

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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Mar 18, 2022 • 22min
Impfaufklärung im Klassenzimmer – wieso lohnt sich das, Simon Hennes?
Wie der Verein „Impf Dich" für mehr Impfbereitschaft sorgen will
„Impf Dich“ ist ein Netzwerk aus jungen Ärzten, Medizinstudenten, Professoren und Apothekern, die sich für mehr Impfbereitschaft in Deutschland einsetzen. Der Verein hat sich 2017 gegründet und im Jahr 2020 den Springer Medizin Charity Award gewonnen. Eines der Hauptziele von „Impf Dich“ ist, Kinder und Jugendliche über den richtigen Impfschutz aufzuklären und so die Impfquote langfristig zu erhöhen. Dafür besucht der Verein Mittel- und Oberschulen im ganzen Land.
Die Ehrenamtler sprechen mit Menschen, deren Meinung zum Thema Impfen sich noch nicht gefestigt hat, erzählt Simon Hennes, seit 2021 Vorstandsvorsitzender von „Impf Dich“, im „ÄrzteTag“-Podcast. Der Medizinstudent ist sich sicher, dass viele Impfskeptiker noch nicht erreicht wurden. Außerdem schult der Verein Medizinstudenten im Umgang mit Impfkritikern und bietet Informationsmaterial zur Auslage im Praxiswartezimmer an – bald wohl auch auf Ukrainisch.

Mar 14, 2022 • 22min
„Zu wenige Ärzte trauen sich, ME/CFS zu diagnostizieren“
Patient Dr. Tobias Christmann über den Umgang mit seiner Erkrankung
Rund eine Viertel Million Menschen in Deutschland könnten von der Myalgischen Enzephalomyelitis beziehungsweise dem Chronischen Fatigue-Syndrom (ME/CFS) betroffen sein, schätzt die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS. Bei zahlreichen Betroffenen soll die Erkrankung so stark ausgeprägt sein, dass sie nicht mehr das Haus verlassen können. Jahrelang wurde ME/CFS als „einfache Müdigkeit“ stigmatisiert, kritisieren Betroffenenverbände. Aufgrund steigender Fallzahlen von Long- und Post-COVID rückt das Fatigue-Syndrom in den Fokus der Politik: Im vergangenen Jahr wurde ME/CFS erstmals im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung aufgegriffen. Auch die entsprechende DEGAM-Leitlinie Müdigkeit wird aktuell überarbeitet.
Im „ÄrzteTag“-Podcast spricht Dr. Tobias Christmann über seinen persönlichen Erkrankungsweg und darüber, was er sich von Ärztinnen und Ärzten im Umgang mit ME/CFS wünscht – zum Beispiel den Mut zur Diagnose. Der promovierte Psychologe zeigt aber auch Verständnis für die Situation der Ärzte, zu denen Patienten mit diesem diffusen Krankheitsbild kommen. Christmann erkrankte 2017 an ME/CFS und engagiert sich heute im Fatigatio Bundesverband ME/CFS. (Dauer: 21:46 Minuten)
Link zur Leitlinie Müdigkeit: www.degam.de/files/Inhalte/Leitlinien-Inhalte/Dokumente/DEGAM-S3-Leitlinien/053-002_Leitlinie%20Muedigkeit/Aktuelle%20Fassung%202018/053-002l_LL_Muedigkeit_180423_online22-05-18.pdf

Mar 11, 2022 • 24min
Werden Menschen mit Behinderung im Gesundheitssystem benachteiligt, Professorin Graumann?
Ein Ethikratsmitglied erklärt die Versorgungssituation von behinderten Patienten abseits von Corona
Im vergangenen Dezember sorgte das Bundesverfassungsgericht mit einem Urteil zur Corona-Triage für Unruhe: Der Bundesgesetzgeber habe das Grundgesetz verletzt, „weil er es unterlassen hat, Vorkehrungen zu treffen, damit niemand wegen seiner Behinderung bei der Zuteilung überlebenswichtiger, nicht für alle zur Verfügung stehender intensivmedizinischer Behandlungsressourcen benachteiligt wird.“
Wie steht es um die medizinische Versorgung von behinderten Patientinnen und Patienten diesseits der Extremsituation einer Triage? Dazu spricht im „ÄrzteTag“-Podcast Prof. Sigrid Graumann aus Bochum. Sie ist Professorin für Ethik im Fachbereich Heilpädagogik und Pflege an der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe und seit 2017 Rektorin der Hochschule und Mitglied in Deutschen Ethikrat.
Graumann hat ein Buch zum Thema verfasst: „Assistierte Freiheit“. Die assistierte Freiheit soll das alte Modell der ärztlichen Zuwendung von oben herab durch ein Modell der Begegnung auf Augenhöhe ersetzen. Im „ÄrzteTag“ erklärt Graumann, was sich in Praxen und Krankenhäusern konkret ändern müsste, damit die UN-Menschenrechtskonvention auch in der medizinischen Versorgung umgesetzt wird. Auch spricht sie darüber, wie man mit dem Fremdeln und der Furcht zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen umgehen kann.

Mar 9, 2022 • 16min
Warum täten mehr Frauen der Selbstverwaltung gut, Dr. Schliffke?
Schleswig-Holsteins KV-Chefin erklärt, warum das Alter so wichtig wie das Geschlecht ist
Frauen sehen vieles eher pragmatisch als theoretisch, das käme der Selbstverwaltung sehr zu Gute, sagt Dr. Monika Schliffke. Sie weiß wovon sie spricht: Seit über 20 Jahren macht sie Berufspolitik, seit zehn Jahren steht sie an der Spitze der KV Schleswig-Holstein und sehnt sich an manchen Tagen immer noch in ihre Praxis zurück.
Was ihr am KV-Job aber gut gefällt: Sie hat Gestaltungsmöglichkeiten und kann diese auch nutzen, um mehr Frauen für die ärztliche Selbstverwaltung zu gewinnen. Ein weiteres Thema, das ihr am Herzen liegt: das Generationenproblem zu lösen. Es brauche nicht nur mehr Frauen in der Berufspolitik, sondern vor allem mehr Ärzte und Ärztinnen um die 40, die sich für die Selbstverwaltung stark machen.

Mar 8, 2022 • 16min
Was wünschen sich junge Ärztinnen für ihre berufliche Zukunft?
Jana Pannenbäcker über Engagement in männerdominierten Gremien
Jana Pannenbäcker ist 32 Jahre alt, absolviert im fünften Jahr die Weiterbildung zur Allgemeinmedizinerin, seit zwei Jahren in einer Hausarztpraxis. Darüber hinaus engagiert sie sich in der Ärztekammer Westfalen-Lippe und ist Mitglied im Vorstand des Deutschen Ärztinnenbundes.
2019 war sie zum ersten Mal auf dem Deutschen Ärztetag und hat dort zwiespältige Erfahrungen gemacht. Einerseits wurden dort richtungsweisende Entscheidungen getroffen, was sie sehr spannend fand. Erstaunt war sie aber, wer die Entscheidungen trifft, mit denen junge Ärzte und Ärztinnen in Klinik und Praxis dann arbeiten müssen.

Mar 7, 2022 • 14min
Marburger Bund-Chefin Johna: „Wir brauchen gestaffelte Quotierungen“
Die Vorsitzende des Marburger Bunds zum Weltfrauentag
Dr. Susanne Johna ist eine der wenigen Frauen, die es in ein berufspolitisches Spitzenamt geschafft hat. Seit 2019 ist sie Erste Vorsitzende des Marburger Bundes. Mit über 120.000 Mitgliedern ist der MB der größte Ärzteverband Europas. Doch auch wenn sie es selbst an die Spitze geschafft hat, hält sie Quoten für unbedingt notwendig, damit mehr Frauen in ärztliche und berufspolitische Führungspositionen kommen. Ohnehin zeigten Studien, dass gemischte Teams von Männern und Frauen sowie Jungen und Erfahrenen die besten Ergebnisse erreichen. Logisch wäre es zu einer neuen Normalität zu kommen, sagt sie.

Feb 28, 2022 • 29min
Was ist das Besondere am Gesundheitskiosk in Hamburg, Dr. Heinrich?
Ein Mitinitiator über das Innovationsprojekt INVEST Billstedt/Horn
Die neue Koalition will es, und nun will es auch der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA): das Modell des Gesundheitskiosks in Hamburg Billstedt/Horn in die Regelversorgung überführen – zumindest in Ansätzen.
Ausgangspunkt für das Projekt war eine um zehn Jahre niedrigere Lebenserwartung für Menschen, die in diesen beiden Stadtteilen im Hamburger Osten wohnen, im Vergleich zu Stadtteilen wie Blankenese, berichtet Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes und Vorstand des Ärztenetzes Billstedt/Horn, im „ÄrzteTag“-Podcast. Das Netz gehörte zu den Initiatoren des Gesundheitskiosks. Im Gespräch erläutert er, welche Maßnahmen die Ärzte in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen und den Organisationen und Vereinen vor Ort ergriffen haben, um eine niedrigschwellige Versorgung im Gesundheitskiosk zu ermöglichen.
Thema im Gespräch ist auch, wie dieses Vorzeigeprojekt integrierter Versorgung auf andere Städte übertragen werden könnte – und welche Rolle die Ärztinnen und Ärzte vor Ort dabei spielen sollten – und warum Angebote in der Muttersprache für Menschen mit Migrationshintergrund hilfreich sein können.

Feb 23, 2022 • 20min
Antibiotika-Resistenzen verhindern: An welchen Schrauben haben Sie gedreht, Dr. Wambach?
Ein Mit-Initiator über Innovationsfonds-Projekt ARena
14 Arztnetze in Bayern und NRW und fast 300 Arztpraxen haben in den vergangenen Jahren im Innovationsfonds-Projekt ARena (Antibiotika-Resistenzen nachhaltig abwenden) mitgewirkt, um einen leitliniengerechten Gebrauch von Antibiotika zu erreichen. Die Arbeit hat sich gelohnt: Das Projekt ist vom Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses für die Übernahme in die Regelversorgung vorgeschlagen worden.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Mit-Initiator Dr. Veit Wambach, stellvertretender Bundesvorsitzender des Virchowbundes und 2015, als das Projekt gestartet wurde, Vorsitzender des Praxisnetzes QuE in Nürnberg, was Angela Merkel mit dem Projektstart zu tun hatte und an welchen Schrauben die Ärzte drehen mussten, um nachhaltig erfolgreich zu sein: Unter anderem haben die Ärzte in Qualitätszirkeln den Gebrauch von Antibiotika diskutiert, sie haben ihre Verordnungszahlen an denen von Kollegen gemessen – und sie haben Informationen für Patienten aufbereitet, auch auf Social Media. Das komplexe Konzept überzeugte letztlich den G-BA.
Allgemeinmediziner Wambach erläutert im Gespräch auch, auf welchem Weg und in welchem Zeitraum die Vorgehensweise der Netzärzte im Projekt jetzt in die Regelversorgung übertragen werden könnte.

Feb 22, 2022 • 29min
„Der Datenverkehr in Kliniken ist noch relativ ungeregelt“
Anne Wiesmann und Professor Alexander Geissler über die Ergebnisse des DigitalRadars
Wer Fördergelder für Projekte der Digitalisierung aus dem Krankenhauszukunftsfonds will, musste sich am Digital-Radar beteiligen, einer Selbsterhebung des Stands der Digitalisierung in Krankenhäusern in Deutschland. Die ersten Ergebnisse dieser Erhebung liegen jetzt vor und sie zeigen, wo es bei der Digitalisierung in Krankenhäusern hakt.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutern Anne Wiesmann, operative Projektleiterin des Digital-Radars, und Co-Projektleiter Professor Alexander Geissler von der School of Medicine der Universität St. Gallen die Ergebnisse. Laut DigitalRadar liegen die Kliniken zwischen 3,27 und 63,87 von 100 maximal erreichbaren Punkten. Die Infrastruktur, so Wiesmann und Geissler, sei durchaus vorhanden in den Krankenhäusern, aber „der Datenverkehr ist noch relativ ungeregelt“.
Thema im Podcast ist auch, woran es liegt, dass die externe Kommunikation mit Patientinnen und Patienten sowie niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten noch nicht so weit fortgeschritten ist, und wie Patienten in Zukunft besser am Behandlungsprozess partizipieren können.

Feb 21, 2022 • 10min
Müssen ehemalige COVID-Patienten Angst vor Herzkrankheiten haben?
Professor Thomas Nordt über Herzerkrankungen als COVID-Langzeitfolgen
Ein Jahr nach COVID-19 fanden sich in einer US-Studie vier Prozent mehr Herzkreislauf-Erkrankungen als bei Menschen ohne COVID in der Vorgeschichte. Im „ÄrzteTag“-Podcast mahnt Professor Thomas Nordt aus Stuttgart zu Aufmerksamkeit.
Eine deutliche Zunahme von Herzkreislauf-Erkrankungen als COVID-Langzeitfolgen hält der Ärztliche Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßkrankheiten am Klinikum Stuttgart, auch in Deutschland für durchaus realistisch. Erhöht sei dabei das Risiko etwa für Infarkte, Rhythmusstörungen, Schlaganfälle, Herzinsuffizienz, Lungenembolie und Tiefe Venenthrombosen, erläutert Nordt im Podcast.
Niedergelassenen Ärzten empfiehlt der Kardiologe, bei einem ehemaligen COVID-Patienten „ein bisschen mehr aufzupassen“, wenn sich Hinweise auf eine mögliche kardiovaskuläre Erkrankung ergeben.


