Auf den Punkt

Süddeutsche Zeitung
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Sep 29, 2022 • 11min

Gaslecks in der Ostsee: Die Folgen für die Umwelt

Donnerstag ist ein weiteres Leck an den Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee entdeckt worden. Ein zweites in schwedischen Gewässern, nachdem schon zwei in der dänischen Wirtschaftszone bekannt waren. Westliche Sicherheitsdienste gehen mittlerweile davon aus, dass das Sabotage war. Nahe der dänischen Insel Bornholm, so zeigen es Luftaufnahmen, sprudeln Gasmassen aus etwa 50 Metern Meerestiefe an die Oberfläche. Denn wie ein Gartenschlauch nach Gebrauch mit Wasser, sind auch Pipelines - auch außer Betrieb - noch mit Gas befüllt. Nach Angaben der dänischen Energiebehörde ist bereits mehr als die Hälfte des Erdgases entwichen, bis Sonntag könnten sie sich ganz entleert haben. Das sind sehr große Mengen und natürlich "trägt das zur Erderwärmung bei", sagt SZ-Wissenschaftsredakteur Hanno Charisius. Hauptbestandteil der unterschiedlichsten Sorten Erdgas sei immer Methan. Das bleibe nicht so lang wie CO2 in der Atmosphäre, sondern nur etwa zwölf Jahre. "Aber dafür ist die Einwirkung auf die Atmosphäre etwa 25-Mal stärker als die von CO2." Kurzzeitig trage Methan also "sehr viel mehr zur Erderwärmung bei, als wenn man die gleiche Menge CO2 in die Atmosphäre entlassen würde", sagt Charisius weiter. Weiterführende Texte zu den Gaslecks finden Sie hier: https://www.sueddeutsche.de/wissen/nord-stream-pipeline-leck-klima-umwelt-1.5665671 https://www.sueddeutsche.de/politik/deutschland-energiekrise-liveblog-pipeline-nordstream-leck-1.5665937 https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/politik/nord-stream-1-nordstream-2-sabotage-e628658/ Den Nachruf auf Coolio finden Sie hier. Weitere Nachrichten: Inflation steigt auf zehn Prozent, Bundesregierung einigt sich auf Gaspreisbremse, Putin will Annexion ukrainischer Gebiete am Freitag verkünden. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über ZDF
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Sep 28, 2022 • 13min

"Nukleare Erpressung": Sicherheitsexpertin zu Putins Strategie

Bis zu 99 Prozent Zustimmung für einen Anschluss an Russland: So lautet das angebliche Ergebnis der Scheinreferenden in den besetzten Gebieten in der Ukraine. Diese wurden seit vergangenem Freitag in Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja durchgeführt, werden aber international nicht anerkannt. Viele Menschen mussten dort offenbar unter Zwang ihre Stimme abgeben – und der Ausgang war schon im Voraus klar. Gleichzeitig hat der russische Präsident Putin nun noch einmal die Drohung erneuert, Atomwaffen einzusetzen. Vergangene Woche hatte er bereits die Teilmobilmachung der russischen Truppen angekündigt. Und am Dienstag wurden außerdem Lecks in den Nordstream-Pipelines in der Ostsee entdeckt – mutmaßlich ein Sabotageakt, hinter dem eventuell auch Russlands stecken könnte. Moskau weist die Vorwürfe zurück.Was will Putin also, was ist seine aktuelle Strategie im Angriffskrieg gegen die Ukraine? “Er will Fakten schaffen”, sagt die Sicherheitsexpertin Claudia Major. Denn wenn die Ukraine nun versuche, die bald annektierten Gebiete zu befreien, sei das aus Putins Sicht ein “Angriff auf russisches Territorium. Und das würde den Konflikt in eine ganz andere Dimension heben”. Die Drohung mit Atomwaffen nennt sie “nukleare Erpressung”. Die sehr nachvollziehbare Angst vor einem Atomschlag solle den Westen davon abhalten, zu handeln und die Ukraine weiter zu unterstützen. Weitere Nachrichten: Lecks in Ostsee-Pipelines, Durchsuchung der AfD-Parteizentrale Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion:: Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Reuters
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Sep 27, 2022 • 14min

Iran: Können die Proteste das Regime stürzen?

Mahsa Amini, 22, starb am 16. September in Teheran im Gewahrsam der Sittenpolizei. Angeblich soll sie den Hidschab nicht richtig getragen haben. Seither treibt ihr Tod tausende Iranerinnen und Iraner auf die Straßen der Islamischen Republik. Sie protestieren gegen das islamische Herrschaftssystem und die systematische Diskriminierung von Frauen. Das Regime reagiert mit Gewalt. Nach offiziellen Angaben sind bislang 41 Menschen ums Leben gekommen, Menschenrechtsorganisationen sprechen von mehr als 70. Mindestens 1200 Menschen wurden bislang festgenommen. An den Protesten beteiligen sich vor allem Frauen, zudem Männer über Altersgrenzen hinweg, das scheint auch “klassenübergreifend” und über alle Ethnien hinweg zu sein, sagt der Iran- und Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, Tomas Avenarius. Mahsa Amini sei durch ihren Tod zu einer “einzigartigen Identifikationsmöglichkeit für alle” geworden. “Es für eine völlig unschuldige junge Frau, die zu Besuch in Teheran war und dann im Sarg wieder nach Hause kommt.” Avenarius zweifelt zudem an neuen Sanktionen, die jetzt von der deutschen Außenministerin Baerbock (Grüne) und der EU ins Spiel gebracht werden. “Im Moment bin ich da eher sehr, sehr skeptisch”, sagt er. Den Link zum Podcast “Die Kunst zu stehlen” finden Sie hier. Weitere Nachrichten: Gasleck bei Nordstream, Widerstand gegen Isolationspflicht. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Nadja Schlüter, Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Reuters
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Sep 26, 2022 • 12min

Extreme Rechte siegt in Italien: Neuer Ärger für die EU

Georgia Meloni von der “Fratelli d'Italia” hat die Parlamentswahlen in Italien mit rund 26 Prozent gewonnen. Mit Matteo Salvini von der Lega und Silvio Berlusconi von Forza Italia wird sie wohl künftig eine Regierung bilden. Sie wolle das Land einen, “auf das, was verbindet, nicht das, was trennt”, hat sie in der Wahlnacht versprochen. Und eine “Politik für alle Italiener” machen. Obwohl sie Hass gegen Minderheiten schürt. Die niedrige Wahlbeteiligung von nur 64 Prozent habe “den Rechten genützt und der Mitte-Links-Gruppe geschadet”, sagt die ehemalige SZ-Italien-Korrespondentin Andrea Bachstein. “Die Leute sind einfach frustriert gewesen.” Außerdem habe Meloni in den vergangenen zehn Jahren “konsequent Opposition gemacht”. Als einzige nennenswerte Parlamentspartei habe die "Fratelli d'Italia" nicht die große Koalition von Maria Draghi unterstützt - und sich nicht die “Hände schmutzig” gemacht. Zunächst dürfte sich die Postfaschistin den hohen Energiepreisen zuwenden – möglicherweise werde es mehr Staatszuschüsse geben. Zudem werde sie “ziemlich schnell härtere Maßnahmen beim Thema Migration einbringen”. Und eventuell werde sie sich auch schnell dem von der Sterne-Bewegung eingeführten Bürgergeld widmen, meint Bachstein. Auf die EU werde mit der neuen Regierung in Rom vor allem Ärger zukommen, ist sich die Politik-Redakteurin sicher. “ Sie hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie Viktor Orban in Ungarn für ein großes Vorbild hält.” Weitere Nachrichten: Gasumlage vom Tisch, Neue Demonstrationen in Iran. Den Link zu Geschichte Daily, den Geschichtspodcast, der durch die Zeit reist, finden Sie hier: https://www.sueddeutsche.de/politik/sz-podcast-geschichte-daily-1.5545923 Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Nadja Schlüter, Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über Bloomberg
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Sep 24, 2022 • 9min

Geschichte Daily: Die Anfänge des Oktoberfests

Geschichte Daily widmet sich jede Woche in fünf Folgen einem Thema, das uns auch heute betrifft. Warum ist in der Klimakrise so lange nichts passiert? Wie kam die Menschheit ins All? Und: Seit wann gibt es Terrorismus? Wir finden heraus, welche kleinen und großen historischen Momente unsere Welt geformt haben. In dieser Woche: Die Geschichte des Oktoberfests. Seit über 200 Jahren besuchen Menschen das Münchner Oktoberfest. Aber: Was feiert man da eigentlich? Hören Sie jetzt alle weiteren Folgen auf Spotify
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Sep 23, 2022 • 14min

Italien-Wahl: Wird eine Postfaschistin Ministerpräsidentin?

Italien steht am Sonntag vor einer echten Richtungsentscheidung . Denn dann werden vorgezogene Parlamentswahlen abgehalten, nachdem die Regierung von Mario Draghi im Sommer in die Brüche gegangen ist. Beste Chancen, diese Wahlen zu gewinnen, hat aktuell das sogenannte Mitte-Rechts-Bündnis. Das besteht aus der rechten Lega, der Forza Italia und den postfaschistischen Fratelli d'Italia. Deren Kandidatin, Giorgia Meloni, würde dann wahrscheinlich Ministerpräsidentin werden. Sie fällt im Wahlkampf vor allem durch populistische Forderungen und rechtsnationale Äußerungen auf. Dass die Rechte so stark ist, liegt laut SZ-Korrespondent Oliver Meiler auch daran, dass es bei dieser Wahl kein großes Mitte-Links-Bündnis gibt. Die Parteien links der Mitte würden sich gegenseitig bekämpfen und könnten deshalb den rechtsnationalen Parteien kaum etwas entgegensetzen. Das liegt auch am italienischen Wahlsystem, das große Koalitionen belohnt. Meiler meint, dass Giorgia Meloni vor allem beliebt sei, weil ihre Partei in den letzten Jahren nicht mitregiert habe – “und so sagen sich jetzt viele: Soll sie es doch mal probieren”. Ihr Programm sei klassisch für eine rechte Partei, so Meiler: “Italiener zuerst, weniger Europa, konventionelle Familie, möglichst wenige Migranten.” Gleichzeitig gebe sie sich zuletzt gemäßigter – um die internationalen Partner und die Finanzmärkte nicht zu verschrecken. Aber Meiler sagt: “Diese Mäßigung ist eine Maske!” Link zum Podcast “Die Kunst zu stehlen”: https://www.sueddeutsche.de/panorama/podcast-dresden-gruenes-gewoelbe-diebstahl-berlin-clans-1.5655469 Weitere Nachrichten: Weitere Proteste in Iran, Scheinreferenden in der Ukraine starten. Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Nadja Schlüter, Antonia Franz Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über La7 Attualità und Pupia News
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Sep 22, 2022 • 12min

Was die Übernahme von Uniper durch den Staat bedeutet

Es ist die größte Verstaatlichung in der Geschichte der Bundesrepublik: Der Bund übernimmt den Gaszulieferer Uniper. Das hat das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwochmorgen bestätigt. Das Unternehmen hatte bisher vor allem günstiges russisches Gas eingekauft und muss nach dem Lieferstopp nun von anderer Stelle teureres Gas beziehen. Darum macht es aktuell täglich mehrere Millionen Euro Verlust. Uniper stellt 40 Prozent des Gases, das in Deutschland verbraucht wird. Deshalb hatte der Bund schon im Juli mit einem ersten Rettungspaket ausgeholfen. Jetzt übernimmt er für eine halbe Milliarde Euro die Anteile des finnischen Großaktionärs Fortum, der bisher Mehrheitsaktionär bei Uniper war. Außerdem zahlt er noch einmal acht Milliarden Euro, um das Eigenkapital des Unternehmens zu erhöhen. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat am Mittwoch auch bestätigt, dass die umstrittene Gasumlage weiterhin kommt. Die Ampel-Koalition hatte sie beschlossen, um Energieunternehmen wie Uniper in der Krise zu stützen. Aber darum gibt es jetzt, nach der Uniper-Übernahme, neuen Streit. “Habeck argumentiert, dass die Gasverbraucher dann mit ihrem Geld einen Staatskonzern unterstützen und hat darum verfassungsrechtliche Bedenken”, sagt SZ-Energieexperte Michael Bauchmüller. Habeck wolle die Umlage vermutlich auch gerne “abschütteln”, so Bauchmüller weiter. Denn die höheren Gaspreise für die Verbraucher und Verbraucherinnen würden immer mit ihm in Verbindung gebracht. Finanzminister Lindner wolle aber unbedingt vermeiden, dass die Umlage gekippt wird. Denn die dann entstehende Lücke müsste mit Geld aus dem Staatshaushalt gestopft werden. Weitere Nachrichten: EU plant weitere Saktionen gegen Russland, Donald Trump wegen Finanzbetrugs angeklagt Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion:: Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über dpa
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Sep 21, 2022 • 14min

Mehr Soldaten, Scheinreferenden: Der Ukraine-Krieg tritt in eine neue, gefährliche Phase

Am Dienstag hat Moskau angekündigt, dass noch diese Woche in den russisch-besetzten Gebieten im Osten der Ukraine Referenden über den Anschluss an Russland abgehalten werden. Dann steht einer Annexion der ukrainischen Gebiete um Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja an die russische Föderation nichts mehr im Weg. Der Westen hat diese Scheinreferenden einhellig verurteilt. Am Mittwoch dann hat Russlands Präsident Wladimir Putin außerdem die sofortige Teilmobilmachung von 300 000 Reservisten angeordnet. Moskau habe enorme Schwierigkeiten, die Verluste von Zehntausenden Soldaten auszugleichen, sagt Osteuropa-Korrespondent Florian Hassel am Telefon in Charkiw. Deshalb komme die russische Teilmobilisierung auch "unabhängig von den jüngsten ukrainischen Erfolgen". Da aber auch Zehntausende ukrainische Soldaten in den vergangenen sieben Monaten des Krieges gestorben oder verletzt worden seien, sei es gerade schwer einzuschätzen, ob es überhaupt in Kürze zu einer neuen ukrainischen Offensive kommen könne. Jedenfalls werde die Angliederung der besetzten ukrainischen Ostgebiete an die Russische Föderation die Situation nochmals eskalieren. Denn: "Jeder Angriff auf diese Gebiete könnte als Angriff auf Russland angesehen werden.” Und Putin könne im Zweifel Atomwaffen einsetzen. Zur Rückeroberung dieser russisch-besetzten Gebiete seien dann neue westliche Waffen nötig, deren Reichweite aber auch theoretisch auf bisheriges russisches Territorium reichen würde. Würden diese Waffen andererseits nicht geliefert, könnte die russische Armee weiterhin "straflos", also ohne ernsthafte ukrainische Möglichkeiten zur Gegenwehr, ukrainisches Gebiet beschießen. Letztendlich würde US-Präsident Joe Biden über den weiteren Kriegsverlauf entscheiden, meint Hassel. Weitere Nachrichten: Razzia gegen Oligarchen, Gasimporteur Uniper wird verstaatlicht. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderied Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Phoenix und россия 24
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Sep 20, 2022 • 13min

Jahrhundertflut in Pakistan: Viel zu wenig internationale Hilfe

Der Monsunregen in Pakistan war in diesem Jahr besonders stark: Im August ist dreimal mehr Regen gefallen als in den Jahren zuvor. Die Wassermassen haben die schlimmste Flutkatastrophe ausgelöst, die in dem südasiatischen Land jemals aufgezeichnet wurde. UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der vergangene Woche in Pakistan war, hat diese Flut als “Klima-Massaker” bezeichnet – und damit den Zusammenhang der Katastrophe mit dem Klimawandel benannt. Der finanzielle Schaden im Land wird aktuell auf 30 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut offiziellen Angaben sind 33 Millionen Menschen betroffen und über 1500 sind gestorben. Viele haben ihre Existenzgrundlage verloren. Weil auch sauberes Wasser knapp ist und sanitäre Anlagen fehlen, breiten sich nun zusätzlich Krankheiten aus, vor allem das Dengue-Fieber sowie Durchfall- und Hautkrankheiten. “Die Lage ist weiterhin dramatisch”, sagt Isabel Bogorinsky, Leiterin der Welthungerhilfe in Islamabad. “Da, wo vorher Dörfer waren, sind jetzt keine mehr – da ist einfach nur Wasser.” Immerhin seien die meisten Gebiete inzwischen für Hilfslieferungen erreichbar. Die Menschen müssten jetzt mit dem Nötigsten versorgt werden: mit sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln, Zelten, Hygieneartikeln, Medizin und Futter für die Tiere. Schon im August hatte die UN zu verstärkter internationaler Hilfe aufgerufen. Die läuft aber nur schleppend an. “Ich glaube, das hat vor allem damit zu tun, dass es weltweit so viele Katastrophen und Problemlagen gibt. Da hat Pakistan vielleicht nicht die größte Priorität”, so Bogorinsky. Weitere Nachrichten: Separatistengebieten stimmen über Beitritt zu Russland ab, deutsche Vorratsdatenspeicherung verstößt gegen EU-Recht Moderation, Redaktion: Nadja Schlüter Redaktion:: Tami Holderried Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über Twitter / @antonioguterres
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Sep 19, 2022 • 13min

Begräbnis der Queen: Warum nicht überall getrauert wird

An diesem Montag wird Queen Elizabeth II. beigesetzt. Eine riesige Trauerfeier in London, hohe Gäste aus aller Welt, hunderttausende Menschen. Dabei gibt es auch viel Kritik an der Queen – besonders aus den ehemaligen britischen Kolonien. Und in vielen Staaten des sogenannten Commonwealth werden Forderungen laut, die Monarchie abzuschaffen. Was passiert also nach dem Tod der Queen mit diesem Verbund? SZ-Redakteur Arne Perras sagt: “Die Queen war eigentlich das wichtigste Element oder das wichtigste Band des Commonwealth.” Jetzt, wo Elizabeth II. gestorben sei, könne man damit rechnen, dass noch mehr Länder des Commonwealth die Monarchie abschaffen wollen. Charles könne den Staatenbund nur erhalten, so Perras, wenn er das Commonwealth neu erfinde – und neue Akzente wie zum Beispiel Klimaschutz setze. Dabei haben viele Staaten sowieso schon lange ein ambivalentes Verhältnis zur Queen: Das liege an der kolonialen Geschichte und an der Rolle, die Großbritannien als Weltreich in vielen Gegenden gespielt hat. “Es gibt Menschen, die sagen: Ich kann nicht trauern um die Queen, weil ich ihre Person nicht trennen kann von dem Leid und dem Schmerz, den wir durch die koloniale Zeit erfahren haben”, so Perras. Weitere Nachrichten: AKW im Süden der Ukraine offenbar angegriffen, Biden verspricht Unterstützung für Taiwan Moderation, Redaktion: Tami Holderried Redaktion: Franziska von Malsen Produktion: Imanuel Pedersen Zusätzliches Audiomaterial über BBC News

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