

ÄrzteTag
Ärzte Zeitung
ÄrzteTag - der Podcast der "Ärzte Zeitung". Wir blicken kommentierend und persönlich auf den Tag, wichtige Ereignisse und Meilensteine. Wir laden Gäste ein, mit denen wir über aktuelle Ereignisse aus Medizin, Gesundheitspolitik, Versorgungsforschung und dem ärztlichen Berufsalltag reden.
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Sep 28, 2023 • 24min
Wie werden Praxen attraktiver für Ärzte in Weiterbildung, Dr. Dupont?
JADE-Vorstandsmitglied beim DEGAM-Kongress
Die Allgemeinmedizin wird bei jungen Ärztinnen und Ärzten immer beliebter. Im Wintersemester 2021/22 haben sich 100.000 Studierende für diese Fachrichtung entschieden – 25 Prozent mehr als noch 2007/08. Trotzdem dürfte das nicht ausreichen, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Zukunft zu sichern.
„Wir brauchen künftig 120 Prozent der Medizinstudierenden allein für die Allgemeinmedizin, um den Status quo zu halten“, meint Dr. Fabian Dupont, Vorstandsmitglied der Jungen Allgemeinmedizin Deutschland (JADE) im „ÄrzteTag vor Ort“-Podcast beim diesjährigen DEGAM-Kongress in Berlin.
Dupont ist sich sicher, dass die Ärzteschaft klären muss, welche Aufgaben künftig noch von Ärzten übernommen werden können. Wo können andere Gesundheitsberufe oder Medizinstudierende stärker einbezogen werden?
Zudem kritisiert Dupont im Podcast-Gespräch die Pläne der Ampel-Koalition zur Klinikreform. Dass angehende Fachärzte für Allgemeinmedizin in erster Linie in Ii-Kliniken weitergebildet werden sollen, schaffe eine Zweiklassengesellschaft. Viele werden sich nach Duponts Ansicht gegen die allgemeinmedizinische Weiterbildung und für eine qualitativ hochwertige Weiterbildung in der Klinik entscheiden, prognostiziert er.
Erratum: In einer älteren Version des Artikels stand: „Im Wintersemester 2021/22 haben sich 100.000 Studierende für diese Fachrichtung entschieden – 25 Prozent mehr als noch 2007/08.“ Dies ist falsch. Die Zahlen beziehen sich auf das Humanmedizinstudium im Allgemeinen.

Sep 28, 2023 • 15min
Wie begegnen Forschung und Lehre dem drohenden Hausärzte-Mangel, Prof. Heintze?
Kongresspräsident Christoph Heintze,über die Schwerpunkte der DEGAM-Tagung 2023
„Die Hausarztpraxis als Ort für Lehre, Forschung und Weiterbildung – Vision oder Wirklichkeit“ – unter dieses Motto haben die Veranstalter des 57. Kongresses für Allgemeinmedizin und Familienmedizin die drei Kongresstage von 28. bis 30. September gestellt.
Der Gastgeber, Kongresspräsident Professor Christoph Heintze, spricht im „ÄrzteTag“-Podcast über die Schwerpunkte des Kongresses, wie zum Beispiel der Nachwuchs animiert werden könnte, in die Allgemeinmedizin zu gehen. Die Bereitschaft in den Praxen sei hoch, sich in der Weiterbildung zu engagieren, hat Heintze festgestellt.
Vorgestellt wird beim Kongress auch ein Positionspapier der Fachgesellschaft zu den Lehren aus der Pandemie. Die Corona-Zeit habe gezeigt, wie hoch die Relevanz der Hausarztpraxen tatsächlich sei.
Die Schwerpunkte decken sich nach Auskunft des Kongresspräsidenten teilweise auch mit den Themen des 44. Hausärztinnen- und Hausärztetages in der vergangenen Woche. Dazu gehörten die Stärkung der Primärversorgung und die Diskussion über ein Primärarztsystem, aber auch die Debatte über kommerzgetriebene Medizin.
Auch die Frage, an welcher Stelle Leitlinien in der Hausarztmedizin helfen können – und wo eher nicht – werde in Berlin Thema sein.

Sep 27, 2023 • 15min
Welche Ziele haben Sie sich als Doppelspitze gesetzt, Dr. Beier und Professor Buhlinger-Göpfarth?ode
Fragen an die frisch gewählten obersten Hausärztevertreter
Der Ärger des Deutschen Hausärztinnen- und Hausärzteverbands über die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) ließ sich bei der Delegiertenversammlung des Verbands in der vergangenen Woche nicht übersehen – und das war sicher auch so gewollt.
Die gerade neu gewählte, gleichberechtigt agierende Doppelspitze mit Professor Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Beier erläutert im „ÄrzteTag“-Podcast, was hinter dem aktuellen Konflikt steckt – vor allem sich widersprechende Aussagen zur Entbudgetierung der Honorare, nachdem zuvor die Solidarität und Schlagkraft des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands gerne mit in den Protesttag am 18. August in Anspruch genommen worden sei.
Im Podcast sprechen beide darüber, wie sie als Doppelspitze die Arbeit untereinander aufteilen wollen, welche grundlegenden Strukturreformen sie in den kommenden Jahren erreichen wollen, um die Allgemeinmedizin voranzubringen, und was sie tun wollen, um dem immer weiter zunehmenden Workload in den Praxen begegnen zu können.
Auch die weitere Expansion der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) mit dem Ziel, zehn Millionen eingeschriebene Patientinnen und Patienten zu überschreiten, und eine Strukturförderung von Praxen und Praxisteams in der Regelversorgung werden aktuell angestrebt. Beier und Buhlinger-Göpfart erklären im Gespräch auch, warum das „Monstrum EBM“ den Zwist in der Ärzteschaft verstärkt und wie sie mit dem Verband beispielsweise den Internistinnen und Internisten die Hand reichen wollen. (Dauer: 15:23 Minuten)

Sep 26, 2023 • 40min
Kommt jetzt Bewegung in die Ambulantisierung, Dr. Weinhart?
SpiFa-Vize Dr. Helmut Weinhart spricht über die Pläne der Koalition zur Ambulantisierung operativer Leistungen.
Gleichlange Spieße für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte bei ambulanten Operationen? Eigentlich hätte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zum 31. Juli eine Rechtsverordnung für eine spezielle sektorengleiche Vergütung für einen Katalog von Leistungen nach Paragraf 115f SGB V erlassen sollen, die ambulant oder stationär erbracht werden.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) hatten daraufhin zusammen mit den Berufsverbänden dazu einen umfangreichen Katalog von 1700 Leistungen aus dem Katalog für ambulante Operationen erarbeitet, die dafür geeignet wären. Zusätzlich gibt es Vorschläge für weitere rund 5000 Leistungen, die darunter fallen könnten.
Doch das BMG hat zunächst nicht reagiert und das Vorhaben der sektorengleichen Vergütung ins zweite Halbjahr verschoben. Nun gibt es als Addendum zum Pflegestudiumsstärkungsgesetz eine Gesetzesänderung, die unter anderem vorsieht, dass der – noch gar nicht vorliegende – Leistungskatalog bereits bis März 2024 wieder angepasst werden soll.
Was die aktuell im parlamentarischen Verfahren steckende Gesetzesänderung für niedergelassene Ärzte bedeuten würde, das erläutert Dr. Helmut Weinhart, stellvertretender Vorsitzender des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands (SpiFa), im „ÄrzteTag“-Podcast. Der Orthopäde, der auch Vizepräsident des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) ist, führt auch Beispiele aus seinem Fachgebiet an, die sich für die Ambulantisierung eignen würden.
Zudem erläutert Weinhart die Vorstellungen der niedergelassenen Vertreter zur Vergütung dieser Leistungen und gibt Einblicke in die Interessenlage der verschiedenen Akteure und das Tauziehen um Vergütung und Leistungskatalog, das im Hintergrund im BMG und innerhalb der Koalition abläuft.

Sep 20, 2023 • 22min
Bestatter oder Rettungssanitäter – was sind Sie für Kliniken, Herr Romey?
Insolvenzberater zum Kliniksterben
Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter demonstrieren aktuell bundesweit für mehr Hilfen von der Politik, weil viele Kliniken wegen steigender Kosten und rückläufiger Patientenzahlen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken. Immer wieder fällt in diesem Zusammenhang das Wort von der „kalten Strukturbereinigung“ vor Inkrafttreten der geplanten Krankenhausreform. „Die Reform wird wahrscheinlich für viele Häuser zu spät kommen“, vermutet auch Andreas Romey, Fachanwalt für Insolvenzrecht in der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte in Hamburg. Eine Insolvenz müsse allerdings nicht das Ende eines Krankenhauses bedeuten, betont Romey, der sich eher als Rettungssanitäter für Kliniken sieht, nicht so sehr als Bestattungsunternehmer.
So war es auch in dem Fall der imland-Kliniken, die Romey nach der beantragten Insolvenz begleitet hat – mit Happy-end in Form eines Investors, der privaten Schön-Kliniken, die das kreiseigene Krankenhausunternehmen mit zwei Standorten in Rendsburg und Eckernförde übernommen haben.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Romey, welche Aufgaben Insolvenzverwalter übernehmen, um eine Klinik aus der Notlage herauszuholen, welche Rolle dabei das Insolvenzgeld spielt, wie sich der Wettbewerb ums knappe Personal auswirkt und warum im Fall der Insolvenz auch ein wenig Glück dabei sein muss, damit am Ende Beschäftigte, Patienten, Gläubiger und Kommune zufrieden aus der Sache herauskommen können. (Dauer: 22:04 Minuten)

Sep 15, 2023 • 33min
Was sagt die STIKO jetzt zum Schutz gegen schwere Atemwegsinfekte wie COVID-19, Herr Bogdan?
Impfungen und andere Schutzmaßnahmen für den Winter gegen COVID und andere Atemwegsinfekte
Das Coronavirus ist nach der Pandemie nicht verschwunden, sondern zu einem normalen Erreger geworden. Es erweitert damit das Potpourri der bei uns zirkulierenden Atemwegs-Viren und -Bakterien. Risikogruppen sind allerdings durch SARS-CoV-2 weiter stark gefährdet und brauchen Auffrischimpfungen. Und weil wir in den drei Pandemie-Jahren durch allgemeine Maßnahmen wie Schutzmasken, soziale Distanz und Selbsttests nicht nur COVID-19, sondern auch andere respiratorische Erkrankungen weitgehend vermieden haben, sind jetzt Nachholeffekte bei Influenza, RSV & Co zu erwarten. Dies könnte im kommenden Winter zu besonders vielen akuten Atemwegserkrankungen führen.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erläutert Professor Christian Bogdan von der Ständigen Impfkommission (STIKO), welche Risikogruppen jetzt Impfungen brauchen und in welchen Situationen künftig Masken getragen werden sollten. Der Direktor des Mikrobiologischen Instituts der Universitätsklinik Erlangen plädiert an Ärztinnen und Ärzte, für einen breiten Schutz zu sorgen. Das heißt, nicht nur gegen COVID-19, sondern auch gegen Influenza und Pneumokokken-Erkrankungen zu impfen.
Neue Impfstoffe bereichern inzwischen das Schutzangebot. So empfiehlt die STIKO künftig einen 20-valenten Konjugatimpfstoff gegen Pneumokokken, der das Abwehrsystem besonders gut stimuliert, berichtet Christian Bogdan. Und nach vielen Jahren Forschung gibt es jetzt erstmals auch zwei Impfstoffe sowie ein neues Antikörper-Präparat gegen das Respiratory Syncytial-Virus (RSV). Auch dazu wolle die STIKO rechtzeitig zum Start der Impfsaison Empfehlungen veröffentlichen.

Sep 13, 2023 • 20min
Ist die Therapiefreiheit bei der COVID-Impfung im Herbst gesichert, Professor Ehlers?
Arzt und Rechtsanwalt Professor Alexander Ehlers äußert sich zum Wirtschaftlichkeitsgebot bei COVID-Impfungen
Noch ist die Auswahl an Impfstoffen gegen die neuen Varianten von COVID-19 begrenzt, und auch die Nachfrage nach Impfungen auf Patientenseite ist noch relativ gering. Doch mit der Zunahme der Fallzahlen, die zuletzt zu beobachten war, könnte sich das schnell ändern.
Nach der Zulassung des ersten an die Variante XBB.1.5 angepassten Corona-Impfstoffs können Ärztinnen und Ärzte Bestellungen vornehmen, zurzeit in Vials mit je sechs Impfdosen. Sobald mehrere Impfstoffe verfügbar sind, teilweise möglicherweise auch in Einzeldosen, könnte ein Blick in die regionale Impfverordnung nicht schaden, um über die Regeln, die in der eigenen Kassenärztlichen Vereinigung gelten, informiert zu sein, empfiehlt Arzt und Medizinrechtsanwalt Professor Alexander Ehlers im „ÄrzteTag“-Podcast.
Hintergrund ist, dass der Staat aufgrund von Abnahmeverpflichtungen gegenüber dem Hersteller BioNTech 17,5 Millionen Impfdosen in diesen Vials wie in den Vorjahren abnimmt und auch bezahlt – und dann in den Großhandel gibt. Andere Impfstoffanbieter nutzen dagegen den normalen Vertriebsweg, die Kosten für die Impfstoffe werden von den Krankenkassen übernommen.
Im Podcast erläutert Alexander Ehlers, inwieweit impfende Ärztinnen und Ärzte befürchten müssen, in Regress genommen zu werden, je nachdem, welchen Impfstoff sie bestellen. Eine Situation wie die aktuelle sei „im Sozialrecht bisher nicht vorgesehen“, so Ehlers weiter. Er beschreibt, was bei der Verimpfung dokumentiert werden sollte, wie die Indikationsstellung laufen könnte und wann das Wirtschaftlichkeitsgebot tatsächlich greift.
Nicht zuletzt beschreibt Ehlers eine Möglichkeit, wie der Staat trotz Abnahmeverpflichtung eher wettbewerbsneutral agieren könnte. Der Rechtsanwalt könnte sich eine Lösung ähnlich wie bei der Cannabis-Agentur vorstellen. (Dauer: 20:09 Minuten)

Sep 6, 2023 • 39min
Ist die Situation in den Praxen wirklich so schlimm, Dr. Heinrich?
Zur Protestaktion „Praxis in Not“
„Praxenkollaps“ der KBV, „Praxis in Not“ vom Virchowbund: Mit vielen Aktionen versuchen (Vertrags-)Ärztinnen und Ärzte auf die schwierige Situation in Praxen aufmerksam zu machen. Dabei werden sie sekundiert von den Medizinischen Fachangestellten (MFA), die am Freitag in Berlin auf die Straße gehen wollen.
„An der Basis brodelt es“, berichtet der Virchowbund-Bundesvorsitzende Dr. Dirk Heinrich im „ÄrzteTag“-Podcast, die Mitglieder hätten den Verband „dazu aufgerufen, mehr zu machen“. Dabei herausgekommen ist die Aktion „Praxis in Not“: Mit Plakaten, Informationen und auch mit Protesttagen will der Virchowbund in den kommenden Wochen und Monaten die schwierige Situation in den Praxen thematisieren. Der erste bundesweite Protesttag ist für den 2. Oktober geplant. „Wir haben Forderungen auf dem Tisch, dass die Praxen eine Woche zumachen sollten“, so Heinrich.
Im Podcast erläutert der Bundesvorsitzende, warum die Protesttage unabhängig vom Ausgang der Honorarverhandlungen auf jeden Fall stattfinden werden, wie sehr die Budgetierung der ärztlichen Honorare den Spielraum der Praxen beim Gehalt für die Fachkräfte einschränkt und welche Folgen das für den Fachkräftemangel hat.
„Triggerpunkt“ für die Ärztinnen und Ärzte sei die Streichung der Neupatientenregelung mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz Anfang des Jahres gewesen: „Damit ist das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Politik zerstört worden“, klagt Heinrich. Mit offener Sprechstunde, TSS- oder Hausarztvermittlungsfällen könnten die Verluste allenfalls zum Teil kompensiert werden.

Sep 4, 2023 • 38min
Hilft das Gesundheitsdatennutzungsgesetz, Versorgungsdaten für die Forschung nutzbar zu machen, Herr Semler?
Sebastian Semler von TMF erläutert eine datensichere Nutzung
Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz (GDNG) soll dazu beitragen, dass Daten aus der Versorgung besser für die Forschung nutzbar werden. Dafür soll unter anderem eine Datenzugangs- und Koordinierungsstelle am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geschaffen werden. Über sie sollen Metadaten von verteilt gespeicherten Daten aus Registern, Daten von Krankenkassen und aus der elektronischen Patientenakte zugänglich sein und dann zusammengeführt werden können.
Im „ÄrzteTag“-Podcast erklärt Sebastian C. Semler von der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF), wie die Erfahrungen der Medizininformatik-Initiative (MII) und des Deutschen Forschungsdatenportals Gesundheit mit Daten von Universitätskliniken genutzt werden können. Die MII wird seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts mit insgesamt 500 Millionen Euro gefördert.
Bisher, so Semler, seien Therapieverläufe bei schweren Erkrankungen meist ein blinder Fleck in der Forschung. Im Podcast erläutert er, wie mithilfe von Pseudonymisierung mit Einwilligung der Patienten Fälle nachverfolgt werden können, welcher Aufwand betrieben werden muss, damit die Daten nicht zu den Patientinnen und Patienten zurückverfolgt werden können und wie eine Strafandrohung bei Rechtsverstößen hilfreich sein kann. Auch wie die Einbeziehung von Daten aus der ambulanten Medizin gelingen kann, spricht Semler im Podcast an.

Aug 28, 2023 • 26min
Anorexie – wie kann Virtual Reality die Therapie ergänzen, Dr. Behrens?
Mit einem Avatar gegen die Essstörung
Die Psychologische Psychotherapeutin Dr. Simone Behrens und ihr Team der Universität Tübingen haben in einer Studie untersucht, wie Virtual Reality (VR) bei der Therapie von Frauen mit Anorexia nervosa unterstützen kann (Psychother Psychosom 2023; 92(3):170-179). Dazu haben Sie 24 Probandinnen, die alle wegen einer Anorexie in stationärer oder ambulanter Behandlung waren, in vier Sitzungen für je 30 Minuten eine VR-Brille aufgesetzt und Tracker an ihrem Körper befestigt.
In der virtuellen Realität haben die Probandinnen einen gesunden und normalgewichtigen Körper gesehen. Aufgrund der Illusion mittels VR-Technologie nahmen die Probandinnen den virtuellen Körper als ihren eigenen Körper wahr, erzählt Behrens im „ÄrzteTag“-Podcast. Das Ziel sei es gewesen, den Probandinnen so die Angst vor der Gewichtszunahme zu nehmen und sie an ein Leben mit einem gesunden Körper heranzuführen. Vor welche Herausforderungen Behrens stieß, berichtet sie im Podcast. (Dauer: 26:27 Minuten)


