

Auf den Punkt
Süddeutsche Zeitung
Die Nachrichten des Tages – von der Süddeutschen Zeitung als Podcast auf den Punkt gebracht. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit aktuellen Meldungen, Interviews und Hintergrundberichten. Kostenlos und immer aktuell: Jeden Tag um 17 Uhr und samstags um 7 Uhr.
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Jul 8, 2022 • 11min
Supreme Court: Abtreibung war erst der Anfang
In den USA verbieten immer mehr Bundesstaaten Abtreibungen, seit der Supreme Court das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche gekippt hat. So musste bereits Mississippis letzte Abtreibungsklinik nach New Mexiko umziehen. Die Unsicherheit sei groß, sagt SZ-Korrespondent Fabian Fellmann in Washington. Viele Frauen wissen nicht, ob sie sich überhaupt noch über Abtreibungen informieren können.
In naher Zukunft stehen aber noch weitere wichtige Urteile des Obersten US-Gerichts an. Unter anderem eine Entscheidung über den Ablauf der Wahlen - und die könnte den Republikanern künftig einen Vorteil verschaffen. Das könnte auch Donald Trumps Ambitionen, noch einmal Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden, stärken. Fellmann ist sich sicher, dass die (erz-)konservative Ausrichtung des Obersten Gerichtshofs die politischen Vorhaben des demokratischen Präsidenten Joe Biden weiterhin erschweren wird.
Weitere Nachrichten: Japans Ex-Premier Abe stirbt nach Attentat, Lawrow sorgt bei G20 für Eklat.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried, Joschka Moravek
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über RNC Research

Jul 7, 2022 • 13min
Bye, bye Boris: der zähe Abschied von Johnson
Am Ende war der Druck zu groß: Boris Johnson gibt am Donnerstagnachmittag bekannt, dass er zurücktritt – als Vorsitzender der konservativen Partei und als Konsequenz auch als britischer Premierminister.
Stefan Kornelius, Leiter des SZ-Politikressorts, sagt: “Boris Johnson hatte gar keine andere Chance, als zurückzutreten.” Der Premier habe keinerlei Rückhalt mehr gehabt, weder im Kabinett noch in der eigenen Partei “und nun war der Moment, wo er das selbst auch einsehen musste”. Dabei hätten die Tories sehr lange zu Johnson gehalten. Die Partei, so Kornelius, “war gefangen von ihm”. Johnson habe wie kein anderer den Brexit verkörpert und die britische Politik habe sich in den vergangenen Jahren auf dieses eine Thema verengt.
Nun stünden die Tories aber vor dem nächsten Dilemma: Denn Johnson will solange Premierminister bleiben, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist. Viele Parteikollegen und -kolleginnen wollen ihn aber lieber heute als morgen abgelöst sehen. Allerdings: Die Suche könnte schwierig sein: “Es gibt keine beherrschende Strömung innerhalb der Tories,” so Kornelius. Die nächste Führungsfigur entscheide deshalb auch über den zukünftigen Charakter der Partei und der Regierung.
Podcast “München persönlich”: https://www.sueddeutsche.de/thema/SZ-Podcast_-_M%C3%BCnchen_pers%C3%B6nlich
Weitere Nachrichten: Gesetzespaket zu Wind- und Solarenergie, Impfpflicht für Soldaten bestätigt.
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Joschka Moravek
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über BBC

Jul 6, 2022 • 14min
Ukraine: “Die Euphorie bröckelt mit jedem Kilometer, den die Russen vormarschieren.”
Die russische Armee hat am Sonntag die seit Wochen umkämpfte Stadt Lyssytschansk eingenommen. Damit befindet sich die gesamte Region Luhansk unter der Kontrolle Russlands. SZ-Korrespondentin Cathrin Kahlweit erklärt, was das bedeutet und wie die Stimmung im ukrainischen Militär ist. Sie war bis vor kurzem in der Ukraine. Dort hat sie unter anderem auch einen Ort besucht, den die Ukraine wieder zurückerobern konnte. Das Ausmaß der Zerstörung, das sie dort gesehen hat, beschreibt sie als eines der “grauenhaftesten Erlebnisse”.
Die ukrainische Regierung schätzt die bis jetzt entstandenen Schäden aktuell auf 720 Milliarden Euro. Anfang dieser Woche hat sie sich mit Vertretern von rund 40 Staaten und internationalen Organisationen zu einer Konferenz in Lugano getroffen, um den Wiederaufbau des Landes nach dem Krieg zu planen. Beim Treffen in der Schweiz wurden sieben Prinzipien festgelegt, die nach dem Krieg gelten sollen. Dabei geht es um Themen wie Digitalisierung oder die Bekämpfung von Korruption.
Weitere Nachrichten: Boris Johnson unter Druck, Gas- und Atomstrom gelten in der EU als nachhaltig.
Den Klima-Rechner finden Sie hier.
Moderation, Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Antonia Franz, Joschka Moravek
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über dpa

Jul 5, 2022 • 12min
Flugchaos: Der Sommer ist verloren
Lange Warteschlangen, abgesagte Flüge und Menschen, die ihre Koffer suchen. An Deutschlands Flughäfen herrscht Chaos. In sämtlichen Bereichen fehlt es an Personal: bei Sicherheitskräften, Flugbegleiterinnen und Piloten. In Europa sind ungefähr ein Drittel aller Arbeitsplätze in der Luftfahrt verloren gegangen. Diese wieder aufzubauen, dauert länger als gedacht.
Aus der Politik gibt es Vorschläge, die Probleme mit Arbeitskräften aus dem Ausland lösen. Mittelfristig sei das sinnvoll, sagt SZ-Frankfurt-Korrespondent Jens Flottau. “Man muss sich aber von der Illusion verabschieden, dass das jetzt im Sommer noch irgendwas bringt.” Er rät Reisenden, möglichst kein Gepäck aufzugeben, sich zu überlegen, ob man nicht noch auf das Auto oder die Bahn umsteigen kann. Wer doch fliegen will oder muss, sollte möglichst viel Zeit einplanen. Erst ab Herbst könnte sich die Situation wieder normalisieren.
Weitere Nachrichten: Bluttat in Chicago, Notstand wegen Dürre in Norditalien.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen, Joschka Moravek
Produktion: Benjamin Markthaler
Zusätzliches Audiomaterial über ARD und Die Welt

Jul 4, 2022 • 10min
Konzertierte Aktion: Am runden Tisch der Vernunft
Die Inflation treibt die Preise. Die Löhne aber bleiben gleich. Viele fürchten ihre Lebenshaltungskosten nicht mehr zahlen können. Höhere Löhne würden helfen. Doch wegen höherer Löhne können Unternehmen wieder höhere Preise für ihre Produkte verlangen. Montagnachmittag haben Spitzenvertreter der Arbeitnehmer, Unternehmerverbände und Bundesbank im Kanzleramt deshalb Lösungsansätze aus der Preisspirale diskutiert. Vorbild ist die sogenannte “Konzertierte Aktion”, die 1967 der damalige SPD-Wirtschaftsminister Karl Schiller erfunden hatte und die unterschiedlichen Interessen "an den runden Tisch der Vernunft gebracht” hatte.
Diesmal hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) zur Konzertierten Aktion gerufen. Mit der Beteiligung an diesem Treffen habe man zunächst erstmal "guten Willen" zeigen wollen, sagt SZ-Hauptstadt-Korrespondent Roland Preuß. Ergebnisse seien erst im Herbst zu erwarten. Die Liste der Vorschläge reiche von Umverteilung, einer steuerbefreiten Einmalzahlung bis hin zu Steuererleichterungen. Zudem habe SPD-Arbeitsminister Hubertus Heil den Vorschlag eines "sozialen Klima-Geldes" unterbreitet. Demnach solle man Bürgerinnen und Bürgern mit niedrigen und mittleren Einkommen gestaffelt eine Summe zukommen lassen, um die Preissteigerungen auszugleichen. Bei vielen Wirtschaftswissenschaftlern aber gehe die Meinung "ziemlich weit auseinander", so Preuß, welcher nun der sinnvollste Hebel sei.
Weitere Nachrichten: Russland erobert ukrainische Region Luhansk, Amoklauf in Dänemark.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Audiomaterial über Bundesregierung und Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

Jul 1, 2022 • 13min
Corona-Maßnahmen: Was hat's gebracht?
Sommer drei mit dem Coronavirus, der erste General-Lockdown liegt zweieinviertel Jahre und einige Virus-Varianten zurück. Von allgemeiner Maskenpflicht bis Impfnachweis: Die meisten Maßnahmen kommen einem ziemlich lang her vor. Und die wenigen, die es noch gibt, laufen Ende September erstmal aus, da endet das Infektionsschutzgesetz in seiner aktuellen Fassung. Was kommt dann?
Um das möglichst gut vorzubereiten, hat die Bundesregierung einen Sachverständigenausschuss beauftragt. Der sollte beurteilen: Welche Corona-Maßnahme hat wie gut geholfen? Und welche nicht? Über die Ergebnisse und was von ihnen zu halten ist, spricht die promovierte Immunbiologin Christina Berndt.
Und sie sagt: “Tatsächlich sind wir noch nie besonders gut aufgestellt gewesen in Deutschland bei Daten und vor allem nicht bei Daten und Gesundheit.” Das liege auch daran, dass der Datenschutz hier sehr, sehr stark sei, sagt Berndt, “das ist ja auch was Positives”. Aber es stünde dann eben umgekehrt einer vernünftigen Evaluierung auch im Weg.
Weitere Nachrichten: Schulleistungen von Kindern, Bundeshaushalt
Den Text von Nele Pollatschek, was Jüdischsein in Deutschland bedeutet, lesen Sie hier.
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Imanuel Pedersen

Jun 30, 2022 • 12min
Nato-Gipfel: Einheit und Stärke gegen russische Bedrohung
Seit Dienstag treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der 30 Nato-Mitgliedsländer in Madrid. Und wenn man die Ergebnisse des Gipfels am Donnerstagnachmittag kurz zusammenfassen will, dann vllt so: Die Mitglieder im Bündnis sind so geeint wie nie. Und wollen überall in Europa ihre Kräfte ausbauen. Außerdem kommen zwei neue Mitglieder dazu: Schweden und Finnland. Wie reagiert Putin auf die neue Nato-Positionierung? Und was bedeuten die geplanten Verstärkungen für die Bundeswehr in Dtl? Darüber spricht EU-Korrespondent Matthias Kolb, der den Gipfel für die SZ in Madrid beobachtet hat.
“Wenn es darum geht, einen Bündnispartner zu verteidigen, dann muss man schon dafür sorgen, dass die Truppen, die man versprochen hat, dass die auch wirklich bereit sind innerhalb der vorgesehenen Zeit”, sagt Kolb. Für die Bundeswehr sei das wirklich eine Zeitenwende. “Und ich glaub, dass das sehr vielen in Politik und Bevölkerung noch nicht so ganz klar ist.”
Weitere Nachrichten: Selbstbestimmungsgesetz, kein neues Entlastungspaket
Moderation, Redaktion: Franziska von Malsen
Redaktion: Tami Holderried
Produktion: Justin Patchett
_Zusätzliches Audiomaterial über _ Phoenix, Nato

Jun 29, 2022 • 14min
U-Ausschuss zum Sturm aufs Kapitol: "Trump wollte dahin gehen"
Am Dienstag gab es kurzfristig eine Sitzung des US-Untersuchungsausschusses zum Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021. Mit einer Zeugin, deren Aussagen es in sich haben. Die Ex-Mitarbeiterin Cassidy Hutchinson hat geschildert, dass Donald Trump sich offenbar nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2020 um jeden Preis die Macht sichern wollte. Er soll etwa einem Fahrer ins Lenkrad gegriffen haben, damit der ihn zu den Ausschreitungen ans Kapitol bringt, wo der US-Präsident sich an die Spitze einer gewalttätigen Bewegung stellen wollte. Schon lange sei geplant gewesen, am 6. Januar zum Kapitol zu gehen. Trump habe gewusst, dass seine Anhänger dort schwere Waffen tragen – und sie trotzdem aufgehetzt.
SZ-Korrespondent Fabian Fellmann hält die Aussagen von Hutchinson für glaubwürdig. Sie habe große Risiken auf sich genommen, diese Aussage zu machen. Weil Trump-Anhänger und Verbündete sie nun bedrohen. Für Fellmann ist klar: “Trump und seine Leute planten einen Putsch und sie planten auch einen Putsch mit gewaltsamen Mitteln.” Strafrechtlich belangt werden könne Trump allerdings allein aufgrund der Aussagen von Hutchinson wahrscheinlich aber noch nicht.
Weitere Nachrichten: Bundesregierung will Flughafenchaos mildern, Nato beschließt neues strategisches Konzept
Moderation, Redaktion: Tami Holderried
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Imanuel Pedersen
Zusätzliches Audiomaterial über January6thCommittee

Jun 28, 2022 • 11min
Was konkret vom G7-Gipfel in Elmau bleibt
Zum Abschluss des G7-Gipfels in Elmau hat Kanzler Olaf Scholz „die große Kraft demokratischer Bündnisse“ betont. Es sei aber auch wichtig gewesen, dass die führenden demokratischen Wirtschaftsmächte nicht unter sich geblieben seien, sondern Länder wie Indien, Indonesien, Argentinien, Senegal und Südafrika an den Tisch geholt hätten. Scholz stellte drei zentrale Botschaften des Gipfels vor: Solidarische Hilfe für die von Russland angegriffene Ukraine, der gemeinsame Kampf gegen Hunger und die Gründung eines Klimaclubs mit Ländern, die wie Deutschland beim Klimaschutz vorangehen wollen.
“Der mit Abstand wichtigste Punkt ist sicher die Unterstützung für die Ukraine”, sagt SZ-Korrespondent Paul-Anton Krüger. So werde das Land mit 29,5 Milliarden Dollar im laufenden Haushalt unterstützt. Zudem werde man Kiew langfristig beim Wiederaufbau helfen und kurzfristig weitere humanitäre Hilfe leisten. Auch wollen die G7-Teilnehmer der Ukraine helfen, ihren Weizen zu exportieren. Bei dem Klimaclub habe Scholz betont, dass dies auf “keinen Fall ein exklusiver Club sein” soll. Er wolle da so viele Länder wie möglich einbinden.
Weitere Nachrichten: Angriff auf Einkaufszentrum in der Ukraine, Tote Migranten in Texas in Lastwagen entdeckt, EU-Staaten beraten über Verbrennerverbot.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Jakob Arnu
Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix

Jun 27, 2022 • 11min
G7: "Man will nicht wie ein exklusiver Club der Reichen wirken"
Am Sonntag haben die USA, die EU, Kanada, Großbritannien und Japan verkündet, dass sie 600 Milliarden Dollar weltweit in Infrastrukturprojekte investieren werden, als demokratische Alternative zu Chinas Seidenstraßenprojekt. Montagvormittag wurde der ukrainische Präsident den Gipfelteilnehmern per Video zugeschaltet. Selenskij hat man weiter Unterstützung im Krieg gegen Russland zugesichert und will ihm beim Export von Getreide helfen. Außerdem bringen die G7-Staaten neue Sanktionen gegen den Kreml auf den Weg. Dann kam Besuch aus Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien.
Damit wollen die G7-Staaten den Eindruck vermeiden, “man wäre hier ein exklusiver Club der Reichen”, sagt SZ-Politikredakteur Thomas Hummel. Aus Elmau wolle man “Zeichen der Geschlossenheit” gegen Russlands Krieg gegen die Ukraine senden. Aber auch als Signal an China, dass es mit seiner neuen Seidenstraße noch erhebliche Konkurrenz aus den demokratischen Industriestaaten bekommen wird. Zudem wollen die reichen Staaten mit Finanzhilfen das Welternährungsprogramm unterstützen, um Hungersnöte wegen ausbleibender Weizenlieferungen aus der Ukraine abzumildern. Zudem hat Kanzler Scholz den Regierungschefs seine Idee eines “Klimaclubs” unterbreitet. All das sei die Suche nach (neuen) Partnerschaften.
Weitere Nachrichten: Nato erhöht schnelle Einsatztruppe, Austritte katholische Kirche.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Franziska von Malsen
Produktion: Justin Patchett
_Zusätzliches Audiomaterial über ZDF _


