Archivradio – Geschichte im Original

SWR
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Jul 11, 2024 • 18min

Italien verhaftet Seenotretter der Cap Anamur | 12.7. 2004

Italien genehmigt die Landung der Cap Anamur zunächst, widerruft die Erlaubnis dann – um dann doch wieder per Telefon die Einfahrt zu erlauben - so jedenfalls die Darstelllung von Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel im SWR. Doch die Freude währt nur kurz. Cap-Anamur-Chef Bierdel fährt in den Hafen ein. Dort wird er, zusammen mit dem Kapitän verhaftet. Ihm wird Schlepperei bzw. Beihilfe zu illegaler Einreise vorgeworfen. Der Fall sorgt für große Diskussionen – auch innerhalb der Hilfsorganisation Cap Anamur selbst. Zwei Tage nach der Verhaftung geht die Hintergrundsendung SWR1 Thema heute der Frage nach: Wieviel PR braucht humanitäres Engagement? Am 16. Juli kommen Elias Bierdel und der Kapitän wieder frei. Die Kritik an seinem Verhalten sorgt allerdings dafür, dass er als Chef der Cap Anamur nicht wiedergewählt wurde. Gleichzeitig muss er sich vor dem Gericht im sizilianischen Agrigent verantworten. Die Staatsanwaltschaft fordert vier Jahre Haft und eine Geldstrafe von 400.000 Euro. Doch das Gericht spricht sie frei. Begründung: Das internationale Seerecht verpflichtet dazu, Menschen in Seenot zu retten. Das könne dann auch nach nationalem Recht nicht strafbar sein – urteilen die Richter am 7. Oktober 2009. Wenige Tage nach diesem Vorfall schlägt Bundesinnenminister Otto Schily vor, Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Nordafrika zu errichten.
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Jul 9, 2024 • 13min

Erstes Zuwanderungsgesetz in Deutschland | 9.7.2004

Deutschland sei kein Einwanderungsland – das war das Mantra der Bundesregierung Kohl bis 1998. Es war einfach nicht vorgesehen, dass Menschen – abgesehen von humanitären Gründen – dauerhaft nach Deutschland zogen. Fachkräfte fehlen Die rot-grüne Bundesregierung unter Gerhard Schröder sieht das anders. Und die Wirtschaft macht auch Druck, ihr fehlen schon damals qualifizierte Fachkräfte. Im Jahr 2000 kündigt Kanzler Schröder erstmals an, qualifizierten IT-Fachkräften einen Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt zu gewähren. Zuwanderungsgesetz kommt nach Kompromiss zustande Bald darauf beschließt die Bundesregierung das erste echte Zuwanderungsgesetz – ein Gesetz, das sich eben auch am Arbeitsmarkt orientiert. Doch das scheitert zunächst am Hickhack im Bundesrat. Am Ende geht Gerhard Schröder auf die Opposition zu. Nach jahrelangen Verhandlungen verabschiedet zunächst der Bundestag und am 9. Juli 2004 auch der Bundesrat das Zuwanderungsgesetz, das auch von Union und FDP mitgetragen wird. Dass der Kompromiss zustande kam, war auch der CDU-Politikerin Rita Süssmuth zu verdanken. Sie leitete damals den Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration. Dessen Berichte haben damals geholfen, die Debatte zu versachlichen. Als das Gesetz verabschiedet wird, äußert sie sich dazu im SWR.
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Jul 8, 2024 • 7min

Walt Disney über sein Leben und "Alice im Wunderland" | 9.7.1951

1951 gab es noch kein Disneyland und die Walt Disney Company, 1923 gegründet, war noch nicht der Milliardenkonzern von heute. Beim Namen Walt Disney (1901 - 1966) dachte die Welt vielmehr an Micky Maus, Donald Duck und vor allem an einen charmanten, erfolgsverwöhnten Mann in seinen besten Jahren mit gepflegtem Schnurrbart, der den Familien rund um den Globus mit seinen Zeichentrickfilmen ein bisschen heile Welt bescherte und ein Märchen nach dem anderen ins Kino brachte: Schneewittchen, Aschenputtel, Pinocchio und 1951 Alice im Wunderland nach dem gleichnamigen Kinderbuch. Walt Disneys Karriere begann in den 1920ern mit Alice-Kurzfilmen Die Geschichte von Alice hatte für Disney eine besondere Bedeutung, weil mit einer Reihe von Alice-Kurzfilmen ("Alice in Cartoonland") seine Karriere in den 1920ern begonnen hatte. Kurz bevor der Film herauskommt, reist Walt Disney nach Europa. In Kopenhagen trifft er NDR-Reporter Ernst August Stolte, der ihn nicht als Filmemacher oder Unternehmer anredete, sondern als "Karikaturisten".
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Jul 1, 2024 • 6min

D-Mark für die DDR: Stunde Null auf dem Alexanderplatz | 1.7.1990

Mit dem Juli kommt die Währungsunion. Eine Filiale der Deutschen Bank am Alexanderplatz gibt schon um Mitternacht die ersten DM-Scheine aus. Der Andrang ist groß. Es gibt Tumulte. Im Getümmel werden Menschen ohnmächtig und verletzt. Wer nicht an den Schalter kommt, ist sauer. Wer schon die D-Mark in der Tasche hat, singt und feiert auf dem Platz die Nacht der Währungsunion. Aber nicht jedem ist nach Feiern zumute. Konrad Weiß, Mitglied der Bürgerrechtsbewegung und Regisseur, kommt in Südfunk Aktuell zu Wort. Er findet, die Währungsunion komme zu schnell und die ideellen Werte der Bewegung würden vergessen.
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Jun 26, 2024 • 8min

WikiLeaks: Julian Assange wird in London festgenommen | 7.12.2010

Internationaler Haftbefehl aus Schweden: Julian Assange stellt sich Wikileaks-Gründer Julian Assange stellt sich am 7. Dezember 2010 der Londoner Polizei. Hintergrund ist ein Internationaler Haftbefehl aus Schweden. Der Vorwurf: Vergewaltigung. Flucht in die Botschaft Ecuadors und Inhaftierung in Belmarsh In der Folge wird Julian Assange unter Hausarrest gestellt. 2012 flieht er in die Ecuadorianische Botschaft in London und beantragt Asyl. Ecuador entzieht ihm im April 2019 das Asyl- und damit das Aufenthaltsrecht in der Botschaft. Assange wird verhaftet und kommt ins Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Sein Gesundheitszustand verschlechtert sich, der Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrats kommt zum Ergebnis, dass Julian Assange psychologisch gefoltert wurde. Schweden stellt Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ein Die Schwedische Staatsanwaltschaft stellt im November 2019 die Ermittlungen gegen Julian Assange ein. Begründung: Die Beweislage habe sich deutlich abgeschwächt.
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Jun 26, 2024 • 3min

WikiLeaks: Island feiert Julian Assange | 3.12.2010

Noch gebeutelt von der Weltfinanzkrise gibt sich Island eine neue Verfassung und beruft sich in seinen Werten unter anderem auf WikiLeaks-Chef Julian Assange. Am 3. Dezember 2010 berichtet darüber Korrespondent Philip Boerger.
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Jun 26, 2024 • 4min

WikiLeaks-Gründer Julian Assange wird gejagt | 3.12.2010

US-Politiker fordern Todesstrafe für Julian Assange Nachdem WikiLeaks den USA viel Ärger bereitet hat durch die Veröffentlichung von Kriegsdokumenten und dem Irak-Video, wächst der Ärger auf WikiLeaks und den Kopf der Organisation Julian Assange. Einige US-Politiker fordern sogar die Todesstrafe. Julian Assange wird zum Gejagten, in der realen Welt und digital.
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Jun 26, 2024 • 49min

WikiLeaks: Die Afghanistan-Kriegsdokumente | 26.7.2010

Drei Monate nach dem brisanten Irak-Video gelingt WikiLeaks im Juli 2010 der nächste große Coup: Die Organisation publiziert eine Sammlung von fast 77.000 Dokumenten aus dem Kriegseinsatz in Afghanistan. 15.000 weitere Dokumente hält WikiLeaks unter Verschluss, weil sie Informanten gefährden könnten. WikiLeaks lanciert die Dokumente an Spiegel Online, die New York Times und den Guardian, die sie auswerten und darüber berichten.
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Jun 26, 2024 • 5min

WikiLeaks: Das brisante Irak-Video | 6.4.2010

Doch in Deutschland schlug das noch keine Wellen. Im Rundfunk wurde 2007 zwar schon vereinzelt über WikiLeaks berichtet, aber nur in einigen Spartenprogrammen, also in Computer- und Internet-Sendungen. In den Nachrichtensendungen tauchte WikiLeaks erstmals am 6. April 2010 auf, als die Organisation unter dem Titel "Collateral Murder" ein Video veröffentlicht. Es zeigt, wie US-Soldaten von Kampfhubschraubern aus mit zynischen Kommentaren auf zum Teil auch Zivilisten in Bagdad schossen. BR-Reporterin Andrea Mittlmeier beschreibt, was im Video zu sehen ist. Julian Assange "einer der Köpfe" von WikiLeaks Kurz taucht in der Berichterstattung auch erstmals ein gewisser Julian Assange auf, der zunächst nur als "einer der Köpfe" von WikiLeaks bezeichnet wird.
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Jun 20, 2024 • 7min

Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche abgeschlossen | 21. und 22.6.2004

200 Jahre lang hatte die weltberühmte Dresdner Frauenkirche (erbaut 1726 - 1743) die Stadt geprägt. Der imposante protestantische Kuppelbau hielt 1760 sogar den Geschossen der preußischen Artillerie stand, die Kugeln prallten an der Kuppel ab. Doch als im zweiten Weltkrieg die Briten im Februar 1945 Dresden in Schutt und Asche bombten, fiel auch die Kirche in sich zusammen. In den 1980er Jahren versammelt sich die Friedensbewegung der DDR um die Ruine, nach der Wiedervereinigung 1990 schließlich wird der Wiederaufbau geplant und am 22. Juni 2004 abgeschlossen. An dem Tag werden noch die Turmhaube und das Kuppelkreuz auf den Bau gesetzt, viele Dresdner schauen begeistert zu. Vor der Reportage zu diesem Ereignis schildert ein Bericht vom Vortag, welchen Anteil britische Sponsoren am Wiederaufbau hatten.

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