Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Jun 17, 2023 • 23min

Am Wochenende: Warum es den Apothekern reicht

Viele Apotheken sind am 14. Juni geschlossen geblieben. Die Apothekerkammer und andere Verbände hatten zu einem bundesweiten Protesttag aufgerufen. In größeren Städten kamen tausende Apotheker und Apothekerinnen zu Kundgebungen und Demonstrationen zusammen. Sie fordern vor allem: Mehr Geld und mehr Aufmerksamkeit von der Politik. Und sie fühlen sich in ihrer Existenz bedroht. Was genau die Probleme für Apothekerinnen und Apotheker sind, darüber spricht Franziska Scharpf, Inhaberin einer Apotheke in Sonthofen im Allgäu. Da sei zum einen der Medikamentenmangel. Häufig müsse ein alternatives Medikament gesucht werden, das koste Zeit und Energie, so Scharpf. Die Patientinnen und Patienten seien häufig genervt oder besorgt: “Das kommt bei uns an vorderster Front an, wir kriegen das täglich hautnah mit und beruhigen die Personen,” erzählt Scharpf. Franziska Scharpf beklagt auch die gestiegene Arbeitsbelastung und den immer größeren Bürokratieaufwand: “Heutzutage muss man wirklich jeden Schritt dokumentieren.” Von der Politik fordert sie eine Entlastung – und vor allem höhere Honorare. Lesen Sie hier mehr über die Frustration der Apothekerinnen und Apotheker. Lesen Sie das Transkript zur Folge hier. Redaktionsschluss für diese Sendung war Freitag, 16.06.2023 um 18 Uhr. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Ann-Marlen Hoolt, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über ARD, DLF, dpa, UN
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Jun 16, 2023 • 12min

Warum man so schwer einen Therapieplatz findet

Eigentlich ist es ja ganz einfach: Wer krank ist, möchte schnell wieder gesund werden. Oder eine Therapie beginnen, die die Situation leichter macht. Das gilt für körperliche Beschwerden, aber natürlich auch für psychische Erkrankungen. Gerade, wenn wir über mentale Gesundheit sprechen, sind wir in Deutschland allerdings sehr weit von diesem Ziel entfernt. Betroffene warten oft viele Wochen und Monate auf einen Therapieplatz und müssen auf dem Weg dahin durch ein Labyrinth aus Sprechstunden und Wartelisten. Wo die Schwierigkeiten liegen und was politisch getan werden müsste, erklärt in dieser Folge Marie-Louise Timcke. Sie ist Leiterin des SZ-Datenteams, das gerade eine Umfrage zu dem Thema durchgeführt hat. An der haben 1200 Menschen teilgenommen, die seit 2018 einen Therapieplatz gesucht haben oder noch suchen und über ihre Geschichte berichtet haben. Zum Weiterlesen: Lesen Sie das Transkript zur Folge hier. Die ganze Recherche zu den fehlenden Therapieplätzen können Sie hier finden. Hier finden Sie einen Wegweiser in sechs Schritten zum Therapieplatz. Die Fragen und Antworten zu Trockenheit und Waldbränden in Deutschland finden Sie hier. Weitere Nachrichten: Angriffe auf die Nordukraine; Tod des Radprofis Gino Mäder Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Imanuel Pedersen Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Gesprächs war eine missverständliche Aussage über die Abrechnung von gesetzlich- und privatversicherten Personen zu hören. Wir bitten, das zu entschuldigen.
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Jun 15, 2023 • 13min

Bootsunglück vor Griechenland: Opfer einer tödlichen Asylpolitik

Auf Fotos sieht man, wie Menschen dicht an dicht sitzen, jeder Zentimeter an Bord des alten Fischtrawlers ist belegt: Mit dem Boot, das von der Stadt Tobruk an der libyschen Küste aus gestartet ist, sollten offenbar bis zu 700 Migranten die italienische Küste erreichen. In der Nacht zum Mittwoch ist das Boot vor der Halbinsel Peloponnes gesunken. Hunderte Menschen sollen dabei unter Deck eingeschlossen gewesen sein, darunter viele Kinder. Bisher konnten 104 Menschen gerettet werden, 78 wurden tot geborgen. Die Zahl der Toten ist wahrscheinlich noch um einiges höher, die griechischen Behörden rechnen mittlerweile mit mehr als 500. "Dass die griechische Küstenwache dieses völlig überladene Boot 24 Stunden vor dem Sinken gefunden hat, ist fast schon mehr als ein Skandal. In gar nicht so ferner Zukunft werden wir davon sprechen, dass das eigentlich Mord war – und zwar nicht nur durch die libyschen Menschenhändlern, sondern auch durch alle, die weggeschaut haben", sagt Mirco Keilberth, der für die SZ aus Nordafrika berichtet. Dass aktuell wieder mehr Menschen die Flucht über das Mittelmeer wagen, hat verschiedene Gründe wie wirtschaftliche Krisen oder die Auswirkungen des Klimawandels – aber auch politische. Keilberth nennt hier unter anderem die Taktik des libyschen Warlords Khalifa Haftar, der eine neue Fluchtroute über Damaskus und Libyen etabliert hat, um der EU zu zeigen, dass er ein verlässlicher Partner ist und Migrationsströme kontrollieren kann. Aber auch die aktuelle Hasskampagne gegen Migranten in Tunesien treibe viele Menschen dort in die Boote. Die EU will Tunesien jetzt finanziell unterstützen, um diese Fluchtbewegungen einzudämmen. "Aber das mit Geld zu lösen, wird nicht funktionieren", sagt Keilberth. "Ich glaube, eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit diesen Ländern ist eigentlich die einzige Lösung." Die EU müsse einen Weg finden, Migration aus Nordafrika zu legalisieren. Weitere Nachrichten: EZB erhöht Leitzins zum achten Mal in Folge, Georg Gänswein muss Vatikan verlassen Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion: Tami Holderried Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Jun 14, 2023 • 13min

Heizungsgesetz: Ein schlechter Kompromiss fürs Klima

Am Dienstagvormittag hieß es noch, dass – nach all dem Streit und den Debatten der letzten Wochen – doch kein Gebäudeenergiegesetz, besser bekannt als Heizungsgesetz, vor der parlamentarischen Sommerpause mehr verabschiedet werden könne. Am Dienstagnachmittag wurde es bei einem Krisentreffen aber zur Chefsache erklärt. Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschaftsminister Robert Habeck und Finanzminister Christian Lindner berieten sich mit den Vorsitzenden der Ampel-Fraktionen – und konnten um kurz vor 17 Uhr verkünden: Es gibt einen Kompromiss für das Heizungsgesetz, der noch in dieser Woche im Bundestag debattiert und vor der Sommerpause verabschiedet werden soll. Der Preis dafür? "Es ist sehr, sehr viel ins Ungefähre abgerutscht und die klaren Vorgaben, die ursprünglich mal in den Entwürfen drin standen, sind ziemlich abgeschwächt worden", sagt SZ-Energieexperte Michael Bauchmüller. "Gleich geblieben ist das große Ziel: 65 Prozent erneuerbare Energien bei neuen Heizungen. Aber der Anteil der Gebäude, die das betrifft, ist deutlich geschrumpft." Die größte Änderung – das neue Gesetz an die kommunale Wärmeplanung, also die Bereitstellung von Fernwärme, zu koppeln – sei erstmal keine schlechte Idee, sagt Bauchmüller. "Aber diese Planung soll erst 2028 vorliegen. Solange können auch weiter Gasheizungen installiert werden und auch danach ist es noch ein langer Zeitraum, bis diese Fernwärmenetze tatsächlich liegen. Da kommt ein ziemlicher Zeitverzug rein und das wird das Erreichen der Klimaziele bei den Gebäuden nicht erleichtern." Insgesamt sei der neue Gesetzesentwurf ein schlechter Kompromiss fürs Klima: "Wir werden in den nächsten Jahren Zahlen über die Emissionen im Gebäudesektor bekommen und merken: Es reicht nicht." Zum Weiterlesen: Hier finden Sie die Chronologie des Heizungsstreits in der Ampelkoalition. Hier geht es zum Interview mit Juliane Diller, die als 17-Jährige elf Tage lang alleine im peruanischen Regenwald überlebt hat. Weitere Nachrichten: Bundesregierung stellt nationale Sicherheitsstrategie vor, Bootsunglück vor griechischer Küste Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über ZDF.
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Jun 13, 2023 • 12min

Kampfflugzeuge über Deutschland: Wie die Nato den Ernstfall probt

Seit Montag fliegen über Deutschland immer wieder hunderte Kampfjets. 10 000 Soldatinnen und Soldaten sind im Einsatz, aus 25 Ländern. Denn zwei Wochen lang läuft unter Leitung der Bundeswehr die Luftwaffenübung “Air Defender 2023”. Die Nato simuliert mithilfe eines fiktiven Szenarios den Ernstfall. Warum dieses Manöver ausgerechnet jetzt stattfindet und ob es auch ein Zeichen an Russland sein soll, das erklärt in dieser Folge Georg Ismar aus dem SZ-Parlamentsbüro. Er sagt, es gehe bei Air Defender 2023 darum zu zeigen, dass die Nato sich verteidigen will und könnte. Weitere Nachrichten: Waldbrände in Deutschland, keine Einigung beim Heizungsgesetz Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Nadja Schlüter, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über ZDF.
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Jun 12, 2023 • 13min

Silvio Berlusconi: Der erste Populist seiner Generation

Bislang hat niemand Italien länger regiert als er: Silvio Berlusconi. Insgesamt neun Jahre. 1994, 2001, 2005 und 2008 ist Berlusconi Ministerpräsident geworden. Seine Partei, die Forza Italia, war lange Zeit die mächtigste des Landes. Weltweit kennt man ihn aber vor allem wegen der vielen Skandale und Prozesse, in die er verwickelt war. Zuletzt war Berlusconi ein normaler Abgeordneter im italienischen Parlament. Und die Forza Italia ist nur noch Juniorpartner in der rechten Regierung von der aktuellen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Jetzt ist Berlusconi, der Multimilliardär und Medienunternehmer, im Alter von 86 Jahren in Mailand gestorben. Was bleibt von ihm und seinem Wirken? Das erklärt in dieser Folge Marc Beise, SZ-Korrespondent in Italien. Weitere Nachrichten: Nato startet Luftwaffenübung, Wasserstand des Dnepr sinkt. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Antonia Franz, Ann-Marlen Hoolt Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über La Repubblica, Pupia News, The Telegraph, La7 Attualità.
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Jun 10, 2023 • 23min

Am Wochenende: Die AfD im Umfragehoch: Wie aussagekräftig sind die Umfragen?

Im aktuellen “DeutschlandTrend” steht die AfD bei 18 Prozent: Es gibt also fast jeder Fünfte an, die rechtspopulistische Partei zu wählen. In Ostdeutschland ist sie demnach sogar stärkste Partei. Und deswegen diskutiert das politische Berlin gerade, wer daran Schuld hat. Die Ampelregierung? Friedrich Merz? Für Politikwissenschaftler Thorsten Faas von der Freien Universität Berlin sind die Umfrageergebnisse der AfD aber “kein Grund, plötzlich in einen völlig neuen Modus zu verfallen.” Relevanter sei es “die langen Linien sich anzuschauen, die Umfragen zeichnen.” Und da zeigt sich, “dass die AfD im Osten mindestens um Platz eins mitspielt, vielleicht sogar auf Platz eins liegt. Das macht was mit Gesellschaften, ob die dominante Kraft vor Ort eine AfD oder eine andere Partei ist. Das sind eigentlich die entscheidenden Fragen und nicht, ob eine Partei jetzt von 17 auf 18 oder 19 Prozent springt.” Weitere Nachrichten: Gesprengter Staudamm in der Ukraine, Polnische Regeln für Richter verstoßen gegen EU-Recht, Waldbrände in Kanada und Smog in New York. Redaktionsschluss für diese Sendung war Freitag, 09.06.2023, um 18 Uhr. Weiterlesen: Die Reportage der Seite 3 zu den Rammstein-Konzerten in München lesen Sie hier. Den Text zu den Vorwürfen gegen Frontmann Till Lindemann lesen Sie hier. Moderation, Redaktion: Johannes Korsche Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Ann-Marlen Hoolt Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über ARDMediathek, Twitter: @ZelenskyyUa, Fox 5 New York. Helfen Sie uns, "Auf den Punkt" noch besser zu machen: Hier können Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Sie dauert fünf bis zehn Minuten.
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Jun 9, 2023 • 13min

EU-Asylreform: Ein "Preisschild" für Asylbewerber?

Jahrelang haben die EU-Staaten verhandelt und gestritten, um die Asylverfahren in der EU zu reformieren und wieder Kontrolle über das Migrationsgeschehen zu gewinnen. Am Donnerstag haben sich die Innenministerinnen und -minister der Mitgliedsstaaten dann auf einen Kompromiss geeinigt, der Asylverfahren deutlich verschärft. Es geht um neue Schnellverfahren, Lager an den Außengrenzen, in denen Migranten festgehalten werden sollen, sowie einen festen Verteilungsschlüssel für Asylbewerber zwischen den Mitgliedsstaaten - aus dem sich die Länder allerdings freikaufen können. Wie das im Detail laufen könnte und was die Kritik an der Reform ist, erklärt in dieser Folge Josef Kelnberger, EU-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Weitere Nachrichten: Deutsche Reaktionen auf die Asylreform; Anklage gegen Trump. Lesen Sie hier einen Text über die Reaktionen der Grünen auf die Asylreform. Helfen Sie uns, "Auf den Punkt" noch besser zu machen: Hier können Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Sie dauert fünf bis zehn Minuten. Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Nadja Schlüter Produktion: Annika Bingger Zusätzliches Audiomaterial über Reuters
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Jun 7, 2023 • 12min

Staudamm in der Ukraine: Wasser als Kriegswaffe

Der Kachowka-Staudamm im Südosten der Ukraine ist lebenswichtig für große Teile des Landes. Sein Reservoir versorgt hunderttausende Menschen, Industrie und Landwirtschaft mit Wasser. In der Nacht von Montag auf Dienstag wurde er gesprengt. Riesige Wassermassen überfluten jetzt Orte und Felder. Verursacht wurde die Sprengung sehr wahrscheinlich durch das russische Militär, das damit wohl strategische Ziele im Angriffskrieg gegen die Ukraine verfolgt. Welche genau das sein könnten und was die Menschen in dem betroffenen Gebiet jetzt noch erwartet, erklärt in dieser Folge der SZ-Ukraine-Korrespondent Florian Hassel. Zum Weiterlesen: Hier finden Sie Florian Hassels Text über den gesprengten Staudamm. Helfen Sie uns, "Auf den Punkt" noch besser zu machen: Hier können Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Sie dauert fünf bis zehn Minuten. Weitere Nachrichten: Bundeskanzler Scholz übernimmt Haushaltsverhandlungen, EU-Kommission leitet Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen ein Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Jakob Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Twitter @ZelenskyyUa
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Jun 6, 2023 • 13min

AusgewExcelt: Warum die SPÖ nach 48 Stunden einen neuen Chef hat

Es ist eine unglaubliche Panne – und ein ganzes Land schwankt zwischen Häme und Unglauben: Die österreichischen Sozialdemokraten (SPÖ) haben am Samstag einen neuen Parteivorsitzenden gewählt. Und dabei falsch ausgezählt. Das steht seit Montag fest. Der falsche Kandidat – Hans Peter Doskozil – wurde also am Samstag zum Sieger gekürt, nur um am Montag wieder abgesetzt zu werden. Am Dienstag steht dann fest: Sein Gegenkandidat, Andreas Babler, hat die Wahl gewonnen. Er wird neuer SPÖ-Vorsitzender. Was ist passiert und was für Folgen kann das noch haben? Das erklärt in dieser Folge Cathrin Kahlweit, sie berichtet für die SZ aus Österreich. Weitere Nachrichten: EGMR verurteilt Russland wegen mangelnder Nawalny-Ermittlung, Staudamm in der Ukraine zerstört Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD, Youtube SPÖ Helfen Sie uns, "Auf den Punkt" noch besser zu machen: Hier können Sie an unserer Umfrage teilnehmen. Sie dauert fünf bis zehn Minuten.

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