

Anekdotisch Evident. Kultur und Wissenschaft durchs Prisma der Plauderei
Katrin Rönicke und Alexandra Tobor (hauseins)
Zwei Stimmen, ein Thema: Ob Luxus, Scham oder Einsamkeit - wir graben uns ein und gleichen das Allgemeinwissen mit unseren eigenen Erfahrungen ab. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.
Episodes
Mentioned books

Dec 3, 2018 • 1h 38min
ae17 Lügen
Niemand prahlt damit, ein guter Lügner zu sein, doch wenn wir ehrlich sind, lügen wir den ganzen Tag. Wir lügen über den Grund unserer Verspätung, machen aus Höflichkeit falsche Komplimente, beschönigen die Fakten, manipulieren das Kind. Lügen sind hilfreich und verlockend, was sie moralisch zweifelhaft macht – gleichzeitig sind sie die Grundlage zwischenmenschlicher Kommunikation. Gelungene Beziehungen, beruflicher Erfolg und Lebenszufriedenheit sind eng mit unserer Fähigkeit, zu lügen, verbunden. Aber sollten wir deswegen unsere Bedenken über Bord werfen und die Lüge preisen? Welche Gefahren drohen einer Gesellschaft, die das Interesse an der Unterscheidung zwischen wahr und falsch verloren hat? Wenn wir in dieser Folge eines gelernt haben, dann das: Ohne einen differenzierten Umgang mit der Lüge ist die Wahrheit nicht zu haben.Shownotes:Ein Penthouse für Instagram Influencer (New York Times)Wikipedia: LügeLügenverbot bei Kant (Wikipedia)PIPER: Wir alle spielen Theater (Erving Goffman)Kein & Aber: Stadt der Lügen (Ramita Navai)Ayelet Gundar-Goshen: LügnerinWikipedia: Münchhausen-SyndromWikipedia (en): Sick Note (TV series)Rowohlt: Minigolf Paradiso (Alexandra Tobor)Hochstapler-Syndrom (Karrierebibel)HuffPo: Don Lemon Lists The Lies Told By The Trump Administration In Just 1 DayWikipedia: On BullshitRowohlt: Furcht. Trump im Weißen Haus (Bob Woodward)Michiko Kakutani: „The Death of Truth“ (The Guardian) Rowohlt: Die Wahrheit über die Lüge (Wolf Schneider)Film: (Dis)Honesty – The Truth about LiesPower Posing is back (Forbes)Psycho-Wochenende in einem Radical Honesty Workshop (FAZ)PIPER: Wahrheit und Lüge in der Politik (Hannah Arendt)bpb: Verlorene Wirklichkeit? An der Schwelle zur postfaktischen DemokratieEin Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Oct 21, 2018 • 1h 37min
ae16 Geld
Geld ist nicht nur effizientes Tauschmittel, sondern auch Motor des Fortschritts und der Modernisierung. Geld hat uns als Menschheit in die Freiheit geführt und zur Rationalisierung der Welt beigetragen. Aber ob diese neoliberalen Überzeugungen wirklich zutreffen, darf angezweifelt werden. Die Verteufelung des Geldes hat eine lange Geschichte, denn hinter der Neutralität und Toleranz von Münzen und Scheinen steht ein unpersönliches System, in dem das Individuum keine Rolle spielt. Jeden Tag können wir erleben, wie Geld die Welt ein bisschen schlechter macht. Aber ist das auch anders denkbar? Kann Geld auch andere Gefühle aktivieren als Gier? Können wir als Menschheit den Umgang mit Geld neu erlernen? Kann es uns am Ende sogar helfen, die Welt ein Stück besser zu machen? Um das herauszufinden, müssen wir endlich über Geld sprechen – gegen alle inneren Widerstände. Wir haben schon mal den Anfang gemacht. Shownotes:A World without Money (TED-Talk)Social Business (Wikipedia)John Maynard Keynes (Wikipedia)Muhammad Yunus: Building Social BusinessMammon – Per Anhalter durchs Geldsystem (Film)Plan W – ein hauseins-Podcast an den Schnittpunkten zwischen Weiblichkeit und WirtschaftFrank Schirrmacher: „Ego. Das Spiel des Lebens“ (Blessing Verlag)Verhaltensökonomik (Wikipedia)Dan Ariely: Denken hilft zwar, nützt aber nichts (Deutschlandfunk)Paul Piff: Does money make you mean? (TED-Talk)Korrumpierungseffekt (Wikipedia)Auf den Spuren von Harry Potter Kulissen des Kultkinos arte HD Doku (Youtube)Giving What We Can (Wikipedia) – Bewegung von William MacAskill (Wikipedia)Artikel über „Effektiven Altruismus“ bei Perspective Daily: Wem helfe ich, und wenn ja, wie vielen?The Case for Having a HobbyDenis Gastmann: Geschlossene Gesellschaftae 001: LuxusDie Bienenfabel oder Private Laster, öffentliche Vorteile, Bernard Mandeville (Suhrkamp)Adam Smith (Wikipedia)Tomáš Sedláček (Ökonom) (Wikipedia)Lesetipp: Die Ökonomie von Gut und Böse (Wikipedia)Jubeljahr und Erlassjahr (Wikipedia) Ein Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Aug 17, 2018 • 1h 40min
ae15 Schmutz
Schmutz ist unerwünscht. Schmutz ist der Feind jeder Ordnung. Umso ärgerlicher, dass wir den Kampf gegen ihn nie gewinnen werden. Als Nebenprodukt der Zivilisation begleitet er die Entwicklung unserer Identität, seine Ablehnung hilft, soziale Hierarchien zu errichten und Gesellschaft zu ordnen. Hinter unserer Schmutz-Aversion steckt nicht nur die Sorge um Hygiene. Wenn wir von „Schmuddelkindern“ sprechen, von „schmutzigen Geschäften“ oder „schmutzigen Gedanken“, wird deutlich, dass Schmutz eine kulturelle Kategorie ist, die ausschließt und unterdrückt, was nicht in die gängigen Vorstellungen passt. Dass Schmutz auch produktiv und bereichernd ist, können wir dagegen in Kunst, Film und Musik regelmäßig erfahren. In dieser Folge spüren wir den Bedeutungsschichten des Schmutzes nach und überlegen, ob ein Leben ohne Schmutz wirklich wünschenswert wäre. Links und HintergründeWikipedia: Mary Douglas: Purity and DangerFilth – Dirt, Disgust and Modern LifeWikipedia: The Crown (Fernsehserie)Wikipedia: Smog-Katastrophe in London 1952Bibelwissenschaft.de: Reinheit und Unreinheit im Alten TestamentSWR2: Putzfimmel und Waschzwang: Ursachen und Therapien von ZwangsstörungenOekom: Dreck. Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert von David R. MontgomeryDeutschlandfunk: Robert Pfaller: „Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft“Deutschlandfunk: Byung-Chul Han: „Die Errettung des Schönen“Christina Aguilera – Dirrty (Lyrics)Wikipedia: Pink FlamingosWikipedia: Grey GardensWikipedia: Diogenes-SyndromWikipedia: Tracy Emin – My BedCampus: Die Kinder der Massenkultur. Kontroversen um Schmutz und Schund seit dem Kaiserreich. von Kaspar Maase.Kaste Wikipedia: Beate UhseWikipedia: Deborah FeldmanRandomhouse: Deborah Feldman: Unorthodox Ein Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Jul 11, 2018 • 1h 7min
ae14 Feiern
Überall wo es menschelt, werden Feste gefeiert. Für kurze Zeit darf man den Alltag hinter sich lassen, sich selbst vergessen und als Teil einer Gemeinschaft erleben. In allen Kulturen gehören geteiltes Essen, besondere Kleidung, Tanz, Musik und Rausch dazu. Feste verbinden uns mit der Geschichte der Menschheit, denn sie bleiben uns erhalten, während sich lediglich ihr Gewand ändert: Die ekstatischen Rituale von Stammesgesellschaften tauchen auf Rock-Festivals der 1960er und Raves der 1990er wieder auf. Aus heidnischen Festen wurden christliche, aber ihre Übernahme durch den Kapitalismus schreitet immer weiter voran. Vielleicht ist das der Grund, weshalb wir Feiern immer häufiger als sinnentleerte „Events“ erleben? Wir haben in dieser Folge der wahren Bedeutung des Feierns nachgespürt und schließen uns Demokrit an: „Ein Leben ohne Feste ist wie eine lange Wanderung ohne Einkehr.“ Shownotes:Wikipedia: FestYoutube: Feiern – Don´t forget to go home [DOKU]Feste und Feiern. Eine theologische Theorie. Von Jörg Neijenhuis (2012)Wikipedia: Karl Kerényi (schrieb über das Wesen des Festes in der Antike)Youtube: „To the Lighthouse“, erklärt von John Green Victor TurnerRitual und Ritualdynamik. Schlüsselbegriffe, Theorien, Diskussionen. von Christiane Brosius (Hg.), Axel Michaels (Hg.), Paula Schrode (Hg.). (2013)ZeitOnline: Was hat die Wintersonnenwende mit Weihnachten zu tun?The Guilty Feminist Podcast: 101 Story with the creators of The JungleTheGuardian: Besprechung von Barbara Ehrenreichs „Dancing in the Streets“Wikipedia: Harvey Cox (Autor von „Das Fest der Narren“)Der Osterhase-Weihachtsmann-Zyklus Ein Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

May 30, 2018 • 1h 18min
ae013 Träume
Ob Erlebnis im Schlaf, Wunsch für die Zukunft, gesellschaftliche Idealvorstellung oder Schweifen der Phantasie: Träume schöpfen aus der Realität und wirken auf sie zurück. Dabei scheren sie sich nicht um Naturgesetze, Logik oder Wahrscheinlichkeit. Dadurch wird denkbar, was noch nicht in der Welt ist; Träume sind „Vorschein von wirklich-möglichem“ (Ernst Bloch) und haben eine utopische, zukunftsformende Kraft. Aber was passiert in einer Wohlstandsgesellschaft, die sich alle Wünsche mit ein paar Klicks erfüllen kann? Haben Träume im Kapitalismus nur noch einen dekorativen Nutzen als Schriftzug auf T-Shirts und Tassen? Außerdem sprechen wir über Träume als Quelle der Selbsterkenntnis, als Problemlöser, Ratgeber und Orakel und entdecken sie als poetische Gegenwelt der Kunst und Überlebensstrategie in seelischer Not.Shownotes:Harald Welzer: Selbst denken!Harald Welzer im Gespräch im SWR2 Forum zum Thema VeränderungGilgamesch und das Gilgamesch Epos (Wikipedia)Die Traumlegende um Kaiser KonstantinArtemidor von Daldis (Wikipedia)Antike und moderne Deutung von Traumsymbolen: traumdeuter.chKlartraum / luzider Traum (Wikipedia)Franz KafkaMagischer RealismusSurrealismusPaul McCartneys Traum von „Yesterday“TagtraumAnne of Green GablesDer Traumzauberbaum (Wikipedia)The Power of Dreams and Memories | Jeff Gould | TEDxUSDMichael Ende: Momo und Filmausschnitt Puppe „Bibigirl“ (Youtube)„Träumen Sie schön!“ Soziologische Studie von Antje Böhme über Berliner Einkaufszentrum „Das Schloss“Ernst Bloch: Das Prinzip Hoffnung Ein Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Apr 20, 2018 • 1h 24min
ae012 Wut
Wut ist eine Basisemotion. Über alle Kulturen hinweg spricht der Körper des Wütenden die gleiche Sprache: der Kopf läuft rot an, das Gesicht ist verzerrt, jeder Muskel angespannt. Der Zornige brüllt und schäumt wie ein wildes Tier. In grauer Vorzeit war die Demonstration von Wut wichtig, um uns gegen Feinde zu verteidigen. In der heutigen Zeit, die Gelassenheit und Selbstbeherrschung predigt, hat Wut einen besonders schlechten Ruf. Nicht ohne Grund, schließlich zeigt uns die Erfahrung, dass Wut eine zerstörerische Kraft ist, die gegen unsere Vernunft arbeitet. Allzu leichtfertig sollten wir die Wut aber nicht verabschieden, denn Wut zeigt an, was uns wichtig ist. Als Impulsgeber und Antrieb für Kunst und gesellschaftlichen Fortschritt ist sie außerdem unverzichtbar. Wir haben antike und moderne Philosophen gelesen und in unseren eigenen Abgründen gewühlt. Mögen die Ergebnisse eure Wut kanalisieren helfen und das allgemeine Erregungsniveau senken!Links und HintergründeWikipedia: Zorn GottesWikipedia: Seneca: De IraWikipedia: StoaDumont: Arun Gandhi: Wut ist ein Geschenk – Besprechung beim NDRWiley: Anger Management For Dummies by Gillian Bloxham and W. Doyle GentryLiteraturkritik.de: Martha Nussbaum: Zorn und VergebungNYT: I Used to Insist I Didn’t Get Angry. Not Anymore. (On female rage.) By LESLIE JAMISONMichel de Montaigne: Über den Zorn (Auszug)Wikipedia: Kailash SatyarthiTED: Kaliash Satyarthi: Sie wollen Frieden stiften? Werden Sie wütend!Guardian: Japanisches Reality-TV-Serie Terrace HouseWikipedia: Norbert Elias: Über den Prozeß der ZivilisationWatson.ch: „Hört endlich mit eurem narzisstischen Podcast-Gelaber auf!“NDR: Monika Maron: Munin oder Chaos im KopfNDR: Bernhard Pörksen: Die Große Gereiztheit Ein Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Mar 12, 2018 • 1h 12min
ae011 Normalität
Regelmäßig, üblich, maßgebend, typisch, durchschnittlich, gewöhnlich, gewohnt, erwartet, universal, allgemein, konventionell, korrekt, herkömmlich: Normalität ist ein Konzept, das wir intuitiv verstehen, doch wenn wir genauer werden wollen, kommen wir ins Schwitzen. Denn was normal ist und was nicht, ist eine Frage der Interpretation, und die ist abhängig von Zeit, Ort und Kultur des Interpretierenden. Während in autoritären Systemen Normalität erwünscht und gefordert wurde und einen Überlebensvorteil darstellte, scheint unsere individualistische Gesellschaft sich stärker am Besonderen als am Allgemeinen zu orientieren. Und doch ist die Frage nach der eigenen Normalität in verschiedenen Lebensphasen von ungeheurer Brisanz. In dieser Folge sprechen wir über Sinn und Unsinn von Normalitätsvorstellungen, Möglichkeiten und Grenzen psychiatrischer Diagnosen und die Zukunft des Normalen.Links und HintergründeBuzzfeed: „Are you maybe a little bit basic?“UrbanDictioniary: Basic Bitchduden.de: normalpiqd: Podcast über Citizen Scoring in ChinaWikipedia: Normal- oder GaußverteilungDeutschlandfunk: Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der SingularitätenEmily NagoskiWikipedia: VipassanaThe Week: The female price of male pleasure ZeitOnline: Allen Frances: Normal – Gegen die Inflation psychiatrischer DiagnosenWikipedia: TanzwutBuchtipp: Heidemarie Brosche: Mein Kind ist genau richtig, wie es ist!Rowohlt: Leitfaden für faule Eltern, von Tom HodgkinsonKinderbuch: Ich bin Jan und stinknormal Ein Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Jan 31, 2018 • 1h 25min
ae010 Verlierer
Verlieren hat viele Bedeutungen. Wir können unseren Regenschirm verlieren, oder gleich unseren Verstand. Wir verlieren, wenn wir im Spiel unterliegen oder wenn wir an unseren eigenen Erwartungen scheitern. Die einen verlieren auf einen Schlag ihre Heimat, während die ewigen Verlierer aus Deutschland, kollektiv erstarkt, der AfD applaudieren. Unsere kapitalistisch geprägte Welt hat wenig übrig für den Verlierer, doch in der Popkultur genießt er ikonischen Status. Denn im Gegensatz zum geradlinigen Gewinner haben seine Geschichten Tiefe und Aussicht auf eine Wendung. Nur wer fällt, hat die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Ist das Verlieren am Ende eine Kunst, deren Beherrschung die Voraussetzung für echten Erfolg ist? Wie Nelson Mandela so treffend sagte: “Ich verliere nie. Entweder ich gewinne, oder ich lerne.“ Wir spüren in dieser Folge dem Elend, aber auch dem Glanz des Verlierens nach und freuen uns auf eure Geschichten!Links und HintergründeSpOn: Hans Magnus Enzensberger: Der Radikale VerliererWikipedia: Dritte Generation Ostdeutschlanddtv: Die narzisstische Gesellschaft, von Hans-Joachim MaazThe European: Ohne Orient kein Okzident rowohlt: Die vielen Tode unseres Opas Jurek, von Matthias NawratWikipedia: Boethius: Der Trost der Philosophiebpb: Die Entwicklungsländer: Verlierer der Globalisierung, von Peter WahlGuardian: „They see the world doing better and they see that they are not getting better off. They don’t want to say it’s because of what I’ve done, it’s because of what’s happened to me.“ Joseph StiglitzHolger Gertz: Das Spiel ist aus – Geschichten über das Verlieren imdb: Welcome to the DollhouseWDR5: Wissen im Gespräch: Jungen als Verlierer im Bildungssystem?, mit Klaus HurrelmannWikipedia: Bedrohung durch Stereotype (stereotype threat)Wikipedia: Loss aversion Vice: Tschernobyl-HeimkehrerBildband über Lost Places: Neuland: Eroberungen der Natur Ein Abo über steady hält das Angebot am Leben Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Jan 4, 2018 • 1h 26min
ae009 Grenzen
Grenzen sind ein Ärgernis. Sie schränken unsere Bewegunsfreiheit ein und haben in der Geschichte immer wieder Menschen voneinander getrennt. Auch symbolische Grenzen, die ganz ohne Zäune und Mauern auskommen, schließen bestimmte Gruppen von gesellschaftlicher Teilhabe aus, sei es anhand von Geschlecht, Hautfarbe oder Religionszugehörigkeit. Trotzdem werden wir nie aufhören, Grenzen zu errichten, denn sie sind eine anthropologische Notwendikeit. Sie helfen uns, die Komplexität der Welt zu bewältigen, indem sie Ordnung und Übersichtlichkeit schaffen. Nur wer Phänomene sprachlich eingrenzt, kann kommunizieren. Nur wer weiß, wer er in Abgrenzung zu anderen ist, kann eine positive Identität entwickeln. Ja, Grenzen können sogar gut sein! Etwa wenn sie Andersdenkenden Freiräume im Mainstream eröffnen oder uns als psychisches Warnsystem davor bewahren, uns selbst zu schaden. In der ersten Folge des Jahres haben wir über die Ambivalenz und Bedeutungsvielfalt von Grenzen gesprochen und laden euch zum Mitdenken und Mitdiskutieren ein!Links und Hintergründebpb: APuZ 4-5/2014: Christoph Kleinschmidt: Die Semantik der Grenze (pdf)Spiegel Online: Szczepan Twardochs Roman „Drach”Heyne: Mauern einreißen! von Anke Domscheit-BergYouTube: Der Grenzübergang Helmstedt-Marienborn (mdr-Doku)Rowohlt: Dein kompetentes Kind, von Jesper JuulWikipedia: LiminalitätWikipedia: InitiationWikipedia: RegimetheorieWikipedia: GrenzregimeRosa-Luxemburg-Stiftung: «Hart an der Grenze»Ch. Links: Diktatoren als Türsteher Europas. Wie die EU ihre Grenzen nach Afrika verlagert (von Simone Schlindwein und Christian Jakob)taz: Migration-ControlWDR5: Das Philosophische Radio zum Thema RechtspopulismusWikipedia: PoststrukturalismusThe Times: All humans are migrants by Caitlin MoranHarper Collins: MoranifestoThe New Yorker: Cat Person von Kristen RoupenianAmazon: Buchtipp zu Hochsensibilität und Grenzen: Bis hierher und nicht weiter The Guardian: How to Build a Girl review – Caitlin Moran's quasi-cautionary tale of personal developmentTED-Talks: Can Magic Mushrooms Unlock Depression? | Rosalind Watts Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.

Nov 29, 2017 • 1h 18min
ae008 Emanzipation
Wer kann sich nicht an das abfällige Wort „Emanze“ erinnern, mit dem man in den 90ern Frauen bedachte, die sich für Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit eingesetzt haben? Schlimme Leute waren das! Haarig unter den Achseln und borstig im Umgang. Oder? – NEIN. Denn Emanzipation ist das, was uns zum Menschen macht – zumindest würde Erich Fromm das vielleicht so sehen. Sie ist ein Prozess, der schon bei den alten Griechen angedacht wurde, als der Mensch von Pythagoras zum „Maß aller Dinge“ erhoben wurde. In der Renaissance, mit den Humanisten und später der Aufklärung schlug sie sich frei aus den Ketten, in denen laut Rousseau der Mensch überall lag. Was also ist Emanzipation eigentlich? Wo finden wir sie? Wo findet sie noch heute statt, welche Bedingungen braucht sie und wie geht persönliche Emanzipation? – Stoff, für viele Anekdoten und noch mehr Berichte aus Historie, Kultur und Gegenwart unseres manchmal immer noch nicht ganz so freien Menschengeschlechts.Links und HintergründeWiktionary: EmanzipationOxford Dictionary: EmancipationWikipedia: Good Girls RevoltFAZ: Good Girls Revolt – Sie wollen doch nur arbeiten (von Andrea Diener)TheAtlantic: The Myth of the Queen Bee: Why Women (Sometimes) Don't Help Other Women Wikipedia: SolonWikipedia: Humanismus; Renaissance; Galileo; Aufklärung; Kant; Philosophie der ZeitZVAB: Geschichte des privaten LebensWikipedia: Das andere Geschlecht von Simone de BeauvoirWikipedia: HackCharlotte Perkins Gilman: The Yellow Wallpaper:Original-TextWikipediaWikipedia: Olympe de GougeWikipedia (EN): Hysteria (Film mit Maggie Gyllenhaal)C.H. Beck: Jansen, Jan C. / Osterhammel, Jürgen: Dekolonisation. DAS ENDE DER IMPERIENAchille Mbembe: Kritik der schwarzen VernunftZeitschrift für Soziologie: Ökonomischer Imperialismus? Homo Oeconomicus und soziologische TheorieAfrofuturismus – zwei Podcast-Tipps von Katrin bei piqdWikipedia: „Double Consciousness“, Begriff von W.E.B. DuBoisWikipedia: Beschreibung und Abgrenzung von Gewalt und Macht bei Hannah ArendtWikipedia: Rosa ParksDer Fotograf und der Journalist, die das Iran-Buch gemacht haben, waren Serge Michel und Paolo WoodsDeutschlandfunk: Lolita lesen in TeheranEin Abo via steady erhält das Angebot am Leben und sichert euch den Feed zu unseren Nachschlägen, die wir in Kürze für euch bereit halten. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information.


