Kreisky Forum Talks

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Feb 26, 2024 • 55min

Heiko Wimmen: ISRAEL UND HISBOLLAH - DROHT DER FLÄCHENBRAND?

Gudrun Harrer im Gespräch mit Heiko Wimmen ISRAEL UND HISBOLLAH: DROHT DER FLÄCHENBRAND? Die jüngste Runde im israelisch-palästinensischen Konflikt hat eine neue Phase in der langjährigen Konfrontation zwischen Israel und der Hisbollah, der mächtigen schiitischen Miliz und Partei im Libanon, eingeläutet. 17 Jahre lang trug die gegenseitige Abschreckung dazu bei, eine prekäre Ruhe zu erhalten, aber seit dem 7. Oktober haben Raketen- und Drohnenangriffe über die Grenze hinweg das Gespenst eines neuen Kriegs heraufbeschworen. Auf israelischer Seite wird deutlicher, dass es den Status quo – die Präsenz der Hisbollah an seiner Nordgrenze – ändern will. Es steht zu befürchten, dass Versuche, dem Südlibanon ein unilaterales Sicherheitsregime aufzuzwingen, wie es Israel im besetzten Westjordanland und jetzt im Gazastreifen getan hat, Öl ins Feuer gießen könnte. Heiko Wimmen leitet das Projekt Irak/Syrien/Libanon der International Crisis Group. Davor war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutsche Institut für Internationale Politik und Sicherheit der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Er hat außerdem für das Carnegie Middle East Center und MERIP gearbeitet und betreute kürzlich einen wissenschaftlichen Sammelband über Elitenwechsel und neue soziale Mobilisierung in der arabischen Welt. Wimmen lebt seit 1994 in der Region, hauptsächlich in Beirut, wo er derzeit wohnt. Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien.
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Feb 24, 2024 • 37min

FALTER Radio & Kreisky Forum Talks: Bis zum Tod - wie der Kreml politische Gegner peinigt

COURAGE! Part 2 Tessa Szyszkowitz in conversation with Evgenia Kara-Murza HOW TO FIGHT PUTIN Two years ago, on February 24, 2022, Russia’s president Vladimir Putin started a full-fledged war against neighboring Ukraine. Since then, Russia has occupied 11% of Ukrainian territory, killed or severely wounded 130.000 Ukrainian soldiers and – all according to Harvard Kennedy School Belfer Centre – about 10.000 Ukrainian civilians have died in the war. Putin’s regime is also responsible for the death or severe injury of 200.000 Russian soldiers in that war. While the war rages on, Russian opposition politicians and critical journalists are not allowed to call it a war or to criticize it in any way. Who does gets sentenced to long prison sentences in a penal colony. Like Vladimir Kara-Murza. The Russian-British activist was arrested in April 2022 for denouncing the Russian invasion of Ukraine. In April 2023 he was sentenced to 25 years in jail for “high treason”. His wife Evgenia Kara-Murza is leading a campaign for his release. In her talk she will explain under which inhuman conditions her husband is held. The treatment of political prisoners in Russia – next to Kara-Murza also Alexej Navalny, Ilya Yashin and many others – is deteriorating in the runup to the Russian presidential elections on March 15-17 are coming: “These elections are not legitimate”, says Evgenia Kara-Murza.  Evgenia Kara-Murza is a Russian-American Human Rights Activist and wife of political prisoner Vladimir Kara-Murza. She is also a translator and the Advocacy Director at Free Russia Foundation. Tessa Szyszkowitz, is an Austrian journalist and author. She writes for Austrian and German publications such as Falter Tagesspiegel, she is also a Distinguished Fellow of the Royal United Services Institute in London. In Kooperation mit FALTER Radio
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Feb 22, 2024 • 56min

Steffen Mau: FEHLDIAGNOSE POLARISIERUNG?

Robert Misik im Gespräch mit Steffen Mau FEHLDIAGNOSE POLARISIERUNG?Triggerpunkte: Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft Von einer »Spaltung der Gesellschaft« ist immer häufiger die Rede. Auch in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber. So plausibel sie klingen mögen, werfen entsprechende Diagnosen doch Fragen auf: Wie weit liegen die Meinungen in der Bevölkerung wirklich auseinander? Und ist die Gesellschaft heute wirklich zerstrittener als zur Zeit der Studentenproteste oder in den frühen Neunzigern?Nicht zuletzt weil man eine Spaltung auch herbeireden kann, tut mehr Klarheit not. Steffen Mau, Thomas Lux und Linus Westheuser kartieren aufwendig die Einstellungen in vier Arenen der Ungleichheit: Armut und Reichtum; Migration; Diversität und Gender; Klimaschutz. Bei vielen großen Fragen, so der überraschende Befund, herrscht einigermaßen Konsens. Werden jedoch bestimmte Triggerpunkte berührt, verschärft sich schlagartig die Debatte: Gleichstellung ja, aber bitte keine »Gendersprache«! Umweltschutz ja, aber wer trägt die Kosten? Eine 360-Grad-Vermessung der Konflikte um alte und neue Ungleichheiten, die eine unverzichtbare Diskussionsgrundlage bietet und viele Mythen entzaubert. Steffen Mau, Publizist Linus Westheuser, Department of Social Sciences, Humboldt University Berlin & Co-Autor "Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft" Robert Misik, Autor und Journalist Steffen Mau, geboren 1968, ist Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sein Buch Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft (st 5092) stand auf Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste von ZDF, Zeit und Deutschlandfunk Kultur. 2021 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft, weitere Preise:  »Gegen Vergessen – Für Demokratie« 2023; Communicator-Preis 2023; Schader-Preis 2023   Steffen Mau, Thomas Lux, Linus Westheuser:Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der GegenwartsgesellschaftSuhrkamp Verlag, Dezember 2023, 25,- €
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Feb 19, 2024 • 34min

FALTER Radio & Kreisky Forum Talks: Nawalnys Tod und Putins Russland

Raimund Löw im Gespräch mit Gerhard Mangott RUSSLAND, UKRAINE UND DIE ZUKUNFT Es ist der schwerste militärische Konflikt in Europa seit Jahrzehnten, und seine Folgen sind kaum absehbar. Der Krieg Russlands in der Ukraine ist auch ein Konflikt, der die Welt spaltet: geopolitisch, etwa zwischen China und den USA, und ideologisch, was gerade die hitzigen Debatten über die Militärhilfe für die Ukraine in Europa zeigen. Doch Ideologie ist fehl am Platz, wenn man verstehen will, wie es zu diesem Krieg kam und wohin er führen wird. Der renommierte Russland-Experte Gerhard Mangott analysiert präzise und verständlich Hintergründe, Folgen und die Frage, ob in Russland ein Massenumsturz von unten oder eine Palastrevolte gegen Wladimir Putin denkbar ist – und was das für Russland, für Europa und für die Welt bedeuten würde. Gerhard Mangott ist Professor für Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Internationale Beziehungen und Sicherheit im postsowjetischen Raum an der Universität Innsbruck. Zuvor war er Scientific Adviser on Post-Soviet Affairs am Österreichischen Institut für Internationale Politik (OIIP) in Wien. Die Analysen des ausgewiesenen Russland-Experten sind besonders seit dem Beginn des russischen Krieges in der Ukraine hoch gefragt. Über 800 Interviews gab Gerhard Mangott deutschen und österreichischen Print-, Radio- und TV-Medien allein im Jahr 2022. Knapp 50.000 Menschen folgen seinen Analysen auf x, vormals Twitter. Raimund Löw, Journalist, Autor, Historiker, ist Leiter des Falter Radio. Davor berichtete er seit den 1980er-Jahren für den ORF als Auslandskorrespondent, u.a. aus Moskau, Brüssel, Washington und Peking. (Aufgezeichnet im Kreisky Forum am 14. Februar 2024.) In Kooperation mit FALTER Radio.
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Feb 13, 2024 • 58min

Paul Lendvai: ÜBER DIE HEUCHELEI

Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Paul Lendvai ÜBER DIE HEUCHELEI Russlands Krieg, Migration, Klimawandel, Inflation, Trump zum Zweiten? Es herrscht Endzeitstimmung, wieder einmal. Weltweit aktive Geheimdienste und hoch alimentierte Forschungseinrichtungen schaffen es nicht, Antworten auf dramatische Umbrüche des globalen Kräftespiels zu finden. Ja, die sie lenkenden Politikerinnen und Politiker liegen häufig vollkommen falsch. Man denke nur an die Einschätzungen der Entwicklung in Russland und China und innerhalb der EU in Ungarn und Polen. Seit Jahrzehnten beobachtet Paul Lendvai das Geschehen aus unmittelbarer Nähe. Er sieht sowohl die nachlassende Kraft liberaler Ideen als auch die verführerischen Angebote populistischer Autokraten. Konstant bleibt dabei nur eines: die Heuchelei. Im Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog präsentiert Paul Lendvai im Gespräch mit Cathrin Kahlweit sein neues Buch „Über die Heuchelei“, das am 29. Jänner im Zsolnay-Verlag erscheint. Paul Lendvai, geboren 1929 in Budapest, lebt seit 1957 in Wien. Er ist Leiter des ORF-Europastudios und Kolumnist für den Standard. Der Journalist und Autor hat zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten. Zuletzt erschienen von ihm die Bücher Die verspielte Welt. Begegnungen und Erinnerungen (2019) und Vielgeprüftes Österreich (2022). Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin, Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung für Mittel- und Osteuropa   In Zusammenarbeit mit dem Zsolnay Verlag
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Feb 7, 2024 • 47min

Raphael Sako: THE CHRISTIAN COMMUNITY IN IRAQ

Gudrun Harrer in conversation with Louis Raphael Sako THE CHRISTIAN COMMUNITY IN IRAQ Since 2013 Cardinal Raphael Sako is the head of the Chaldean Church in Iraq, one of the oldest religious communities of the country. The Christians in Iraq suffered immensily during the political upheavals of the last decades, according to estimates their number decreased from more than one million in the beginning of the 1990s to 150.000 today. Especially in the Niniveh plans, their historic homeland, in 2014 they fell victim to the advance of the “Islamic State”. Their return is difficult and slow. Furthermore the Chaldean community is threatened by an internal split: The so called “Babylon Brigades”, affiliated with pro-Iranian Shiite militias, are politically supported in Baghdad to attack the leadership of Patriarch Sako.  Louis Raphael I Cardinal Sako is the Patriarch of Babylon of the Chaldeans, the Head of the Chaldean Catholic Church. He was previously Archbishop of Kirkuk. Gudrun Harrer, Senior Editor, Der Standard; Lecturer in Modern History and Politics of the Middle East at the University of Vienna and the Diplomatic Academy of Vienna (ZOOM Talk, recorded on January 18, 2024)
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Feb 2, 2024 • 59min

Eckart Woertz: WEIZEN, WAFFEN, WIDERSTAND

Gudrun Harrer im Gespräch mit Eckart Woertz WEIZEN, WAFFEN, WIDERSTAND: RUSSLANDS NAHOST-POLITIK NACH UKRAINE- UND GAZA-KRIEG  Ging es anfangs in der russichen Propaganda zum Ukraine-Krieg noch um die vorgebliche „Entnazifizierung“ des Nachbarlandes, sieht sich der autokratische Staat inzwischen in einem epischen Abwehrkampf gegen den Westen, bei dem die geopolitischen Karten neu gemischt werden. Welche Rolle spielt der Nahe Osten dabei in der russischen Außenpolitik und wie sieht dieser Putins Reich als außenpolitischen Akteur? Der Vortrag analysiert historische Kontinuitäten und neue Konstellationen. Russland hat sich im syrischen und libyschen Bürgerkrieg erfolgreich als machtpolitischer Spieler in der Region reetabliert. Es versucht Nahrungsmittelhandel als Hebel in der importabhängingen Region einzusetzen und offeriert sich als Alternative zu westichen Waffenlierferungen und Partner bei der zivilen Nutzung von Atomkraft. Seine Annäherung an Iran birgt jedoch Risiken. Zudem ist Russland als wirtschaftlicher Partner im Vergleich zu China und Europa wenig attraktiv. Eckart Woertz ist Direktor des GIGA Instituts für Nahost-Studien in Hamburg sowie Professor für Zeitgeschichte und Politik des Nahen Ostens an der Universität Hamburg. Forschungs- und Lehraufträge brachten den Politik- und Islamwissenschaftler zuvor nach Barcelona, Beirut, Dubai, Paris und Rabat. Aktuell forscht Woertz mitunter zur Zeitgeschichte Iraks, zur Energiewende in den MENA-Staaten sowie zu euro-mediterranen Partnerschaft (EUROMED). Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien.
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Jan 31, 2024 • 35min

FALTER Radio & Kreisky Forum Talks: DER SEXIST ALS KRIEGSTREIBER

Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit Sabine Fischer MACHISMO UND MACHT Wie der russische Chauvinismus Europa bedroht Russlands aggressiver Vernichtungskrieg gegen die Ukraine lässt sich nicht begreifen und stoppen, ohne den russischen Chauvinismus zu verstehen. Der speist sich aus nationalistischen und misogynen Ideen und dient dem autokratischen Putin-Regime zur Selbstlegitimation. Die chauvinistische Politik Russlands greift nicht nur die Ukraine an. Sie bedroht auch signifikante Teile der russischen Gesellschaft und will die auf Regeln und Werten basierende europäische Sicherheitsordnung zerstören. An ihre Stelle soll das Recht des Stärkeren treten. Der russische Chauvinismus betrachtet alles, was mit Liberalismus zu tun hat, als feindlich – und auch in Europa breitet sich diese Haltung aus. Sabine Fischer, Osteuropa-Expertin bei der renommierten Stiftung Wissenschaft und Politik, erklärt, wie aggressiver Nationalismus, misogyner Chauvinismus und Autokratie in Russland zusammenhängen, und wie Europa und die westliche Welt sich aufstellen müssen, um dem russischen Chauvinismus zu trotzen.  »Russlands Aggression gegen die Ukraine ist kein rieg in Europa, sondern gegen Europa. Wer daran Zweifel hat, lese Sabine Fischers starkes Buch über die Ursprünge und Folgen von Putins chauvinistischer und revisionistischer Politik.« – Ivan Krastev »Eine präzise, wunderbar geschriebene Analyse, die dank Fischers feministischer Perspektive endlich umfassend erklärt, warum der russische Angriffskrieg auf die Ukraine keine Überraschung war und was wir für die Zukunft lernen können. Ein Buch über Russland, das wirklich heraussticht.« – Alice Bota »Konzeptionell innovativ und zugleich intuitiv führt sie anhand des Begriffs ‚Chauvinismus‘ durch die Trias aus Nationalismus, Sexismus und Autokratie, die Russlands Positionierung gegenüber westlichen Lebensmodellen und den Weg in den Krieg gegen die Ukraine nachzeichnet und einen Blick in denkbare Zukünfte Russlands eröffnet.« – Gwendolyn Sasse   Sabine Fischer, Autorin und Politikwissenschaftlerin, SWP Forschungsgruppe Osteuropa und Eurasien mit den Schwerpunkten Russische Außen- und Sicherheitspolitik, EU-Russland Beziehungen, ungelöste Konflikte in der Östlichen Nachbarschaft der EU, regionale Beziehungen in Osteuropa und Eurasien. Tessa Szyszkowitz, in Stuttgart geboren, lebt seit 2010 in London. Die Journalistin und Autorin war davor Korrespondentin in Moskau, Brüssel und Jerusalem. Sie ist Kolumnistin für Weltpolitik im Falter, Kuratorin der Reihe Philoxenia im Kreisky Forum und Distinguished Fellow im Royal United Services Institute in London.
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Jan 29, 2024 • 57min

Evelyn Regner und Andreas Babler: EUROPA SOZIAL UND GERECHT MACHEN

Helfried Carl im Gespräch mit Evelyn Regner und Andreas Babler EUROPA SOZIAL UND GERECHT MACHEN Globalisierung und Europäische Integration machen den Kampf für die Rechte der Arbeitnehmer:innen über die nationalen Grenzen hinaus immer wichtiger. Auf nationale Erfolge zu setzen, führt in eine politische Sackgasse. Die Pandemie und Russlands Krieg gegen die Ukraine haben die Abhängigkeit Europas deutlich gemacht und gezeigt, dass es ein Fehler war, den Weltmarkt alles regeln zu lassen. Neoliberale Sparprogramme der letzten Jahrzehnte haben viel Schaden angerichtet und die südeuropäischen Länder in eine tiefe Rezession gezwungen. Im Juni 2024 finden Wahlen zum Europäischen Parlament statt – die einzige Direktwahl auf europäischer Ebene – und in der Folge wird die EU-Kommission neu besetzt. Evelyn Regner, Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments: „Viel wurde in dieser Legislaturperiode erreicht: Das Lohntransparenz-Gesetz, das Männern und Frauen den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit zuspricht; das „Women-on-Boards“-Gesetz, das die gläserne Decke durchbricht und die inoffizielle Männerquote in Aufsichtsräten abschafft; das Gesetz zu EU-weiten Mindestlöhnen, das an die Lohnniveaus in den jeweiligen EU-Mitgliedsstaaten angepasst ist und Kollektivvertragsverhandlungen stärkt. Einiges ist auf der Zielgeraden: das Leuchtturmprojekt dabei, das unseren Binnenmarkt ein für alle Mal besser machen wird, ist das Gesetz zu nachhaltigen Lieferketten in der EU.“ SPÖ-Vorsitzender Andi Babler bekennt sich zur EU als Friedensprojekt und kämpft gleichzeitig für ein Europa, das im Dienst der Bürgerinnen und Bürger steht statt im Interesse von wirtschaftlichen Lobbyist*innen und großen Konzernen zu handeln. Er will sicherstellen, dass Unternehmen Arbeitnehmer*innenrechte wahren, endlich ihren fairen Anteil an Steuern leisten und nicht länger von Steuerschlupflöchern profitieren. Die Europäische Union muss sich ganz grundsätzlich weiter in Richtung Sozialunion fortentwickeln und ihr Rechts- und Finanzsystem so gestalten, dass ausreichende Investitionen in die soziale und ökologische Transformation ermöglicht werden. Wie sehen die Strategien auf diesem Weg aus, was sind Stolpersteine? Andreas Babler, Bürgermeister der Stadtgemeinde Traiskirchen, Mitglied des Bundesrats und Bundesparteivorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Österreichs. Evelyn Regner, Mitglied des Europäischen Parlaments seit 2009, S&D-Fraktion, Vizepräsidentin des EP seit 2022 Helfried Carl, Diplomat, seit 2019 Partner des von ihm mitbegründeten Innovation in Politics Institute in Wien. Von 2014-2019 war er Botschafter Österreichs in der Slowakischen Republik, davor Büroleiter und außenpolitischer Berater von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.
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Jan 26, 2024 • 1h 4min

Zum 113. Geburtstag von Bruno Kreisky: DER MUT ZUM UNVOLLENDETEN

Herbert Lackner im Gespräch mit Franz Vranitzky DER MUT ZUM UNVOLLENDETEN  In Bruno Kreiskys Denken und Wollen spielte – wie er es selbst formulierte – „Der Mut zum Unvollendeten“ eine große Rolle. Das hatte nichts mit Zögerlichkeit oder Halbherzigkeit zu tun. Der Mut zum Unvollendeten bedeutete vielmehr, dass Ideologien und gesellschaftliche Strukturen für ihn kein in sich geschlossenes endgültiges System waren und schon gar kein Endstadium der Geschichte. Es war ein Bekenntnis zum Neuen, zur schrittweisen Reform, ein Bekenntnis zur Überprüfbarkeit politischer Entscheidungen im Sinne von Karl Popper.Und es war eine Abgrenzung gegenüber dogmatischen oder gar totalitären Positionen.Jedes politische und gesellschaftliche System ist unvollendet und muss unvollendet sein. Denn, was Menschen machen, kann auch von Menschen zum Besseren verändert werden. Die Freiheit dazu darf man ihnen nicht nehmen. Franz Vranitzky, Bundeskanzler a.D., Gründungs- und Ehrenpräsident des Kreisky Forums Herbert Lackner, Journalist und Schriftsteller

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