Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Jan 24, 2022 • 11min

Wie Merz die CDU aus der Krise führen will

Die CDU hat am Samstag Friedrich Merz an ihre Spitze gewählt. Er muss die Partei nach langen Regierungsjahren erstmal wieder an die Oppositionsrolle gewöhnen muss. "Jetzt ist sie erst mal oppositionsfähig und dann grundsätzlich auch wieder regierungsfähig", sagt Boris Hermann aus dem Berliner Parlamentsbüro der SZ. Merz selbst habe sich geändert und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Er habe aufgehört, seine Gegner zu unterschätzen und sich selbst konsequent zu überschätzen. Außerdem bemühe er sich jetzt viel stärker darum, seine Kritiker innerhalb der Partei einzubinden, also vor allem den den christlich-sozialen Flügel der Arbeitnehmer. Ob ihm das gelingen kann, darüber spricht CDU-Experte Boris Hermann aus dem SZ-Parlamentsbüro. Weitere Nachrichten: Amoklauf in Heidelberg, Ratzinger korrigiert Falschaussage, Ukraine-Krise. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen, Tami Holderied Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über CDU TV.
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Jan 21, 2022 • 14min

Missbrauchsgutachten: Was wusste Papst Benedikt?

Eine neue Untersuchung über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche bringt schreckliche Erkenntnisse. Fast 500 Opfer und fast 70 Täter gab es laut Anwälten zwischen 1945 und 2019 im Bistum München und Freising. Das Gutachten wirft außerdem die Frage auf: Was wusste der emeritierte Papst Benedikt über die Taten? Annette Zoch aus der SZ-Redaktion sagt, das Gutachten zeige, dass sich niemand den Tätern in den Weg gestellt habe. Sie seien systematisch geschützt und die Vorfälle unter den Teppich gekehrt worden. SZ-Redakteur Nico Richter meint, es habe in der Kirche zu wenig Transparenz und Kontrolle gegeben, um solche Taten zu verhindern. Der emeritierte Papst Benedikt, jahrelang Erzbischof von München/Freising, streitet jedes Wissen über die Vorfälle ab. Dabei zweifeln die Gutachter an seinen Aussagen: Schriftstücke würden beweisen, dass er von einzelnen Fällen Kenntnis hatte. Weitere Nachrichten: Reaktionen auf Missbrauchsgutachten, Gespräche zwischen USA und Russland Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen, Vinzent-Vitus Leitgeb Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD und phoenix.
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Jan 20, 2022 • 13min

Party-Affäre: Kann sich Boris Johnson noch an der Macht halten?

Die britische Regierung steckt mitten in eine Krise. Premier Boris Johnson steht schwer unter Beschuss und gibt sich dennoch kampfeswillig. "Doch die Partys könnten ihm nun zum Verhängnis werden," sagt SZ-Großbritannien-Korrespondent Michael Neudecker. Johnson verteidige sich zwar damit, dass die Feiern Arbeitsreffen gewesen seien, aber das nehme ihm die Opposition und auch einige Abgeordnete der Tories nicht ab. Doch Johnson gelte auch als Stehaufmännchen. "Alles wartet momentan auf den Bericht von Sue Gray, der Beamtin, die die Untersuchungen zu den Partys durchführt." Und der Premier? Plant schon Ablenkungsmanöver. Zudem würden gerade alle Corona-Schutzmaßnahmen zurückgenommen. Johnson sage, dass die Pandemie in England jetzt in ein Ende übergehen würde. Womöglich sei diese Aussage von ihm ja auch von der Wissenschaft gestützt und kein Versuch, seinen Job zu retten, "was ja durchaus denkbar ist." Weitere Nachrichten: Schwere Vorwürfe gegen Benedikt und Kardinal Marx, Ukraine-Konflikt, Corona. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Guardian und BR24.
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Jan 19, 2022 • 12min

EU-Taxonomie: Grüne Atomkraft?

Nicht nur die Bundesregierung ist entsetzt über die EU-Taxonomie, die auch Erdgas und Atomkraft als grün und nachhaltig einstuft. Diesen Freitag sollen die Stellungnahmen der Regierungen der 27 EU-Staaten in Brüssel eingehen. Und dann wird man in Brüssel sicherlich noch mal ein Auge auf die Taxonomie werfen. Aber ist da noch was zu verhindern? "Viel zu machen ist da nicht mehr", sagt SZ-Redakteur Michael Bauchmüller. Das Problem liege einige Jahre zurück. Damals habe das EU-Parlament zugelassen, dass man überhaupt diesen Weg über einen “Delegierten Rechtsakt” gewählt hat. Damit habe man alles in die Hände der EU-Kommission gelegt. Letztendlich sei den Deutschen da beim Erdgas entgegengekommen und den Franzosen bei der Atomkraft. “Die beiden mächtigsten Staaten Europas haben sich mit jeweils ihren Belangen durchgesetzt.” So unsinnig das auch sei. Aus Sicht der AkW-Freunde halte die Atomkraft durchaus die schädlichen Emissionen auf niedrigem Niveau zu halten. “Aber wenn man sich die gesamte Wertschöpfungskette anguckt, dann ist es wirklich verdammt schwierig, das noch als nachhaltig anzusehen.” Im Grunde aber brauche es statt dieser Übergangstechnologien neue Kraftwerke, die wirklich regenerative Energie erzeugen würden. Dazu sei die effizientere Nutzung von Wind- und Sonnenkraft nötig und Kraftwerke, die diese Energien auch speichern können. Auf Dauer glaubt Bauchmüller, “dass wir viel öfter erneuerbare Energien ins Ausland exportieren werden als Atomstrom aus dem Ausland nach Deutschland”. Natürlich werde es auch Jahre geben, in denen das anders sein werde. “Aber deswegen die Energiewende insgesamt lächerlich zu machen, hielte ich für einen großen Fehler." Weitere Nachrichten: Blinken trifft Lawrow, Millionäre wollen höher besteuert werden, 100.000 Corona-Neuinfektionen. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried, Pegah Julia Meggendorfer Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Tagesschau.
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Jan 18, 2022 • 13min

Wie die Politik um eine allgemeine Impfpflicht ringt

Eine Pflicht, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen – zumindest für alle Erwachsenen. Darüber streitet gerade nicht nur die Politik, sondern auch halb Deutschland am Küchentisch. Im November 2021 hatte sich Olaf Scholz zum ersten Mal klar dafür ausgesprochen und später angekündigt, die allgemeine Impfpflicht solle bis Anfang 2022 kommen. Danach sieht es aber gerade nicht aus. Scholz habe die Führungsrolle in dieser Debatte von sich gewiesen, sagt Henrike Roßbach, SZ-Korrespondentin in Berlin. Weil die Entscheidung über ein entsprechendes Gesetz zur Gewissensfrage im Bundestag gemacht worden sei, würden gerade verschiedene Gruppen an entsprechenden Anträgen arbeiten. Aber: “Viele Abgeordnete sind noch Suchende,” und hätten ihre Entscheidung noch nicht final getroffen. Das liegt auch an der veränderten Situation durch die Omikron-Variante, so Roßbach. Weitere Nachrichten: Zahl politisch motivierter Straftaten auf Rekordhoch, Baerbock in Moskau Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Lars Langenau, Antonia Franz Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über ARD.
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Jan 17, 2022 • 12min

Ukraine-Konflikt: "Will man keinen Krieg, muss man sich darauf vorbereiten"

Die neue Außenministerin Annalena Baerbock besucht dieser Tage Kiew und Moskau. Dort will die Grüne den Ukraine-Konflikt diplomatisch entschärfen. So schließt sie zwar Waffenlieferungen für die Ukraine aus, stellt die Gaspipeline Nord Stream 2 zur Disposition und warnt vor "einem Preis", den Russland bezahlen müsse, sollte die Föderation in das Nachbarland einmarschieren. Sie meine damit aber vor allem wohl neue Sanktionen. "Aber aus russischer Sicht ist das gar kein hoher Preis", sagt der Leiter des SZ-Politikressorts Stefan Kornelius. Russland unter Präsident Wladimir Putin verstehe da wohl nur Härte. Möglich gemacht habe diese gefährliche Situation erst US-Präsident Joe Biden. Denn der habe ausgeschlossen, dass die Vereinigten Staaten militärisch eingreifen. Diese Position müsse Washington ändern. Denn: "Wenn man keinen Krieg möchte, muss man sich für den Krieg vorbereiten", meint Kornelius. Das sei eine klassische Lehre aus dem Kalten Krieg. Weitere Nachrichten: Genesenen-Status nur noch für drei Monate, Freispruch für Meşale Tolu. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied, Pegah Julia Meggendorfer Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix.
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Jan 14, 2022 • 12min

Wie Israel mit Corona leben lernt

Israel hat dem US-Pharmakonzern Pfizer für eine groß angelegte Studie alle Daten des israelischen Impfprogramms zur Verfügung gestellt. Deshalb gab es da auch nie eine Knappheit an Impfstoffen. Zudem ist das Land in der Entwicklung des Virus immer ein paar Monate vor Deutschland. Gerade befindet es sich in der fünften Corona-Welle. “Die Zahlen gehen wirklich durch die Decke”, sagt SZ-Israel-Korrespondent Peter Münch. Allerdings seien auch schwere Krankheitsverläufe sehr selten. Auch deshalb reagiere Israels Regierung diesmal gelassen. Statt Isolation und Lockdowns gebe es aktuell keinerlei ernsthafte Kontaktbeschränkungen. “Die Regierung lässt es laufen.” Deshalb impfe man auch nur Risikogruppen als bislang einziges Land der Welt mit der vierten Dosis. Ob das allerdings wirklich sinnvoll sei, darüber werde derzeit viel diskutiert. “Es gibt einfach zu wenig Daten, so genau weiß man es noch nicht.” Zwar sei die Herdenimmunität kein offizielles Regierungsprogramm, aber auch im Gesundheitsministerium setzen wohl manche inzwischen genau da drauf, meint Münch. “Man versucht hier mit mit dem Virus zu leben. Auch in der Hoffnung, dass die Pandemie bald endemisch wird.” Weitere Nachrichten: Impfpflicht in den USA, Zitterpartie um Djokovic geht weiter. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied Produktion: Benjamin Markthaler, Imanuel Pedersen
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Jan 13, 2022 • 12min

Lebenslange Haft für syrischen Folter-Chef: Ein wegweisender Prozess?

Das Oberlandesgericht Koblenz hat heute einen Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Mann soll in einem syrischen Gefängnis verantwortlich gewesen sein für die Folter von tausenden Menschen. Mindestens 27 sollen dabei gestorben sein. Über das Urteil und den weltweit ersten Prozess dieser Art spricht in dieser Folge Syrien-Experte Moritz Baumstieger: "Es ist extrem aufwendig und schwierig. Aber die Justiz sollte immer versuchen, solch grauenhafte Verbrechen aufzuklären. Und der Mauer der Straflosigkeit, die die Täter schützt, zumindest Risse zu versetzen." Das Interview mit dem Leiter des Corona-Kristenstabs Carsten Breuer lesen Sie hier. Weitere Nachrichten: Überlastung bei PCR-Laboren droht, Anklage im Fall Wirecard Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Tami Holderied, Pegah Meggendorfer Produktion: Imanuel Pedersen
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Jan 12, 2022 • 12min

Wie gut funktionieren Selbsttests bei Omikron?

Wir haben in Deutschland so viele Neuinfektionen wie noch nie, mehr als 80.000. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass sich von Westeuropa bis Zentralasien mehr als die Hälfte aller Menschen mit Omikron anstecken wird – und das bereits bis März. Wie eine Flutwelle werde die Variante von West nach Ost über den Kontinent rauschen. Der amerikanische Corona-Experte Anthony Fauci bringt die Lage so auf den Punkt: Letztlich finde Omikron also jeden. Was das für uns bedeutet, erklärt** Felix Hütten aus dem SZ Ressort Wissen**. Er beschreibt auch, wie zuverlässig die Selbsttests bei Omikron sind. Weitere Nachrichten: Johnson entschuldigt sich für Party, Scholz will Impfpflicht Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen Redaktion: Lars Langenau, Pegah Meggendorfer Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über csis.org.
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Jan 11, 2022 • 12min

Wie es im Fall Djokovic jetzt weitergehen könnte

Ungeimpft gegen Corona hätte Novak Djokovic eigentlich nicht nach Australien einreisen dürfen. Doch der Serbe wedelt mit einer Sondergenehmigung. Deshalb schlägt dem besten Tennisspieler der Welt harsche Kritik entgegen. In Serbien aber ist er ein Volksheld. Sein Vater vergleicht seinen Sohn gar mit Jesus und Spartacus. Djokovic sei "weder der Erlöser der Menschheit, noch hat er Sklavenaufstände angeführt oder das Proletariat vertreten", sagt SZ-Sportredakteurin Barbara Klimke. Er polarisiere und sei "kein Freund der Impfung". Aber Djokovic habe in seiner Karriere fast 1000 Spiele gewonnen und ungefähr 200 verloren. "Er weiß sehr viel darüber, was Gewinnen und verlieren heißt." Der gerade errungene juristische Erfolg, bei dem ein Gericht seinen Visumsentzug aufgehoben hatte, sei aber noch kein Matchgewinn. Und dass er jetzt plötzlich im Dezember infiziert gewesen sein will, löse nur neue Fragen aus. In Australien hätten sehr rigorose Maßnahmen zur Abwehr des Virus gegolten, sagt Klimke. Allein Melbourne sei sechs Mal im Lockdown gewesen. Deshalb habe es viele Australier "erbost und erbittert", wenn man sich nicht an geltende Regeln hält. Weitere Nachrichten: Union verzichtet auf eigenen Antrag zur Impfpflicht, Deutschland verfehlt wohl Klimaziele. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied, Pegah Julia Meggendorfer Produktion: Justin Patchett Zusätzliches Audiomaterial über Reuters.

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