Fritz Bauer Hörbuch

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
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Oct 6, 2021 • 25min

1. „Wenn ich mein Dienstzimmer verlasse …“: Die Jagd nach Adolf Eichmann

Die Jagd nach Adolf Eichmann wird spannend beleuchtet. Fritz Bauers Rolle als unbequemer Generalstaatsanwalt wird diskutiert, während er sich gegen ehemalige NS-Beamte durchsetzt. Ein geheimer Plan mit dem Mossad zeigt seine Risikobereitschaft. Misserfolge bei der Jagd und eine List mit Kuwait verdeutlichen die Dramatik. Der Prozess in Jerusalem wird als Medienereignis skizziert, und Bauers Stillschweigen hinterlässt Fragen. Sein Vermächtnis prägt die deutsche Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit nachhaltig.
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Oct 6, 2021 • 16min

2. Die Rehabilitierung der Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Nationalsozialismus in der BRD nicht untätig. Otto Ernst Remer verleugnete den Holocaust und diffamierte die Hitler-Attentäter vom 20. Juli 1944. Fritz Bauer klagte gegen Remer und wollte eine Debatte über das Unrecht des Dritten Reiches anstoßen. Im Prozess in Braunschweig wurde Bauers Argumentation über die Unwirksamkeit des Hitler-Eids als bedeutend erachtet. Trotz eines milden Urteils begann eine Wende in der öffentlichen Wahrnehmung der Widerstands-kämpfer.
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Oct 6, 2021 • 27min

3. Der große Frankfurter Auschwitz-Prozess

Auschwitz steht heute für das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Bis Anfang der 60er Jahre war Auschwitz hingegen vielen Deutschen kein Begriff. Dies änderte sich schlag-artig im Dezember 1963 als der von Fritz Bauer initiierte große Auschwitz-Prozess vor dem Landgericht Frankfurt begann. Auf der Anklagebank saßen 22 Angeklagte. In dem Prozess ging es aber nicht nur um die Schuld dieser 22. Fritz Bauer bringt es in einem Essay von 1962 auf den Punkt: „Die Leute wehren sich doch nicht deswegen leidenschaftlich gegen die Prozesse, weil sie […] eine Ungerechtigkeit und Unsittlichkeit in ihnen sehen, sondern weil [sie] wissen, daß mit den 22 Angeklagten im Auschwitzprozeß 22 Millionen auf der Anklagebank sitzen.“ Bauer sieht eine Mitverantwortung aller, die die Ermordung in Auschwitz förderten. In einer Fernsehdiskussion 1964 fasst Bauer seine Position zusammen: „Das Problem Auschwitz, da sind wir uns doch wahrscheinlich einig, beginnt nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau. Die Leute mussten hingebracht werden, das sind also viele, viele Täter.“ Die Frankfurter Richter folgten damals dieser Argumentation nicht. Erst 46 Jahre später im Münchner Urteil gegen den ukrainischen KZ-Wachmann John Demjanjuk im Jahr 2011 bestätigen deutsche Richter erstmals Fritz Bauers Argumentation (in Bezug auf die Verurtei-lung von Tätern, die für die Ermordungen in den Konzentrationslagern einen entsprechenden Beitrag leisteten).
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Oct 6, 2021 • 23min

4. Ein jüdisches Leben in der jungen Bundesrepublik

Rachsüchtig. Das war Fritz Bauer nicht, auch wenn ihm dies von seinen Gegnern zuweilen vorgeworfen wurde. Bauer, der am 16. Juli 1903 in Stuttgart als Sohn liberaler jüdischer Eltern geboren wurde und sich selbst wohl eher als Atheist verortete, wollte zeigen, dass das neue, demokratische Deutschland es schafft, seine eigene Geschichte aufzuarbeiten. Zum Auschwitzprozess sagt Bauer einmal: „Der Prozess soll der Welt zeigen, dass ein neues Deutschland, eine deutsche Demokratie gewillt ist, die Würde eines jeden Menschen zu wah-ren.“
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Oct 6, 2021 • 21min

5. Für ein humanes Strafrecht

Fritz Bauer hatte stets das Präventionsprinzip im Strafrecht vor Augen: „Kein Vernünftiger straft, weil gefehlt wurde, sondern damit nicht mehr gefehlt werde.“ Strafrichter sollen nur noch nach vorne schauen, sonst nichts. Bauers Lebensthema in der Praxis ist dann jedoch – der Blick in die Vergangenheit. Wie passt das zusammen? Nutzte Bauer den Zuschauerraum in den Gerichten, um den vielen Mittätern und Verantwortlichen ihre Schuld vor Augen zu halten? Bestand die Prävention in der Auseinandersetzung mit der festgestellten Schuld der anderen?
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Oct 6, 2021 • 6min

6. „Dann musst du Nein sagen“: Fritz Bauers Bedeutung für die heutige Zeit.

Fritz Bauer sagte einmal: „Über jedem Gesetz und über jedem Befehl gibt es noch etwas, was unverwüstlich und unzerstörbar ist, die klare Erkenntnis, dass es gewisse Dinge gibt, die man auf Erden nicht tun kann. Einmal, weil sie in den zehn Geboten verboten sind, und dann natürlich, weil sie wider alle Religion und Moral sind.“ Bauer bezieht sich dabei auf die sogenannte Radbruchsche Formel, wonach Gesetze, die nicht einmal den „Willen zur Gerechtigkeit“ erkennen ließen und stattdessen die Gleichheit aller Menschen als Basis allen Rechts von vorn herein bestritten, niemals bindend seien und nicht befolgt werden dürften. Dieses Gebot des passiven Widerstands formuliert Bauer einmal wie folgt: „Wenn etwas befohlen wird – sei es durch Gesetz oder Befehl –, was rechtswidrig ist, was also im Widerspruch steht zu den ehernen Geboten, etwa den zehn Geboten, die eigentlich jedermann beherrschen sollte, dann musst du Nein sagen.“ (Dieses Gebot ist die Kernbotschaft für die erforderliche Resilienz eines jeden Menschen, um sich Rechtsstaat und Demokratie stark zu machen.)

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