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Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Jan 10, 2022 • 16min
Chef des deutsch-russischen Forums warnt vor “neuer Eiszeit”
Anlässlich der amerikanisch-russischen Gespräche in Genf fordert Matthias Platzeck, Vorsitzender des deutsch-russischen Forums, eine neue europäische Entspannungspolitik. Komme es an der ukrainisch-russischen Grenze zu einer kriegerischen Auseinandersetzung, dann folge eine neue “Eiszeit” zwischen Ost und West, warnt Matthias Platzeck. “Wir sind förmlich verdammt dazu, dies zu verhindern.” Eine “mit den anderen EU-Partnern abgestimmte, gemeinsame Außenpolitik” zur Entspannung mit Russland könne dafür durchaus Impulse liefern.
Die jetzige Situation erinnere ihn “in manchen Facetten an den Kalten Krieg”, die aber durchaus noch schlimmer werden könne. “Wir leben schon längst wieder in der Gefahr, wie vor 1914, wo man praktisch schlafwandelnd in einen Krieg hinein taumelte”, sagte Platzeck weiter. Russland fühle sich seit mehreren Jahrzehnten “bedrängt von der Nato-Osterweiterung”. Es gehe Moskau deshalb mit seinem massiven Truppenaufbau vor allem darum, “Sicherheitsbedürfnis in ihrer direkten Umgebung zu befriedigen”.
Er hoffe sehr, dass nach den Gesprächen in Genf zumindest wieder die Nato-Mission der Russen eröffnet wird. Man brauche “solche Kommunikationskanäle dringend, um Gefahren abzuwenden”. Zudem müssten Mechanismen wieder in Gang gesetzt werden, die bereits 1997 zwischen der Nato und Russland vereinbart worden seien. Etwa, “dass es es keine Nato-Manöver in früheren Warschauer-Pakt-Staaten geben wird und dass dort keine Raketen aufgestellt werden”. Vielleicht könne man auch “ein Moratorium” erreichen, dass erstmal “keine großen Militärmanöver mehr stattfinden, dass die Rüstungskontrolle wieder eine Rolle spielt, dass auf Stationierung von Waffensystemen sowohl auf russischer, aber auch auf Nato-Seite verzichtet wird".
Weitere Nachrichten: Djokovic, Aung San Suu Kyi.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Pegah Julia Meggendorfer, Franziska von Malsen
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Reuters und Deutsche Welle.

Dec 31, 2021 • 24min
USA 2021: Trump, Biden und eine unsichtbare Dritte
Das Jahr 2021 war noch jung, da hat es schon den ersten richtigen Knall gegeben: Am 6. Januar 2021 sollte eigentlich nur der US-Kongresses die Wahl von Joe Biden zum 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten bestätigen. Normalerweise eine Formsache, doch es kommt zum Eklat. Über diese wilde Zeit spricht unser USA-Korrespondent Hubert Wetzel. Auch darüber, wie beliebt Biden heute ist - und wie sich Vize-Präsidentin Kamala Harris macht.
Die Sendungen von Tami Holderried über Corona finden Sie hier.
Die von Franziska von Malsen über die Bundestagswahl hier.
Unseren Recherchepodcast “Das Thema” über Afghanistan hier.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Antonia Franz
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über NBC.

Dec 29, 2021 • 25min
Merkel geht, Scholz kommt - Wie 2021 politisch gelaufen ist
Das Jahr hat für uns vor allem politisch viel für uns verändert. Während der Abschied von Angela Merkel ja klar war, hätten viele Anfang des Jahres nicht unbedingt auf einen Kanzler Scholz und eine Ampel-Regierung gewettet. Wie es dazu gekommen ist und was das für das neue Jahr bedeutet, darüber spricht in dieser Folge Nico Fried, Leiter vom SZ-Parlamentsbüro in Berlin.
Wenn es um die Klimakrise geht, ist er zuversichtlich: "Ich bin zumindest insofern ganz optimistisch, als ich glaube, dass die drei richtigen Parteien da jetzt an der Regierung sind für dieses Problem."
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Antonia Franz, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über CDU, SPD via Youtube, Phoenix, dpa.

Dec 27, 2021 • 22min
Jahr drei mit Corona: Geht die Pandemie 2022 endlich vorbei?
Silvester vor einem Jahr haben sich viele gefreut – dass 2020, das Coronajahr, endlich vorbei ist. Und dass damit das Schlimmste vielleicht schon überstanden sein könnte. Aber ziemlich schnell war klar: Auch 2021 wird von der Pandemie bestimmt sein. Zum Ende des Jahres steigen die Infektionszahlen und die Angst vor der neuen Variante Omikron geht um. Was erwartet uns also im neuen Jahr 2022?
“Man hat über diesen gesamten Sommer bis hinein in den Herbst das Thema eigentlich völlig ignoriert”, sagt die SZ-Coronaexpertin Christina Berndt. Deshalb sei die Lage in der vierten Welle jetzt so akut. Wir müssen uns laut der Expertin darauf einstellen, dass es im neuen Jahr erstmal noch schlimmer wird. Sie sagt: “Wir brauchen unbedingt den Booster, um die Zahlen einigermaßen im Zaum zu halten.” Aber es gibt auch gute Nachrichten: Omikron könnte laut Berndt tatsächlich die endemische Phase der Pandemie einläuten: “Es wird vorbeigehen!”
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Jakob Linus Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.

Dec 23, 2021 • 11min
Warum es so schwer ist, unsere Meinung zu ändern
Wann und wozu haben Sie eigentlich in letzter Zeit Ihre Meinung geändert? Also bei einer Sache, die Ihnen wirklich wichtig ist. Na? Fällt Ihnen erstmal nix ein. Ganz Normal. Die eigene Einstellung für die richtige zu halten, ist nämlich sehr menschlich.
Wie Sie die Weihnachtsfeiertage trotzdem gut überstehen mit Menschen, die vielleicht ganz anders denken als Sie selbst – das verrät Ihnen in dieser Folge vom Podcast Henning Beck. Er ist Neurobiologe und Experte in der Frage, warum es uns Menschen so schwer fällt, unsere Meinung zu ändern.
Hier lesen Sie die wichtigsten Verhaltensregeln für erneute Corona-Weihnachten.
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Benjamin Markthaler

Dec 22, 2021 • 11min
Reichen die Maßnahmen, um die Omikron-Welle zu brechen?
Ab dem 28. Dezember dürfen sich generell, also auch Geimpfte und Genesene, nur noch maximal zehn Personen treffen. Zudem müssen Clubs schließen. Fußballspiele und andere Großveranstaltungen müssen auf Zuschauer verzichten. Doch werden diese Kontaktbeschränkungen die erwartete Omikron-Welle brechen? Oder droht nach Weihnachten wieder eine Überlastung des Gesundheitssystems?
Es sei tatsächlich "überraschend, dass erst kurz vor Silvester Kontaktbeschränkungen für weite Teile der Bevölkerung kommen sollen", meint die stellvertretende Leiterin des Berliner SZ-Parlamentsbüros, Cerstin Gammelin.
Sie kritisiert die Kakophonie zwischen dem neuen Expertenrat der Bundesregierung und dem Robert-Koch-Institut: Der Bürger wisse derzeit nicht mehr, was jetzt das richtige und entscheidende Gremium sei. "Das ist eine recht chaotische Kommunikation der neuen Regierung." Auch sei interessant zu beobachten, wie sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) innerhalb kürzester Zeit verändert habe: Die "Stimme der Straße und der Talkshows" gebe plötzlich nicht mehr den "großen Warner", sondern bremse jetzt eher.
Weitere Nachrichten: Russland für Gespräche mit USA und Nato, Xavier Naidoo darf Antisemit genannt werden.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über ARD und Bundespressekonferenz.

Dec 21, 2021 • 13min
Droht ein neuer Bosnien-Krieg?
Der Bürgerkrieg in Bosnien und Herzegowina hat mindestens 100.000 Tote und eine Millionen Flüchtlinge gefordert. Seit dem Frieden von Dayton 1995 leben die Volksgruppen in einem fragilen Staat mehr oder weniger zusammen. Doch jetzt forciert Milorad Dodik, der serbische Repräsentant im dreiköpfigen Staatspräsidium Bosnien-Herzegowinas, praktisch die Abtrennung des serbischen Teils vom Gesamtgebilde. Innerhalb von sechs Monaten soll die Zuständigkeit für Armee, Justiz und Steuern von Bosnien-Herzegowina auf den serbischen Teilstaat Srpska übertragen werden.
"Dodik ist mit allen Wassern gewaschen und hängt sein Mäntelchen dahin, wo der beste Wind weht", sagt SZ-Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel. Ein "erheblicher Teil" des aktuellen Konflikts sei sicher "Wahlkampfgetöse", aber Dodik könne sich auch auf Serbien und Moskau verlassen. Russlands Interesse sei schlicht und ergreifend, dem Westen "mit relativ wenig Aufwand so viel Ärger wie möglich zu machen". Es sei enttäuschend, dass sich EU und USA nicht bereits wieder stärker engagieren würden.
Das Gespräch mit Christian Schmidt, dem Hohen Repräsentanten für Bosnien und Herzegowina, finden Sie hier.
Weitere Nachrichten: Giffey neue Berliner Bürgermeisterin, Kontaktbeschränkungen, Boostern nach drei Monaten.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Jakob Arnu, Justin Patchett

Dec 20, 2021 • 12min
Omikron: Weihnachten 2020 wird sich wiederholen
Die Firmenfeier in einem Restaurant in Oslo ist Ende November zu einem Superspreader-Event geworden. Dabei hatten die Gäste eigentlich alles richtig gemacht: Fast alle waren doppelt geimpft und alle hatten einen Antigen-Schnelltest gemacht. Doch kurz nach der Party stand fest: 81 der 117 Feiernden hatten sich mit Corona infiziert. 66 von ihnen mit Omikron. Angesteckt hatten sie sich wohl alle von einer Person. Die war erst zwei Tage vor der Party aus Südafrika zurückgekommen. Und hat dann offenbar ahnungslos, weil symptomfrei, die anderen mit der Mutante angesteckt. Inzwischen führt Omikron zu krassen Fallzahlen in Großbritannien, Dänemark und breitet sich in rasender Geschwindigkeit auch anderswo immer weiter aus.
“Wir wissen fast nichts und unglaublich viel schon über dieses Virus", sagt der Biologe und SZ-Wissenschaftsjournalisten Hanno Charisius. Im Grunde schaue man dem Erkenntnisprozess gerade live zu. Tatsächlich "wissen wir noch nicht, wie viel ansteckender diese Variante" sei. Man könne aber davon ausgehen, dass Menschen "durch zwei Impfungen gut vor schweren Krankheitsverläufe geschützt" werden. "Eine dritte Impfung wird da sicherlich noch mal ein bisschen was drauflegen." Einen Schutz vor Infektion biete aber selbst zwei Impfungen "fast gar nicht". Da würden nur Kontaktbeschränkungen helfen.
Weitere Nachrichten: Kontaktbeschränkungen ab 28.12., neuer Impfstoff Nuvaxovid, Joachim Nagel wird neuer Präsident der Bundesbank.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen

Dec 17, 2021 • 12min
„Mythos Merz“: Was er als CDU-Chef verändern will
Die CDU hat einen neuen Chef: Friedrich Merz. Mit rund 62 Prozent hat er direkt im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Parteimitglieder von sich überzeugt. Merz hat lange auf diesen Erfolg hingearbeitet. Was die Wahl für ihn und die CDU bedeutet, darüber spricht Roman Deininger, SZ-Experte für die Union, im Podcast: “Merz ist 2002 von Angela Merkel aus dem Fraktionsvorsitz gedrängt worden. Ich glaube, dass diese Geschichte und seine Abwesenheit aus der Politik in der CDU zum Mythos Merz beigetragen haben. Er ist eine Sehnsuchtsfigur geworden.”
Die Reportage über die Impf-Auswanderer nach Paraguay lesen Sie hier ab 19h.
Weitere Nachrichten: Karlspreis für belarussische Oppositionelle, Warnung vor Johnson & Johnson
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Antonia Franz, Johannes Korsche, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über den Youtube-Kanal der CDU.

Dec 16, 2021 • 14min
Start der Kinderimpfungen: Warum sie jetzt wichtig sind
Knapp ein Jahr ist es her, dass in Deutschland zum ersten Mal ein erwachsener Mensch gegen das Coronavirus geimpft wurde – und ab dieser Woche gibt es jetzt auch Impfstoff für kleine Kinder. Damit können nach ärztlicher Aufklärung alle Kinder ab fünf Jahren geimpft werden. Allerdings lässt eine Sache viele Eltern zögern: Die Stiko empfiehlt die Impfung bislang für diese Altersgruppe nur für vorerkrankte Kinder oder solche mit engem Kontakt zu Risikopatienten. Und das stellt die Eltern jetzt vor die Entscheidung: Lasse ich mein Kind impfen – oder lieber nicht?
Die SZ-Coronaexpertin Christina Berndt meint: “Ich wäre dafür, es zu tun.” Sie erklärt, dass die Stiko zwar etwas langsam in ihrer Beurteilung sei, aber sie fest mit einer zukünftigen Empfehlung für alle fünf bis 12-Jährigen rechne. In den USA seien schon fünf Millionen Kinder in dieser Altersgruppe geimpft worden, von dort seien keine Probleme bekannt. Außerdem sagt sie: “Das wichtigste Argument für mich ist, dass es im Moment einfach ein riesiges Risiko gibt, dass sich ein Kind ansteckt.” Einer Ansteckung sei die Impfung in jedem Fall vorzuziehen.
Weitere Nachrichten: Lindner verteidigt Nachtragshaushalt, Lebenslange Haftstrafe für Amokfahrer
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über ZDF.


