

Fränkischer Talk
Andrea Pauly, Fränkischer Tag
"Fränkischer Talk" ist der Interview-Podcast aus Franken. Darin spricht die Journalistin und Podcasterin Andrea Pauly alle zwei Wochen etwa eine Stunde lang mit Menschen aus Franken, die eine spannende Biografie haben, die etwas besonderes erlebt haben, die außergewöhnliche Fähigkeiten haben, oder die das Leben in Franken ein bisschen besser oder interessanter machen.
Firmenchefinnen und Autoren, Künstler und Sportlerinnen, Musiker und Influencer, Prominente mit Wurzeln in Franken und Menschen von nebenan:
Sie alle können inspirierende, spannende und erstaunliche Geschichten erzählen.
Im Podcast geht es darum, wie die Gäste geworden sind, wer sie sind und wie sie auf ihre Erlebnisse blicken.
Alle zwei Wochen donnerstags gibt es eine neue Episode - überall dort, wo es Podcasts gibt und auf www.fraenkischertag.de/podcast.
"Fränkischer Talk" ist ein Podcast der Lokalen Medien der Mediengruppe Oberfranken und gehört zu den Marken Fränkischer Tag, Coburger Tageblatt, Bayerische Rundschau und Saale Zeitung.
Firmenchefinnen und Autoren, Künstler und Sportlerinnen, Musiker und Influencer, Prominente mit Wurzeln in Franken und Menschen von nebenan:
Sie alle können inspirierende, spannende und erstaunliche Geschichten erzählen.
Im Podcast geht es darum, wie die Gäste geworden sind, wer sie sind und wie sie auf ihre Erlebnisse blicken.
Alle zwei Wochen donnerstags gibt es eine neue Episode - überall dort, wo es Podcasts gibt und auf www.fraenkischertag.de/podcast.
"Fränkischer Talk" ist ein Podcast der Lokalen Medien der Mediengruppe Oberfranken und gehört zu den Marken Fränkischer Tag, Coburger Tageblatt, Bayerische Rundschau und Saale Zeitung.
Episodes
Mentioned books

Dec 19, 2025 • 55min
Anke Wagner, was hilft, wenn Weihnachten das Fest der Krise ist?
Psychologin gibt Tipps für Einsame, Trauernde und Kranke
Während die einen im Kreis der Familie gemütlich auf der Couch lungern, fröhliche Essensschlachten schlagen oder gemütlich Weihnachtsspaziergänge unternehmen und sich schon aufs Feuerwerk freuen, sind für andere die Tage am Ende des Jahres besetzt von Angst und Einsamkeit.
Für alle, für die bang und sorgenvoll auf die Feiertage schauen, ist diese Episode gedacht: Anke Wagner, Psychologin, geschäftsführende Vorständin des Hospizvereins Bamberg und Leiterin des Arbeitskreises Trauerbegleitung im Hospizverein, gibt zahlreiche hilfreiche Tipps und Strategien für Betroffene, aber auch für Freunde und Angehörige.
Wie kann ich die Feiertage strategisch planen?
Welche Erwartungen muss ich nicht an mich selbst haben?
Wann sind Besuche eine gute Idee, wann nicht?
Und wie können Angehörige sich richtig verhalten, wenn ein lieber Mensch gerade durch eine schwere Zeit geht?
Wie gehen wir mit Traditionen um, wenn eine Person fehlt, die dafür besonders wichtig war?
Und wann ist ein spontaner Besuch mit dem Plätzchenteller eine gute Idee?
Die Psychologin Anke Wagner beantwortet diese und viele weitere Fragen und erklärt im Podcast, warum ein warmes Essen für Menschen in Krisensituationen schon sehr helfen kann und erklärt, ab wann ein Verhalten übergriffig ist.
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Hilfsangebote im Überblick:
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Wer am Weihnachtstag konkrete Hilfe braucht, erreicht den Krisendienst unter der Nummer 0800 - 655 3000. Mehr Infos zum Krisendienst finden Sie hier.
Rund um die Uhr erreichbar ist auch die Telefonseelsorge unter 0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222. Für mehr Infos und die Möglichkeit für einen schriftlichen Austausch via Chat bitte hier klicken.
Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter 116 111 erreichbar.
Der Hospizverein Bamberg bietet an jedem ersten Montag im Monat ein Trauercafé an. Infos gibt es im Hospizbüro unter Telefon 0951 - 95 50 70 oder per Mail unter kontakt@hospizverein-bamberg.de
Die Links und Telefonnummern aller Hilfsangebote in der Region finden Sie hier.

Dec 11, 2025 • 1h 25min
Christine Thürmer, warum macht Weitwandern glücklich?
Die meistgewanderte Frau der Welt über Unterhosen, Penisfische und Wandern ohne Angst
Christine Thürmer ist eine der bekanntesten Langstreckenwanderinnen des Landes. Mit ihren Büchern, ihren Live-Programmen und über Social Media erreicht die gebürtige Forchheimerin ein großes Publikum.
Dass Christine Thürmer viel zu berichten hat, zeigt schon ihre (eigene) Statistik:
Unter 1000 Kilometern Strecke startet sie eine Wanderung gar nicht erst. 70.000 Kilometer hat sie so nach eigenen Berechnungen zu Fuß zurückgelegt.
Das Basisgewicht ihres Gepäcks: maximal fünf Kilo. Um das zu erreichen, setzt sie auf Minimalismus, schneidet sogar die wenige Gramm schweren Etiketten aus den Klamotten und verzichtet auf Unterwäsche.
Auf was sie auf Wanderungen nicht verzichtet: Noisette-Schokolade. Vier Tafeln isst sie pro Tag.
Apropos vier: So viele Bücher hat Christine Thürmer über ihre Wanderungen geschrieben, alle sind zu Bestsellern geworden. Ein fünftes erscheint im Februar.
Aber wer ist die Frau hinter diesen Zahlen? Christine Thürmer ist zu Gast in der neuen Folge und gewährt dort exklusive Einblicke in ihre Wanderungen, ihre Erfahrungen und ihre manchmal recht kontroversen Ansichten.
Die gebürtige Forchheimerin ist bereits die schönsten Wanderstrecken der Welt gelaufen, ist unter anderem von Mexiko nach Kanada gewandert, aber auch durch Osteuropa und durch Australien. Trotzdem hätte sie einem ihrer Bücher gern den Titel "Schöne Landschaft ist mir scheißegal" gegeben, wie sie zugibt.
"Wenn du so viel unterwegs warst wie ich, hast du schon viele Berge gesehen. Und irgendwann sieht jeder Berg gleich aus."
Mehr noch: "Viel mehr als der Anblick eines Bergpanoramas begeistert mich der Anblick eines Aldi oder Lidl." Was Discounter ihr geben, was ein Berg ihr nie geben kann, erzählt sie im "Fränkischen Talk".
Außerdem bricht Christine Thürmer mit romantisierten Vorstellungen, wie Wanderschaft glücklich macht: "Wandern macht mich total glücklich. Aber Wandern macht glücklich durch Blut, Schweiß und Tränen." Der Effekt der Landschaft sei dabei überschätzt.
"Überschätzt" ist für Christine Thürmer aber nicht nur Landschaft. Auch Alligatoren, Bären und sogar Männer versieht sie im Gespräch mit Andrea Pauly mit diesem Attribut.
Und eben weil so vieles "überschätzt" ist, hasst die Wanderexpertin eine Frage besonders: "Warum hast du keine Angst, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden?" Host Andrea Pauly weiß das, stellt sie aber trotzdem – und Christine Thürmer erklärt, warum sie sich nicht fürchtet. "Natürlich, es kann einem überall was passieren, aber als Frau bist du ja selbst in Forchheim gefährdeter als irgendwo im Wald."
Ob sie denn Verständnis dafür habe, dass andere Frauen, die vielleicht schon sexuelle Übergriffe erlebt haben, etwas nervöser damit sind?
"Ich kann nicht über subjektives Empfinden diskutieren. Wenn sie sich so fühlen, dann ist das so, dann muss man das akzeptieren. Aber es ist einfach nicht berechtigt. Es kommt immer darauf an, wie du dich verhältst, wie du Sachen interpretierst und das hat auch ganz viel mit gesundem Menschenverstand zu tun."
Was sie rät und in welchen Situationen sie selbst schon einmal dachte, dass sie "getötet und verscharrt" wird, hören Sie in der neuen Folge "Fränkischer Talk".
Außerdem spricht Christine Thürmer über ihren Alltag auf Wanderung. Warum sie bevorzugt an Kirchen und Tempeln Mittagspause macht, welche Rolle Schokolade für sie auf Wanderung spielt und welche skurrilen Snack-Alternativen andere Länder bieten.
Christine Thürmer ist bald wieder auf Tour und macht auch Station in Erlangen (6. März) und Schweinfurt (7. März). Karten und Infos unter www.christinethuermer.de

Nov 27, 2025 • 52min
Martin Beyer, warum lieben wir Geschichten?
LIVE: Die Doppelfolge mit dem Bamberger Schriftsteller
Man sagt viel über Anfänge: Sie seien schwer und erforderten Mut. Gleichzeitig wohnt ihnen, sagte Hermann Hesse, ein Zauber inne.
Und manchmal hilft ein Rückblick auf Anfänge auch einfach, zu verstehen, wie viel sich seither getan hat. So auch bei Martin Beyer, Schriftsteller aus Bamberg.
Gerade einmal 18 Jahre war er alt, als sein erstes Buch veröffentlicht wurde. Eine Auflage von 200 Exemplaren, ein winziger Artikel darüber in der Frankfurter Rundschau und eine Lesung in Stuttgart, für Beyer war damals klar: "Jetzt, jetzt hab ich's geschafft. Jetzt geht es richtig los", erzählt er heute schmunzelnd.
Das ist jetzt 30 Jahre, einen Doktortitel, zehn weitere Buchveröffentlichungen und zahlreiche Auszeichnungen her.
In dieser Zeit hat Martin Beyer das geschafft, von dem viele Menschen träumen: Der 48-Jährige lebt vom Schreiben, hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Heute ist sein neues Buch "Elf ist eine gerade Zahl" erschienen.
Einen exklusiven Einblick in sein neues Werk hat Beyer bereits vergangenen Donnerstag in der voll besetzten Buchhandlung "Collibri" in Bamberg gegeben. Das Besondere: Im Anschluss an die Lesung hat er sich im Rahmen einer Live-Ausgabe des Podcasts Fränkischer Talk den Fragen der Journalistin Andrea Pauly gestellt und tiefgehende Einblicke in sein Leben und seine Arbeit gegeben.
Heilsame Geschichten
Für Martin Beyer sind Geschichten etwas Wundervolles: Sie schaffen Zusammenhalt, stärken Identität und können heilsam sein. "Ich glaube, das ist so wichtig für den neuen Roman: Dass Geschichten nicht heilen können, aber in einer dunklen Zeit heilsam sein können. Und eben nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene."
Denn in "Elf ist eine gerade Zahl" behandelt Beyer ein dramatisches und schwieriges Thema: Es geht um die alleinerziehende Lehrerin Katja und ihre an Krebs erkrankte 14-jährige Tochter Paula.
Dass Beyer darüber schreibt, ist kein Zufall. Er hat selbst erlebt, wie ihm nahestehende Menschen gegen den Krebs kämpften. Im Podcast berichtet er von eigenen Erfahrungen: "Es war so diffus und ungreifbar, was da passiert. Der Ansatz, diesen Roman zu schreiben, war dann schon, sich dem zu stellen, das nicht zu verdrängen und auch nochmal so ein Gefühl dafür zu bekommen: Was passiert da eigentlich?".
Martin Beyer verwandelt diese Erfahrungen in eine Geschichte über eine Mutter und ihre Tochter. Im Fränkischen Talk erklärt er, welche intensiven Gespräche ihm das Vertrauen gegeben haben, ein so sensibles Thema aufzuarbeiten und als Mann aus der Perspektive einer Frau zu erzählen.
"Elf ist eine gerade Zahl" ist nicht das erste Werk, in dem sich Beyer an ein sensibles Thema wagt.
In "Und ich war da" erzählt einer der Helfer des Henkers über die Hinrichtung der Geschwister Scholl. Ausgerechnet beim renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis wurde Beyer 2019 dafür von einigen Jury-Mitgliedern in der Luft zerfetzt. Der Vorwurf: Man hätte diese Geschichte niemals erzählen dürfen, sie sei hochgradig unmoralisch.
Wie geht man mit einer solchen Situation um? Wie steht Beyer selbst zu dem Werk und wie denkt er heute über den Aufschrei? Das verrät er in der neuen Folge des Podcasts Fränkischer Talk.
Außerdem erzählt der Wahl-Bamberger, wie es sich anfühlt, zum ersten Mal vor Publikum aus einem neuen Buch zu lesen und warum sein Alltag eher nach dem eines "Beamtenkünstlers" aussieht. "Das hat nichts Romantisches. Den Rotwein traue ich mir da noch nicht zu", sagt er über seine Schreib-Vormittage.
Was muss ein Buch haben, damit der Autor es nicht weglegen kann? Was empfiehlt er Menschen, die ein Buch schreiben wollen und wie geht er mit seinem "inneren Kritiker" um? Das und mehr hören Sie im Fränkischen Talk.
Übrigens: Am 3. Dezember 2025 ist eine Forchheimerin zu Gast, die weiter um die Welt gewandert ist als jede andere und eine echte Ikone in der Wander-Szene ist: Christine Thürmer. Es gibt noch Karten! Alle Infos findet Ihr unter www.fraenkischer-talk.de

Nov 27, 2025 • 35min
Martin Beyer: Die Lesung
LIVE: Die Doppelfolge mit dem Bamberger Schriftsteller
"Elf ist eine gerade Zahl", erschienen bei Ullstein, 320 Seiten
ISBN: 978-3-471360859
Erscheinungstag: 27.11.2025
22,99 Euro

Nov 13, 2025 • 58min
Oliver Mayer-Rüth, was macht ein Auslandskorrespondent?
Der Experte für Israel und die Türkei im Gespräch über andere Kulturen
Bombenattentate, festgehaltene Kollegen, autoritäre Herrscher, schwelende Konflikte: Oliver Mayer-Rüth hat als Korrespondent in Ländern gelebt, die als kompliziert gelten.
„Mein Herz ist schon immer noch da. Und nicht nur mein Herz, auch das meiner Frau und meiner Kinder“, sagt Oliver Mayer-Rüth über seine Zeit als ARD-Korrespondent in Istanbul. Sieben Jahre lebte er dort, fünf weitere in Tel Aviv. Mittlerweile ist er zurück in Erlangen – als Filmemacher, Buchautor, Podcast-Host und Nahost-Experte beim Bayerischen Rundfunk.
Sein Einstieg in Istanbul 2016 war alles andere als ruhig: Wenige Tage nach seiner Ankunft gab es ein Attentat mit zwölf Toten. „Das war schon ein bisschen überwältigend. Wir waren im Studio und dann hat es gekracht,“ erinnert sich der Erlanger im Interview "Fränkischer Talk".
„Meine Kollegen meinten: 'Ach, das war wahrscheinlich eine Gasleitung irgendwo'. Und kurz drauf kamen die Meldungen, dass es diesen Bombenanschlag gab.“ Obwohl er sich noch nicht auskannte, musste er berichten. Wie das funktioniert? „Du beschreibst dann einfach, was du siehst.“
Die Arbeit als Auslandskorrespondent bedeutete für ihn oft, sich in brenzlige Situationen zu begeben – und dabei auch die eigene Familie im Blick zu behalten. Als die beiden deutsch-türkischen Journalisten Dennis Yücel und Meşale Tolu in der Türkei festgehalten wurden, fragte ihn sein Sohn, wann er denn abgeholt werde. „Wenn man dann außen rum sieht, dass der eine oder andere festgenommen wird, stellt man sich die Frage, die mir mein Sohn gestellt hat, natürlich auch ständig selbst.“
Noch mehr Grund zur Sorge lieferte ein Zeitungsartikel. „Da gab es dann Bilder von zwei Personen, die dort als Terroristen eingestuft waren und daneben stand auf Türkisch, ich würde denen zuarbeiten mit meiner Berichterstattung“, erzählt Mayer-Rüth. „Es war eine merkwürdige Situation, mit der ich auch nicht so richtig umzugehen wusste. Es kann ja immer mal sein, dass auf der Straße jemand meint, er müsste jetzt die Türkei retten oder den Erdoğan verteidigen. Der mich erkennt und mich oder meine Familie auch angreift. Und das war schon ein merkwürdiges, mulmiges Gefühl in der Zeit.“
Trotz aller Gefahren blieb Mayer-Rüth seiner journalistischen Haltung treu: „Ich wollte nie nur bestätigen, was die Menschen sowieso schon denken: 'Der Erdoğan ist blöd, der Netanjahu ist blöd' – was hilft das? Da hat man nichts gelernt.“ Stattdessen versucht er, komplexe Zusammenhänge zu erklären. Ein Streben, dem er auch zurück in Deutschland nachgeht; wie in seiner jüngsten Arbeit, dem ARD-Film „Die Netanjahus – Eine Familie im Krieg“.
Seit September 2024 veröffentlicht Mayer-Rüth zusammen mit Ahmad Mansour den Podcast "Kaffee, extra schwarz“. Mansour ist palästinensischstämmiger Israeli, Psychologe, Extremismusforscher und kämpft seit Jahren gegen Islamismus und islamischen Antisemitismus.
Im Podcast geht es um klare Meinungen und differenzierte Diskussionen. „Wir brauchen vor allem Meinungsvielfalt. Wir brauchen eine Pluralität der Meinung“, sagt Mayer-Rüth. Dabei ist ihm bewusst, dass Haltung im Journalismus nicht immer einfach ist.
Für mehr differenzierte Meinung arbeitet er derzeit von Erlangen aus. Dort lebt Mayer-Rüth mit seiner Familie wieder in seiner fränkischen Heimat. „Erlangen ist die sicherste Stadt Deutschlands – und die Lebensqualität ist hoch“, sagt er. Doch die Abenteuerlust bleibt: „Der Nahe Osten interessiert mich schon sehr. Aber ich bin da offen – es gibt viele Länder und Kulturen, über die berichtet werden muss.“
Zur Doku über Ahmad Mansour geht es hier.
Zum Podcast "Kaffee, extra schwarz" bitte hier entlang.

Oct 30, 2025 • 1h 9min
Barbara Wittmann, wie fühlen sich Massentierhalter?
Die Junior-Professorin über das Selbstbild von Landwirten, Anfeindungen und Ernährung, die für alle Seiten gut ist
Legehennen in Käfighaltung, Antibiotika in Schweinefleisch, Insektenschutzmittel, Methan- und Nitrat-Belastung, BSE: Die Liste der Skandale in der Landwirtschaft ist lang. Über Jahrzehnte hat sich das Bild von Landwirten vom Erzeuger von wichtigen Nahrungsmitteln zu einer Berufsgruppe entwickelt, die oft Kritik einstecken muss. Über Landwirtinnen und Landwirte wird viel gesprochen, geredet und geforscht. Mit ihnen hingegen wird selten gesprochen, wie Ethnologin Barbara Wittmann feststellte. Und so machte sie die Landwirtschaft zum Thema ihrer Studien.
Alternativen zu Fleisch und Massentierhaltung
Zwei Schwerpunkte ihrer Forschung sind Thema im "Fränkischen Talk":
Einerseits spricht sie über die Auswirkung von immer mehr Alternativen zu Fleisch als Proteinquelle auf landwirtschaftliche Betriebe. Ackerbohnen, Erbsen, aber auch Algen und Insekten sind als alternative Proteinquellen auch in der Landwirtschaft ein Thema.
Außerdem geht es um die Frage, wie sich eigentlich Massentierhalter mit ihrem Job fühlen. Als Barbara Wittmann für ihre Dissertation Landwirten gegenüber saß, die in ihren Betrieben Intensivtierhaltung – im Volksmund Massentierhaltung – betreiben, fehlten ihr manchmal die Worte.
Bedrohungen, Anfeindungen, Gerichtsprozesse
Sie ist weder Vegetarierin oder Veganerin, sie isst Fleisch und sie kennt sich mit Landwirtschaft gut aus. Sie ist sie selbst in einem Ackerbau-Betrieb groß geworden. Unabhängig davon, was sie von Betrieben mit bis zu 300.000 Tieren hält, ging ihr nah, was ihre Interview-Partner erzählten: von Bedrohungen und Anfeindungen, von Bürgerinitiativen und Gerichtsprozessen, die mehrere Aktenordner füllten, und von Kindern, die in der Schule für den Beruf ihrer Eltern beschimpft werden.
Betriebe in ganz Bayern hat sie für ihre Forschung besucht. Und zu ihrer Überraschung wurden ihr praktisch alle Türen geöffnet: "Ich hatte keine Probleme, Interviewpartner zu finden. Es war nicht so, dass das Bild von abgeschotteten Massentierhaltungshöfen, auf die keiner gelassen wird, sich irgendwie bestätigt hat", erzählt sie. "Im Gegenteil: Ich hatte weitestgehend das Gefühl, es ist eine Chance, die gesehen wurde, um die eigene Perspektive zu erzählen."
Niemand hatte etwas zu verbergen
Sie wurde in die Ställe gelassen und konnte sich alles anschauen. "Ich hatte nicht das Gefühl, da will jemand was verbergen." Diese Erkenntnis war für Barbara Wittmann schon ein großer Befund. Denn ihre eigene Überraschung darüber zeigte ihr, "wie voreingenommen wir manchmal sind."
Im Podcast erzählt sie, welches Selbstbild Intensivtierhalter haben, warum sie die Entscheidung für eine solche Haltungsform getroffen haben und welche Rolle das Verhalten der Kundinnen und Kunden am Ende der Kette spielt. Sie spricht über den Kipppunkt, ab dem Landwirte das kollektive Vertrauen verloren haben.
Alternative Protein-Quellen und Start-Ups
Außerdem geht es um die Frage, welche Alternativen zu Fleisch aus ihrer Sicht eine Chance am Markt haben und welche auf keinen Fall, warum Protein-Quellen für Start-Ups so interessant sind und wie sich die Landwirtschaft aus ihrer Sicht entwickeln wird.
Zur Hofserie von fraenkischertag.de geht es hier

Oct 23, 2025 • 1h 14min
Uwe Bossert, wie ist das Leben als Rockstar?
Der Reamonn-Gitarrist und Musikproduzent über das Musik, große Bühnen und das Leben danach
Er war für den meistgespielten Radio-Song des Jahres 2001 mitverantwortlich, spielte als Support für Bonjovi und Robbie Williams und als Headliner bei Rock am Ring und Rock im Park. Er besitzt Tonstudios in Berlin und München. Mit der Band Reamonn feierte er mit Songs wie "Supergirl", "Tonight" oder "Star" Welterfolge: Uwe Bossert.
Mit Reamonn veröffentlichte er fünf Alben, hinzu kamen weitere Platten zusammen mit Reamonn-Mitglied Sebastian Padotzke und der Folge-Band "Stereolove", die er mit den anderen Reamonn-Instrumentalisten und Sänger Thom Hahnreich gründete.
Dass er mit seiner Musik, mit zwei eigenen Studios und zwei Labelsso erfolgreich sein würde – das hätte sich Uwe Bossert nicht träumen lassen.
Durchbruch mit "Supergirl" im Jahr 2000
Während er gerade sein Studium als Jazz-Gitarrist in Freiburg abschloss, gründete er mit Rea Garvey, Mike "Gomezz" Gommeringer, Sebastian Padotzke und Philipp Rauenbusch die Band Reamonn. Silvester 1998/99 spielten sie in Stockach ihren ersten Auftritt.
Dann kam sehr schnell der Durchbruch. Gleich die erste Single "Supergirl" aus dem Album "Tuesday" wurde ein Erfolg. Damit war für den gebürtigen Bamberger Uwe Bossert der Weg klar: Pop und Rock statt Jazz, Studio und WG mit seinen Bandkollegen statt Masterstudium in New York City.
Und diese Entscheidung erwies sich für ihn als goldrichtig: Von 2000 bis 2010 schwamm Reamonn auf einer Welle des Erfolgs. Gold- und Platin-Alben, Tourneen mit vollen Hallen, ein Konzert an der Siegessäule anlässlich des Obama-Besuchs vor 200.000 Leuten, Headliner-Gigs auf großen Festivals, Preise: Uwe Bossert und seine Band lebten ein Rockstar-Leben.
Dazu gehörte auch, spannende Persönlichkeiten kennenzulernen, darunter Dave Grohl (Foo Fighters, Nirvana), Nelly Furtado und Barack Obama, der wenige Monate später zum US-Präsidenten gewählt wurde. Bossert erinnert sich an dieses Treffen mit Obama besonders gut. "Er meinte zu mir: 'Hey Uwe', – was ich schon superstark finde – 'so eine weiße 335 wie du hast, wollt' ich auch immer. Aber Michelle verbietet mir, eine zu kaufen.' Eine Gibson 335, das ist die Gitarre, die ich am liebsten spiele, schon immer. Und ich dachte: Das ist jetzt nicht wahr, das ist ja ein ein ein Wahnsinns-Moment, dass Du weißt, welche Gitarre ich spiel!"
Nachdem Reamonn 2011 die noch immer währende "Pause" verkündet hatte, widmete Bossert sich dem Teil der Musik, der ihn neben dem Gitarrespielen am meisten fasziniert: Produzieren, also der musikalischen Idee eines Künstlers in die Realität zu verhelfen.
Sind sehr teure Instrumente wirklich besser?
In dieser Folge spricht der 51-jährige Uwe Bossert über die Zeit mit Reamonn, das Leben als Rockstar, seine Arbeit als Produzent und die Frage, ob sehr teure Instrumente wirklich besser sind. Er erzählt, wie es sich anfühlte, als er eine Straßenmusikerin in Montenegro einen seiner Songs spielen hörte.
Er gibt Tipps für alle, die auch von der Musik leben wollen. Und er verrät einen ganz kleinen Wermutstropfen, den seine Karriere als Musiker mit sich brachte.
Bossert erzählt von seiner Jugend in Bamberg, von den Konzerten im Live-Pub (den es vor dem Live-Club gab), von seinen Gitarrenlehrern und erklärt, was er an seiner Heimatstadt besonders schätzt. Und er verrät, ob die seit 15 Jahren währende Pause, die Reamonn eingelegt haben, aus seiner Sicht irgendwann mal enden wird.
Als Besonderheit in dieser Folge sind einige seiner Songs und seine liebsten Bands und Musiker zu hören.

Oct 2, 2025 • 27min
Podcast-Empfehlung: Ein Wirtshaus ohne Alkohol
Wie aus einer persönlichen Notlage ein wirtschaftlicher Erfolg wurde
Es ist der Morgen des 1. Januar 2024. Vladimir Kloz lässt sich nach der Silvesternacht ins Krankenhaus einliefern. Der Grund: Seine Alkoholsucht ist völlig außer Kontrolle geraten, er hat Angst, daran zu sterben.
Während er einen Entzug macht, schreitet seine Frau Kerstin Gößl zur Tat. Sie schafft jeglichen Alkohol aus dem Wirtshaus, bringt Bierfässer zu den Brauereien, gießt Wein aus angebrochenen Flaschen in den Abfluss.
Sie weiß zu diesem Zeitpunkt: So kann es nicht weitergehen. Seit diesem Tag schenkt sie in der „Sägemühle“ in Hiltpoltstein nur noch alkoholfreies Bier aus. Schnaps und Wein sind von der Karte gestrichen.
In der ersten Folge des neuen Podcasts "Lokale Lokale" erinnert sich Kerstin Gößl an die Silvesternacht und die Folgen. Sie erzählt von der Idee, das Wirtshaus auf „alkoholfrei“ umzustellen und wie dies in der Therapiegruppe ihres Mannes ankam.
Sie erinnert sich an Gegenwind in den Sozialen Medien und an Besucher, die unbedingt ihr Seidla haben wollten. Kerstin Gößl spricht aber auch über die Verantwortung von Gastwirten, wenn Kunden nach zwei Bier noch Auto oder Motorrad fahren wollen und davon, wie befreiend es ist, dass sie sich darüber keine Sorgen mehr machen muss.
Die „Sägemühle“ hat mit ihrem komplett alkoholfreien Angebot eine Sonderstellung in Franken und in ganz Bayern. Mittlerweile fahren Gäste genau deshalb nach Hiltpoltstein. Die Wirtin erklärt im Podcast, wie sich ihre Entscheidung auf die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens ausgewirkt hat.
Alkohol ist nicht das einzige, was in der „Sägemühle“ gestrichen ist: Die Speisekarte ist komplett glutenfrei. Welcher persönliche Grund dahintersteckt und wie sich diese Besonderheit im Wirtshaus-Alltag umsetzen lässt, darüber spricht Kerstin Gößl im Podcast.
In dieser Woche empfiehlt das Team vom "Fränkischen Talk" den neuen Podcast. Jeden Freitag gibt es eine neue Folge. Alle Episoden gibt es unter "Lokale Lokale" in Deinem Podcast-Player oder auf www.fraenkischertag.de/lokale-lokale
In zwei Wochen gibt es hier wieder eine reguläre Folge "Fränkischer Talk".

Sep 18, 2025 • 1h 4min
Bettina Schmidt, wie entsteht ein Film?
Die preisgekrönte Bamberger Szenenbildnerin spricht über die Bedeutung von Stühlen, Farben und der Arbeit am Film
Ohne Bettina Schmidt und ihr Team gäbe es in Filmen keinen Hintergrund. Keine Farbe. Keine Stimmung. Keine Räume, Möbel oder Landschaften.
Als Szenenbildnerin – oder auch Production Designerin, aber den Titel findet sie nicht ganz passend – ist Bettina Schmidt für die gesamte Kulisse verantwortlich, so wie der Bühnenbildner im Theater. Mit ihrer Arbeit bestimmt und verstärkt sie die Stimmung einer jeden Szene. Sie bekommt das Drehbuch, "und dann geht der Kopf los und fängt an zu denken."
Praktische Erfahrung am Theater gesammelt
Während viele ihrer Kolleginnen und Kollegen aus der Architektur kommen, begann sie am Theater. "Und das ist es, was mich vielleicht von anderen auch unterscheidet", sagt sie in dieser Podcast-Folge, "dass ich ein bissl anders an die Sache herangehe."
Im Gespräch nimmt Bettina Schmidt die Hörerinnen und Hörer mit in und hinter die Kulissen, die sie auswählt, entwirft und verändert. Sie erzählt von ihrer Arbeit, wie sie arbeitet und warum sie sowohl Kreativität und Organisation braucht, um erfolgreich arbeiten zu können.
Entdeckt vom Maler Edgar Stengele
Bettina Schmidt wusste schon zur ihrer Zeit als Schülerin am ETA-Hoffmann-Gymnasium, dass sie Kostüm- und Szenenbild studieren wollte. Ihr Vater war der letzte Dorflehrer in Erlach bei Hirschaid, ihre Mutter war eigentlich Modistin – Hutmacherin –, die ihr Handwerk auf dem Dorf aber aufgeben musste.
Neben der Schule absolvierte Bettina Schmidt beim Bamberger Kunstmaler Edgar Stengele Zeichenkurse. Er förderte sie und half ihr nicht nur bei der Erstellung der Mappe, mit der sie sich am Mozarteum in Salzburg um einen Studienplatz bewarb. Er stellte auch den Kontakt zum damaligen Ausstattungschef beim WDR her, der ihr einen Job anbot. Sie ging vom Theater in Nürnberg zum Fernsehen in Köln. Die Stadt wurde ihre zweite Heimat.
Wechsel zu Film und Fernsehen
Gleich einer ihrer ersten Filme als fertig ausgebildete Szenenbildnerin wurde einer ihrer größten Erfolge: "Die Bubi-Scholz-Story" über den gleichnamigen Boxer, für den sie den Deutschen Fernsehpreis erhielt. Danach blieb sie beim Film für Fernsehen und Kino. Das Szenenbild des Frankfurter "Tatort" trug viele Jahre ihre Handschrift.
Götz George und die 30 Stühle
Sie erzählt, wie die Suche nach passenden Drehorten abläuft, warum Schauspieler Götz George für den umstrittenen Film "Nichts als die Wahrheit" etwa 30 verschiedene Stühle ausprobierte und wie es sich anfühlt, in ihrer Heimatstadt Bamberg zu drehen.
Bettina Schmidt erinnert sich daran, wie sie in den ersten Jahren ihrer Arbeit bei Aufträgen erstmal in die Kunstbuchhandlung Walther König in Köln stürmte, um sich in Büchern inspirieren zu lassen.
Was Bettina Schmidt gern noch in Szene setzen möchte
Welche Autoren oder Werke sie noch gern bearbeiten möchte, hat Bettina Schmidt im Podcast genannt, darunter Thomas Bernhard und das Kinderbuch "Vango" von Timothée de Fombelle. Im Nachhinein hat sie außerdem Arno Geiger, Francesca Melandri und Eva Menasse genannt.
Auf die Frage, welche Filme sie aufgrund ihrer besonders guten Ausstattung empfehlen würde, hat sie ebenfalls nachträglich Meister und Margarita empfohlen: "Eine sehr umstrittene Produktion, aber ein in allen Gewerken großartiger Film."

Aug 7, 2025 • 1h 20min
Christoph Thomas, trocknet Oberfranken aus?
Der einzige Mikrometeorologe Deutschlands im Gespräch über Wetter, Klima, Dürre, Gradzahlen und die Stille im Ewigen Eis.
Wer mit Christoph Thomas übers Wetter spricht, läuft Gefahr, sich in Details zu verlieren: Kaum jemand kennt sich so gut mit Temperatur, Niederschlag und Luftbewegungen vor der oberfränkischen Haustür – aber auch weltweit – aus.
An der Uni Bayreuth forscht und lehrt er als Deutschlands einziger Professor für Mikrometeorologie. Allerdings spricht Christoph Thomas eher selten übers Wetter. Ihm geht's vor allem ums Klima.
Wetter ist das, was gerade jetzt passiert.
Klima ist das Wetter über einen langen Zeitraum betrachtet.
In dieser Podcast-Folge macht Christoph Thomas deutlich, wie ernst es allein in Oberfranken ist: "Seit 2018 haben wir eine Dürre", sagt er.
Der Bayreuther Wissenschaftler erläutert im Podcast,
warum Oberfranken klimatisch eine außergewöhnliche Region ist
warum Deutschland einen überproportional hohe Verantwortung hat, sich um Klimaschutz zu kümmern
ob die Klimaziele überhaupt noch erreichbar sind
warum geringe Gradzahlen einen eklatanten Unterschied ausmachen und
an welchen Schrauben jeder Mensch selbst drehen kann, um dem Klima zu helfen.
Er erklärt, was das Ewige Eis mit dem Mars zu tun hat, wie schnell sich seine Atemluft in der Atmosphäre auf der ganzen Welt verteilt, warum kleine Gradzahlen eine große Wirkung haben und ob die Klimaziele, die aktuell gesetzt sind, überhaupt realistisch sind.


