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Dec 11, 2024 • 41min

CIW116 - Aufmerksamkeitsökonomie

CIW - Folge 116 - 11.12.2024 - AufmerksamkeitsökonomieWir begrüssen alle Aufmerksamen zur Folge 116 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 9. Dezember von Lioh Möller und Ralf Hersel. In dieser Folge sprechen wir über die Aufmerksamkeitsökonomie und warum Medien der Tod der Demokratie sind.HausmitteilungenStephan hat sich per E-Mail bei uns gemeldet und wünscht sich eine Podcast-Folge zum Ausfüllen der deutschen Steuererklärung unter Linux. Ich kann gerne erzählen, wie das in der Schweiz funktioniert. Falls sich Mit-Podcaster finden, die einen Beitrag zur deutschen und österreichischen Steuererklärung leisten möchten, meldet euch bitte bei uns. Am besten per E-Mail an kontakt@gnulinux.chThema: AufmerksamkeitsökonomieDefinitionWikipedia: "Die Ökonomie der Aufmerksamkeit ist ein Konzept der Informationsökonomie, das die Aufmerksamkeit von Menschen als knappes Gut betrachtet. Mit der zunehmenden Vernetzung und den Neuen Medien sinken die Kosten für Information und Unterhaltung immer weiter. Begrenzend ist nicht mehr der Zugang, sondern die Aufmerksamkeit. Sie ist eine knappe Ressource, begehrtes Einkommen, ökonomisches Kapital und soziale Währung zugleich."Thesen gemäss Marina Weissband:Video: Medien sind der Tod der DemokratieBildung in Medienkompetenz ist nicht die Lösung, weil wir Falschmeldungen glauben, weil wir ihnen glauben wollen, weil sie unserem Weltbild entsprechen.Inhalt versus UmgebungEs reicht nicht, mit den Inhalten umgehen zu können. Die Berücksichtigung der Umgebung, in der Inhalte publiziert werden, ist genauso wichtig.Journalismus ist ein Nebenprodukt. Die Kunden sind Werbetreibende. Das Produkt ist deine Aufmerksamkeit. Das Geschäftsmodell ist, Aufmerksamkeit zu verkaufen.Damit sich Journalismus lohnt, muss Aufmerksamkeit erreicht werden. Die Qualität der journalistischen Inhalte ist Nebensache. Was niemand konsumiert, bezahlt keine Miete.Inhalte erhalten Aufmerksamkeit, wenn sie einen Neuigkeitswert haben, emotional und personalisiert sind, sowie negativ sind.Aus evolutionären Gründen achten wir im Verhältnis 1:10 mehr auf negative Nachrichten. Das Auftauchen des Säbelzahntigers ist zehnmal wichtiger als die gute Nachricht, dass das Feuer in der Höhle noch brennt. Positive Meldungen erfordern keine Handlung von uns.Wir haben ein falsches Anreizsystem. Kurze, negative und kurzfristige Aussagen werden belohnt. Ausführliche, positive bzw. neutrale und langfristige Aussagen werden bestraft. Zum Beispiel bei Politikern.Algorithmen und RadikalisierungEin frischer Twitter-, Youtube-, Reddit- oder Tiktok-Account präsentiert euch nach wenigen Interaktionen Hass, Verschwörungen und Extremismus.Junge Menschen werden gezielt mit Hass bei ihren Problemen abgeholt: Crypobros, Alt-Right, Incels, TradWifes, AfD, ...Ein Hashtag -> 50 Bots -> Journalisten werden aufmerksam -> Talkshow mit Pro/Contra-Besetzung -> nationale Debatte.Warum geht die Radikalisierung immer in die konservative Richtung? Was ist mit der progressiven Richtung?Was können wir tun?Medienkompetenz als Unterrichtsfach löst keine systemischen Probleme.Plattformen weniger attraktiv für Werbetreibende machen, um andere Geschäftsmodelle zu fördern.Datenschutz verbessern, damit Werbetreibende weniger über uns persönlich wissen. Dadurch wird persönliches Werbetargeting erschwert.Das ist wichtig, weil die Gesellschaft anstatt Einzelpersonen angesprochen werden soll. Die Werbe- und Medienindustrie verfolgt andere Ziele. Deren Vision sind personifizierte Inhalte: Musik, Werbung, Filme, Nachrichten. Damit wäre eine maximale Manipulation im Sinne der Auftraggeber (Werbeindustrie) möglich. Eine demokratische Meinungsbildung wäre damit unmöglich.Damit würde auch die kulturelle Gesellschaft zerstört, weil es nichts mehr gäbe, was uns miteinander verbindet. Jedes Individuum wäre nur noch eine Dopamin-Maschine im Dienst der Aufmerksamkeitsökonomie. Der gesellschaftliche Diskurs käme zum Erliegen und damit auch die Fähigkeit zur Demokratie.Selbstgesteuerter Nachrichtenkonsum. Weniger ist mehr. Vermeidet den täglichen Medienlärm. Wer weniger Nachrichten konsumiert, ist besser informiert. Brecht aus dem FOLO-Gefängnis aus. Man kann z. B. genossenschaftlich finanzierten Journalismus unterstützen: TAZ, Republik, DNIP, Perspective Daily, usw. Werbefreie und gesellschaftlich finanzierte Medien müssen nicht der Aufmerksamkeitsökonomie folgen. Dort sind auch positive Nachrichten möglich. Und dann gibt es noch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der nicht durch Google, Amazon, Microsoft oder Elon Musk kontrolliert wird.Öffentliche Räume dürfen nicht durch private Unternehmen und Milliardäre kontrolliert werden. Es gibt fast keine öffentlichen Plattformen, sowohl digital als auch physisch, die uns gehören.Wir brauchen ein öffentlich-rechtliches Internet. Bezahl von allen Nutzenden und Eigentum von allen Nutzenden. Eine Idee und handfeste Grundlage dafür bietet das Fediverse.Als Erstes bedienen sich die rücksichtslosen Menschen einer neuen Technologie. Es liegt in eurer Hand, wem ihr eure Aufmerksamkeit schenkt.Vielen Dank, dass ihr uns eure Aufmerksamkeit geschenkt habt.LinksMarina Weissband: https://de.wikipedia.org/wiki/Marina_WeisbandMarinas Video: https://invidious.nerdvpn.de/watch?v=nicQ_LrjuSwWikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Ökonomie_der_AufmerksamkeitOutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.
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Dec 4, 2024 • 38min

CIW115 - Prototype Fund

CIW - Folge 115 - 04.12.2024 - Prototype FundWir begrüssen alle Förderbaren zur Folge 115 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 2. Dezember 2024 von Patricia Leu und Ralf Hersel. In dieser Folge stellen wir den Prototype Fund vor.HausmitteilungenSpenden an AutorenThema: Prototype FundBegrüssung und Vorstellung von Patricia, der Co-Projektleitung des PTF.Was ist der Prototype Fund (PTF)? Kurzer Überblick.Welche Rechtsform hat der PTF und wie wird er finanziert?Seit wann und warum gibt es den PTF und was macht er?Was hat es mit dem New Prototype Fund auf sich?Welche Projekte wurden und werden aktuell unterstützt?Wie werden die unterstützten Projekte ausgewählt?Wie unterscheidet sich der PTF vom Sovereign Tech Fund?Wie sieht die mittel/langfristige Entwicklung des PTF aus?VerabschiedungLinkshttps://prototypefund.de/https://new.prototypefund.de/https://www.sovereign.tech/OutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.
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Nov 27, 2024 • 44min

CIW114 - FreeBSD

CIW - Folge 114 - 27.11.2024 - FreeBSDWir begrüssen alle Unixoiden zur Folge 114 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 26. November zusammen mit dem Podcast: "Das Triumvirat" (Farid Mésbahi, Gordon Möller und Christoph Schröder) und Ralf Hersel. In dieser Folge geht es um das freie und vollständig unixoide Betriebssystem FreeBSD und einen kleinen Vergleich zu Linux.Vorstellung des TriumviratsHausmitteilungenGNU/Linux.ch im Würgegriff der AbmahnindustrieCommonwealth Legal Services: SEO-ScammerStockimage-Hoster AlamyThema: FreeBSDEtwas GeschichteWelche BSDs gibt es?EinsatzbereicheBSD auf dem DesktopWarum und wofür setzen wir es ein?Warum nicht Linux?Unterschiede zu LinuxEmpfehlung: Für wen eignet sich BSD?LinksTromelspeicherDas TriumviratFreeBSD FreeBSD offizielle WebseiteNomadBSD NomadBSD ist eine Benutzerfreundliche BSD Distribution, die auf FreeBSD aufsetzt.OutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.
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Nov 20, 2024 • 52min

CIW113 - Ein Kessel Buntes

CIW - Folge 113 - 20.11.2024 - Ein Kessel BuntesWir begrüssen alle Vielfältigen zur Folge 113 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 19. November von Christian Müller-Zieroth und Ralf Hersel. In dieser Folge haben wir kein bestimmtes Thema, sondern sprechen über Dies und Das.HausmitteilungenFällt euch kein Thema für den Podcast ein? Aufruf an die Community!Hinweis auf die Artikelvorschläge, die auch für Podcast-Themen verwendet werden können.Hinweis auf den HerbstwettbewerbThema: Ein Kessel BuntesEinfluss der US-Wahl auf Freie SoftwareNegativ: Förderung von US-Big-Tech durch Trump und MuskAttraktive Cloud-Angebote für europäische Firmen und BehördenVerstärkung der jetzt schon grossen Abhängigkeit von MS, Meta, Amazon und GooglePositiv: Chance für Europa, sich endlich unabhängiger zu machenEuropäische CloudsFreie Software als Grundprinzip für europäische IT-Förderung und AuswahlOpenDesk als Alternative zu Microsoft365Ada und Zangemann auf SpanischSollen Desktop-Projekte eigene Distros bauen?Mit KDE neon gibt es bereits seit einer Weile eine Distro aus dem KDE-Projekt, die jedoch nicht für Endanwender vermarktet wird.GNOME-OS galt bisher als Testumgebung für Entwickler und Anwender, jedoch nicht als vollständige Distribution.Nun soll KDE-Linux als vollständige und allgemeine Distribution angeboten werden. Als Basis dient Arch-Linux mit einem semi-rolling Release Modell und einem atomaren Ansatz.Angeregt durch die KDE-Idee möchte der Entwickler Adrian Vovk seine Erfahrungen mit carbonOS in ein GNOME OS einbringen, welches ebenfalls atomar und für den allgemeinen Einsatz geeignet sein soll. Bedenkt, dass es sich hierbei um die Idee einer einzelnen Person und nicht der GNOME Foundation handelt.Der Vorteil beider Projekte liegt in einem unverfälschten Desktop-Erlebnis von KDE-Plasma bzw. dem GNOME-Desktop, so wie es von den Entwicklern gedacht ist.Ich halte diese Desktop-eigenen Distributionen für keine gute Idee. Sie widersprechen der Unix-Philosophie und ziehen Entwicklungskapazitäten vom Kerngeschäft der Desktop-Projekte ab. Es genügend Distros, die eine Vanilla-Erfahrung mit KDE-Plasma und dem GNOME-Desktop erlauben.OBS-Studio mit NDI zur Bildschirmübertragung bei live EventsCAD-Programm für die Wohnungsplanung: https://www.sweethome3d.com/Hier ist unser Artikel dazu: https://gnulinux.ch/sweet-homeLinksStehen alle im Shownotes-TextOutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.
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Nov 12, 2024 • 30min

CIW112 - MIT-Lizenz

CIW - Folge 112 - 13.11.2024 - MIT-LizenzWir begrüssen alle Lizenznehmer:innen zur Folge 112 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 12. November von Lioh Möller und Ralf Hersel. In dieser Folge geht es um die MIT-Lizenz.HausmitteilungenAuflösung: wie viele Spenden erhalten wir tatsächlich im Monat? GNU/Linux.ch erhält aktuell monatlich unter CHF 100 an Zuwendungen von privaten Spendern.Nach wie vor ein Thema in CORE, sind die Autorenvergütungen.Frage: warum gibt es für GNU/Linux.ch keinen Wikipedia Artikel? Wer sich berufen fühle, bitte melden.Thema: MIT, der Freie Software KillerDefinitionenEine Lizenz (lateinisch licet, „es ist erlaubt“; dazu: licentia, „Freiheit“, „Erlaubnis“; englisch licence) ist in verschiedenen Fachgebieten die Genehmigung oder Erlaubnis an ein Rechtssubjekt, ein Recht wirtschaftlich nutzen zu dürfen.Eine freie Lizenz ist eine Nutzungslizenz, welche die Nutzung, Weiterverbreitung und Änderung urheberrechtlich geschützter Werke erlaubt. Frei lizenzierte Text-, Bild- oder Tonwerke werden als freie Inhalte (Open Content) bezeichnet, Software als Freie Software. Die Idee zu freien Lizenzen entstand in der Freien-Software-Bewegung. Eine Liste Freier Software Lizenzen findet ihr in der Linkliste in den Shownotes.Das Copyleft ist eine Klausel, die den Lizenznehmer verpflichtet, jegliche Bearbeitung des Werks unter die Lizenz des ursprünglichen Werks zu stellen. Die Copyleft-Klausel soll verhindern, dass veränderte Fassungen des Werks mit Nutzungseinschränkungen weitergegeben werden, die das Original nicht hat.Die MIT-Lizenz ist eine vom Massachusetts Institute of Technology stammende freizügige Open-Source-Lizenz. Sie erlaubt die Wiederverwendung der unter ihr stehenden Software sowohl für Software, deren Quelltext frei verwendbar ist (Open Source), als auch für Software, deren Quelltext nicht frei verwendbar ist (Closed Source).Diese Lizenz ist nicht "frei", sondern "freizügig" oder "semifrei". Sie enthält keine Copyleft-Klausel.Kritik und DiskussionDie MIT-Lizenz wird gern als einfache und klare Lizenz beworben. Sie ist kurz gehalten und für einen Rechtstext ziemlich gut verständlich. Unter ihr ist es gestattet:Das Material für kommerzielle oder private Zwecke zu verwenden, weiterzugeben und zu verändern unter der Bedingung, dass der Lizenz-Vermerk mit dem Material verbleibt.Sie enthält zudem eine Haftungsbeschränkung und bietet keine Garantie.Die offene Ausgestaltung kann auch bedeuten, dass es möglich ist, Teile des Quellcodes unter Patent zu stellen und den Gebrauch damit an Gebühren zu knüpfen. Dies ist ein beliebtes Vorgehen von sogenannten “Patent-Trolls”.Im Kontext von Proprietarisierung ist es zudem möglich, dass andere aufbauend auf eurem Quelltext eigene Änderungen unter Verschluss halten, z. B. um sich Marktvorteile zu sichern. Das ist besonders ärgerlich, weil dadurch der Open-Source-Gedanke, etwas ins Ökosystem zurückzugeben, unterlaufen werden kann. Damit zusammenhängend kann es unter der MIT-Lizenz auch möglich sein, dass Hersteller:innen von Produkten zwar den Quellcode entsprechend freigeben, aber insofern Abhängigkeiten schaffen, sodass veränderte Software-Versionen nicht mehr auf ihren Geräten laufen würden (“Tivoisierung”).GPLv2 FTWDie GPL stellt sicher, dass Änderungen am Quellcode allen wieder zugutekommen.GPLv2 kommt ohne (vielleicht gut gemeinte, aber) dogmatische Anhängsel wie die GPLv3 (Stichwort DRM), weshalb der Linux Kernel weiterhin unter GPLv2 geführt wird.Die GPLv2 ist erprobt und konnte rechtlich bereits in mehreren Verfahren bestehen, Beispiel von 2024: https://vaultinum.com/blog/failure-to-comply-with-gnu-gpl-v2-license-key-take - Orange muss 800'000 EUR zahlenGPLv2 WTFSoftware muss nicht zwingend kostenfrei zur Verfügung stehen, dabei handelt es sich um einen weitverbreiteten IrrglaubenKunden, welche die Software erworben haben, die unter GPLv2 steht, können den Quellcode anfordern und auch unter den Bedingungen der GPL weiterverteilenDer Hersteller hat dennoch die Möglichkeit, Kunden den Bezug von Produkte 'zu verweigern', wie es beispielsweise bei Red Hat der Fall ist.LinksLizenz: https://de.wikipedia.org/wiki/LizenzFreie Lizenz: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_LizenzCopyleft: https://de.wikipedia.org/wiki/CopyleftListe Freier Lizenzen: https://ifross.github.io/ifrOSS/Pages/licence_center/deMIT-Lizenz: https://de.wikipedia.org/wiki/MIT-LizenzKritik: https://prototypefund.de/mit-lizenz-ftw-oder-nicht/Tivoisierung: https://de.wikipedia.org/wiki/TivoisierungOutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.
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Nov 6, 2024 • 57min

CIW111 - E-Mail-Verschlüsselung

CIW - Folge 111 - 06.11.2024 - E-Mail-VerschlüsselungWir begrüssen alle Kryptologen zur Folge 111 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 4. November von Farid Mésbahi und Ralf Hersel. In dieser Folge sprechen wir darüber, ob man E-Mails signieren und verschlüsseln soll.HausmitteilungenkeineThema: Warum sollte man E-Mails signieren und/oder verschlüsseln?Ralf rantedE-Mail Signierung und Verschlüsselung haben sich nicht durchgesetzt, weil es viel zu kompliziert ist.Das stimmt.Aber auch das Bewusstsein liegt oft nicht vor, dass Mails im Grunde Postkarten sind.Es gibt technische Ansätze, um den Prozess zu vereinfachen, aber diese schlummern vor sich hin. Als Beispiel Web-Key-Directories (WKD) (https://wiki.gnupg.org/WKD).E-Mail-Anwendungen sollten Verschlüsselung als Opt-in, oder Opt-out anbieten, ohne dass Anwender:innen etwas konfigurieren müssen.E-Mail-Anwendungen sollten verschlüsselte E-Mails annehmen können, ohne das Zutun der Empfänger.Die freie Community denkt viel zu kompliziert und setzt zu viel voraus.Nur ein Bruchteil der Community verwendet E-Mail-Verschlüsselung. Ich habe es bereits vor langer Zeit aufgegeben.Das Web-of-Trust ist eine Utopie.Die E-Mail-Protokolle wurden seit 1971 entwickelt, haben sich in den über 50 Jahren in den Grundzügen nicht wesentlich weiterentwickelt und waren nie für verschlüsselte Kommunikation geplant.E-Mails sind eine technologische Plage, die es seit dem Aufkommen von guten Messengern nicht mehr geben sollte.Im Dezember 2023 lag der Anteil der Spam-Mails am gesamten E-Mail-Verkehr weltweit bei rund 50 % (2019: 60 %). Mit knapp 30 % kam der Großteil der Spam-Mails im Jahr 2023 aus Russland - rund 3,3 Prozent stammten aus Deutschland. Nicht mitgezählt sind Bullshit-Mails (Werbung, Ja, Nein, Bitte, Danke-Mails), die ich auf 20 % schätze.Farid, rate mal, wie viele E-Mails aktuell pro Tag weltweit versendet werden? Antwort: ca. 350 Mrd./Tag. Damit werden jeden Tag ca. 75 % (260 Mrd.) E-Mails für nichts versendet und verbrennen Energie.Farid erklärtWarum sollte man seine Mails signieren und/oder verschlüsseln?Die Unterschiede zwischen S/MIME und GnuPG.Das Web-of-Trust, eine CA und die Hintergründe.Die Firma Governikus unterschreibt/beglaubigt öffentliche GnuPG-Schlüssel mithilfe der digitalen Ausweisfunktion (DE) (https://pgp.governikus.de). Und das im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.Mir (Farid) als letzter bekannter "vertrauensvoller" Keyserver wird unter der Adresse: https://keys.openpgp.org bereitgestellt.Was steckt genau hinter CAcert und der Volksverschlüsselung?Linkshttps://de.statista.com/statistik/daten/studie/872986/umfrage/anteil-der-spam-mails-am-gesamten-e-mail-verkehr-weltweit/https://de.statista.com/statistik/daten/studie/252278/umfrage/prognose-zur-zahl-der-taeglich-versendeter-e-mails-weltweit/Der Podcast "Das Duumvirat": https://www.trommelspeicher.de/podcastWeb of Trust (Wikipedia): https://de.wikipedia.org/wiki/Web_of_TrustSchlüsselbeglaubigung durch die Firma Governikus (im Auftrag des BSI): https://pgp.governikus.de/Artikel zur Vorbereitung eines S/MIME-Zertifikates (lokale Erstellung des Schlüsselpaares), für die Weiterverarbeitung bei einer Certificate Authority, kurz CA: https://www.trommelspeicher.de/blog/smime-zertifikat-im-selbstversuchSicher kommunizieren, einfach erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=4mbryW8fZrAOutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.
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Oct 30, 2024 • 46min

CIW110 - Freunde befreien

CIW - Folge 110 - 30.10.2024 - Freunde befreienWir begrüssen alle Befreier zur Folge 110 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 29. Oktober von Joël Schurter und Ralf Hersel. In dieser Folge überlegen wir, wie man Freunde, Familie und Bekannte beim Umstieg auf freie Software unterstützen kann.Unsere Erfahrungen mit Umsteigern.Hausmitteilungenaktueller WettbewerbCopyright Infringement NoticeThema: Freunde befreienEinleitung: Es gibt verschiedene Situationen, die einen in eine "Befreiungsaktion" bringen können. Hier gilt es, zwischen Missionieren und erbetener Hilfe zu unterscheiden. Auch bei der Art und Weise der Unterstützung gibt es best practices.Situationen:Man wird um Hilfe beim Umsteigen gebetenDas ist unverfänglich. Man kann Unterstützung leisten.Man sieht den Bedarf und bietet Hilfe proaktiv anDiese Situation ist schwierig, man neigt zum Mansplaining. Als Ausweg kann das proaktive zu einem reaktiven Handeln gewandelt werden. Fragt die Leute, ob es für sie OK ist, euer Hilfeangebot anzunehmen. Dabei sollte sehr vorsichtig gehandelt werden, damit nicht das Gegenteil bewirkt wird -> Beispiel Joël's Familie, erst mitgemacht, dann Probleme und daraufhin RückfallMan missioniert für den Umstieg (das ist die Linux-Drücker-Kolonne)Das ist nicht in Ordnung. Es bewirkt das Gegenteil und führt zu "Abwehrreaktionen". Dasselbe gilt für Datenschutz-Themen, insbesondere beim Thema Social Media usw.Der nähere Personenkreis (Familie, Freunde) soll ein einheitliches System nutzenAuch hierbei gilt es, ein positives Angebot zu machen und die Vorteile herauszustellen. Die Leute können sich dann entscheiden, ob sie das Angebot annehmen möchten.Der Support-Aufwand für die Familien, Freunde, Bekannte, Firma soll reduziert werdenEs gilt das gleiche wie beim vorherigen Fall. Macht ein Angebot. Der Unterschied ist, dass ihr den bisherigen Windows-Support verweigern könnt.Befreien, aber wie?Ein niederschwelliges Angebot enthält den Umsteig auf freie Anwendungen, ohne gleich das gesamte Betriebssystem auszuwechseln. Auch auf proprietären OSen gibt es genügend freie Software: Firefox, LibreOffice, Gimp, Thunderbird, VLC, Signal, Threema, Matrix, Nextcloud, usw.Wer "befreien" möchte, sollte gute Argumente liefern können; hier sind ein paar:Die vier Freiheiten: Verwenden, Verstehen, Verbessern, VerbreitenOffener Quellcode (open source) -> SicherheitDie grosse AuswahlSicherheit und Schutz der Privatsphäre als Design-GrundsätzeWerbefreie und Tracker-freie AnwendungenUnterstützung durch die Community (niemand will mit dem "indischen Support" von Microsoft reden)Gute, einzigartige Features von Freien Anwendungen dürfen gerne als "Lockmittel" genutzt werden.Aber auch: Freie Software ist nicht gleichbedeutend mit kostenlos. Kosten fallen immer an. Der Preis sollte kein Argument sein.Wer kann, soll geben und sich an der Community beteiligen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Programmieren, Übersetzen, Hilfe leisten, Promoten, Organisieren, usw.Falls es nicht nur freie Anwendungen, sondern auch ein freies Betriebssystem sein soll, gilt zu beachten:Die grosse Vielfalt ist für Ein- und Umsteiger:innen ungewohnt. Das kennen sie von Microsoft und Apple nicht. Der vermeintliche Vorteil der Auswahl kann schnell als negativer Punkt angesehen werden.Klare und eindeutige Empfehlungen sind besser als die grosse Auswahl in den Vordergrund zu stellen.Desktop schlägt Distro. Den Neulingen ist es egal, welche Distro bei ihnen arbeitet. Was sie sehen, ist die Desktop-Umgebung und die Anwendungen.Erklärt die Grundkonzepte: Was ist eine Distro, was ist ein Desktop, wie kommt man zu den Anwendungen?Macht klar, dass Linux keine Imitation von Windows oder macOS ist. Die Betreuten sollen nicht sagen: "In meinem Windows ist diese Schaltfläche aber blau!"Wisst, was die Umsteigewilligen bevorzugen. Kommen sie von Windows oder macOS? Was ist ihnen wichtig: Einstellmöglichkeiten, Arbeitsfluss, Design, Geschwindigkeit?Macht ein eindeutiges Angebot: "Für dich empfehle ich Linux Mint mit der Cinnamon Oberfläche" (oder etwas anderes, aber passendes). Schlagt nur ein System vor.Präsentiert dieses Angebot, bevor ihr es installiert. Führt die grundlegenden Anwendungsfälle vor. Lasst es die Leute ausprobieren.Wenn es zur Installation kommen sollte, schlagt eine dieser Varianten vor (ohne Reihenfolge):Live-Boot vom USB-StickDual-Boot Installation (insbesondere bei "Ausreden" wegen zwingend benötigten Windows-Programmen)Linux in einer virtuellen Maschine auf dem bisherigen SystemAusprobieren in DistroSeaFixe Installation auf einem alten NotebookFixe Installation auf dem HauptsystemUnterstützt die Leute bei der Migration ihrer Daten und bei der Eingewöhnung an das neue System.Erklärt ihnen, wo sie Hilfe finden und wie sie sich selbst beteiligen können.Linkshttps://gnulinux.ch/zum-wochenende-von-windows-zu-linux-umsteigen-1siehe auch Teil 2, der diese Woche erscheinen wirdhttps://distrosea.com/OutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. 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Oct 23, 2024 • 39min

CIW109 - Krisenstimmung

CIW - Folge 109 - 23.10.2024 - KrisenstimmungWir begrüssen alle Unterstützer von Freier Software zur Folge 109 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 22. Oktober von Lioh Möller und Ralf Hersel. In dieser Folge sprechen wir über die Krise in der Freien Software Bewegung und mögliche Lösungsansätze.HausmitteilungenFOSSWELT: https://fosswelt.org/, https://rollenspiel.monster/SpyFall, der Programmierwettbewerb im Herbst: https://gnulinux.ch/herbstwettbewerb-spyfallLioh war in Twin Peaks: https://social.anoxinon.de/@Lioh/113286305007114005 https://social.anoxinon.de/@Lioh/113297578953569893ADHS Awareness Month. Podcast-Empfehlung: Cosmic Latte: https://cosmiclatte.podigee.io/44-adhs-und-astronomie-neurodiversitat-als-superpowerThema: Freie Software: Wege aus der KriseUnbedachtes/naives Handeln in der Vergangenheit holt uns heute einEntwickler fühlen sich nicht wertgeschätztFinanzielle Vergütung wurde nicht eingeplant oder bewusst ignoriert bzw. lange von der Community als "böse" abgetan.Bisher haben grosse Unternehmen Open-Source-Entwickler angestellt und sie an ihrer Software werkeln lassen. Sozusagen als Rückgabe an die Community.Wenn der gesellschaftliche Umgang strenger oder der Ton rauer wird, dann wird gespart. Das geht am einfachsten in freiwilligen Engagement der Firmen, das heisst Open-Source-Entwickler dürfen nur noch eingeschränkt auf Firmenzeit an ihrer Software arbeiten oder gar nicht (Beispiel Google).Damit bricht das Hauptfinanzierungsmodell für Freie Software weg.Lob und GeldVon Lob alleine kann man nicht leben, es ist aber auch wichtig, also am besten beides, Lob und Geld gebenStatt Lob wird oft mit "Besserwisserei" reagiert, Wünsche geäussert oder Fehlfunktionen angeprangert, anstatt sie zu fixen.Die meisten Kommentare auf Artikel bei GLN zu einem Thema "Software XYZ" behandeln sogenannte "Alternativen". Anstatt einfach "Danke für den spannenden Artikel" zu schreiben, kommen 10 verschiedene "Alternativen", die das gleiche angeblich besser machen. Bitte nur "Alternativen" anbieten, wenn auch danach gefragt wird. Sonst auch gerne einfach mal Danke sagen.Mögliche LösungenNotwendigkeit der finanziellen Unterstützung anerkennenLoslösen aus der Abhängigkeit von den grossen Firmen, heute lieben sie dich, morgen, wenn gespart wird, nicht mehr.Eigene nachhaltige Finanzierungsmodelle entwerfen, wie die Möglichkeit, Autor:innen direkt zu unterstützen über Spendenlink unter einem ArtikelAuch kleine Beträge helfen, dann aber gerne regelmässig, zum Beispiel einmal im Monat.Das Geld muss letztendlich bei der Einzelperson ankommen, sonst ist nichts gewonnen.Firmen haben die Möglichkeit, monatlich einen Prozentsatz vom Gewinn an Freie Software Projekte abzugeben. Organisationen kümmern sich um die Verteilung.https://copiepublique.fr/ und https://opensourcepledge.com/Diese Modelle sind gut für kleinere und mittelgrosse Firmen, die selbst keine Entwickler:innen einstellen können.Was kannst DU tun?Unterstütze deinen Friendly Free Software Developer von Nebenan, am besten direkt. Bei Lioh kann man über https://spacefun.ch und auch beim LinuxKurs auf https://linuxkurs.ch sofort spenden. Andere Entwickler wie zum Beispiel Alfred vom Ubuntu Touch Projekt rufen bei konkretem Bedarf zur Hilfe auf. Das ist allerdings weniger nachhaltig. Spende daher regelmässig, auch ein kleiner Betrag hilft. Je direkter die Spende beim Projekt oder beim Entwickler ankommt, desto besser.Linkshttps://www.sowi.uni-stuttgart.de/dokumente/forschung/soi/soi_2015_2_Schrape_Open_Source_Softwareprojekte_zwischen_Passion_und_Kalkuel.pdf (von 2015)https://tidelift.com/open-source-maintainer-survey-2024https://de.wikipedia.org/wiki/Geschäftsmodelle_für_Open-Source-SoftwareOutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.
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Oct 16, 2024 • 46min

CIW108 - Visuelles Programmieren

Diese Unterhaltung dreht sich um visuelles Programmieren und seine wachsende Bedeutung. Die Sprecher teilen wertvolle Erfahrungen mit Gtk4 und nostalgischen Erinnerungen an Software der 80er Jahre. Es werden zahlreiche visuelle Programmiersprachen vorgestellt, die Anfängern den Einstieg erleichtern, wie Scratch und Node-RED. Zudem wird die Revolution des parametrischen Designs mit Tools wie Grasshopper und den Einfluss auf Architektur diskutiert. Auch die Verbindung zwischen visueller Programmierung und Bildung wird thematisiert, um das Interesse junger Leute an Technologie zu fördern.
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Oct 9, 2024 • 51min

CIW107 - Surfhaltung

CIW - Folge 107 - 09.10.2024 - SurfhaltungWir begrüssen alle Netzsurfer:innen zur Folge 107 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 7. Oktober von Julius Gräbner und Ralf Hersel. In dieser Folge geht es um die korrekte Haltung auf dem Surfbrett; nein, wir diskutieren über unterschiedliches Verhalten bei der Bedienung eines Webbrowsers.Begrüssung und Vorstellen von Julius GräbnerHausmitteilungenNeues aus der FOSSWELT: sp-codesThema: SurfhaltungEinleitungIhr kennt das, manche haben 100 Tabs im Browser offen, andere höchstens 2 bis 3. Manche haben Hunderte Lesezeichen, andere gar keine. Einige schliessen den Browser niemals (und fahren den Rechner nicht herunter), andere schliessen den Browser, sobald sie ihn für drei Sekunden nicht benutzen. Es gibt viele Unterschiede, wie Anwender:innen ihren Webbrowser verwenden. Darüber möchten wir heute diskutieren.TabsRalf: Ich verwende Tabs spärlich und habe selten mehr als 5 Tabs offen. Dafür gibt es zwei Gründe: je mehr offene Tabs, desto schlechter die Browser-Performance. Ausserdem verschlechtern viele Tabs die Bedienbarkeit.Julius:Wegen Verlustängsten: Firefox-Userin lässt 7.400 Tabs offen: 1*Eine Software-Entwicklerin aus den USA teilte auf X einen Screenshot, der 7.470 geöffnete Tabs zeigt.Grund: Sie sammelt gerne alle Webseiten, die sie irgendwann geöffnet hat – aus „nostalgischen Gründen“. Die Tabs nutzt sie gerne für eine Art persönliche Rückschau. So kann sie auf vergangene Erlebnisse und Gedanken erneut zugreifen. Wie sie sich in den Tausenden Tabs zurechtfindet, verriet die Frau allerdings nicht.Zuvor hatte sie X-Nutzerinnen um Rat gefragt, wie sie die Tabs wiederherstellen könnte. Mithilfe des Firefox-Profil-Caches konnte sie alle 7.470 Tabs binnen einer Minute wiederherstellen.Was sind Tabs?"Eine Registerkarte, auch Reiter oder Tab genannt, ist ein Steuerelement einer grafischen Benutzeroberfläche, das einem Registerblatt aus Aktenschränken nachempfunden wurde.Inzwischen werden Registerkarten nicht mehr nur für Dialogfelder eingesetzt. Sie dienen auch als Navigationselement in HTML-Seiten. (...)Nach ISO 9241 dürfen Registerkarten keine weiteren Registerkartengruppen enthalten.Registerkarten sind in Webbrowsern zu einer allgemeinen Funktion geworden, da sie es ermöglichen, mehrere Webseiten zu öffnen, ohne den Bildschirm zu überladen. Die Registerkarten-Dokumentschnittstelle ist auch in anderen Programmen wie Adobe Photoshop und Finder von macOS geworden. Während Fenster mit Registerkarten ein übersichtlicheres Erscheinungsbild erzeugen, besteht der Nachteil darin, dass sie jeweils nur den Inhalt einer Registerkarte anzeigen können. Daher kann man in einigen Programmen auf eine Registerkarte klicken und diese ziehen, um ein neues Fenster aus der Registerkarte zu erstellen." (Quelle *2)In erster Linie zur Unterscheidung einzelner Webseiten (kann aber bei sehr vielen Tabs unübersichtlich werden)Eine Verbesserung gegenüber dem "pro Webseite jeweils ein Fenster" (Übersichtlichkeit)Tabs nach Schließen behalten vs. nach Beenden des Browsers Tabula rasaPersönlich: Wie viele Tabs offen sind, kommt immer darauf an. Mal liest oder recherchiert man zu etwas. Da kann es sein, dass mal mehrere Tabs offen sind zum quer lesen, ein anderes Mal sind es weniger. Grundregel, was ich nicht mehr brauche, wird geschloßen, was praktisch, informativ oder was man mal wieder braucht, wird als Lesezeichen abgespeichert (mehr unter den Punkt "Lesezeichen")LesezeichenRalf: Statt viele Tabs offenzuhalten, verwende ich lieber Lesezeichen, die hierarchisch strukturiert sind. Durch die Struktur erhalte ich schnell einen Überblick über Seiten zu einem Thema. Voraussetzung dafür ist ein Browser, der Lesezeichen gut unterstützt: Firefox.Julius:Was sind Lesezeichen?In erster Linie dienen Lesezeichen (ähnlich wie ein Inhaltsverzeichnis für Bücher oder eine Datenbank für Musik / Filme/ Bücher) zum Abspeichern von Webseiten, die man am Ende wieder finden möchte, aus unterschiedlichsten Gründen. Wikipedia unterscheidet hier unter (Quelle *3):Normale Lesezeichen wie man sie standardmäßig im Browser abspeichert, wie man das organisieren kann, reden wir später noch. Bekannte Formate für das Abspeichern und Austausch: XBEL (XML Standart), HTML, Textdatei (Bsp. Opera) oder auch als json Datei (Bsp. floccus)Dynamische Lesezeichen (englisch: Live Bookmarks):kennt man von RSS-Feeds, diese werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert.Social Bookmarks:Sind Lesezeichen von mehreren Nutzern benutzt und Webseiten abgelegt werden. Umgesetzt wird das via Server oder Intranet.Im Weiteren werde ich hier über die Standardlesezeichen reden.Um später Lesezeichen wiederzufinden, muss wohl jeder seine eigene Ordnung, Sortierung und Einteilung finden (und diese auch konsequent durchhalten). Hierbei gilt es auch gegebenenfalls eine Lösung zu finden, es geräteunabhängig synchron zu halten.Persönlich:Bis vor Kurzem waren die wichtigsten Seiten in den Browsern auf dem Desktop / Laptop, teilweise in einigen Ordnern oder die wichtigsten Links in der Symbolleiste abgelegt und nicht synchron gehalten zwischen den Geräten und Browsern. So kam es vor, dass einige Links auf einem Gerät fehlten oder auf einem anderen Gerät nur waren. Also habe ich vor Kurzem alle Bookmarks in einem frischen Browser, Lesezeichen sortiert und doppelte entfernt. Im Anschluss Ordner mit gewissen Themen /Schlagwörtern erstellt und darin sortiert. Ändert sich etwas in den Bookmarks eines Browsers, werden die Bookmarks in allen anderen Browsern gelöscht und die aktuelle Version eingespielt. Bei Mobilen Geräten wird es über, die App "Lesezeichen"(Quelle 4*) (aus dem F-Droid Store IzzyOnDroid Repository) umgesetzt, um browserunabhängig Links öffnen zu können (Nutze 3 Browser auf den Mobilen Endgeräten)Via Nextcloud zu synchronisieren war eher nicht so Erfolg versprechend wie erwartet (getestet mit floccus). Mal ging es mit dem einen Browser nicht oder es ließ sich unter Android nicht mehr öffnen, was das nächste Update wieder gefixt hat. Etwas, was für mich nicht funktioniert hat, ich will etwas Verlässliches. (Vorschläge gerne in die Kommentare)Add-OnsRalf: Surfen ohne Add-Ons ist im heutigen Internet nicht möglich. Da Add-Ons die Performance bremsen und die Erkennbarkeit im Internet erhöhen (Fingerprint), gilt es, sich auf die wesentlichen Add-Ons zu beschränken. Bei mir sind das:ublock Origin (Werbe- und Tracking-Blocker)Privacy Badger (Tracking Blocker)I still don't care about cookies (Cookie-Banner Abnicker)ClearURLs (entfernt Tracking aus URLs)LanguageTool (Rechtschreibprüfung)Julius: Ich sehe es ähnlich, wie Ralf (auf die wirklich benötigten Add-Ons beschränken) meine Genutzen (Firefox) Add-ons sind [Desktop]:ublock Origin (Werbe- und Tracking-Blocker)CanvasBlocker (Verändert einige JS-APIs, um Fingerprinting zu verhindern)ClearPrivateData (Leeren der privaten Chronik)LanguageTool (Rechtschreibprüfung)KeePassXC-Browser (KeePassXC-Integration)LibRedirect (Eine Erweiterung, die beliebte Websites auf alternative, datenschutzfreundliche Frontends und Backends umleitet)LocalCDN (CDNs (Content Delivery Networks) werden auf lokale Ressourcen umgeleitet)nuMatrix (Kontrolliert Anfragen durch Point&Click. Blockiert Skripte, IFrames, Werbung...)Skip Redirect (entfernt Tracking aus URLs)Fennec (Mobil):ublock Origin (Werbe- und Tracking-Blocker)CanvasBlocker (Verändert einige JS-APIs, um Fingerprinting zu verhindern)ClearURLs (entfernt Tracking aus URLs)LocalCDN (CDNs (Content Delivery Networks) werden auf lokale Ressourcen umgeleitet)Browser schliessenRalf: Wie bei den Tabs halte ich es auch mit den Anwendungen, inkl. des Webbrowsers. Was ich nicht brauche, wird geschlossen. Es gelten dieselben Gründe, die ich bereits erwähnt habe: Performance und Übersichtlichkeit. Da ich den Browser und den Dateimanager häufig verwende, bleiben diese beiden Anwendungen meistens geöffnet.Julius: Solange ich ihn für meine Nutzung brauche (Recherche, Surfen, Posten in Foren,...) bleibt der Browser geöffnet. Da er ein Werkzeug ist, wird nach Beenden des Browsers alles (ja alles !) gelöscht. Das hängt zum einen mit Privatsphäre zusammen (weniger Daten zum Tracken) zum anderen auch mit der Performance zusammen. Altlasten aus vorherigen Browser-Sitzungen brauche ich nicht, wenn doch, dann wird es als Lesezeichen abgespeichert, für die spätere Wiederverwendung.Mehrere BrowserRalf: Bis vor Kurzem bin ich mit einem Browser ausgekommen: Firefox. Manchmal stösst man auf Webseiten, die in Firefox nicht (mehr) funktionieren, auch nach dem Abschalten von Sicherheits- und Privacy-Add-Ons. Ein Beispiel ist der Schweizer Gitarren-Store https://www.houseofsound.ch/. Da ich dort etwas bestellen wollte, habe ich mir Brave als Zweitbrowser installiert. Ob ich den dauerhaft installiert halte, wird sich zeigen.Julius: Ich nutze 3 Browser, wenn mit dem einen was mal nicht funktioniert, springt der andere ein. Je nach System sehen die Nutzung an sich etwas anderes aus:Desktop / LaptopFirefox: Als Hauptbrowser für das meiste.Brave: Für Seiten, die mal nicht so gehen wie sie sollen, nach den für mich angepassten Einstellungen von Mike Kuketz (Quelle *5)Chromium-Webbrowser: Für Specialfälle und als Müllbrowser (Z.B. Web-Installer GrapheneOS)Mobil:Brave: Als Hauptbrowser, nach den für mich angepassten Einstellungen von Mike Kuketz (Quelle *6)Fennec: Für Seiten die mal nicht so gehen wie sie sollenCromite: Alls AlternativeAlles im Browser machen (?)Ralf: Es gibt Leute, die fast alles im Browser machen: Office, E-Mail, Musik, Video, usw. Ich gehöre zu den Anwendern, die ihre Arbeit lieber mit lokal installierten Anwendungen erledigen. Die Gründe dafür sind:Die UNIX-Philosophie: verwende ein Tool für einen ZweckPerformanceSystem-Integration (Look-and-Feel)Julius: Ich habe pro Anwendung meine Programme. Nicht alles muss im Browser sein (für Online PDF zwar nützlich, aber das war es dann) nicht alles online erledigen. Es hat was für sich das Programm zu beenden und Ruhe ist. Gründe dafür:Nicht alles braucht ein "Schweizer Taschenmesser" oder die "Eierlegende Wollmilchsau"Separate Arbeitsgänge behalten eine Unabhängigkeit von nur einer SacheEs ist auch gut, für diese und jene Arbeit separate Programme zu habenLinks1* Wegen Verlustängsten: Firefox-Userin lässt 7.400 Tabs offen:https://futurezone.at/digital-life/verlustaengste-firefox-userin-laesst-7400-tabs-offen-keine-performance-einbussen/402883814https://www.techbook.de/pc-mac/web-pc-mac/firefox-tabs-75002* Registerkarte (Wikipedia):https://de.wikipedia.org/wiki/Registerkarte3* Lesezeichen (World Wide Web) (Wikipedia):https://de.wikipedia.org/wiki/Lesezeichen_(World_Wide_Web)4* Lesezeichen (Android App):https://apt.izzysoft.de/fdroid/index/apk/com.github.warren_bank.bookmarks5* Einstellungen Brave (Desktop):https://www.kuketz-blog.de/einstellungen/#brave-desktop6* Einstellungen Brave (Android):https://www.kuketz-blog.de/einstellungen/#brave-androidWeiterführende Links:Thema Browser:CIW - Folge 092 - Firefox am Ende?https://gnulinux.ch/ciw092-podcastVideo: F-Droid und Fennechttps://gnulinux.ch/f-droid-und-fennecDas lange Warten auf den Marienkäfer:https://gnulinux.ch/das-lange-warten-auf-den-marienkaeferGNOME Web aka Epiphany:https://gnulinux.ch/gnome-web-aka-epiphanyPulse Browser:https://gnulinux.ch/pulse-browserUmfrage im Redaktionsteam: Welcher Browser-Typ bist du? (Stand 2. Juni 2021) :https://gnulinux.ch/welcher-browser-typ-bist-duTipps:Firefox Tracking verhindern:https://gnulinux.ch/firefox-tracking-verhindernDNS: Mein kleiner Tipp, für mehr Privatsphäre:https://gnulinux.ch/dns-mein-kleiner-tippMeine Lieblings Firefox AddOnshttps://gnulinux.ch/meine-lieblings-firefox-addonsStärke deine Abwehrkräfte:https://gnulinux.ch/staerke-deine-abwehrkraefteAdblocker in GNOME Web optimieren:https://gnulinux.ch/adblocker-in-gnome-web-optimierenOutroEuer Feedback ist uns wichtig. Ihr könnt uns über Matrix, Mastodon oder per E-Mail erreichen. Die Adressen findet ihr auf unserer Webseite.GNU/Linux.ch ist ein Magazin, in dem die Community für die Community interessante Artikel erstellt und im Podcast darüber diskutiert. Helft mit, die Infos für die Community zu bereichern. Wie das geht, erfahrt ihr hier.

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