

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Sep 7, 2020 • 11min
Stopp von Nord Stream 2: Das schärfstmögliche Signal
Gerade ist Alexej Nawalny aus dem Koma erwacht. Die Hintermänner des Anschlags auf den russischen Oppositionspolitiker werden im Kreml vermutet. Doch wie soll der Westen drauf reagieren? Etwa durch den Stopp von Nord Stream 2, einer Gaspipeline, die vor allem Gazprom gehört. Ein Unternehmen, das wiederum mehrheitlich dem russischen Staat gehört. Doch ist die Gaspipline durch die Ostsee wirklich das geeignete Druckmittel?
Ja, sagt SZ-Redakteur Daniel Brössler, der lange Korrespondent in Moskau und in Brüssel war und jetzt in Berlin über die deutsche Außenpolitik schreibt. Diese Sanktion würde auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin Eindruck machen. Und obwohl dies auch für Deutschland teuer werden würde, wäre dies das schärfste aller möglichen Signale.
Weitere Nachrichten: Oppositionsführerin Kolesnikowa in Belarus verschwunden, Pop-up-Radwege sind rechtswidrig, Corona-Kinderbonus.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl, Moritz Eder, Ania Kozlowska
Produktion: Carolin Lenk

Sep 4, 2020 • 10min
Griechenland versus Türkei: Erdgasstreit im Mittelmeer
In der Ägäis droht ein neuer Krieg. Es geht um riesige Gasvorkommen, deren Wert auf hunderte Milliarden Euro geschätzt wird. Bislang durfte vor allem Griechenland auf die Ausbeutung dieser Felder hoffen. Doch auch die Türken haben ein ein Erkundungsschiff ins östliche Mittelmeer entsendet, begleitet von Schiffen der türkischen Marine.
Es ist nicht nur ein Streit zwischen Athen und Ankara, sagt SZ-Türkei-Korrespondent Tomas Avenarius. Es ist auch ein Konflikt des geteilten Zyperns und um Seerechte, in den auch Libyen, Ägypten, Israel, Libanon und Italien involviert sind. Doch das Säbelrasseln vor allem der Nato-Partner aus Ankara und Athen sei inzwischen bedrohlich. Dabei hätten die Türken durchaus berechtigte Interessen und teils auch legitime Ansprüche. Eigentlich müssten die beiden Länder darüber diskutieren, wie sie diese riesigen Felder gemeinsam ausbeuten könnten.
Weitere Nachrichten: Janine Wissler will Chefin der Linken werden, Debatte um verkürzte Quarantäne.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Moritz Eder
Produktion: Justin Pattchett, Ania Kozlowska

Sep 3, 2020 • 13min
Wie die Bundesregierung mit dem Fall Nawalny umgehen sollte
Die Optionen der Bundesregierung in der Nawalny-Causa sind begrenzt: Sie hat sich in ihrer Russland-Politik während der letzten Jahre in eine Sackgasse manövriert.
Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist mit einem Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet worden. Das geht aus einem toxikologischen Befund eines Speziallabors der Bundeswehr hervor. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht von "bestürzenden Informationen". Nawalny sollte "zum Schweigen" gebracht werden.
Die Bundesregierung fordert nun von Russland volle Transparenz. Doch der Kreml streitet jegliche Verwicklung vollkommen ab. Eine typische Strategie, sagt Sarah Pagung. Die Russland-Expertin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik fordert ein strengeres Auftreten der Bundesregierung gegenüber dem Kreml.
Weitere Themen: Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern in Hannover angekommen, Trump fordert zu Wahlbetrug auf.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über Bundesregierung.

Sep 2, 2020 • 12min
Was der "Charlie Hebdo"-Prozess leisten kann
Mehr als fünf Jahre nach den Terroranschlägen auf die Redaktion von "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt startet ein Prozess. Was kann der leisten?
Im Januar 2015 ermordeten islamistische Attentäter 17 Menschen in Paris. Sie griffen das Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt an. Die Täter wurden auf der Flucht alle erschossen.
Nun, mehr als fünfeinhalb Jahre nach der Tat, beginnt in Paris ein Prozess. 14 vermeintliche Komplizen sind angeklagt. Nadia Pantel berichtet für die Süddeutsche Zeitung von vor Ort. Die Frankreich-Korrespondentin sagt, der Prozess sei schon ein Erfolg, wenn gezeigt würde, dass hinter den Anschlägen ein islamistisches Netzwerk steckt - und eben nicht drei irre Einzeltäter.
Weitere Themen: Nawalny mit Nervenkampfstoff ermittelt, Spahn gegen Besuchsverbote, Afroamerikaner in Kalifornien von Polizei erschossen.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl, Lars Langenau
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über Élysée-Palast.

Sep 1, 2020 • 10min
Tarifverhandlungen: Geld statt Applaus
Heute beginnen neue Tarifverhandlungen auch für Angestellte im Gesundheitsbereich. Die Gewerkschaft Verdi vertritt 2,3 Millionen Krankenpfleger, Straßenbahnfahrer, Müllwerker und Erzieher im öffentlichen Dienst und fordert ein Plus von 4,8 Prozent. In Zeiten von Corona finden die Arbeitgeber der Kommunen und Städte die Forderung völlig überzogen.
Eine kleine Erhöhung würden die Arbeitgeber trotz angespannter Finanzlage der Kommunen und Städte jedoch anbieten, sagt SZ-Politik-Redakteur Benedikt Peters. Allerdings bezweifelt er, dass es bei einer härteren Auseinandersetzung in der Bevölkerung genug Rückhalt für einen Streik geben wird. Der Abschluss werde aber sicher eine Signalwirkung haben.
Weitere Nacchrichten: Palamentarischer Untersuchungsschuss für Wirecard-Skandal, Maskenpflicht bei Demos in Berlin, bundesweite Durchsuchungen im Missbrauchskandal von Bergisch Gladbach.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl, Moritz Eder
Produktion: Carolin Lenk, Julia Oyngerth
_Zusätzliches Audiomaterial über _Handelsblatt__

Aug 31, 2020 • 10min
Eskalation am Bundestag: Maßlose Zumutung
Gleich zweimal hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu der Erstürmung der Treppe des Reichstagsgebäude geäußert. Reichsflaggen auf den Stufen des Parlaments seien "nicht nur verabscheuungswürdig, sondern angesichts der Geschichte dieses Ortes geradezu unerträglich“. Wer den Straßen den Schulterschluss mit Rechtsextremisten suche, oder auch "wer nur gleichgültig neben Neonazis, Fremdenfeinden und Antisemiten herläuft, wer sich nicht eindeutig und aktiv abgrenzt, macht sich mit ihnen gemein“.
Es habe sich die Gedankenwelt von Nazis vor dem Bundestag gezeigt, sagt auch der Ressortleiter der SZ-Innenpolitik, Detlef Esslinger. Viele Leute seien am Samstag mitgelaufen, obwohl sie wussten wer da mit ihnen demonstrieren würde. Gemeinsamer Nenner sei aber offenbar, dass man die Corona-Politik der Regierung für den Ausfluss einer Diktatur halte. Auch sei es grundsätzlich eine Anmaßung, wenn Demonstranten "Wir sind das Volk" rufen würden. Denn DAS Volk gebe es nicht, die Vorstellung davon lediglich eine Illusion.
Weitere Nachrichten: Maskenpflicht an Bayerns Schulen, Ermittler greifen sich Vermögen von Ex-Wirecard-Chef.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinhzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk, Carlo Sarsky
Zusätzliches Audiomaterial über dpa

Aug 28, 2020 • 11min
Corona-Demo in Berlin: Protest von allen Seiten
In Berlin wird am Samstag gegen die Corona-Schutzmaßnahmen demonstriert. Und das, obwohl die Aufmärsche zunächst verboten wurden. Ist es richtig, Demos zum Schutz der Allgemeinheit verbieten zu wollen?
Das Berliner Verwaltungsgericht hat das **Verbot ** der Demo gegen die Corona-Poltik am Samstag in der Hauptstadt in erster Instanz gekippt. Nach Auffassung des Gerichts sind die Demonstrationen unter Auflagen zur Einhaltung des Mindestabstands zulässig. Bleiben die Gerichte bei der Erlaubnis, muss die Polizei die Demonstration zähneknirschend begleiten.
Das Verbot sei ein Eingriff in die Versammlungsfreiheit, meint auch SZ-Berlin-Korrespondent Jan Heidtmann. Allerdings habe es auch gute Gründe der Berliner Polizei für ein Verbot gegeben. Denn es sei nicht zu erwarten, dass sich die Teilnehmer an Hygieneregeln halten werden. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) habe sich nach dem zeitweiligen Verbot schockiert gezeigt, so eine "massive Aggressivität" habe er noch nie zuvor gespürt. Auch würde eine "undurchschaubare Melange" an Demonstranten erwartet, sagt Heidtmann. Darunter seien viele rechtsradikale Gruppen, die zur Gewalt aufrufen würden. Und wer mit denen marschiere, mache sich gemein mit deren Sache.
Weitere Themen: Corona: Kanzlerin ruft zum Durchhalten auf, Bayerns Grenzpolizei ist teils verfassungswidrig, Japans Premier Abe tritt zurück.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Justin Patchett
Produktion: Justin Patchett, Carlo Sarsky
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und dpa

Aug 27, 2020 • 11min
US-Republikaner: Eine Show für Trump
Beim Parteitag der US-Republikaner redet sich Donald Trump die USA schön: Die Gefahr durch Corona ist tabu. Polizeigewalt und Rassismus werden ausgeblendet. Und so will er siegen?
Diese Woche geht der Parteitag der US-Republikaner über die Bühne, bei dem amtierende Präsident erneut offiziell als Kandidat nominiert wird. Donald Trump tritt jeden Abend auf - und redet die Lage des Landes schön. Auch die republikanische Partei feiert sich vier Tage lang selbst - mit Reden von Parteimitgliedern und US-Bürgern, deren Leben Trump positiv beeinflusst haben soll.
Er selbst lobt sich als Heilsbringer, der die USA wirtschaftlich vorangebracht und vor dem Coronavirus bewahrt hat, sagt USA-Korrespondent Thorsten Denkler. Von den 175.000 Toten und Millionen Infizierten redet da keiner. Gleichzeitig haben die USA neben Corona noch ganz andere Probleme: Im ganzen Land ist es zu erneuten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus gekommen, nachdem ein Polizist den Schwarzen Jacob Blake mehrmals in den Rücken geschossen hatte.
Weitere Themen: Lebenslange für Christchurch-Attentäter, Großveranstaltungen bleiben tabu, Deutsche müssen in Norwegen in Quarantäne.
Den SZ-Newsletter zur US-Wahl finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Nabila Abdel Aziz
Redaktion: Laura Terberl, Lars Langenau
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und ABC News

Aug 26, 2020 • 11min
Hilft ein Alkoholverbot gegen Corona?
Wenn die Corona-Infektionen in München weiter steigen, droht der Stadt ein Alkoholverbot. Auch in anderen deutschen Städten gibt es schon Alkoholverbote, damit sich das Coronavirus nicht so stark verbreitet. Es ist allerdings unklar, wie effektiv so ein Verbot sein kann.
Wenn in München die Zahl der Corona-Infektionen weiter steigt, wird es ein Alkoholverbot geben. Das hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter bekannt gegeben. Dann darf ab 21 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden und im öffentlichen Raum ist der Konsum ab 23 Uhr verboten.
München ist nicht die einzige Stadt, in der man über Alkoholverbote nachdenkt, um Corona-Infektionen zu verhindern. Auch in Hamburg, Bamberg, Nürnberg und Augsburg gibt es Verbote. Weltweit haben zum Beispiel Spanien und Südafrika wegen Corona Alkoholverbote durchgesetzt, teilweise verbunden mit hohen Bußgeldern.
SZ Redakteur Franz Kotteder erklärt im Podcast, wie effektiv ein Alkoholverbot beim Eindämmen der Infektionszahlen sein kann und wie schwer es ist, ein solches Verbot durchzusetzen.
Weitere Themen: Verbot der Corona-Demo in Berlin und erneute Polizeigewalt in den USA
Moderation, Redaktion: Nabila Abdel Aziz
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk, Carlo Sarsky
Zusätzliches Audiomaterial vom Youtube-Kanal der Landeshauptstadt München

Aug 25, 2020 • 10min
Coronavirus in Spanien: Vom Musterland zur neuen Krisenregion
In Spanien gibt es insgesamt mehr als 400.000 bestätigte Corona-Infektionen und fast 29.000 Todesfälle. Die spanische Regierung hatte im März für sieben Wochen einen sehr harten Lockdown verhängt. Das Land bekam die Pandemie in den Griff. Jetzt zeigen die Kurven aber wieder steil nach oben: Binnen drei Tagen wurden 19.000 Neuinfektionen registriert. Mitte August hat die Bundesregierung Spanien als Corona-Risikogebiet eingestuft.
Das ist eine Katastrophe für das Land, denn mehr als fünf Millionen Jobs hängen mit dem Fremdenverkehr zusammen, sagt der Redakteur der SZ-Außenpolitik Sebastian Schoepp. Die Arbeitslosigkeit sei um 25 Prozent gestiegen, die sozialen Verwerfungen seien inzwischen erheblich. Auch in Spanien werde demonstriert, aber im Gegensatz zu Deutschland leugne niemand die Gefahr.
Weitere Nachrichten: Wirtschaftlicher Schaden durch Corona, Genesene erneut mit Corona infiziert, Massenentlassung bei Wirecard.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion, Produktion: Laura Terberl
Produktion: Justin Patchett


