Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Dec 16, 2021 • 14min

Start der Kinderimpfungen: Warum sie jetzt wichtig sind

Knapp ein Jahr ist es her, dass in Deutschland zum ersten Mal ein erwachsener Mensch gegen das Coronavirus geimpft wurde – und ab dieser Woche gibt es jetzt auch Impfstoff für kleine Kinder. Damit können nach ärztlicher Aufklärung alle Kinder ab fünf Jahren geimpft werden. Allerdings lässt eine Sache viele Eltern zögern: Die Stiko empfiehlt die Impfung bislang für diese Altersgruppe nur für vorerkrankte Kinder oder solche mit engem Kontakt zu Risikopatienten. Und das stellt die Eltern jetzt vor die Entscheidung: Lasse ich mein Kind impfen – oder lieber nicht? Die SZ-Coronaexpertin Christina Berndt meint: “Ich wäre dafür, es zu tun.” Sie erklärt, dass die Stiko zwar etwas langsam in ihrer Beurteilung sei, aber sie fest mit einer zukünftigen Empfehlung für alle fünf bis 12-Jährigen rechne. In den USA seien schon fünf Millionen Kinder in dieser Altersgruppe geimpft worden, von dort seien keine Probleme bekannt. Außerdem sagt sie: “Das wichtigste Argument für mich ist, dass es im Moment einfach ein riesiges Risiko gibt, dass sich ein Kind ansteckt.” Einer Ansteckung sei die Impfung in jedem Fall vorzuziehen. Weitere Nachrichten: Lindner verteidigt Nachtragshaushalt, Lebenslange Haftstrafe für Amokfahrer Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ZDF.
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Dec 15, 2021 • 14min

Mordpläne auf Telegram: Die realen Folgen der Online-Hetze

Am Mittwoch gab es in Dresden mehrere Razzien bei Mitgliedern einer Telegram-Chatgruppe. Sie sollen einen Mordanschlag auf den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer geplant haben. Es geht um radikale Gegnerinnen und Gegner der Coronamaßnahmen. Der Hass im Netz bleibt immer öfter nicht dort, sondern hat reale Auswirkungen. Aber warum ist es so schwer, Telegram zu kontrollieren? SZ-Redakteur Ronen Steinke sagt: “Telegram ist komplett frei. Anders als bei Twitter oder bei Facebook wird da nichts geblockt und das ist ein Freiraum, den viele gerne nutzen.” Deshalb könne sich dort auch so viel Hetze und Hass sammeln. Er meint, dass die Politik zu lange zugesehen hat, wie sich Querdenkende auf Telegram radikalisieren. Es gebe noch reichlich Luft nach oben, strenger mit Telegram umzugehen. Weitere Nachrichten: Erste Regierungserklärung von Olaf Scholz, Lebenslange Haft für Tiergarten-Mörder Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über phoenix und WELT.
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Dec 14, 2021 • 11min

Omikron in England: Ist Johnson der richtige Krisenmanager?

Vergangenen Sonntagabend hat Boris Johnson sehr ernst in einer TV-Ansprache vor der neuen Corona-Variante Omikron gewarnt. Die Zahl der Infektionen würde sich alle zwei, drei Tage verdoppeln. Und um diese neue Welle zu stoppen, dazu würden zwei Impfungen nicht mehr reichen. Deshalb sei jetzt der Booster, die Auffrischungsimpfung, entscheidend. “Boris Johnson macht gerade nicht den Eindruck, dass er der richtige Krisenmanager ist”, sagt der SZ-Korrespondent für Großbritannien, Michael Neudecker. Schließlich kursiert gerade ein Foto aus der Weihnachtszeit 2020, das den Premier bei einem lustigen Weihnachts-Quiz in geselliger Runde zeigt. Doch damals war Lockdown in London, also eigentlich nichts mit Feiern. Seit dem "Freedom-Day" im Juli seien in England fast alle Beschränkungen gefallen, so Neudecker. Als dann die Varianten auftauchten, hätte die Regierung zunächst "eine extreme Sorglosigkeit" gezeigt. Weitere Nachrichten: Testpflicht bei 2G plus entfällt in Bayern für Geboosterte, Biontech-Impfung schützt vor schweren Omikron-Verläufen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über BBC.
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Dec 13, 2021 • 13min

Russland, EU, Klima: Wie Baerbock die Außenpolitik umbauen will

Annalena Baerbock ist seit letztem Mittwoch als Außenministerin vereidigt und seitdem pausenlos unterwegs: Sie war in weniger als einer Woche in Paris, Brüssel, Warschau und beim G7-Treffen in Liverpool. An diesem Montag ist sie jetzt zurück in Brüssel – zur Tagung der EU-Außenministerinnen und -minister. Es gibt genügend Krisen, die es zu bewältigen gilt. Ist bei all den Terminen schon zu erkennen, wie Baerbock die deutsche Außenpolitik in den nächsten Jahren prägen wird? SZ-Politikredakteur Paul-Anton Krüger war mit Baerbock auf Reisen und sagt: “Sie ist aufgetreten, als ob sie schon lange dabei wäre.” Er meint, Baerbock wird vor allem Akzente in der internationalen Klimapolitik setzen wollen. Wie sehr sie sich an ihrem Ziel, eine “wertegeleitete” Außenpolitik zu machen, messen lassen könne, werde sich dann zum Beispiel am Umgang mit China und den Olympischen Spielen im nächsten Jahr zeigen. Weitere Nachrichten: Omikron in Großbritannien, sinkende Inzidenz in Deutschland Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz Produktion: Jakob Linus Arnu Zusätzliches Audiomaterial über dpa und phoenix.
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Dec 10, 2021 • 14min

Der Fall Assange: "Journalismus ist kein Verbrechen"

Der Gründer von Wikileaks drohen in den USA bis zu 175 Jahre Haft. Dabei ist Julian Assange seit inzwischen elf Jahren nicht mehr in Freiheit. Nachdem die Whistleblowerin Chelsea Manning seiner Enthüllungsplattform geheime Videos und Dokumente von Kriegsverbrechen der US-Streitkräfte im Irak und Afghanistan zugespielt hat, steht er unter Dauerdruck. Am Freitag hat der Londoner High Court dem Auslieferungsersuchen der US-Behörden stattgegeben und das Urteil einer Vorinstanz aufgehoben. Damals war die Auslieferung von Assange unter Berücksichtigung seines psychischen und gesundheitlichen Zustands und die zu erwartenden Haftbedingungen untersagt worden. Washington hat diese Entscheidung jedoch angefochten - und bekam Recht. "Journalismus ist kein Verbrechen und darf auch nicht zu einem solchen gemacht werden", sagt Lisa Kretschmer von Reporter ohne Grenzen. Aber die aktuelle Entscheidung habe das Potenzial, dass Journalismus kriminalisiert wird und verfolgt wird. Assange wäre "der erste Herausgeber, der auf Grundlage des Spionagegesetzes verfolgt" werden würde. Dabei habe er nur "auf Grundlage von geleakten Informationen Berichterstattung betrieben". Jeder Journalist, jede Journalistin, jede Quelle, jedes Medienunternehmen müsse in Zukunft befürchten, dass Berichterstattung zu sensiblen Themen wie Geheimdienste, nationale Sicherheit oder Kriegsverbrechen verfolgt werden würden. Assange werde verfolgt für etwas, das in weiten Teilen nicht von den alltäglichen Aktivitäten eines Investigativjournalisten und Analysten zu unterscheiden sei. Kretschmer ist sehr skeptisch, dass Assange in den USA kein faires Verfahren erwarten würde. Auch habe sich seine gesundheitliche Lage eher verschlimmert. Aus Sicht von Reporter ohne Grenzen sei die sofortige, bedingungslose Freilassung die einzige Alternative. Den Podcast von Reporter ohne Grenzen finden Sie unter wwww.reporter-ohne-grenzen.de/podcast Weitere Nachrichten: Auslandreisen von Scholz und Baerbock, Impfpflicht für Pflegeberufe, Friedensnobelpreis. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried, Moritz Batscheider Produktion: Jakob Linus Arnu Zusätzliches Audiomaterial über Reuters, Vice und ZDF Info.
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Dec 9, 2021 • 12min

Ukraine-Konflikt: Droht ein neuer kalter Krieg?

Russland hat an der Grenze zur Ukraine 90 000 Soldaten stationiert und es könnten noch mehr werden. Eine Drohgebärde gegenüber der Ukraine, den USA und Europa. Können die Gespräche zwischen Biden und Putin einen Krieg verhindern? Stefan Kornelius, Leiter des SZ-Politikressorts, sagt: "Wir rauschen im Moment in vollem Tempo zurück in eine Kalte Kriegssituation, wo Moskau und Washington über das Schicksal Europas verhandeln." In Auf den Punkt spricht er darüber, was das für Deutschland bedeutet. Weitere Nachrichten: Olympia-Boykott, Joshua Kimmich Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderried, Johannes Korsche Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.
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Dec 8, 2021 • 14min

Olaf Scholz vereidigt: Er hat Ja gesagt

Wer ist der Mann, der jetzt Kanzler ist? Und was für eine Figur hat er am Tag der Amtsübergabe gemacht. Nico Fried, Leiter der SZ-Parlaments-Redaktion in Berlin, hat Olaf Scholz den ganzen Tag beobachtet und blickt auch zurück auf seinen steinigen Weg zur Kanzlerschaft. Weitere Nachrichten: Impfungen und Omikron, Mordpläne gegen Kretschmer Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Johannes Korsche, Antonia Franz Produktion: Moritz Batscheider Zusätzliches Audiomaterial über Deutscher Bundestag.
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Dec 7, 2021 • 14min

Sachsen: Hotspot für Querdenker und Verschwörungsmythen

Sachsen hat die höchste Corona-Inzidenz in Deutschland. Covid-Patienten werden inzwischen in andere Bundesländer ausgeflogen. Trotzdem regt sich hier der größte Widerstand gegen die Bekämpfung der Pandemie. Freitagabend etwa zogen rund 30 Personen mit Fackeln vor das Haus der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Und auch Montagabend haben wieder Hunderte Coronaleugner, Impfgegner, Querdenker und Anhänger anderer Verschwörungsmythen illegal demonstriert. Hinter den Protesten steckten oft Rechtsextreme, sagt die Leipziger SZ-Korrespondentin Antonie Rietzschel. Gemeinsam mit der AfD hätten sie die "besorgten Bürger" inzwischen so aufgehetzt, dass die "der Meinung sind, sie müssten jetzt wirklich aktiv Widerstand leisten gegen eine vermeintliche Corona-Diktatur". Zudem gebe es sehr lange schon "eine Art eigene sächsische Identität gegen die da oben". Dies sei ein tiefes Misstrauen, egal bei welchem Thema. Manchmal richte es sich gegen Migration, jetzt eben gegen die Corona-Maßnahmen. Das speise sich auch noch aus Erfahrungen mit der DDR-Geschichte, meint Rietzschel. Weitere Nachrichten: Ampel-Koalitionsvertrag unterzeichnet, Carsten Schneider wird neuer Ostbeauftragter, Reem Alabali-Radovan wird Staatsministerin für Migration, Impfungen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über ARD Tagesthemen und FDP.
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Dec 6, 2021 • 13min

Juso-Chefin Rosenthal: "FDP betreibt Klientelpolitik"

Nach SPD, FDP haben auch die Mitglieder der Grünen der neuen Ampel-Koalition auf Bundesebene zugestimmt. Am Nikolaustag haben die Sozialdemokraten zudem ihre Ministerinnen und Minister benannt. Neben dem designierten Regierungschef Olaf Scholz wird Wolfgang Schmidt Kanzleramtsminister. Die größte Überraschung ist wohl, dass Karl Lauterbach tatsächlich Gesundheitsminister wird und die hessische Fraktions- und Landesvorsitzende Nancy Faeser Innenministerin, als erste Frau in diesem Amt. Das neue Bauministerium soll Klara Geywitz leiten. Christine Lambrecht wird Verteidigungsministerin. Svenja Schulze leitet das Ministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Hubertus Heil bleibt Minister für Arbeit und Soziales. Ein großer Machtfaktor sind auch die Jusos, die in der neuen SPD-Fraktion fast ein Viertel der Abgeordneten stellen. Juso-Chefin Jessica Rosenthal begrüßt die Kabinettsmitglieder der SPD, allerdings sei es "nicht so vielfältig aufgestellt, wie die Jusos sich das wünschen". Das zeige, "wie lang der Weg ist, den wir noch zu gehen haben". Die Bundesvorsitzende der Jungsozialistinnen und Jungsozialisten fordert seit längerem eine Impfpflicht für alle und erwartet die Umsetzung auch von dem designierten Gesundheitsminister Karl Lauterbach: "Ich glaube schon, dass es sehr nach einer Impfpflicht aussieht, denn auch die FDP wird sich aus ihrer eigenen Verantwortung und Führungsaufgabe nicht herausziehen dürfen und können." "Am Ende des Tages geht es für mich nach wie vor darum, dieses Wirtschaftssystem grundlegend besser zu machen", sagte Rosenthal weiter. Im Koalitionsvertrag seien viele Dinge, "die am Ende auch Umverteilung möglich machen". Aber es sei klar, dass bei der Frage von Vermögensverteilung nicht reiche. Die FDP habe "ganz klar Klientelpolitik betrieben und dafür gesorgt, dass das verhindert wurde". Allerdings habe man in dem von ihr mit verhandelten Koalitionsverhandlungen für Arbeit "schon Verständnis füreinander entwickelt". Weitere Nachrichten: ÖVP-Politiker neuer Innenminister in Österreich, Fackelaufmarsch vor Haus von Sachsens Gesundheitsministerin Köpping verurteilt, Urteil gegen Aung San Suu Kyi. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett, Moritz Batscheider Zusätzliches Audiomaterial über SPD.
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Dec 3, 2021 • 12min

Nach Kurz-Rückzug: Was jetzt schon wieder in Österreich passiert ist

Die Politik in Österreich ist gerade ein Fest für Kabarettisten: Erst zieht sich Ex-Kanzler Sebastian Kurz aus der Politik zurück, angeblich wegen der Geburt seines Sohnes. Dann tritt sein Nachfolger Schallenberg ab, dann noch Finanzminister Gernot Blümel. Und dann baut Karl Nehammer das Kabinett noch weiter um. Der ÖVP-Politiker ist designierter neuer Parteichef und Kanzler, Österreichs dritter Kanzler in diesem Jahr. “Es war natürlich nicht wirklich das Kindlein”, meint SZ-Österreich-Korrespondentin Cathrin Kahlweit. "Das sind natürlich vorgeschobene Argumente. In Wirklichkeit geht es darum, dass Kurz keinen Weg mehr für sich in dieser Partei sah und Blümel schon länger amtsmüde war." Zudem würden die Ermittlungen in der Chat-Affäre laufen und es gebe wohl auch weitere Vorwürfe in dieser Sache. Der gelernte Soldat und zukünftige Kanzler Nehammer sei bei Abschiebungen, Islamismus und Asyl ein "politischer Hardliner". Allerdings gelte er auch als seriös, als "einer, mit dem man reden kann". Deshalb sei wohl auch der grüne Koalitionspartner ganz angetan von der Personalie. Auch weil sie hoffen, mit ihm die ganze Legislaturperiode zu schaffen. Und was könnte aus dem erst 35-jährigen Kurz werden? "Er hat eine Ausbildung als Kanzler", sagt Kahlweit. "Unternehmensberatungen nehmen einen immer", vielleicht setze er auch sein Studium fort, macht einen Abschluss - oder gehe ins Ausland. Mehr aus Wien und Umgebung lesen Sie jeden Freitag im Österreich-Newsletter. Und den können Sie kostenlos unter sz.de/oesterreich bestellen. Weitere Nachrichten: "Wellenbrecher" ist Wort des Jahres, Impfungen, Omikron, AfD-Spender Finck tot. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Tami Holderried, Moritz Batscheider Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über ARD, WDR, ORF, ÖVP und 20th Century Fox.

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