

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
Episodes
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Nov 5, 2021 • 24min
Arzt-Patienten-Kommunikation: Hast du das im Medizinstudium gelernt, Luca Schuster?
Science Slammer Luca Schuster über Wissenschaftskommunikation
Die zielgruppenspezifische Wissenschaftskommunikation ist bei Ärzten Alltag. Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, komplexe medizinische Themen für Laien herunter zu brechen. Das dies sogar unterhaltsam sein kann, beweisen sprachgewandte Wissenschaftler auf so genannten Science Slam-Veranstaltungen.
Luca Schuster ist Medizinstudent vor dem zweiten Staatsexamen sowie Poetry- und Science-Slammer. Auf der Bühne verbindet er seine Freude an Kommunikation mit wissenschaftlichen Know-How. Das Thema seines letzten Science Slams: Unfälle mit dem Staubsauger – was genau dahinter steckt, darüber spricht Luca Schuster im „ÄrzteTag“-Podcast.
Außerdem setzt sich der angehende Arzt für mehr Praxisunterricht im Medizinstudium ein, nur so könnten Studenten und Studentinnen die Arzt-Patienten-Kommunikation schulen. Denn laut einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom, informieren sich rund zwei Drittel der befragten Patienten und Patientinnen im Anschluss an den Arztbesuch im Internet. Knapp ein Viertel gab an, die Erläuterungen ihres Arztes nicht verstanden zu haben. Dazu sprach bereits Psychologe und Pädagoge Dr. Thomas Weis in einer anderen „ÄrzteTag“-Episode. https://www.aerztezeitung.de/Nachrichten/So-kann-die-Kommunikation-zwischen-Aerzten-und-Patienten-funktionieren-423364.html
Link zum Science Slam "Wie wichtig ist eine gute Arzt-Patienten-Beziehung" von Luca Schuster auf dem YouTube-Kanal von Science & Stories: https://www.youtube.com/watch?v=qsNsDbTgkDo

Nov 4, 2021 • 14min
Mehr Fälle von Mediensucht: DAK-Chef appelliert an „Ampel“ und Ärzte
Andreas Storm über jüngste Studienergebnisse
Einem deutlichen Anstieg der Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen sollte mit Prävention und Aufklärung begegnet werden – das sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast. Eine Studie seiner Kasse und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt aktuell, dass mehr als vier Prozent aller Zehn- bis 17-Jährigen in Deutschland inzwischen Computerspiele krankhaft nutzen. Der Wert ist, so die Studienautoren, 50 Prozent höher als noch Vor-Corona-Jahr 2019.
Auch die Zeit, die Kinder und Jugendliche am Tag mit der Nutzung digitaler Medien verbringen, ist gestiegen. Das Problem riskanter Mediennutzung unter jungen Menschen habe auch vor der Pandemie bereits auf der Agenda gestanden, erläutert Storm. Doch die Studienergebnisse machten deutlich, dass dringend Maßnahmen ergriffen werden müssten, um einen weiteren Anstieg abzufedern.
Noch lasse sich durchaus etwas unternehmen. In der Pflicht dabei sei auch die Politik, insbesondere die sich formierende Ampel-Koalition hat Storm im Blick. Aber auch Kinder- und Hausärzte könnten etwas tun – genauso wie Eltern und Schulen. Nur gemeinsam kann dem Phänomen begegnet werden.

Oct 29, 2021 • 28min
Reinhardt: „Neue GOÄ wäre auf Knopfdruck einsetzbar“
Welche Themen muss die neue Bundesregierung Ihrer Meinung nach angehen?
Wenige Tage vor Beginn des 125. Deutschen Ärztetages sieht Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, viele Themen, die den Ärzten auf den Nägeln brennen und die eine neue Bundesregierung angehen müsste: Im „ÄrzteTag“-Podcast fordert der BÄK-Präsident, dass „relativ bald nach Regierungsbildung ein Krankenhausgipfel stattfinden“ muss, auf dem die Eckpunkte einer Krankenhausstrukturreform erarbeitet werden sollten. Dies sei dringend nötig, um den Beschäftigten im Krankenhaus eine Perspektive bieten zu können, dass sie dort auch in den kommenden Jahrzehnten gerne arbeiten werden. Aktuell sei dies weder für Ärztinnen und Ärzte noch für Pflegeberufe gegeben. Im Gespräch erläutert Reinhardt, wo die größten Baustellen der Klinikreform liegen.
Bei der Vorbereitung der GOÄ-Novelle sieht der BÄK-Präsident die Bringschuld der Ärzte und der Privaten Krankenversicherung als erledigt an, einen gemeinsamen Entwurf einer neuen Gebührenordnung vorzulegen. Nun gingen die Ärzte davon aus, dass die Koalitionäre das Thema mit auf die Agenda der Legislaturperiode nehmen. Im Podcast erläutert Reinhardt die noch bestehenden Differenzen zwischen Ärzten und Versicherern über das Preisniveau der neuen GOÄ. Auch zu weiteren Themen des Ärztetags nimmt Reinhardt Stellung, zum Beispiel zur interprofessionellen Zusammenarbeit zwischen Ärzten und anderen Gesundheitsberufen sowie zu einer möglichen Aufhebung der epidemiologischen Lage nationaler Tragweite.

Oct 27, 2021 • 16min
KLUG-Vorsitzender zum Klimawandel: „Die Hütte brennt!“
Dr. Martin Herrmann über Klimaschutz und Gesundheit
Die Folgen des Klimawandels sind längst spürbar. Betrachte man nur die Hitzedaten des aktuellen Lancet Countdown 2021, so werde deutlich: „Die planetare Gesundheitskrise kommt nicht irgendwann in der Zukunft, sie ist jetzt schon da“, so Dr. Martin Herrmann.
Wir müssen dringend aus der Klimawandel-Lähmung heraus, appelliert der Vorsitzende der Initiative KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. Denn noch gibt es eine zu große Kluft zwischen dem Verständnis, dass der Klimawandel ein großes Thema – nicht nur im Gesundheitswesen – ist und „dem Verständnis, wie wir handeln können, wie wir gemeinsam Transformationspfade und -projekte definieren und umsetzen können“, sagt er.
Viele, ob nun Ärztinnen und Ärzte oder Politiker, könnten sich gar nicht vorstellen, dass es uns gelingen kann, solche großen klima- und umweltschützenden Veränderungen umzusetzen. Im Podcast erläutert er, warum bereits viele kleine, lokale Klimaschutz-Initiativen wirken. Vom 125. Deutschen Ärztetag könnte dabei eine wichtige Signalwirkung ausgehen, meint er. Gerade auch in Richtung Politik, denn noch sind die Ampel-Parteien mitten in den Koalitionsverhandlungen. Für einen besseren Klima- und Gesundheitsschutz brauche es nämlich auch den entsprechenden gesetzlichen Rahmen samt Förderung.

Oct 26, 2021 • 11min
Umweltmedizinerin zum Klimawandel: „Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen“
Warum Erkenntnisse der Umweltmedizin in alle Fachbereiche gehört
2021 hat uns kaum wie ein anderes Jahr vor Augen geführt, was der Klimawandel bewirken kann: die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW, die Extremwetterereignisse in Südeuropa und Kanada. Es ist höchste Zeit, dass wir alle an einem Strang ziehen und gemeinsam versuchen, die Folgen des Klimawandels abzumildern, fordert Professorin Claudia Traidl-Hoffmann. „Es kann sich keiner hinter dem Argument verstecken, das ist nicht unsere Aufgabe“, sagt sie mit Blick auf die Medizin.
Die globale umweltmedizinische Sicht müsse in allen Fachbereichen etabliert werden. Vor allem in der Lehre sieht die Direktorin der Umweltmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und Leiterin des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München Nachholbedarf. Zum Teil wüssten die Studierenden mehr als die Lehrenden.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert sie, auf welche Krankheitsbilder sich Ärztinnen und Ärzte künftig einstellen müssen und warum dringend mehr Augenmerk auf Planetary Health gelegt werden muss. Das müsse sich in klinischen Studien und der Ausstattung der Medizinischen Fakultäten widerspiegeln. Vom Deutschen Ärztetag am 1. und 2. November in Berlin erwartet sie nun konkrete Beschlüsse.

Oct 22, 2021 • 27min
„Dann geht die Freiberuflichkeit von uns Ärzten flöten!“
Kammerpräsident Dr. Günther Matheis will BÄK-Vize werden
Manchmal sind die Zahnmediziner ihren Humanmedizin-Kollegen voraus. So etwa auch, wenn es um Fremdkapitalgeber als Investoren in MVZ oder Praxen geht. Die Sorge der Berufsvertreter: Hohe Renditeerwartungen könnten zu Überversorgung führen – und über die beschäftigten Ärzte könnten die Geldgeber Einfluss auf die ärztliche Selbstverwaltung nehmen. Vor diesem Trend auch im KV-System warnt Dr. Günther Matheis, Kammerpräsident in Rheinland-Pfalz und Kandidat für das BÄK-Vize-Amt, in dieser Episode vom „ÄrzteTag“-Podcast.
Gegen diesen Trend, sagt er, müssten die Ärzte stärker kämpfen, um ihre Freiberuflichkeit zu erhalten. Dafür wolle er sich in der Bundesärztekammer einsetzen.

Oct 20, 2021 • 22min
Welche Kriterien muss eine App auf Rezept erfüllen, Herr Brönneke?
Jan Brönneke über den größeren Kontext der DiGA
Seit etwas mehr als einem Jahr sind Digitale Gesundheitsanwendungen, die sogenannten Apps auf Rezept, zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnungsfähig. Obwohl insbesondere auf politischer Ebene viel Hoffnung in den neuen Versorgungsbereich gelegt wurde, halten sich die Verordnungszahlen noch in Grenzen – auch, weil Ärzte an vielen Stellen Informationslücken bemängeln.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Jan Brönneke den Weg von digitalen Anwendungen hin zur DiGA und welche Kriterien sie erfüllen müssen, um eine Zulassung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zu erhalten. Brönneke arbeitet für den health innovation hub in Berlin – ein Ideen-Thinktank des Bundesgesundheitsministeriums.
Darüber hinaus blickt Brönneke auf das eigentliche Ziel der DiGA und erläutert, warum sie nicht als singuläres Objekt anzusehen sind. Seiner Ansicht nach müssen Ärztinnen und Ärzte sie im Gesamtbild einer digitalen Versorgung sehen.

Oct 18, 2021 • 34min
Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?
Medizinstudent Heiner Averbeck über PJ-Probleme
Im Studium erlernen angehende Medizinerinnen und Mediziner die ärztliche Kunst. Doch im dritten Studienabschnitt kommt für manche die bittere Realität, entpuppt sich der ärztliche Alltag als Stress. Nicht wenige verlieren im Praktischen Jahr (PJ) die Freude am ärztlichen Beruf, sagt Heiner Averbeck in dieser „ÄrzteTag“-Episode. Er studiert in Mannheim Medizin und absolviert im dortigen Modellstudiengang gerade sein zweites PJ-Quartal.
Die Chirurgie hat er schon hinter sich. Viele Kommilitonen würden dort die Erfahrung als billige „Hakenhalter“ machen. Die ausbildenden Ärzte hätten schlicht keine Zeit. „Ihr müsst uns Arbeiten abnehmen, dann können wir euch was beibringen“, hörten noch immer etliche PJ-Studenten. Das Problem, kritisiert Averbeck: Für die Ausbilder gibt es keine Vergütung, die PJ-Lehre sei gar nicht fix beim Klinikpersonal verankert.
Allerdings, die Erfahrung hat er selbst gemacht, können Studenten die Ausbildung auch beeinflussen. Vor einer Op, rät er, sollte man sich vorbereiten und mit klugen Fragen wappnen. Dann könne man, je nach Situation im OP, eine Menge von den ausbildenden Ärzten lernen. Grundsätzlich aber müsse eine Finanzierungsreform her – und die Qualität der Lehrenden durch verbindliche Standards verbessert werden.

Oct 13, 2021 • 35min
Welche Probleme bringt die Digitalisierung, Herr Eckert?
Hausarzt Moritz Eckert gibt Einblicke in seine Erfahrungen
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens beschäftigt die Ärzteschaft gerade an einigen Stellen. Als am 1. Oktober etwa die elektronische AU-Bescheinigung an den Start ging, überschlugen sich die Nachrichten: Während die gematik schnell zu beschwichtigen versuchte, häuften sich bei den Ärzten die Fehlermeldungen.
In dieser „ÄrzteTag“-Episode berichtet Moritz Eckert, Hausarzt in Herzberg am Harz, von seinen Erfahrungen mit der Digitalisierung in der Praxis. Zwar hätten sich die anfänglichen Probleme mit der eAU inzwischen gelegt, ganz rund läuft die Anwendung aus seiner Sicht aber noch nicht. Derzeit bringe sie den Mitarbeitern vor allem Mehrarbeit ein, die sich nicht rechne.
Und auch mit Blick auf den 1. Januar 2022 und die geplante Einführung des E-Rezepts schwant Eckert Übles. Im Podcast bringt er deshalb seinen Wunsch an die Verantwortlichen an: Die Ärzteschaft sei grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber der Digitalisierung, so Eckert, aber sie müsse sinnvoll sein und echten Mehrwert bringen.

Oct 11, 2021 • 21min
„Wird Nachhaltigkeit auch gefördert, Dr. Schulze?“
Wie sich Nachhaltigkeit in der Arztpraxis erreichen lässt
„Die nachhaltigste Medizin ist in meinen Augen die, die in der Hausarztpraxis stattfindet.“ – Das war einer der Kernsätze von Haus- und Sportarzt Dr. Christian Schulze aus Winterburg bei Bad Kreuznach im ersten Teil unseres Podcast-Gesprächs zum Thema Nachhaltigkeit. Außerdem erläuterte er, warum Investitionen in mehr Energieeffizienz in der Praxis mit zu den rentabelsten Investitionen überhaupt zählen.
Im zweiten Teil des Interviews geht es nun um das Wie einer nachhaltigen Praxisführung. In einem kleinen Spiel beschreibt der Allgemeinmediziner, wo er seine Prioritäten in einer nachhaltigen Praxisführung setzt – und warum auch eine wertschätzende Personalführung und eine gute Patientenführung dazugehören. Schulze gibt Tipps, wie man als niedergelassener Arzt den Umstieg zu einer nachhaltigen Praxisführung angehen kann und welche Fördermöglichkeiten es bei Investitionen gibt, etwa durch vergünstigte Kredite.


