

Archivradio – Geschichte im Original
SWR
Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert von: Gábor Paál, Lukas Meyer-Blankenburg, Maximilian Schönherr und Christoph König. Ein Podcast von SWR, BR, HR, MDR und WDR. https://archivradio.de | Übersicht über alle Beiträge: http://x.swr.de/s/archivradiokatalog
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Aug 21, 2024 • 6min
Kritik an deutscher Amateur-Fotografie | 24.4.1953
Ein Foto war in den Anfängen der Fotografie eine aufwändige Angelegenheit. Familienfotos entstanden nur bei seltenen Anlässen. Profi-Fotografen mussten engagiert, das Setting für das Bild genau arrangiert werden.
Im Lauf der Zeit wurden Fotoapparate auch für Privatleute erschwinglich und einfach bedienbar, man nahm sie mit in den Urlaub. Damit veränderten sich die Ansprüche an die Bildgestaltung – platt gesagt: Sie war vielen egal.
Bitte nicht "Tante Auguste vor dem Schloss"
Das wiederum beklagten diejenigen Profi- und Amateur-Fotografen, die das Fotografieren mit einem künstlerischen Anspruch verfolgten. So in diesem Interview von 1953. Es gab noch keine KI, auch das Wort "Selfie" war noch nicht erfunden. Und doch beklagt der Vorsitzende der Südwestdeutschen Amateur-Fotografen Carl Bosch (nicht identisch mit dem gleichnamigen Industriellen) einen Technik-"Fetischismus" und dass die Leute immer nur sich selbst vor irgendwelchen Sehenswürdigkeiten fotografieren würden.

Aug 21, 2024 • 13min
Foto-Pionier Felix H. Man und die Anfänge der Pressefotografie | 30.9.1983
Felix H. Man war in den späten 1920ern und frühen 1930ern einer der Pioniere der Pressefotografie. Geboren wurde er am 30. November 1893 in Freiburg unter dem Namen Felix Sigismund Baumann; er starb am 30. Januar 1985 in London.
Dokumentarfotografie während der Ersten Weltkriegs
Bereits während des Ersten Weltkriegs produzierte er mehrere Reportagebilderreihen wie "Ruhe an der Westfront" oder "Vom Schwein bis zur Wurst", später dann die berühmte Serie "Ein Tag im Leben Mussolinis". Seine Bildberichte in der "Münchner Illustrierten Presse" pflegte er mit dem Pseudonym "MAN" zu zeichnen. 1934 emigrierte er nach England, da er "mit der Hitlerei" nichts zu tun haben wollte.
In diesem Interview von 1983 berichtet er von den frühen Jahren.
Quelle: Deutschlandradio

Aug 20, 2024 • 3min
DDR-Flüchtlinge gelangen über Ungarn nach Österreich | 23.8.1989
Im Lauf des Jahres 1989 fliehen immer mehr DDR-Bürger in die Bundesrepublik. Bis zu 60.000 sind es laut inoffiziellen Zahlen schon bis Mitte August. Doch dann kommt es nochmal zu einer kleinen Massenflucht über Ungarn. Gelegenheit dazu bietet ein "paneuropäisches Picknick", zu dem die ungarische Regierung nach Sopron eingeladen hat, nahe der österreichischen Grenze. Viele DDR-Bürger kommen – mit dem alleinigen Ziel, von Sopron über die Grenze nach Österreich zu fliehen. Die Bundesrepublik wird später Ungarn dafür immer wieder seinen Dank aussprechen, denn diese kleine Massenflucht gilt als einer der vielen kleinen Meilensteine 1989 auf dem Weg zur Wiedervereinigung. Die ersten fliehen schon am 20. August, am 23. August zeigt sich das ganze Ausmaß.
Aus Österreich berichtet Korrespondent Thomas Gerlach.

Aug 18, 2024 • 1h 36min
Die SWF3-Ära 1975 bis 1998 – Erinnerungen von Programmchef Peter Stockinger | 3.6.2024
Peter Stockinger war von 1975 bis 1998 Programmchef von SWF3 und prägte die deutsche Radiolandschaft. Im Gespräch reflektiert er über die Pionierarbeit hinter der ersten echten Popwelle, die innovative Comedy und Jingles einführte. Er schildert Herausforderungen beim Sendestart und die Entwicklung moderner Moderationsstile. Zudem erzählt Stockinger von Anekdoten mit prominenten Gästen wie Bill Gates und dem Einfluss von Anke Engelke. Ein unterhaltsamer und nostalgischer Rückblick auf eine radiokulturelle Ikone.

Aug 14, 2024 • 5min
Erste Bundestagswahl – Adenauer wartet mit Reporter auf das Ergebnis | 14.8.1949
CDU-Politiker Konrad Adenauer ist Kanzlerkandidat
Am 14. August 1949 dürften die Westdeutschen erstmals den Bundestag wählen. Dass der seinen Sitz in Bonn haben wird, das war drei Monate zuvor schon entschieden. Auch der CDU-Politiker Konrad Adenauer hatte als Präsident des Parlamentarischen Rats seinen Einfluss für Bonn geltend gemacht. Jetzt ist Konrad Adenauer Kanzlerkandidat der CDU. Ihm werden auch die besten Chancen eingeräumt.
Erste freie Wahl nach der Zeit des Nationalsozialismus
Noch ist das Ergebnis nicht da. In diesen Nachkriegsjahren gibt es noch keine Wahlsondersendungen, die um Punkt 18 Uhr die ersten Prognosen senden. Konrad Adenauer wartet bei sich zu Hause in Rhöndorf auf das Ergebnis, zusammen mit Reporter Werner Labriga, und sinniert über die Bedeutung dieser ersten freien Wahl nach der Zeit des Nationalsozialismus.

Aug 12, 2024 • 15min
Wahlaufruf des SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher | 12.8.1949
Kurt Schumacher betont die Signalwirkung dieser Wahlen, schließlich finden sie gemeinsam in allen drei Westzonen statt – was den Willen zu einer deutschen Einheit unterstreiche. Gleichzeitig seien die Wahlen auch von großer Bedeutung für das deutsch-französische Verhältnis.
Die SPD erzielte bei der Bundestagswahl 1949 29,2 Prozent der Stimmen.

Aug 12, 2024 • 8min
Wahlaufruf von Carlo Schmid, SPD | 25.7.1949
Auffallend an der Wahlrede von Carlo Schmid ist, wie vehement sich der SPD-Politiker gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie ausspricht – Breslau und Stettin seien deutsche Städte. Die Aufnahme stammt vom 25. Juli 1949.

Aug 12, 2024 • 15min
Wahlaufruf des FDP-Vorsitzenden Theodor Heuss | 10.8.1949
Theodor Heuss hatte sich auch im Parlamentarischen Rat für das Grundgesetz engagiert – ein Punkt, den er nutzt, um sich in seinem Wahlaufruf am 10. August 1949 von anderen Parteien wie der CSU abzugrenzen.
Die FDP holte bei der Bundestagswahl 11,2 Prozent der Stimmen und wurde Koalitionspartner der Union. Die Koalitionsparteien machten schließlich Theodor Heuss zum Bundespräsidenten.

Aug 8, 2024 • 6min
Watergate-Affäre: US-Präsident Richard Nixon tritt zurück | 9.8.1974
Einbruch, Wanzen, Schweigegeld: US-Präsident Nixon in Skandal verwickelt
Zwei Jahre lang gärt die Watergate-Affäre: Bei der gegnerischen Partei einbrechen, Mikrofone anbringen, den Einbrechern Schweigegeld zahlen – 1973 kommt nach und nach heraus, wie sehr das Weiße Haus unter Präsident Richard Nixon in den Skandal involviert ist.
Vizepräsident Gerald Ford wird neuer US-Präsident
Als dann noch neue Tonbandaufnahmen auftauchen, die den Präsidenten belasten und ein Impeachment-Verfahren droht, erklärt Richard Nixon seinen Rücktritt. Die Amtsgeschäfte übergibt er seinem Vizepräsidenten Gerald Ford.
RIAS-Korrespondent Jürgen Koar berichtet darüber.
Nixons Rücktritt ist der erste eines US-Präsidenten überhaupt. Strafrechtlich musste sich Nixon nicht verantworten – weder für die Watergate-Affäre noch für andere Vergehen. Denn Gerald Ford begnadigte ihn.

Aug 8, 2024 • 6min
Watergate-Skandal nimmt Fahrt auf – Nixon unter Druck | 9.4.1973
Am 17. Juni 1972 dringen fünf Einbrecher ins Watergate-Gebäude in Washington ein – ins Hauptquartier der Demokratischen Partei. Sie bringen dort Wanzen an, mitten im Wahlkampf. Schon bald spekuliert die Washington Post darüber, ob das Weiße Haus in diesen Einbruch involviert ist.
Doch das bleiben kleine Meldungen, die Nixon zunächst nicht schaden. Er wird im Herbst 1972 mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Erst im Frühjahr 1973 kocht die Sache wieder hoch. Auch die deutschen Medien intensivieren die Berichterstattung.
Watergate-Affäre wird zum stehenden Begriff
Die "Watergate-Affäre" wird zum stehenden Begriff. Ein Schlüsselmoment bei der Aufdeckung des Skandals ist die Vernehmung eines der Einbrecher, James McCord. Es ist schon bekannt, dass er auch für das Komitee zur Wiederwahl des Präsidenten gearbeitet hat. Vor Gericht sagt er aus, dass hochrangige Mitarbeiter Präsident Nixons über Einbruchsplänen zumindest Bescheid wussten. Am 9. April 1973 berichtet darüber USA-Korrespondentin Margot Mertens im RIAS Berlin.
Nach und nach kommen weitere Details ans Licht. Am Ende wird klar, dass auch Nixon selbst früh über den Einbruch informiert war und versuchte, die Verbindungen ins Weiße Haus zu vertuschen. Doch diese Enthüllungen ziehen sich über Monate hin. Im Sommer 1974 droht dem Präsidenten ein Impeachment-Verfahren; dem kommt er durch seinen Rücktritt am 9. August 1974 zuvor.


