Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
undefined
Oct 21, 2019 • 9min

Warum im Libanon Hunderttausende demonstrieren

Seit fünf Tagen demonstrieren im Libanon Hunderttausende gegen die Regierung. Ging es anfänglich noch um neue Steuern, geht es inzwischen ganz allgemein um Korruption und Vetternwirtschaft im Land. Und jetzt fordern die Demonstranten gar den Rücktritt der gesamten Regierung. Erstmals haben sich die Demonstranten über die Grenzen ihrer Partei und Religion zum Protest gegen die Regierung zusammengefunden, sagt die Redakteurin der SZ-Außenpolitik Dunja Ramadan. Ob die von Ministerpräsident Saad Hariri angekündigten Wirtschaftsreformen zur Befriedung führen, bleibe fraglich. Weitere Meldungen: Bundesbank drängt auf Rente mit 70, Kurdische Milizen ziehen sich zurück. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über Reuters.
undefined
Oct 18, 2019 • 10min

Brexit: Warten auf den Super-Samstag

Seit Donnerstag gibt einen neuen Brexit-Deal. Die EU-27 haben ihm am Abend direkt zugestimmt - und zwar einstimmig, nachdem auch der irische Premierminister seine Unterstützung klar gemacht hat. Bis zuletzt wurde ja vor allem über Regelungen für die irische Insel verhandelt. Jetzt hängt also wieder alles am britischen Unterhaus, das am Samstag über das Abkommen abstimmen wird. Was hat sich also zum abgelehnten Abkommen von Theresa May verändert und reichen die Änderungen aus, damit Boris Johnson eine Mehrheit bekommt? Das beantwortet in dieser Folge Alexander Mühlauer, SZ-Korrespondent in London. Weitere Themen: Keine EU-Beitrittsgespräche mir Albanien und Nordmazedonien; Wohl keine Waffenruhe in Syrien. Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb Redaktion: Jean-Marie Magro Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über die EU-Kommission und den Europäischen Rat.
undefined
Oct 17, 2019 • 10min

Peter Handke: Kann man Werk und politische Meinung trennen?

Eigentlich regt sich Peter Handke über Kritik an seiner Sicht auf die Jugoslawienkriege nicht mehr groß auf. Er hatte sich daran gewöhnt. Doch nach der Bekanntgabe, dass die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk und er den Literaturnobelpreis erhalten, bekam diese Kritik eine neue Qualität. Als der Hamburger bosnischer Herkunft, Saša Stanišić, den Deutschen Buchpreis in Frankfurt gewinnt, nutzt er seine Dankesrede, um sich über die Ernennung Handkes zum Nobelpreisträger zu echauffieren. Handke würde die Wirklichkeit nicht anerkennen, wegen der er hier stehen dürfe, sagt Stanišić. Nun konfrontierte eine österreichische Journalistin ihren Landsmann mit dieser Aussage. Handke bekam daraufhin einen Wutanfall. Das passe ins Bild des Cholerikers, als den sich Handke selbst beschreibt, sagt Lothar Müller. Der SZ-Literaturredakteur warnt aber davor, Handkes Werk als Plädoyer für Völkermord zu bagatellisieren. Weitere Themen: Einigung auf Brexit-Vertrag, Kurden setzen Kampf mit IS-Terrormiliz aus. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audio-Material über YouTube-Kanal Deutscher Buchpreis und das ORF.
undefined
Oct 16, 2019 • 10min

Pkw-Maut: Scheuer in der Mangel

Die Pkw-Maut wird für Andreas Scheuer immer mehr zum Debakel. Am Dienstag wurden die Weichen für einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss gestellt. Der soll klären, ob der Verkehrsminister das Prestigeprojekt der CSU nur aus wahltaktischen Gründen auf Kosten der Steuerzahler durchgedrückt hat. Scheuer steht sei Monaten im Dauerfeuer der Opposition und wirkt angeschlagen, sagt der CSU-Experte der SZ, Wolfgang Wittl. Aber ob sich Scheuer in seinem Amt halten kann, das entscheidet allein Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Doch beim anstehenden CSU-Parteitag werde das Maut-Debakel keine Rolle spielen. Weitere Meldungen: Türkei-Offensive in Syrien, Ermittler überprüfen möglichen Mitwisser im Fall Halle. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carlo Sarsky Zusätzliches Audio-Material über Phoenix.
undefined
Oct 15, 2019 • 10min

"Die Kurden haben keine Freunde, aber die Berge"

Die türkische Invasion in Syrien treibt Hunderttausende Kurden in die Flucht. In ihrer Not verbünden sie sich mit den Truppen des syrischen Diktators Assad. Es sei utopisch, dass der türkische Präsident Erdoğan in dem Gebiet nach dem Einsatz syrische Flüchtlinge ansiedeln könne, kritisiert Paul-Anton Krüger, stellvertretender Außenpolitik-Chef der SZ. Und gerade in Rojova haben die Kurden ein selbstverwaltetes, demokratisches Gemeinwesen aufgebaut, das ein Vorbild für den Nahen Osten hätte sein können. Weitere Nachrichten: Shell-Jugendstudie, IWF senkt erneut Wachstumsprognose, Erfolg für Musterklage gegen Mieterhöhung. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Julia Ongyerth
undefined
Oct 14, 2019 • 11min

Wie die Deutsche Bank in China jahrelang die Mächtigen umgarnte

Die Deutsche Bank wollte sich den Zugang zum chinesischen Markt mit Geld, Geschenken und Gefälligkeiten verschaffen. Das zeigen Unterlagen, die die Süddeutsche Zeitung mit dem WDR und der New York Times ausgewertet hat. Gastgeschenk gehören in China zum guten Ton, sagt die Frankfurter SZ-Wirtschafts-Korrespondentin Meike Schreiber. Aber die Deutsche Bank habe es dabei übertrieben. Für Kontakte zu ranghohen chinesischen Funktionäre und Konzernlenkern haben deutsche Banker Hundertausende Dollar an dubiose Berater bezahlt. Mittelsmann der Deutschen Bank dafür sei Lee Zhang gewesen, der intern auch “Mister China” genannt wurde. Er habe außerdem mehr als hundert Kindern von Parteifunktionären Praktikantenplätze und Jobs bei der Deutschen Bank verschafft, obwohl sie zumeist nicht über entsprechende Qualifikationen verfügten. Weitere Nachrichten: Wirtschafts-Nobelpreis für drei Armutsforscher, EU will Waffenstopp für Türkei. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carlo Sarsky
undefined
Oct 11, 2019 • 10min

Abiy Ahmed: der Preis für das unmögliche Unterfangen

Es ist eine kleine, aber keine wirklich große Überraschung, dass Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis erhält. Die Buchmacher hatten vor allem die schwedische Schülerin und Klimaaktivistin Greta Thunberg ganz oben auf dem Zettel. Aber auch der Name des äthiopischen Premiers wurde immer wieder genannt. Seit eineinhalb Jahren ist er im Amt. In dieser Zeit hat Abiy Ahmed ein unglaubliches Reformtempo vorgelegt, Oppositionelle aus dem Gefängnis entlassen und verbotene Parteien wieder zugelassen. Vor allem aber schloss er Frieden mit dem Nachbarland Eritrea. Eine fast unmögliche Aufgabe, wie Außenpolitikredakteurin Anna Reuß schildert. Allein dafür hat Abiy Ahmed den Friedensnobelpreis verdient. Weitere Themen: Stephan B. gesteht rechtsextremes Motiv, EU27 für neue Verhandlungsrunde mit Johnson, Tusk kontert Erdogan. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl Produktion: Carolin Lenk Zusätzliches Audio-Material über nobelprize.org.
undefined
Oct 10, 2019 • 10min

Warum Juden sich fragen, ob sie noch willkommen sind

Am Mittwoch werden in Halle zwei Menschen erschossen. Der Tatverdächtige ist ein 27-jähriger Mann aus dem Südharz namens Stephan B. Er hat sich in merkwürdigen Online-Foren aufgehalten, in denen Verschwörungstheorien, Rassismus und Antisemitismus nicht nur gut geheißen werden, sondern auch zum Handeln aufgerufen wird. Man kann fast von Glück sprechen, dass der Terrorist nur zwei Menschen ermordete. Denn eigentlich hatte er sich einen Angriff auf die Synagoge im Hallener Paulusviertel vorgenommen. Obwohl keine Polizei vor Ort war, scheiterte B. an den Eingangstüren. Zeigt diese Tat, dass Deutschland ein handfestes Antisemitismusproblem hat? Die jüdische Gemeinde, schildert Politikredakteur Matthias Drobinski, ist jedenfalls stark verunsichert. Nicht nur wegen der Anschläge durch Rechtsextremisten und Islamisten, sondern vor allem, weil sie nicht weiß, ob sie die Mehrheit des Landes noch willkommen heißt. Weitere Themen: Haftbefehl gegen Stephan B., Goulard in EU-Parlament durchgefallen, Literaturnobelpreis. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Laura Terberl und Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über dpa. Der Täter von Halle (Saale) hat im Internet ein Video seines Anschlags und außerdem ein sogenanntes Manifest veröffentlicht. Der SZ liegen diese vor, wir veröffentlichen sie aber nicht. Terroristen versuchen, im Internet ihr Gedankengut zu verbreiten. Die SZ macht sich nicht zum Werkzeug dieser Strategie. Aus diesem Grund zeigen wir ebenfalls keine Bilder expliziter Gewalt und achten darauf, in der Berichterstattung über Details zur Tat die Würde der Opfer zu wahren.
undefined
Oct 9, 2019 • 10min

Glorifiziert "Joker" das Böse?

Wer der Joker ist, das weiß wahrscheinlich fast jeder. Er ist der, der Batman an seine Grenzen bringt, der keine Moral, sondern nur den Wahnsinn kennt. Aber wie ist er eigentlich zu diesem kranken Bösewicht geworden? Darum geht es in dem neuen Film mit Joaquin Phoenix in der Hauptrolle. Phoenix stellt das Böse in Person so brillant dar, dass er für den Oscar gehandelt wird. Auf der anderen Seite gibt es viele Beschwerden und Proteste gegen den Film. In den USA, wo es eine unverhältnismäßig hohe Zahl an Schießereien gibt, klagen Hinterbliebene und Angehörige von Opfern, dass ein Massenmörder wie der Joker glorifiziert würde. Diese Kritik ist logisch, sagt SZ-Filmkritiker David Steinitz. Doch sie trifft den falschen Film. Weitere Themen: Tote bei Schießerei in Halle, Türkei startet Syrien-Offensive, Chemie-Nobelpreis. Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Carlo Sarsky Zusätzliches Audio-Material über Warner Bros. Hinweis: Im Gespräch heißt es Joaquin Phoenix hätte bereits einen Oscar gewonnen. Richtig ist, dass er bisher dreimal nominiert war.
undefined
Oct 8, 2019 • 10min

Der alte und der neue Seehofer

Horst Seehofer verhandelt mit den EU-Innenministern in Luxemburg. Es geht es um den Plan, wie die Europäische Union künftig Bootsflüchtlinge aufnehmen soll. Plötzlich zeigt der CSU-Politiker Herz. Seehofer habe sich vom Law-and-Order-Vertreter in den Sozialpolitiker und Herz-Jesu-Sozialisten verwandelt, der er schon einmal war, sagt die Berliner SZ-Korrespondentin Constanze von Bullion. Er sei teilweise altersmilde geworden, aber es zähle bei ihm auch der Wunsch in den Geschichtsbüchern nicht als Hardliner wie Matteo Salvini stehen zu wollen. Besonders verwundert sei sie darüber, wie er inzwischen Kanzlerin Merkel lobe, an deren Stuhl er lange gesägt habe. Weitere Nachrichten: Johnson steuert auf No-Deal zu, Teilhabepaket kommt nicht an, Nobelpreis für Physik für Erforschung des Universums. Redaktion, Moderation: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Julia Ongyerth Zusätzliches Audio-Material über Bundespressekonferenz und dpa.

The AI-powered Podcast Player

Save insights by tapping your headphones, chat with episodes, discover the best highlights - and more!
App store bannerPlay store banner
Get the app