

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Aug 13, 2021 • 12min
Der eindeutige Nutzen des Impfens
Mehr als die Hälfte der Deutschen ist inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das hat nach einer Modellrechnung des Robert-Koch-Instituts auch tausende Todesfälle verhindert. Nach Schlagzeilen über mögliche Nebenwirkungen wie Hirnvenenthrombosen oder Herzmuskelentzündungen sind aber einige Menschen wohl weiter verunsichert, die Impfkampagne stockt.
Was wir nach mehr als einem halben Jahr über diese Risiken wissen und was die Skeptiker und Skeptikerinnen überzeugen könnten, erklärt in dieser Folge Werner Bartens. Er ist Arzt und arbeitet im Wissens-Ressort der SZ. Zuletzt hat er für einen Artikel zahlreiche nationale und internationale Studien zu den Impfungen analysiert.
Zahlen aus dieser Folge, können Sie hier nachlesen.
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Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Magdalena Pulz
Produktion: Jakob Arnu

Aug 12, 2021 • 13min
Afghanistan: “Die Katastrophe ist längst da”
Die Taliban rücken in Afghanistan immer weiter auf Kabul vor. Hunderttausende sind auf der Flucht, Ausländer meist schon weg. Die NGO “Aktion gegen den Hunger” aber will bleiben.
Hunderttausende Menschen sind inzwischen auf der Flucht, die meisten innerhalb des Landes, andere sind auf dem Weg in die Nachbarländer Iran und Pakistan. Auch der Fall der Hauptstadt Kabul scheint nur eine Frage der Zeit. Das Auswärtige Amt rät allen deutschen Staatsangehörigen, das Land so schnell wie möglich zu verlassen. Aber mehrere tausend ehemalige afghanische Ortskräfte, die für die Bundeswehr oder in der Entwicklungshilfe gearbeitet haben, und deren Familienmitglieder sind noch da.
Für Hilfsorganisationen war Afghanistan bereits seit langem eines der gefährlichsten Länder der Welt. Der Niederländer Mike Bonke ist Landesdirektor der international tätigen “Aktion gegen den Hunger” mit Sitz in Kabul. Eins der vier Büros der NGO wurde gerade bei einem Luftangriff zerstört. Trotzdem will Bonke mit der NGO in Afghanistan bleiben, "dafür gibt es zu viel Arbeit hier". Doch selbst in Kabul seien die Straßen inzwischen nicht mehr sicher. "Niemand weiß gerade, wie es hier weitergeht: der Bürgerkrieg ist ja längst im Gang.”
Weitere Nachrichten: Mehr Geimpfte als registriert, Regen in Griechenland, Hitzerekord auf Sizilien.
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Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Annika Schultz, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über ZDF Morgenmagazin.

Aug 11, 2021 • 11min
Wie Laschet aus der Defensive kommen will
Schon in sechs Wochen ist Bundestagswahl. Und jetzt beginnt auch die Wahlkampftour von Armin Laschet. Und er muss kämpfen, denn laut der aktuellen Forsa-Umfrage für RTL/NTV kommen CDU/CSU nur noch auf 23 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als in der Vorwoche. Die SPD legt hingegen drei Punkte auf 19 Prozent zu. Der beste Wert für die Sozialdemokraten seit 2018. Die Grünen verharren bei 20 Prozent.
Am Dienstag aber konnte der CDU-Chef 13 Milliarden Euro Aufbauhilfe für sein Bundesland verbuchen. Damit will er sein Versprechen finanzieren, dass die Betroffenen der Katastrophe nicht schlechter gestellt werden, als vorher. Doch auch vier Wochen danach gibt es vor Ort noch immer Menschen, die nicht wissen, wie es weitergeht, sagt NRW-Korrespondentin Jana Stegemann. Laschet sei durchaus bewusst, wie schlecht seine persönlichen Umfragewerte und die der Union seien. Beim Thema Klimaschutz aber reagiere er schnell genervt und unwirsch. Stegemann hat den Eindruck, dass er keinen Plan zur Bekämpfung der Klimakrise habe.
Weitere Nachrichten: Lokführerstreik, weitere Taliban-Eroberungen, PiS verliert Regierungsmehrheit in Polen.
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Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Antonia Franz, Annika Schultz
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Landtag NRW.

Aug 10, 2021 • 13min
GDL-Streiks: "Spektakulärer Tarifabschluss auf Kosten der Steuerzahler"
“Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will”, heißt es in einem alten Arbeiterkampflied, das gerade wieder aktuell ist. Denn den starken Arm zeigen die Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL. Und die Räder sind die der Deutschen Bahn. Bis Freitag wird wohl nur jeder vierte Fernverkehrszug fahren und auch im Regionalverkehr wird es starke Einschränkungen geben. Betroffen sind Hunderttausende Pendler, Urlauber und andere Reisende. Für GDL-Chef Claus Weselsky aber gibt es keinen anderen Weg. Er verlangt eine Einkommenssteigerung von 3,2 Prozent und eine Corona-Zulage von 600 Euro pro Monat. Für die Bahn ist der Streik "völlig unangemessen und überzogen".
Angesichts der Einbrüche durch die Corona-Krise hält SZ-Wirtschaftsredakteur Alexander Hagelüken die Forderungen der GDL auch für unangemessen. Der GDL gehe es vor allem darum, ihre eigene Macht auszubauen. Sie nutze ihre mächtige Position in der Infrastruktur aus. Weselsky wolle einen möglichst spektakulären Abschluss auf dem Rücken der Steuerzahler.
Weitere Nachrichten: Aus für kostenlose Corona-Tests ab 11. Oktober, 30 Milliarden Euro für Wiederaufbaufonds nach Hochwasser-Katastrophe.
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Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Verdi, Livestream GDL, Deutsche Bahn und DFB.

Aug 9, 2021 • 15min
Klimawandel: "Die ganze Welt muss mit an Bord"
“Die Alarmglocken tönen ohrenbetäubend”, sagt UN-Generalsekretär Antonio Guterres angesichts des neuen Berichts des Weltklimarates IPCC. Demnach erwärmt sich unsere Erde schnell und überall mit zunehmendem Folgen. Der Bericht ist die politische Handlungsgrundlage der Weltklimakonferenz im November in Glasgow.
"Die Studie ist in ihrer Klarheit und Härte einmalig, aber keinesfalls nicht absehbar gewesen", sagt Deutschlands erster Bundesumweltminister Klaus Töpfer. Bereits 1990 sei das fast wörtlich vorausgesagt worden. Es handelt nur derjenige, der einen Vorteil für sich daraus ableiten kann, sagt der ehemalige CDU-Politiker. Die Energieerzeuger aber würden noch aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe ihre Profite ziehen, das müsse dringend geändert werden. "Wir gehen auf eine Welt mit zehn Milliarden Menschen zu" sagt Töpfer, "aber unser Lebensstil ist nicht globalisierungsfähig." Deutschland müsse dabei innovativ sein bei der technologischen Entwicklung alternativer Energiequellen.
"Wir können immer noch gestalten, es ist längst nicht zu spät", meint die Physikerin Marlene Weiß, die das Wissenschaftsressort der SZ leitet. Zwar sei das Ziel der Begrenzung der Erderwärmung nur um 1,5 Grad kaum noch zu erreichen, aber immerhin noch die zwei Grad. Als Einzelner sei man verloren, aber alle Staaten müssten nun dringend und schnell zusammenarbeiten. Schließlich sehe man doch die drastischen Folgen, wenn wir nichts tun würden.
Weitere Nachrichten: Bis zu 30 Milliarden Euro für Flutopfer, Abschlussbericht Anschlag Berliner Weihnachtsmarkt.
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Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über den Livestream des ICPP.

Aug 6, 2021 • 11min
Corona: Hilft die dritte Spritze gegen die vierte Welle?
Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 20,4, doch die Werte steigen - und zwar früher und schneller als im letzten Sommer. Gleichzeitig stockt die Impfkampagne. So wenig wie in dieser Woche wurde zuletzt Ende Februar geimpft. Momentan sind erst 54 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, 62 Prozent zumindest ein Mal.
Um für die nächste Corona-Welle gewappnet zu sein, plant das Bundesgesundheitsministerium ab September Auffrischungsimpfungen für alle Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Wie sinnvoll so eine Booster-Impfung sein kann und welche Daten wir dazu bisher vorliegen haben, erklärt in dieser Folge Hanno Charisius aus dem SZ-Wissensressort.
Weitere Nachrichten: Waldbrände im Mittelmeerraum, Ermittlungen wegen Hochwasser in Ahrweiler, Olympische Spiele enden am Sonntag.
Produktion: Justin Patchett
Redaktion: Annika Schultz, Antonia Franz
Moderation, Redaktion: Laura Terberl

Aug 5, 2021 • 12min
Belarus: Lukaschenkos Gewaltspirale
Der Fall der belarussischen Sprinterin Kristina Timanowskaja hat diese Woche für viel Aufregung gesorgt. Aber der Fall ist nur ein Beispiel dafür, wie skrupellos das Regime in Belarus gegen Kritikerinnen und Kritiker vorgeht. Über die Methoden des belarussischen Machthabers.
Bei ihrer Ankunft in Warschau zeigt sich Kristina Timanowskaja erleichtert. Sie sei froh, in Sicherheit zu sein, sagt die geflohene belarussische Olympia-Teilnehmerin. Auch ihr Mann ist mittlerweile aus Belarus geflohen und auf dem Weg nach Polen. Wie seine Frau wird auch er ein humanitäres Visum erhalten.
SZ-Korrespondentin Silke Bigalke erklärt im Podcast, wie der Machthaber Lukaschenko systematisch versucht, Kritikerinnen und Kritiker einzuschüchtern - sie sollen sich nirgendwo sicher fühlen können. Eine Methode, die leider aufzugehen scheint.
Silke Bigalke hat vor wenigen Wochen auch mit mehreren Menschen aus Minsk über die jetzige Situation gesprochen. Die Protokolle können Sie unter diesem Link lesen.
Weitere Nachrichten: Rundfunkbeitrag darf erhöht werden, keine Grünen-Landesliste aus dem Saarland, weiterer Prozess im Missbrauchskomplex Münster.
Redaktion, Moderation: Laura Terberl
Redaktion: Antonia Franz und Annika Schultz
Produktion: Justin Patchett

Aug 4, 2021 • 13min
Libanon, ein gescheitertes Land
Beirut galt einst als Paris des Nahen Ostens. Doch das ist es schon lange nicht mehr. Nach einem blutigen Bürgerkrieg und dem Krieg in Syrien besteht dort nur ein kaputter Staat, der auf internationale Hilfe angewiesen ist. Und nachdem am 4. August 2020 fast 3000 Tonnen Ammoniumnitrat im Hafen Beiruts detonierten, ist auch fast nichts mehr von dem berühmten Gelassenheit und weltläufigen Charme der Libanesen zu spüren.
Das sah damals aus wie in einem Kriegsgebiet, erinnert sich SZ-Redakteur Moritz Baumstieger, der kurz nach der Explosion das Land bereiste. Er habe Schockstarre erwartet, aber viele tatkräftige Bürger gesehen, die irgendwie dieser Situation Herr werden wollten. Bis heute sei unklar, wer für die Katastrophe nun eigentlich verantwortlich sei. Lediglich ein paar niedere Beamte würden deshalb in Haft sitzen. Schon vor der Explosion habe das Land am Rand des Kollaps gestanden, jetzt aber herrsche überall wirtschaftliches und politisches Chaos: Keine funktionierende Regierung, horrende Inflation und schlimme humanitäre Auswirkungen auf das Volk. Es dümpelt führungslos dahin. Der Libanon habe ein korruptes System, sagt Baumstieger, sei ein gescheiteres Land.
Weitere Nachrichten: Zugunglück in Tschechien, Belarussische Leichtathletin Timanowskaja in Wien.
Den achtteiligen Podcast "Inside 1860" finden Sie unter sz.de/Inside1860.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Valérie Nowak
Zusätzliches Audiomaterial über ZDF, Reuters und YouTube.

Aug 3, 2021 • 12min
Hubert Aiwanger: Popstar der Impfskeptiker
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder stellte seinen Vize und Wirtschaftsminister kürzlich bloß: Hubert Aiwanger von den Freien Wählern (FW) will sich nicht impfen lassen. Das sei eine freie Entscheidung, es gebe keine Impfpflicht etcpp, verteidigt der sich. Seine rote Linie sei sein Körper. Dafür aber will Aiwanger nach der Bundestagswahl nach Berlin.
Man unterschätzt die FW, wenn man sie lediglich als Folklore-Phänomen sieht, sagt der landespolitische Korrespondent der SZ in München, Andreas Glas. Tatsächlich würden die FW eine ähnliche Rolle einnehmen wie die CSU: Trotz Regierungsverantwortung einfach so tun, als sei man weiterhin in der Opposition. Es sei aber längst noch nicht ausgemacht, dass die Partei die Fünf-Prozent-Hürde überspringen werde. Aiwangers Impfskepis sei vielleicht mit seiner Herkunft vom Bauernhof zu erklären. Anfangs habe er das auch sehr defensiv vertreten, aber inzwischen wittere er seine Chance. Er habe sich zum Sprachrohr einer "angeblich unterdrückten Minderheit und zum Sprachrohr der Impfskeptiker gemacht." Trotzdem, prophezeit Glas, werde Söder mitten im Wahlkampf nicht mit ihm brechen.
Weitere Nachrichten: Alle Einwohner Wuhans werden getestet, Grüne wollen Klimaschutzministerium.
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über MünchenTV, TV aktuell, Dailymotion, BR 24.

Aug 2, 2021 • 12min
Querdenker: "Der politische Arm der Einsamkeit"
Nach Polizeiangaben haben sich am Sonntag etwa 5000 Corona-Leugner in der Hauptstadt versammelt, obwohl ihre Demonstration verboten war. Eine bunte Mischung von Normalos und Esoteriker, Altlinken und Rechtsextremen, die ganz ungehemmt Seite an Seite marschierten. Ein Sammelbecken für Anti-Demokraten und Verdachtsfall für den Verfassungsschutz. Schnell ist die Situation eskaliert. Und wieder gab es tätliche Angriffe auf Polizisten und Journalisten. Fast 600 Festnahmen soll es gegeben haben. Auch ein 49-jähriger Demonstrant ist in Polizeigewahrsam kollabiert und im Krankenhaus gestorben.
Es fing mit der Tea Party in den USA an, die sich beispielsweise mit ihrem Protest gegen Obama Gesundheitsversicherung gegen ihre eigenen Interessen wendete, sagt Nils Minkmar, Feuilleton-Redakteur der SZ. Dieses Phänomen sei auch bei den Gelbwesten in Frankreich oder den Brexitiers in Großbritannien zu beobachten. Soziologen beobachten dabei verstärkt eine Vereinzelung und Radikalisierung, die mit der persönlichen Vereinsamung einhergehe. Zwar wechsele der Feind bei diesen zersplitterten Bewegungen. Aber: "Diese Weltanschauungen gedeihen am besten in der Isolation", meint Minkmar. Im Grund seien diese nicht-koalitionsfähigen Bewegungen der "politische Arm der Einsamkeit". Auch durch virtuellen Austausch verbleibe man nur in seiner eigenen Echokammer. Ähnliches sei dies auch bei dem Ex-Moderator und heutigen Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen zu beobachten, wie gerade der Podcast "Cui bono: WTF happened to Ken Jebsen?" sehr schön beleuchtet.
Weitere Nachrichten: Stiko bleibt hart, Hitze und Brände am Mittelmeer.
Hier finden Sie übrigens den Text von Nils Minkmar über die Einsamkeit der Querdenker
Redaktion, Moderation: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Audiomaterial über den Twitter-Account von Antonie Rietzschel und YouTube.


