

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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Oct 8, 2021 • 15min
Wie stelle ich meine Praxis nachhaltig auf, Dr. Schulze?
Haus- und Sportarzt Dr. Christian Schulze über Nachhaltigkeit in der Arztpraxis
Ein Drittel der Hausärzte und Hausärztinnen sieht die eigene Praxis „sehr nachhaltig aufgestellt“. Das hat vor kurzem eine Umfrage im Auftrag der apoBank ergeben. Doch was verknüpft sich überhaupt mit dem Modewort „Nachhaltigkeit“, wenn die eigene Praxis ins Spiel kommt? Geht es nur um den berühmten ökologischen Fußabdruck, Energieeinsparung und Mülltrennung? Oder ist die Sache eher ganzheitlich anzugehen, um das nächste Modewort zu strapazieren?
Darüber sprachen wir im „ÄrzteTag“-Podcast mit Dr. Christian Schulze, Hausarzt und Sportarzt in Winterburg in Rheinland-Pfalz, unweit von Bad Kreuznach. Schulze, seit gut 15 Jahren niedergelassen, hat in seiner Praxis von Anfang an auf Nachhaltigkeit gesetzt, den Energieverbrauch drastisch reduziert und sich von fossilen Energieträgern weitgehend unabhängig gemacht. Doch damit nicht genug: Er hat sich auch seine Gedanken gemacht, was Nachhaltigkeit in der Patientenversorgung bedeutet – und in der Personalführung.

Oct 4, 2021 • 16min
So kann die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten funktionieren
Psychologe und Pädagoge Dr. Thomas Anton Weis über die Arzt-Patienten-Kommunikation
Jeder dritte Patient hat im Gespräch mit seinem Arzt Verständnisschwierigkeiten – das ist das Ergebnis einer aktuellen Forsastudie. Sei es bei medizinischen Fachbegriffen oder wenn es um konkrete Therapieanweisungen geht. Der Psychologe und Pädagoge Dr. Thomas Anton Weis ist überzeugt, dass ein regelmäßiges Feedback der Mediziner und die richtige Gesprächsführung in der Praxis die Therapietreue fördern. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema „Arzt-Patienten-Kommunikation.“
Aus seiner Sicht ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Patienten und ihren behandelnden Ärzten das A & O. Denn auch Patienten sagen nicht immer die Wahrheit. Im „ÄrzteTag“-Podcast gibt Thomas Weis Tipps, was Ärzte tun können, wenn sie erkennen, dass ihre Patienten lügen und wie sie mehr Ehrlichkeit im Gespräch fördern. Außerdem zeigt er den großen Einfluss der zunehmenden Digitalisierung auf die Kommunikation in der Praxis auf. Denn immer mehr Patienten haben sich vor dem Besuch bereits im Internet informiert. Er empfiehlt, die Betroffenen in ihrem Wissensdrang ernst zu nehmen.

Oct 1, 2021 • 28min
Kirsten Kappert-Gonther: „Sprechende Medizin muss besser honoriert werden!“
Gespräch zum 18. European Depression Day am 3. Oktober
Die Pandemie ist eine traumatische Erfahrung für die gesamte Gesellschaft. Anlässlich des 18. European Depression Day warnen dessen Initiatoren vor einer deutlichen Zunahme bei den psychischen Erkrankungen. Die Folgen dürften zudem noch in vielen Jahren spürbar sein. In dieser „ÄrzteTag“-Episode sprechen wir darüber mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther. Die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und Gesundheitspolitikerin ist gerade für die Bremer Grünen erneut in den Bundestag gewählt worden.
Im Gespräch nennt sie vier Punkte, die jetzt angegangen werden müssten: Prävention, Aufklärung und Gesundheitskompetenz, beim Versorgungsmangel gegensteuern, die Therapeuten regional besser vernetzen. Kappert-Gonther erwartet von einer künftigen Bundesregierung, dass sie Health-in-All-Policies sehr viel stärker berücksichtigt. So könnten etwa Gesetze künftig, ähnlich der Technikfolgenabschätzung, immer auf ihre gesundheitliche Wirkung geprüft werden.
Auch müsste aus ihrer Sicht das Präventionsgesetz so reformiert werden, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mehr für die Prävention in den Lebenswelten ausgibt. In den Schulen müsse sehr viel mehr für die Gesundheit getan werden – und die sprechende Medizin sollte aus ihrer Sicht deutlich besser vergütet werden.
Foto: [M] Kappert-Gonther: Thomas Trutschel

Sep 29, 2021 • 20min
DGS-Vizepräsidentin: Schmerzmedizin braucht dringend politische Hilfe
Dr. Silvia Maurer spricht über die Unterversorgung in der Schmerzmedizin
Die Schmerzmedizin ist noch immer geprägt von Unterversorgung. „Wir haben schon sehr viel erreicht“, sagt Dr. Silvia Maurer, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS): Etwa dass der GBA festgestellt hat, dass die Anästhesie zur spezialisierten fachärztlichen Versorgung gehört und die Sitze vorrangig mit dem Schwerpunkt Schmerzmedizin nachbesetzt werden sollen. Einzelne KVen gehen bei der Nachbesetzung noch weiter und lassen auch andere Fachgruppen mit der Zusatzbezeichnung zu. „So kann etwa der Orthopäde mit Zusatzbezeichnung Schmerzmedizin einen anästhesiologischen Sitz bekommen“, so Maurer. Rechtssicher sei das aber nicht.
Hier müsse die Politik endlich den entsprechenden gesetzlichen Rahmen beschließen, fordert Maurer. Die DGS hatte noch vor der Bundestagswahl schmerzmedizinische Wahlprüfsteine an die großen Bundestagsparteien geschickt. Die Resonanz war laut Maurer gut. Nun erwartet die DGS aber, dass Taten folgen.
Ein weiterer wichtiger Schritt wäre die Förderung der schmerzmedizinischen Weiterbildung. „Die Schmerzmedizin ist eine Zusatzbezeichnung, das heißt Sie haben sieben Jahre Studium, sechs Jahre Facharztweiterbildung und erst dann können Sie beginnen mit der Weiterbildung zur Schmerzmedizin“, so Maurer. „Das dauert dann auch noch mal Minimum ein Jahr.“ Für die Praxen, die weiterbilden wollen bedeutet das im Umkehrschluss einen enormen Kostenblock, denn ein fertiger Facharzt wolle anders vergütet werden als ein Kollege, der seinen Facharzttitel erst erwirbt. „Wir brauchen Anreize für die Weiterbildung, auch die Zusatzbezeichnung sollte bezuschusst werden“, sagt Maurer.

Sep 28, 2021 • 13min
Wie könnte das Medizinstudium nach der Pandemie aussehen, Anna Finger?
Anna Finger vom Hartmannbund über das Medizinstudium der Zukunft
Die Corona-Pandemie hat die Lehre an den Hochschulen auf den Kopf gestellt. Besonders betroffen sind all jene Studenten und Studentinnen von Studiengängen mit hohem praktischen Anteil – allen voran die Medizinstudenten.
Anna Finger ist Vorsitzende im Ausschuss Medizinstudierende des Hartmannbunds und seit 2017 Studentin der Humanmedizin in Hamburg. Im „ÄrzteTag“-Podcast berichtet sie, von den Herausforderungen und Chancen der letzten 18 Monate. Besonders in der praktischen Lehre sieht die Studentin viel Nachholbedarf. Andererseits kann sie den asynchronen Lehrveranstaltungen und der neuen Freiheit des virtuellen Studius viel Positives abgewinnen.
Im Oktober steht den Studenten die nächste Veränderung bevor: Für das kommende Wintersemester 2021/22 planen die Hochschulen eine weitgehende Rückkehr zum Präsenzbetrieb. Anna Finger erzählt, wie sie sich das Studium der Zukunft vorstellt und wie die vergangenen Monate auch sie selbst verändert haben.

Sep 27, 2021 • 21min
Muss ein Urlaubsvertreter in Zukunft einen E-Arztausweis haben, Herr Mohr?
Tipps zu den Details der eAU-Einführung von Gilbert Mohr
Am 1. Oktober fällt der Startschuss für die elektronische AU-Bescheinigung. Besonders wichtig sind Ärzten die vielen kleinen Details des Einsatzes der elektronischen AU: Was muss in Zukunft noch ausgedruckt werden? Was mache ich, wenn eine Krankenkasse noch keine eAU empfangen kann? Worauf muss ich bei der Urlaubsvertretung achten, wenn meine Praxis schon auf die eAU umgestiegen ist? Und wie organisiere ich am besten die elektronische Signatur mit dem E-Arztausweis?
Diese Fragen beantwortet Praxis-IT-Fachmann Gilbert Mohr von der KVNo hier im zweiten Teil des Gesprächs – und er gibt auch einen Ausblick darauf, welche Anwendungen der Telematikinfrastruktur den Ärzten endlich Arbeitserleichterungen versprechen.
Die organisatorischen Hürden vor dem Start der eAU in der Praxis, der optimale Zeitpunkt für die Aktivierung der eAU in der Praxissoftware sowie die Fortschritte in der Entwicklung der Telematikinfrastruktur waren Thema im ersten Podcast-Gespräch mit Gilbert Mohr, dem Leiter der Stabsstelle E-Health der KV Nordrhein.

Sep 24, 2021 • 20min
Tipps zur eAU: „Vermeiden Sie es, zum Bananentester zu werden!“
Gilbert Mohr von der KV Nordrhein gibt Hinweise zur eAU
Am 1. Oktober wird es ernst: Mit Beginn des vierten Quartals können Ärzte die elektronische AU-Bescheinigung in Richtung Krankenkasse des Patienten über die Telematikinfrastruktur schicken. Verpflichtend wird die Anwendung dann zum 1. Januar.
Welche Voraussetzungen Vertragsärztinnen und -ärzte in den Praxen erfüllen müssen und wo es noch hakt, bevor die elektronischen Formulare unfallfrei übers Netz laufen können, darüber gibt Gilbert Mohr, Leiter der Stabsstelle E-Health bei der KV Nordrhein, im „ÄrzteTag“-Podcast Auskunft. Nach wie vor erfüllen viele Praxen diese Voraussetzungen nicht.
Noch läuft nicht alles rund bei der eAU. Erst Ende August sind die ersten echten Test-AU-Bescheinigungen übers Netz gegangen. Mohr fürchtet, die eAU könnte zu den Produkten gehören, „die erst beim Kunden reifen“. Im ersten Teil des Podcast-Gesprächs gibt er Ärzten dann auch einen Hinweis, wie sie es vermeiden können, zum Bananentester zu werden.
Ausblick: Der zweite Teil des Gesprächs mit Gilbert Mohr zum Start der eAU wird am Montag erscheinen. Darin beantwortet er ganz praktische Fragen wie: Wo müssen Ärzte die eAU signieren, was muss noch ausgedruckt werden und wie ist der Zeitplan in Richtung eRezept.

Sep 22, 2021 • 48min
„Diese E-Patientenakte ist kompromittiert und wertlos!“
KBV-Vorstände Gassen und Hofmeister über die ambulante Versorgung
Primärversorgung? Ambulante Medizin? In den Programmen der Parteien zur Bundestagswahl sucht man solche Stichworte überwiegend vergebens. Im Gegenteil sähen manche eher mehr Staat im Gesundheitswesen. Die KBV-Vorstände Dr. Andreas Gassen und Dr. Stephan Hofmeister warnen vor mehr Staat: Damit würde die Versorgung nur teurer, aber nicht besser, sagen sie im Podcast. Sie wünschen sich vielmehr eine bessere Patientensteuerung, etwa über Wahltarife in der GKV.
Auch sonst lassen sie kaum ein gutes Haar am Gesetzgeber. Das Regieren über Verordnungen in der Pandemie, „steht einem demokratischen Land nicht gut zu Gesicht“, sagt etwa Gassen. Und Kritik gibt es auch an der E-Patientenakte (ePA). „Für die integrierte Behandlung, zum Beispiel von Patienten mit Tumoren, bräuchten wir vielmehr digitale Fallakten, auf die alle behandelnden Ärzte gleichzeitig Zugriff haben. Das alles kann die ePA bisher nicht“, moniert Hofmeister.

Sep 21, 2021 • 30min
TK-Chef Baas zur Digitalisierung: „Einmal Turbo zünden, reicht nicht“
Dr. Jens Baas fordert Anwendungen mit Mehrwert für die Digitalisierung im Gesundheitswesen
Von finanziellen Anreizen für die Nutzung digitaler Anwendungen wie eAU und eRezept hält Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), wenig. Warum sollte ein Arzt für etwas, das er elektronisch statt auf Papier ausstellt, mehr Geld bekommen?
Gleichwohl muss einiges getan werden, damit die Digitalisierung nach rund 14 Jahren Rumwerkeln an der Telematikinfrastruktur (TI) endlich vorankommt. Mehrwert-Anwendungen lautet nach Meinung des TK-Chefs das Zauberwort. Denn auch Diskussionen um Strafzahlungen lehnt er ab. Doch Mehrwert-Anwendungen schafft man nur, wenn die Ärzte aktiv am Prozess der Digitalisierung beteiligt werden. „Es ist wichtig, dass wir das von Anwenderseite, also Arztseite aus machen“, betont Baas im „ÄrzteTag“-Podcast.
Gesundheitsminister Jens Spahn habe zwar den Turbo gezündet und durch seine Gesetzgebung einiges vorangebracht – auch weil er damit den jahrelangen „Verhinderungskämpfen“ der verschiedenen Funktionäre im Gesundheitswesen zum Teil ein Ende bereitet habe. „Aber nur, weil man einmal in einem Rennen auf einer Geraden den Turbo zündet, hat man das Rennen noch nicht gewonnen.“ (Dauer: 30:12 Minuten)

Sep 20, 2021 • 28min
„Nie wieder dürfen unsere Sprechzimmer verschlossen sein!“
Das DEGAM-Projekt zur Erinnerung an die Opfer der Nazi-Diktatur
Bei der 55. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in Lübeck war erstmals das „leere Sprechzimmer“ zu sehen. Die Wanderausstellung soll ab sofort an die ärztlichen Opfer der Nazi-Diktatur erinnern. Und sie soll mahnen, so etwas „nie wieder zuzulassen“. Denn nicht nur waren Tausende, vor allem jüdische Ärzte Opfer geworden. Kollegen waren auch Täter oder Mitwisser. Künftig soll die Ausstellung bei jeder Jahrestagung mit einem regionalen Schwerpunkt installiert werden.
Wir haben sieben Initiatoren und Beteiligte am Freitag in Lübeck zum Gespräch getroffen: Professor Christoph Heintze, Dr. Sandra Blumenthal und Anja Paulsen-Stock von der Charité Berlin, die Medizinstudierenden Melanie Wolf, Anna Teegelbekkers und Meinert Ehm sowie DEGAM-Präsident Professor Martin Scherer. Im „ÄrzteTag“ erzählen sie, wie es zu dem Projekt kam, was sie bewegt und wie es weitergehen soll.


