer weniger als Männer. Das zeigt jedes Jahr der Equal Pay oder Gender Pay Day. Der Tag im Jahr, bis zu dem Frauen – im Vergleich zu Männern – umsonst gearbeitet haben. Ermittelt vom Statistischen Bundesamt seit 1995. "In Deutschland ist nur knapp jede dritte Führungskraft weiblich", sagt Felicitas Wilke aus dem SZ-Wirtschaftsressort. "Frauen arbeiten auch häufiger in schlechter bezahlten Branchen, schlechter bezahlten Berufen und häufiger in Teilzeit." Besonders stark sei das nach der Geburt des ersten Kindes zu sehen. Dann breche das Gehalt von Frauen nahezu ein, sagt Wilke. Erst über die Jahre gleiche sich das langsam wieder an das Gehalt der Männer an. Das liege "natürlich zum einen an beruflichen Auszeiten" wie Elternzeit oder auch Teilzeit. "Es liegt aber auch an der Tendenz, dass Väter nach der Geburt eher eine Gehaltserhöhung bekommen als Frauen." Den Faktencheck von Felicitas Wilke zu den Lohnunterschieden finden Sie hier. Weitere Nachrichten: China warnt USA, Kilicdaroglu führt türkisches Oppositionsbündnis, SPD und CDU starten Koalitionsgespräche Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Johannes Korsche, Tami Holderied Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über ZDF
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Mar 6, 2023 • 13min

Chinas Arbeiter und die wachsende Schere zwischen Arm und Reich

Auf dem Nationalen Volkskongresses in Peking zementieren die rund 3000 Delegierten die grenzenlose Macht von Staats- und Parteichef Xi Jingping. Sie nicken den Austausch der Führungsmannschaft und die steigenden Militärausgaben ab. Und es wurde verkündet, dass die Regierung nur auf ein moderates Wirtschaftswachstum setzt. Der scheidende Ministerpräsident Li Keqiang hat auch von einem “wirtschaftlichen Abwärtsdruck” gesprochen. "Es knackst und knarzt an allen Stellen in der chinesischen Wirtschaft", sagt SZ-China-Korrespondentin Lea Sahay. "Viele Leute können einfach nicht mehr." Die Schere zwischen Arm und Reich sei "unfassbar krass": "Millionen Leute leben nur knapp oberhalb der Armutsgrenze." Es passe nicht in das Bild, was die Kommunistische Partei zeichnen wolle: Das Versprechen, jeder kann es schaffen, wenn man nur fleißig genug ist. Aber weil das eben nicht stimmt, werde es zum "riesigen Problem für die Zentralregierung". Die Reportage über die Arbeiter in China finden Sie hier. Korrektur: In der Hinführung hieß es in einer älteren Version, "demnach peilt die chinesische Regierung nur noch ein Bruttoinlandsprodukt von rund fünf Prozent an". Natürlich muss es heißen: "Demnach peilt die chinesische Regierung nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von rund fünf Prozent an." Wir haben das später korrigiert. Weitere Nachrichten: SPD-Spitzenpolitiker in Kiew, Kabinett tagt in Merseburg Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Tami Holderried, Johannes Kortsche Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters
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Mar 4, 2023 • 24min

Am Wochenende: “Iran hat einen konfrontativen Kurs gewählt”

Das Regime in Teheran geht seit Monaten mit Gewalt gegen die feministischen Proteste im Land vor. Ende Februar wurde ein regimekritischer Deutsch-Iraner in einem Schauprozess zum Tode verurteilt. Und am Mittwoch hat Iran zwei deutsche Diplomaten ausgewiesen. Wie also weiter umgehen mit Iran? Cornelius Adebahr von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sagt: “Der Westen sollte auf jeden Fall Iran als das nehmen, was es ist: Ein Land, was im Moment sehr stark von inneren Unruhen geprägt ist, wo es eine große Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit dem gegenwärtigen politischen System gibt.” Die letzten Monate hätten aber gezeigt, wie fest das Regime trotz aller Proteste im Sattel sitzt. Abedahr betont, dass es wichtig sei, den Kontakt zu Iran zu halten, um auf die Missstände einzuwirken – “es bringt nichts, keine Gespräche mehr zu führen.” Mehr wirtschaftliche Sanktionen hält er für wenig sinnvoll. Stattdessen solle der Westen Einzelpersonen sanktionieren und die Zivilbevölkerung in Iran unterstützen. Adebahr: “Das geht über Organisationen, die die Menschen vor Ort unterstützen, sei es durch einen Streikfonds, sei es durch materielle Hilfe für Menschen, die Gerichtsverfahren oder Krankenhausbehandlungen bezahlen müssen." Auch erleichterte Asylverfahren für Protestierende könnten helfen, so Adebahr. Den Ukraine-Liveblog der SZ finden Sie hier. Redaktionsschluss für diese Sendung war Freitag, 03.03.2023 um 18 Uhr. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Johannes Korsche, Léonardo Kahn, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Reuters, tagesschau.
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Mar 3, 2023 • 11min

Berlins Juso-Chef: "Mit uns gibt es keine Groko"

Am 12. Februar haben SPD, Grüne und Linkspartei bei der Wiederholungswahl in Berlin eine Viertel Millionen Stimmen verloren - und die SPD ihr schlechtestes Nachkriegsergebnis erzielt. Nach Sondierungsgesprächen auch mit den Grünen nehmen jetzt CDU und SPD Koalitionsgespräche auf. Die Sozialdemokraten würden in einer Groko zum Juniorpartner. Doch Berlins SPD-Chefin und Noch-Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey sieht mit der CDU mehr Schnittstellen. Sie sagte: "Ich mache das für Berlin und ich mache das für die SPD." Doch dagegen gibt es Widerstand von der Nachwuchsorganisation der SPD. Juso-Landesvorsitzender Peter Maaß findet das "die falsche Entscheidung" und hält eine große Koalition für einen "großen Fehler". Maaß: "Wenn ich mir angucke, was die CDU gerade im Wahlkampf gesagt hat, dann verstehe ich tatsächlich nicht, worin die großen Schnittmengen bestehen sollen." Die CDU und ihr Spitzenkandidat Kai Wegner habe im Wahlkampf auf eine "offene rassistische Politik" gesetzt. Die Jusos wollen nun in einer Mitgliederbefragung die Chance nutzen, dieses Bündnis noch zu verhindern. Andernfalls befürchte er "eine Rolle rückwärts in vielen Bereichen". "Ich habe auch noch die leise Hoffnung, dass es irgendwie mit Rot-Rot-Grün funktioniert", sagt Maaß. Er setze weiter auf ein progressives Bündnis. Weitere Nachrichten: Putin ruft Sicherheitsrat zusammen, Haft für Friedensnobelpreisträger aus Belarus, Wissing erzwingt Aufschub von EU-Votum über Verbrenner-Aus Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Johannes Korsche Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und dpa Korrektur: Robert Gernhardt wurde in der Sendung das Bonmot “Die größten Kritiker der Elche / waren früher selber welche” zugeschrieben. Es stammt jedoch auch nicht von F. K. Waechter wie hier zunächst stand, sondern von F. W. Bernstein. Bitte entschuldigen Sie die Fehler.
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Mar 2, 2023 • 12min

Streiks im öffentlichen Dienst: "Als Bürger die nächsten Wochen durchhalten"

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber, also die Kommunen in Deutschland, bieten dagegen eine Lohnerhöhung von fünf Prozent in zwei Schritten an. Und eine Einmalzahlung von 2500 Euro. Weil das noch weit auseinander liegt, gibt es aktuell vermehrt Streiks, am Freitag deutschlandweit: “Das Hauptproblem ist wie meistens das Geld”, sagt Alexander Hagelüken vom SZ-Wirtschaftsressort. In den Verhandlungen “fällt schon auf, dass Verdi einen Ticken mehr verlangt als es andere große Gewerkschaften gemacht haben.” Weiter: “Also das liegt schon so an der oberen Ecke, was Verdi da will.” Die Gefahr einer Lohn-Preis-Spirale bestehe dann, wenn sich die Inflation auf Dauer verfestige. “Und das passiert dann, wenn alle Leute und auch die Firmen glauben, dass die Preise sowieso immer weiter steigen, weswegen sie immer höhere Löhne fordern und auch immer Preise erhöhen.” Wobei die derzeitige Inflation vor allem im Supermarkt damit noch nichts zu tun habe. “Sondern es hat damit zu tun, dass die Firmen glauben, sie können ihre Preise so erhöhen wie sie wollen, und es auf die Inflation schieben.” Dass sich Verdi mit Fridays for Future am Freitag zusammengetan hat, findet Hagelüken “nicht ganz abwegig”. Schließlich müsse der öffentliche Nahverkehr auch als Arbeitgeber interessant sein, damit die Verkehrswende gelingen könne. Für die kommenden Wochen erwartet Hagelüken, dass die Streiks noch zunehmen werden,weil die nächste Verhandlungsrunde erst Ende März stattfindet. “Wir müssen jetzt einfach als Kunden und Bürger ein bisschen durchhalten”, sagt Hagelüken. Weitere Nachrichten: Bundeskanzler Olaf Scholz spricht im Bundestag, Apple investiert weitere Milliarde in Münchner Standort Moderation, Redaktion: Johannes Korsche Redaktion: Antonia Franz, Tami Holderried, Sabrina Höbel Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über MünchenTV und Tagesschau.
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Mar 1, 2023 • 13min

Feministische Außenpolitik: Was Baerbock darunter versteht

Im Koalitionsvertrag haben die Ampelparteien festgelegt, dass sie eine “Feminist Foreign Policy”, also eine feministische Außenpolitik verfolgen wollen. Aber was genau hinter diesem Begriff stecken soll, war lange im Ungefähren. Nun hat Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zehn bindende Leitlinien veröffentlicht, an denen sich das Handeln und die Arbeitsweise ihres Ministeriums orientieren sollen. Für Baerbock seien die Rechte von Frauen ein Gradmesser für den Zustand einer Gesellschaft, sagt Paul-Anton Krüger, zuständig für Außenpolitik im Berliner Parlamentsbüro der SZ. Und bei der Gleichberechtigung der Geschlechter “gibt es natürlich sowohl in Deutschland als auch in vielen anderen Ländern der Welt noch Nachholbedarf.” Dabei habe sich gezeigt, dass “Friedensschlüsse, die unter gleichberechtigter Beteiligung von Frauen zustande kommen, in der Regel stabiler sind und länger halten.” Dazu gebe es Studien aus der Politikwissenschaft, so Krüger. Trotz der Aufregung um den Begriff “Feministische Außenpolitik” und die Kritik von mehreren Seiten daran, ist sich Paul-Anton Krüger sicher: “Viele der Projekte, die man unter dem Begriff dann subsumiert, sind, glaube ich, common sense.” Weitere Nachrichten: Iran weist deutsche Diplomaten aus, finnisches Parlament stimmt für Nato-Betritt. Moderation, Redaktion: Johannes Korsche Redaktion, Sprecherin: Tami Holderried Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über YouTube: Friedrich Merz und YouTube: Tagesschau.

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