

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Aug 24, 2020 • 10min
Nawalny im Koma: Wer hat ihn vergiftet?
Immer wieder werden russische Regimekritiker angegriffen. Doch wer dafür verantwortlich ist, lässt sich nur sehr schwer aufklären - auch weil oft gezielt falsche Informationen verbreitet werden.
Zwölf Stunden musste am Freitag die Besatzung eines Sonderflugzeugs darauf warten, dass sie Alexej Nawalny nach Berlin ausfliegen dürfen. Seine Ärzte in der sibirischen Stadt Omsk wollten ihn nicht gehen lassen, wohl aus medizinischen Gründen. Nawalnys Mitstreiter behaupten allerdings, dass seine Verlegung nach Deutschland aus politischen Gründen hinausgezögert wurde. Denn der russische Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker Wladimir Putins.
Ärzte der Berliner Charité gehen davon aus, dass Nawalny vergiftet wurde. Darauf wiesen klinische Befunde hin, teilte die Klinik am Montag in Berlin mit. Der Gesundheitszustand Nawalnys sei ernst, es bestehe aber keine akute Lebensgefahr.
Es wäre nicht das erste Mal, dass ein solcher Anschlag auf einen russischen Oppositionellen verübt wird: 2018 zum Beispiel wurde in London Sergei Skripal und seine Tochter vergiftet, beide überlebten nur knapp. Der Fall löste eine schwere politische Krise aus.
SZ-Redakteur Julian Hans erklärt im Podcast, wieso Gift ein beliebtes Mittel in Russland ist und warum es so schwierig sein wird, den Fall Nawalny aufzuklären.
Weitere Themen: Söder fordert einheitliche Corona-Regeln, in den USA beginnt der Parteitag der Republikaner
Moderation, Redaktion: Laura Terberl
Redaktion: Nabila Abdel Aziz
Produktion: Carolin Lenk

Aug 21, 2020 • 11min
Biden und Obama: Guter Bulle, böser Bulle
Joe Biden ist jetzt auch offiziell der Kandidat der Demokraten. Seine Wahlkampfrede ist vor allem eines: kitschig. Verfängt diese Strategie?
Joe Biden wählt bei seiner Rede auf dem Parteitag der Demokraten sehr pathetische Worte. Die nächste Wahl sei eine über zwei verschiedene Wege: Der eine sei der des "Schattens" und der "Verdächtigungen". Der andere einer der "Heilung, der Hoffnung und des Lichts".
Biden ist jetzt ganz offiziell der nominierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Und die haben sich so eingespielt wie selten in den letzten Jahren gezeigt. Vor allem Ex-Präsident Barack Obama fuhr eine frontale Attacke auf seinen Nachfolger Donald Trump. SZ-Außenpolitik Stefan Kornelius erkennt darin eine schlaue Aufteilung der Aufgaben zwischen dem früheren Präsidenten und dem, der es werden will.
Weitere Themen: Kalbitz bleibt weiter von AfD ausgeschlossen, Nawalny darf nincht verlegt werden.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk

Aug 20, 2020 • 11min
Delivery Hero im Dax: Aufstieg ohne Gewinne
Wirecard scheidet wegen Insolvenz aus dem Dax aus. An seine Stelle tritt Delivery Hero. Ein Konzern mit sattem Umsatz-Plus, aber Millionen-Verlusten.
Bis zu 2,8 Milliarden Euro - so hoch könnte der Umsatz von Delivery Hero in diesem Jahr ausfallen. Ungefähr doppelt so hoch wie im letzten. Die Coronakrise schadet nämlich nicht allen Wirtschaftszweigen, es gibt auch Profiteure. Und einer davon sind die Essenslieferdienste, wie eben Delivery Hero.
Und weil der Wirecard-Konzern nach seinem Betrugsskandal Insolvenz anmelden musste, wird jetzt ein Platz im Deutschen Aktienindex frei. Für Wirecard rückt Delivery Hero auf. Ein Unternehmen, das Verluste schreibt. Nicht ungewöhnlich, sagt Jan Schmidbauer. Der SZ-Wirtschaftsredakteur erklärt, wie der Industriestandort Deutschland durch Unternehmen, die große Wetten eingehen, umgekrempelt wird.
Weitere Themen: Auswärtiges Amt wanrt vor Reisen in Teile Kroatiens, Nawalny im Koma.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Valérie Nowak, Julia Ongyerth

Aug 19, 2020 • 11min
Testchaos in Bayern: Huml wird zur Gefahr für Söder
Gesundheitsministerin Huml wusste früher über das Testchaos Bescheid, als sie andeutete. Das kann Musterschüler Markus Söder nicht recht sein.
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml musste vor einer Woche erklären, dass mehr als 44.000 Menschen, die sich an bayerischen Autobahnen auf das Coronavirus haben testen lassen, nach ihrem Urlaub auf ihr Ergebnis warten. Fast 950 sind bis jetzt nachgewiesenermaßen Corona-positiv.
Der SZ liegt eine Mail vor, die belegt, dass Huml das Ausmaß des Testchaos schon zwei Tage vorher bekannt war, als sie ursprünglich sagte. Huml verteidigt ihr Vorgehen in einer Sondersitzung des Bayerischen Gesundheitsausschusses. Ihren Rücktritt könnte wohl nur der Ministerpräsident selbst erzwingen, sagt Andreas Glas. Der SZ-Landtagskorrespondent meint, dass dieses Chaos aber auch schon Markus Söder schadet.
Weitere Themen: EU-Staaten erkennen Wahl in Belarus nicht an, Unfallserie auf Berliner Stadtautobahn, Heil kann sich Vier-Tage-Woche vorstellen.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Lars Langenau
Produktion: Valérie Nowak
Weitere Audioquellen: Bayerische Staatsregierung

Aug 18, 2020 • 11min
Wie die US-Demokraten Trump schlagen wollen
Bei ihrem virtuellen Parteitag läuten die US-Demokraten die heiße Wahlkampf-Phase ein. Leider wirkt die Veranstaltung streckenweise wie eine schlecht organisierte Zoom-Konferenz - doch Bernie Sanders und vor allem Michelle Obama retten den Abend.
Die US-Demokraten halten gerade ihren viertägigen virtuellen Parteitag ab, bei dem Joe Biden offiziell als Präsidentschaftskandidat gekürt wird. Bei den Reden am ersten Tag geht es aber sehr oft nicht um Biden, sondern um Donald Trump - eine zweite Amtszeit von Trump müsse unter allen Umständen verhindert werden, das sagen mehrere Redner im Laufe des Abends.
Die beste Rede kommt von Michelle Obama, der ehemaligen First Lady. Sie rettet quasi den Abend, da die virtuelle Veranstaltung davor eher wie eine amateurhafte Zoom-Konferenz gewirkt hätte, sagt Hubert Wetzel, unser US-Korrespondent in Washington.
Er erklärt im Podcast, für welches Publikum der Parteitag vor allem gedacht ist - und wieso die Strategie, vor allem gegen Trump Wahlkampf zu machen, funktionieren könnte.
Weitere Nachrichten: CSU-Ministerin Huml wusste schon früher von Corona-Test-Panne, Kalbitz schlägt Hohloch, Containern weiterhin strafbar.
Nach Redaktionsschluss ist Kalbitz endgültig als Fraktionsvorsitzender in Brandenburg zurückgetreten, die aktuelle Entwicklung lesen Sie hier: https://bit.ly/2YblIpL
Den angesprochenen Artikel über das Grundeinkommen-Experiment lesen Sie hier: https://bit.ly/3iQdc7n
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Weitere Audioquellen: Reuters

Aug 17, 2020 • 11min
Belarus: Ist die Zeit des “letzten Diktators Europas” abgelaufen?
Seit Tagen demonstrieren Zehntausende in Balarus gegen Alexander Lukaschenko. Spätestens seit der Präsident vor einer Woche mit angeblich 80,23 Prozent für eine sechste Amtszeit wiedergewählt wurde, gibt es Proteste im ganzen Land. Kaum jemand glaubt, dass Swetlana Tichanowskaja, die Kandidatin der Opposition, nur auf knapp zehn Prozent gekommen sein soll. Doch obwohl Lukaschenko am Montag einer Verfassungsreform zustimmte, lehnt er eine Neuwahl kategorisch ab.
Inzwischen reicht der Protest in alle Teile der Gesellschaft, sagt SZ-Russland-Korrespondentin Silke Bigalke. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin empfinde seinen Amtskollegen in Minsk zusehends als Belastung. Über die zentrale Figur der Opposition, Tichanowskaja, wisse man noch wenig. Aber sie sei ein Gegenentwurf zu einem Mann, den Guido Westerwelle einst den “letzten Diktator Europas” nannte.
Weitere Nachrichten: Parteitag der US-Demokraten, FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg tritt ab.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk, Carlo Sarsky
Weitere Audioquellen: Guardian News und The Independent

Aug 14, 2020 • 15min
Kühnert: "Mein Respekt für Olaf Scholz musste erst wachsen"
SPD-Vize Kevin Kühnert über sein Verhältnis zu Olaf Scholz, warum er für ihn als Kanzlerkandidaten wirbt und welche Rolle er selbst im Wahlkampf spielen wird.
Olaf Scholz steht für viele linke Sozialdemokraten symbolisch für den Niedergang der letzten Jahre. Wohl auch deswegen konnte Scholz mit seiner damaligen Tandempartnerin Klara Geywitz nicht die Wahl um den Parteivorsitz gewinnen. Und ausgerechnet Scholz soll jetzt derjenige sein, der für die SPD das Kanzleramt wieder erobert?
Ja, sagen nicht nur seine Vertrauten, sondern auch diejenigen, die noch vor ein paar Monaten gegen ihn Wahlkampf gemacht und gewonnen haben: Saskia Esken, Norbert Walter-Borjans und sogar Kevin Kühnert.
Der stellvertretende Parteivorsitzende und Juso-Chef zählt wirklich nicht zu den Freunden von Olaf Scholz. Warum soll der Finanzminister jetzt doch der richtige Kandidat sein? "Mein Respekt für Olaf Scholz musste erst wachsen", erklärt Kühnert in dieser Folge.
Weitere Themen: RKI-Studie in Kupferzell, EU begrüßt Übereinkunft zwischen Israel und VAE.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Valérie Nowak
Weitere Audioquellen: SPD

Aug 13, 2020 • 11min
Gesundheitsämter: Woran es fehlt im Kampf gegen Corona
Zuerst eine Panne beim RKI, dann eine in Bayern. Sind die Behörden der Corona-Krise gewachsen? Beim Blick auf die Gesundheitsämter kommen Zweifel auf.
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml muss am Mittwoch eine sehr unangenehme Pressekonferenz abhalten. Etwa 44.000 Menschen, die von einer Reise zurückgekehrt sind, haben noch kein Testergebnis bekommen. Darunter sind auch 900 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Personen.
Und auf Bundesebene veröffentlicht das Robert-Koch-Institut ein veraltetes Papier, wonach schon im Herbst mit einem Impfstoff gerechnet werde. Das Papier wurde kurz danach zurückgezogen. Sind die Behörden der Corona-Krise gewachsen? Beim Blick auf die Gesundheitsämter konstatiert Kristiana Ludwig, dass diese noch immer unterbesetzt sind. Die SZ-Hauptstadtkorrespondentin meint, es fehle eine schnelle Eingreiftruppe, die in Hotspots kurzfristig intervenieren kann.
Weitere Themen: Über 1400 Neuinfektionen, 700 Festnahmen in Belarus, Delivery Hero Favorit für Dax.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Weitere Audioquellen: Reuters

Aug 12, 2020 • 11min
Biden und Harris: Gemeinsam gegen Trump
Joe Biden hat seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft bekanntgegeben: Kamala Harris, eine Senatorin aus Kalifornien, die ihn im Vorwahlkampf noch stark kritisiert hatte. Wieso die Senatorin eine gute Wahl ist.
Kamala Harris war Bezirksstaatsanwältin in San Francisco und später Generalstaatsanwältin in Kalifornien. Seit 2017 sitzt sie im US-Senat und hat sich dort schnell einen Namen gemacht.
Vergangenes Jahr kandidierte sie als Präsidentschaftskandidatin, hatte damit aber keinen Erfolg. Seit März unterstützt sie offen Joe Biden, jetzt hat er sie als Vize nominiert - obwohl sie ihn im Vorwahlkampf stark kritisiert hatte.
SZ-Korrespondent Thorsten Denkler erklärt im Podcast, wieso Biden und Harris ein gutes Duo abgeben und mit welcher Strategie sie Trump schlagen wollen.
Weitere Nachrichten: Proteste in Belarus dauern an, Corona-Infektionen nehmen in Deutschland zu.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Weitere Audioquellen: Twitter-Account Kamala Harris, C-Span, Reuters

Aug 11, 2020 • 10min
Libanon: Warum der Wiederaufbau so schwierig ist
Nach der Explosion in Beirut vergangene Woche ist am Montag die libanesische Regierung zurückgetreten. Wie es in dem maroden Staat jetzt weitergehen kann.
Die Bewohner Beiruts machen die Regierung für die Katastrophe verantwortlich, vor allem am Wochenende eskalierten die Straßenschlachten zwischen der Polizei und den Demonstranten.
Und tatsächlich wurde am Dienstag bekannt, dass die libanesische Regierung wohl vor einer möglichen Explosion am Hafen gewarnt wurde. Sicherheitsexperten haben nach Reuters-Informationen im Juli sogar explizit die 2750 Tonnen Ammoniumnitrat erwähnt, die zu der gewaltigen Explosion geführt hatten. Die Chemikalien hatten der Regierung zufolge sechs Jahre lang ungesichert im Hafen gelagert.
Moritz Baumstieger ist Redakteur in der SZ-Außenpolitik und ist vergangene Woche nach der Explosion nach Beirut gereist. Schon vor der Katastrophe gab es eine Protestbewegung in der Stadt, die sich gegen die Regierung gestellt hat. Er beschreibt, wie diese Bewegung jetzt noch größer geworden ist - und wie die Bewohner mit einfachsten Mitteln versuchen, die Trümmer in der Stadt selbst wegzuräumen.
Weitere Themen: Kevin Kühnert unterstützt Olaf Scholz Kanzler-Kandidatur, Heiko Maas reist nach Russland und Libanon, Russland hat offenbar ersten Corona-Impfstoff zugelassen.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett, Julia Ongyerth


