

Cosmic Latte
Eva Pech, Jana Steuer, Elka Xharo
Willkommen beim Cosmic Latte Podcast!
Begleite Eva, wenn sie mit Jana und Elka bei einem Kaffeehausgespräch, über Galaxien, Sterne und die faszinierenden Wunder unseres Universums plaudert. Ihre Leidenschaft für Astronomie und Wissenschaftskommunikation verbindet die Podcasterinnen miteinander.
Eva studiert Astronomie an der Universität Wien. Sie hat einen Abschluss in Kommunikationswissenschaften und erst vor kurzem ihre Masterarbeit über Wissenschaftskommunikation geschrieben. Sie ist neben diesem Podcast auch im Podcast „Das Universum“ zu hören, wo sie über Science in Science-Fiction Filmen redet. Sie träumt davon, eines Tages ins Weltall fliegen zu können.
Elka ist zur Zeit FH-Lektorin und hat eine Ausbildung zur Medizinphysikerin abgeschlossen. Außerdem beitreibt sie als @thesciencyfeminist auf Instagram einen erfolgreichen Wissenschaftskommunikationskanal, der vor allem Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen soll. Sie träumt davon, eines Tages Evas Weltraumflug programmieren zu dürfen.
Jana ist unser neuer Zugang bei Cosmic Latte. Sie hat nach ihrem Masterabschluss in Astrophysik nach Exoplaneten geforscht, bevor sie in die Wissenschaftskommunikation wechselte. Heute ist sie Redaktionsmitglied des YouTube-Kanals „Terra X Lesch & Co“. Neben Cosmic Latte ist sie auch in den beiden Podcasts „translunar“ und „Ein großer Schritt für die Menschheit“ zu hören.
Tauche in diesem Podcast in spannende astronomische Gespräche ein. Mach es dir gemütlich und erfahre Interessantes über die Geheimnisse des Kosmos!
Falls du Fragen hast oder mit uns in Kontakt treten möchtest, erreichst du uns jederzeit per E-Mail unter: kontakt@cosmiclatte.at.
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Episodes
Mentioned books

Nov 14, 2024 • 55min
CL046 Lise Meitner und die Spaltung des Atoms
Die Episode über die Entdeckung der Kernspaltung und warum Lise Meitner eine unsichtbare Heldin der Wissenschaft ist
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In dieser Folge werfen Eva und Jana einen Blick auf das beeindruckende Leben der Physikerin Lise Meitner und ihren Beitrag zur Entdeckung der Kernspaltung. Wir besprechen, was Kernspaltung ist und erörtern die bedeutenden Auswirkungen von Meitners Arbeit auf Physik und Astronomie.
Einleitung
In dieser Episode von Cosmic Latte spricht Eva mit Jana über ihre beeindruckende Reise nach Japan. Die Beiden diskutieren die Vielfalt der japanischen Kultur, von den hochmodernisierten Großstädten bis hin zu den traditionellen Tempeln.
Zudem berichtet Jana von JAXAs aktuellem Projekt Lignosat. Der Satellit aus Holz ist am 5. November zur ISS gestartet und wird in den kommenden Monaten von dort eingesetzt.
Der kreative Ansatz, einen Satelliten aus Holz zu bauen, soll nicht nur die Umwelt schonen, sondern ist auch ein Meisterwerk traditioneller japanischer Handwerkskunst. Darüber hinaus wird der erfolgreiche Verlauf der Hayabusa-Mission besprochen, die als erste eine Probe von einem Asteroiden zur Erde brachte.
Lise Meitner und die Kernspaltung
Im Hauptthema der Episode widmet sich Eva der österreichischen Physikerin Lise Meitner und ihrer Rolle bei der Entdeckung der Kernspaltung.
Geboren am 7. November 1878 in Wien, kämpfte Meitner gegen die Hindernisse ihrer Zeit, um als Frau Physik zu studieren und eine wissenschaftliche Karriere zu verfolgen. Aufgrund der damaligen Restriktionen konnte sie erst 1901 ihr Physikstudium beginnen und promovierte als zweite Frau in Physik in Wien.
Nach ihrem Abschluss und ihrer Promotion in Wien zog sie 1907 nach Berlin, wo sie mit dem Chemiker Otto Hahn eine produktive Zusammenarbeit begann. Zusammen forschten sie über die Struktur schwerer Atomkerne und ihre Reaktionen unter Neutronenbeschuss, ein Thema, das in der physikalischen Gemeinschaft viel Aufmerksamkeit erhielt.
In den frühen 1930er-Jahren begannen Meitner und Hahn mit Experimenten zur Bestrahlung von Uran, bei denen sie unerwartet auf Zerfallsprodukte wie Barium stießen. Dies widersprach dem damaligen Modell der Atomstruktur. Nach ihrer Flucht nach Schweden 1938 – aufgrund der politischen Lage in Nazi-Deutschland – setzte Meitner die Forschung aus der Distanz fort und interpretierte die Beobachtungen Hahns.
Die bahnbrechende Erkenntnis kam schließlich beim Spaziergang mit ihrem Neffen Frisch, der ebenfalls Physiker war: Der Uran-Kern könnte durch die Aufnahme eines Neutrons in zwei nahezu gleich große Teile zerfallen, was enorme Mengen Energie freisetzt. Meitners Berechnungen zeigten, dass dieser Zerfall etwa 200 Millionen Elektronenvolt (MeV) pro Kernspaltung freisetzt – ein Resultat, das später zur Grundlage der Nutzung der Kernkraft wurde.
Doch trotz ihrer wesentlichen Beiträge wurde Meitner bei der Verleihung des Nobelpreises 1944 übergangen, der allein an Otto Hahn ging. Sie selbst war 49-mal für den Nobelpreis nominiert, erhielt ihn aber nie, was angesichts ihrer Leistung nicht nachvollziehbar ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich Meitner in Großbritannien für die friedliche Nutzung der Kernenergie ein und erhielt posthum große Anerkennung, wie die Benennung des Elements Meitnerium. Ihre Forschung beeinflusste nicht nur die Physik, sondern auch die Astronomie: Lise Meitners Entdeckung der Kernspaltung hat indirekt großen Einfluss auf unser Verständnis des Universums. Ihre Forschung an der Struktur des Atomkerns und die Erkenntnis, dass schwere Kerne in leichtere zerfallen und dabei enorme Mengen an Energie freisetzen, legten die Grundlage für das Verständnis der Prozesse die in Sternen ablaufen. Die Mechanismen, die Meitner und ihre Kollegen entdeckten, sind entscheidend für die Nukleosynthese – also die Bildung von Elementen in Sternen und Supernovae. In diesen extremen astrophysikalischen Umgebungen werden durch Fusion und Spaltung die schweren Elemente gebildet, die heute in unserem Universum existieren. Meitners Arbeiten trugen so entscheidend zur nuklearen Astrophysik bei, einem Bereich, der für die Entstehung und Entwicklung von Sternen und Galaxien zentral ist.
Filmempfehlung:
Einstein Junior, Australien 1988, aktuell auf Amazon erhältlich
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Oct 31, 2024 • 1h 18min
CL045 Dimensionsportale und parallele Welten! Wurmlöcher in der Science Fiction
Die Episode über Tunnel durch Raum und Zeit, Parallelwelten und andere Dimensionen: Was steckt hinter Wurmlöchern?
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Pünktlich zu Halloween macht sich Cosmic Latte auf den Weg in andere Dimensionen, durch Tunnel in Raum und Zeit und in andere Welten. Dabei landen wir (fast) in der Hölle und diskutieren unterwegs darüber, wie wissenschaftlich die Darstellungen von Wurmlöchern und Dimensionsportale in der Science Fiction sind. Und wie immer wenn es um Science Fiction geht, ist der Drehbuchautor Peter Koller zu Gast.
Wurmlöcher in der Science Fiction und die Wissenschaft dahinter
In den bisherigen Science-Fiction-Specials hat Eva mit Regisseur und Drehbuchautor Peter Koller bereits den Bau von Zeitmaschinen, den (möglichen) Erstkontakt mit Außerirdischen und auch den Weltuntergang in Film und Wissenschaft beleuchtet.
In unserem vierten Special tauchen wir in die Welt der Wurmlöcher ein, die als Tunnel durch die Raumzeit interstellare Reisen (zumindest im Film) ermöglichen - faszinierende Strukturen, die Science-Fiction-Filme und -Serien als Abkürzungen durch Raum und Zeit nutzen.
Aber nicht nur Science-Fiction-Autoren, sondern auch die Wissenschaft lässt sich von diesem Konzept inspirieren.
Was sind Wurmlöcher?
Der erste Ansatz für ein Wurmloch findet sich in einer Arbeit des österreichischen Physikers Ludwig Flamm von der Universität Wien aus dem Jahr 1916. Albert Einstein und Nathan Rosen beschrieben das Konzept 1935 genauer, weshalb Wurmlöcher in der Fachliteratur auch "Einstein-Rosen-Brücken" genannt werden.
Wurmlöcher sind in der Science-Fiction sehr beliebt. Man kann sie sich wie eine Abkürzung vorstellen, wie einen Tunnel durch einen Berg, oder wie ein Loch, das ein Wurm in der Mitte eines Apfels gefressen hat - daher übrigens der Name, der 1957 von John Wheeler geprägt wurde (der auch den Namen "Schwarzes Loch" erfand).
Wenn wir durch ein Wurmloch reisen, könnten wir also (theoretisch) schneller als das Licht reisen, ohne ein Naturgesetz zu brechen. Denn interstellares Reisen ist, zumindest für uns Menschen, mit zwei großen Problemen verbunden:
Erstens sind die kosmischen Entfernungen in menschlichen Zeitmaßstäben nicht zu bewältigen. Die Sonne ist 150 Millionen Kilometer von der Erde entfernt (das entspricht 8 Lichtminuten oder einer "Astronomischen Einheit"), unser Nachbarstern Proxima Centauri ist bereits 4,2 Lichtjahre oder 39.900 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, zum Zentrum der Milchstraße sind es schon 26.000 Lichtjahre und zu den Magellanschen Wolken 160.000 bzw. 210.000 Lichtjahre - und das ist nur unsere „galaktische Nachbarschaft“.
Um diese Entfernungen zu unseren Lebzeiten zu überwinden, müssten wir schneller als das Licht reisen - und genau hier liegt das Problem. Denn nach den Gesetzen der Physik kann nichts schneller sein als das Licht. Bei 299792,458 km/s ist die Grenze erreicht, Überlichtgeschwindigkeit ist nicht möglich.
Wurmlöcher wären eine praktische Lösung für diese Probleme, sind aber bisher rein theoretische, mathematische Gebilde. Sie existieren bisher nur als mathematische Lösungen der Relativitätstheorie und wurden noch nicht experimentell nachgewiesen.
Eine einfache Lösung der Einsteinschen Gleichungen ist die Schwarzschild-Lösung, die das Gravitationsfeld einer kugelförmigen, ungeladenen und nicht rotierenden Masse beschreibt. Für Objekte, die zu einem Schwarzen Loch kollabieren, reicht die Schwarzschild-Lösung jedoch nicht aus - es treten sogenannte Singularitäten auf.
Die Wurmlöcher der Allgemeinen Relativitätstheorie sind jedoch sehr instabil. Ohne Quantenverschränkung würden sie sofort kollabieren sobald sich ihnen ein Teilchen nähert, noch bevor es sie durchqueren könnte. Diese Instabilität ist eine der größten Schwierigkeiten, ein Wurmloch offen für eine Durchquerung zu halten.
Für große, passierbare Wurmlöcher, wie sie in Science-Fiction-Filmen verwendet werden, bräuchte man eine bizarre Materie mit negativer Energiedichte (sie müsste antigravitativ wirken), die es nicht gibt bzw. kennen wir keine Materie, die diese Eigenschaften besitzt.
Der Astrophysiker Kip Thorne berechnete, dass für ein Wurmloch von einem Meter Durchmesser exotische Materie von der Masse des Jupiter erforderlich wäre.
1988 stellten Kip Thorne und Michael Morris in ihrem Aufsatz Wormholes in spacetime and their use for interstellar travel neun Regeln für ein passierbares Wurmloch auf:
Statische Stabilität: Wurmlöcher müssen stabil und unveränderlich sein, damit sie sicher durchquert werden können.
Einhaltung der Relativitätstheorie: Wurmlöcher müssen den physikalischen Gesetzen der Allgemeinen Relativitätstheorie gehorchen.
Asymptotische Flachheit: Der Hals des Wurmlochs sollte flache Regionen der Raumzeit miteinander verbinden.
Kein Ereignishorizont: Ein passierbares Wurmloch darf keinen Horizont haben, damit man nicht darin gefangen bleibt.
Geringe Gravitationskräfte: Die Gravitation innerhalb des Wurmlochs muss gering sein, um eine „Spaghettifizierung“ zu vermeiden.
Kurze Durchquerungszeit: Die Reisezeit durch das Wurmloch sollte minimal sein, im Idealfall kürzer als der konventionelle Weg.
Erreichbare Materie: Das Wurmloch muss aus Materie bestehen, die im Universum existiert - exotische Materie mit negativer Energiedichte ist notwendig, aber bisher nicht nachweisbar.
Stabilität: Das Wurmloch muss stabil genug sein, um eine sichere Passage zu gewährleisten.
Praktische Konstruktion: Der Bau eines Wurmlochs sollte im Rahmen der Zeit und der Ressourcen des Universums machbar sein.
Quantenverschränkte Wurmlöcher könnten das Problem der exotischen Materie lösen: Hier wird postuliert, dass Wurmlöcher (Einstein-Rosen-Brücken, ER) und quantenverschränkte Teilchenpaare (Einstein-Podolsky-Rosen-Paar, EPR) miteinander verbunden sind. Die ER-EPR-Vermutung von Juan Maldacena und Leonard Susskind benötigt keine exotische Materie mehr und würde auch das Informationsparadoxon der Schwarzen Löcher lösen. Wurmlöcher könnten demnach als kausale Verbindungen fungieren, durch die Informationen mittels Quantenverschränkung übertragen werden.
Trotz dieser theoretischen Grundlagen bleibt die Existenz stabiler, durchquerbarer Wurmlöcher spekulativ. Forscher wie Daniel R. Terno zeigen in aktuellen Studien, dass sphärisch-symmetrische Wurmlöcher die Quanten-Energie-Ungleichungen verletzen und daher in der semiklassischen Gravitation instabil sind.
Im Gegensatz zu den meisten Filmen sehen Wurmlöcher auch nicht wie ein Abfluss oder ein Loch aus, sondern sind kugelförmig und eher mit einer Seifenblase zu vergleichen. Der Film "Interstellar" zeigt das Wurmloch wissenschaftlich korrekt als kugelförmige Verzerrung im Raum.
Und: Die Kurzgeschichte von Stephen King mit der Teleportation, die Peter erwähnt, ist "The Jaunt".
Alle Filme die in dieser Folge erwähnt werden:
Powers of Ten
Interstellar
2001: A Space Odyssey
Contact
Inception
12 Monkeys
Tenet
Stargate
The Abyss
Monsters, Inc.
Toy Story
Doctor Strange in the Multiverse of Madness
Coraline
Alice in Wonderland
Hostile Dimensions
Event Horizon
Smile 2
Dead Calm
From Beyond
Sliders
Star Trek: Mirror, Mirror
Links und weiterführende Informationen:
Inaccessibility of traversable wormholes von Daniel R. Terno
BBC Podcast In our time: Wormholes
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Oct 17, 2024 • 52min
ADHS und Astronomie: Neurodiversität als Superpower?
Die Episode über ADHS in der Wissenschaft und wie Neurodiversität die MINT-Welt beeinflusst
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In dieser Episode diskutieren Eva und Elka über ADHS und Autismus in den MINT-Fächern wie Physik und Astronomie. Wir sprechen über die Herausforderungen und Chancen im Zusammenhang mit ADHS, die Diagnose, die Symptome und die häufigsten Vorurteile. Zudem beleuchten wir, wie sich Neurodiversität positiv auf wissenschaftliche Karrieren auswirken kann und wie durch passende Rahmenbedingungen die Stärken neurodivergenter Menschen optimal gefördert werden können.
Einleitung
In dieser Episode werfen wir zunächst einen Blick auf die ORF Astrologie-Show "Blick in die Sterne". Eva und Elka besprechen, warum es problematisch ist, dass ein öffentlich-rechtlicher Sender wie der ORF eine eigene Astrologie Sendung unter dem Deckmantel der Unterhaltung produziert. Damit wird der Astrologie, einer Pseudowissenschaft, nicht nur eine Plattform gegeben, sondern auch zu einer Legitimation verholfen, anstatt sich kritisch mit ihr auseinanderzusetzen (siehe auch hier).
Space News: planetare Verteidigung
Bessere Nachrichten kommen von Eva, die über den erfolgreichen Start der Raumsonde Hera mit einer Falcon 9 von SpaceX berichtet.
Hera fliegt nun zum binären Asteroidensystem Dydimos (bestehend aus Dydimos und seinem Begleiter Dimorphos). Dort wurde vor zwei Jahren im Rahmen der DART-Mission ein kontrollierter Einschlag auf Dimorphos durchgeführt, um dessen Umlaufbahn zu verändern. Damit sollte getestet werden, ob es möglich ist, die Bahn eines Asteroiden zu verändern, um im Falle einer Gefahr für die Erde (die weder von Dimorphos noch von Dydimos ausgeht!) reagieren zu können.
Tatsächlich waren die Auswirkungen des Einschlags stärker als in den Modellen vorhergesagt. Hera soll im Herbst 2026 bei Didymos ankommen und nachsehen, wie es dort jetzt aussieht. Mit ihren Messinstrumenten wird Hera unter anderem die Tiefe des Kraters, die Verformung des Asteroiden und seine genaue Zusammensetzung untersuchen. Ein weiterer Schritt zur planetaren Verteidigung.
Oktober: Der Monat für ADHS-Awareness
Jedes Jahr im Oktober wird im Rahmen des ADHD Awareness Month weltweit auf ADHS aufmerksam gemacht (symbolisiert durch die orangefarbene Schleife). Es ist ein wichtiges Thema, nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht, sondern auch persönlich für viele Betroffene - wie Eva und Elka, die mit ADHS diagnostiziert wurden. Für uns beide hat die eigene, späte Diagnose das Leben verändert und wir möchten es anderen ersparen, jahrelang ohne Klarheit zu leben. Deshalb ist Aufklärung wichtig.
Was genau ist ADHS?
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung oder Attention Deficit Hyperactivity Disorder) ist eine neurologische Entwicklungsstörung, die durch Symptome wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet ist. Diese Symptome variieren je nach Alter, Geschlecht und individuellen Lebensumständen, weshalb ADHS vor allem bei Erwachsenen oft erst spät diagnostiziert wird.
Bei Erwachsenen und besonders bei Frauen wird ADHS oft spät erkannt, weil es sich nicht "auswächst", wie lange angenommen wurde. Eva zum Beispiel hat die Symptome lange kompensiert - überdurchschnittliche sprachliche, logische und numerische Fähigkeiten haben ihr geholfen, viele Herausforderungen zu meistern, aber dabei auch sehr viel Energie verschlungen. Die späte Diagnose hat geholfen, die Vergangenheit zu verstehen und Strategien zu entwickeln, die ihr Leben nachhaltig verbessern.
Vor allem bei Frauen äußert sich ADHS oft anders als bei Männern: Während Jungen in der Regel im Alter von etwa 7 Jahren diagnostiziert werden, tritt ADHS bei Mädchen meist später auf, oft erst in der Pubertät. Das erschwert die Diagnose.
ADHS wird häufig durch drei Hauptsymptome definiert:
Unaufmerksamkeit: Oft als „Unaufmerksamkeit“ diagnostiziert, sind viele Betroffene eher “überaufmerksam”, da sie mehr Reize gleichzeitig wahrnehmen.
Hyperaktivität: Häufig körperliche Unruhe, ständiges Zappeln oder exzessives Sprechen.
Impulsivität: Geduldsschwierigkeiten und impulsives Verhalten ohne Rücksicht auf Verluste.
Diese Merkmale sind bei Männern und Frauen oft unterschiedlich stark ausgeprägt: Männer zeigen in der Regel mehr Hyperaktivität, während Frauen häufiger unter Unaufmerksamkeit leiden, was oft zu einer späten Diagnose führt.
ADHS bei Erwachsenen wurde erst in den 1970er Jahren ernsthaft erforscht. Diese Form äußert sich häufig durch
Innere Unruhe und das ständige Bedürfnis, beschäftigt zu sein.
Schwierigkeiten beim Planen und Strukturieren von Aufgaben.
Impulsives Verhalten im Alltag, z.B. beim Einkaufen oder in sozialen Interaktionen.
Ursachen und neurologische Besonderheiten
ADHS ist eine Regulationsstörung im Gehirn, bei der Neurotransmitter wie Dopamin zu schnell abgebaut werden, was zu Defiziten in Konzentration, Antrieb und Impulskontrolle führt. Obwohl ADHS häufig vererbt wird, können auch Umweltfaktoren wie die frühkindliche Entwicklung und familiäre Umstände eine Rolle spielen. Untersuchungen mit der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigen, dass bestimmte Hirnregionen bei ADHS-Betroffenen schlechter durchblutet sind.
ADHS in der Wissenschaft: Besonderheiten in MINT-Fächern
Neurodivergente Menschen, darunter solche mit ADHS, bringen oft kreative Denkweisen und Fähigkeiten in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) mit. Studien zeigen, dass Jugendliche mit ADHS oft gute Leistungen in MINT-Fächern erbringen, wenn sie die richtigen Unterstützungsmechanismen erhalten. Die Forschung betont daher zunehmend, dass Menschen mit ADHS nicht nach traditionellen Maßstäben beurteilt werden sollten, sondern dass ihre Stärken gefördert werden müssen.
ADHS ist mehr als eine Ansammlung von Symptomen - es beeinflusst das Leben von Millionen von Menschen und bringt sowohl Herausforderungen als auch Stärken mit sich. Es ist wichtig, das Bewusstsein zu schärfen und Vorurteile abzubauen, um den Betroffenen zu helfen, ihre Stärken zu nutzen und erfolgreich zu sein. Ob in der Schule, im Beruf oder im Alltag - mit der richtigen Unterstützung und Aufklärung kann ADHS ein Ansporn und keine Einschränkung sein.
Die besprochenen Studien findet ihr hier:
“It Seems Like I’m Doing Something More Important”—An Interpretative Phenomenological Analysis of the Transformative Impact of Research Experiences for STEM Students with ADHD, Zaghi, A.E.; Grey, A.; Hain, A.; Syharat, C.M., Educ. Sci. 2023, 13, 776.,
Link zum Download
"Problematizing Perceptions of STEM Potential: Differences by Cognitive Disability Status in High School and Postsecondary Educational Outcomes", Shifrer D., Freeman DM, Socius, 2021,
Link zur Studie
Supporting Neurodivergent Talent: ADHD, Autism, and Dyslexia in Physics and Space Sciences, N. Turner, H. Haynes Smith, Trinity University, Physics and Astronomy Department, 2023,
Link zum Download
Hier noch der Link zum Paper über das Dunkle Materie Experiment mit dem Akronym ADHD:
Perspectives of dark matter indirect search with ADHD in space, F Nozzoli, F Dimiccoli, P Zuccon, Journal of Physics, 2020
Link zum Download
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Oct 3, 2024 • 53min
CL043 Kosmische Kollisionen: Was passiert, wenn Sterne zusammenstoßen?
Die Episode über stellare Kollisionen und ihre Auswirkungen: von der Super- bis zur Kilonova
In dieser Episode gehen Eva und Jana den gigantischen kosmischen Kollisionen im All nach. Was passiert wenn Sterne zusammenstoßen? Welche Energien werden frei gesetzt, wenn Neutronensternen kollidieren? Welche Rolle spielen Schwarze Löcher dabei und was sind eigentlich blaue Nachzügler? Diesen Fragen und noch viel mehr gehen wir dieses Mal nach.
Zudem: die Gewinner des Jubiläums-Quiz, die Gründung von Space Monkey Podcasts und ein Update zum Wow-Signal!
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Begrüßung & Einleitung:
Wir beginnen diese Episode mit der Gewinnspielauflösung:
Anlässlich des 2-jährigen Jubiläums von Cosmic Latte (das wir in CL036- Cosmic Latte hat Geburtstag gebührend gefeiert haben) geben Eva und Jana die Gewinner des Gewinnspiels bekannt und lösen das Rätsel auf.
Die korrekten Antworten auf die gestellten Fragen lauten:
Der Hex-Wert von Cosmic Latte: #FFF8E7 (aus Episode CL001).
Die Fernsehserie, die Evi für Asteroideneinschläge interessierte: Akte X (Episode über das Tunguska-Event, CL008).
Der Tag, an dem Elka „dank Jupiter“ alles bekommt, was sie möchte: 26.05.2024 (aus CL022).
Observatorium, in dem Jana Exoplaneten beobachtete: Wendelstein Observatorium (aus CL026).
Die Gewinner wurden bereits verständigt.
Space Monkey News
Eva hat mit 1. Oktober ihr eigenes Unternehmen, Space Monkey Podcasts gegründet. Mit ihrer Agentur für Wissenspodcasts, bietet sie Full-Service-Leistungen für Podcasts an, von der Idee über die Produktion bis zur Veröffentlichung.
Anfragen könnt ihr gerne direkt an Eva per Mail an podcast@spacemonkey.at richten.
Space News
Es gibt ein Update zum Wow!-Signal, das Eva und Jana in CL028 - Botschaften von Aliens und das Rätsel des WOW-Signals! besprochen haben: es gibt eine neue Erklärung des Signals von 1977, das als potenzielles Zeichen außerirdischer Intelligenz galt. Neuere Forschungen deuten auf ein astrophysikalisches Ereignis hin, bei dem eine Wasserstoffwolke durch eine starke Strahlungsquelle plötzlich aufleuchtete. Das Paper dazu könnt ihr unter diesem Link downloaden.
Sternenkollisionen
Das Hauptthema dieser Folge sind Sternenkollisionen.
Obwohl Sterne in den Weiten des Universums oft als weit voneinander entfernt gelten, gibt es bestimmte Umstände, unter denen sie miteinander kollidieren können. Dies geschieht vor allem in Regionen mit hoher Sternendichte, wie etwa in Kugelsternhaufen, und in Doppelsternsystemen, in denen zwei Sterne einander umkreisen.
Kollisionen in Kugelsternhaufen:
In den Zentren von Kugelsternhaufen sind Sterne so dicht gepackt, dass Kollisionen häufiger vorkommen. Während es im nahen Umfeld der Sonne etwa 0,1 Sterne pro Kubikparsec gibt, befinden sich im Zentrum eines Kugelsternhaufens zwischen 100 und 10.000 Sterne pro Kubikparsec. Dies führt zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass Sterne zusammenstoßen oder miteinander interagieren. Ein bekanntes Phänomen, das durch solche Kollisionen entstehen kann, sind die sogenannten Blauen Nachzügler – Sterne, die heißer und leuchtkräftiger sind, als es für ihr Alter typisch wäre. Diese entstehen durch die Verschmelzung älterer Sterne, die einen neuen, massereicheren und heißeren Stern bilden.
Kollisionen in Doppelsternsystemen:
In Doppelsternsystemen können Kollisionen durch den Verlust von Orbitalenergie geschehen. Dies geschieht beispielsweise durch die Abstrahlung von Gravitationswellen oder durch Wechselwirkungen mit der umgebenden Materie. Der massereichere Stern kann während seiner Entwicklung die sogenannte Roche-Grenze überschreiten, was dazu führt, dass seine Masse auf den masseärmeren Begleiterstern übertragen wird. Dies kann schließlich zu einer Verschmelzung führen.
Abhängig vom Entwicklungsstadium der Sterne können dabei verschiedene Arten von Sternen entstehen, darunter:
Main Sequence Merger: Die Verschmelzung zweier Hauptreihensterne führt zur Bildung eines neuen, verjüngt wirkenden Sterns.
Riesenstern Merger: Wenn beide Sterne bereits die Hauptreihe verlassen haben, kann die Verschmelzung chaotisch ablaufen und viel Material ausgestoßen werden, das eine Hülle um den neu entstandenen Riesenstern bildet.
Kollisionen mit kompakten Objekten:
Besonders spektakulär sind Kollisionen, bei denen kompakte Objekte wie Neutronensterne oder schwarze Löcher beteiligt sind. Diese führen zu extrem energiereichen Ereignissen wie Kilonovae oder Supernovae Typ Ia.
Kilonovae entstehen, wenn zwei Neutronensterne oder ein Neutronenstern und ein schwarzes Loch kollidieren. Die dabei freigesetzten Gravitationswellen und Strahlung sind extrem stark und können schwere Elemente wie Gold oder Platin erzeugen. Eine Kilonova leuchtet etwa 1000-mal heller als eine gewöhnliche Nova und wird durch den radioaktiven Zerfall der gebildeten Elemente angetrieben.
Supernova Typ Ia tritt auf, wenn ein weißer Zwerg genug Masse von einem Begleiterstern aufnimmt, um die kritische Massegrenze zu erreichen. In der Folge entzündet sich die Fusion von Kohlenstoff und Sauerstoff im Kern des weißen Zwergs, was zu einer katastrophalen Explosion führt. Diese Explosion setzt enorme Mengen an Energie frei und hinterlässt keine Überreste des ursprünglichen Sterns, nur eine diffuse Wolke aus interstellarer Materie.
Novae: Im Gegensatz zu Supernovae handelt es sich bei Novae um wiederkehrende Helligkeitsausbrüche in Doppelsternsystemen (auf sehr unterschiedlichen Zeitskalen), bei denen ein weißer Zwerg Materie von einem Begleiterstern ansammelt. Wenn genug Wasserstoff auf der Oberfläche des weißen Zwergs akkumuliert wird, kann dies zu einer thermonuklearen Explosion führen. Diese Explosion wirft das angesammelte Material ab, ohne jedoch den weißen Zwerg oder den Begleiterstern zu zerstören.
Ein besonderes Beispiel für eine Nova ist T Coronae Borealis, eine Nova, die alle 78 bis 80 Jahre ausbricht. Der nächste Ausbruch wird noch in diesem Jahr erwartet.
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Sep 19, 2024 • 44min
CL042 Mond Basis 2030: Werden wir bald auf dem Mond leben?
Die Episode über die realen Möglichkeiten der Mondbesiedelung und wie eine zukünftige Mondbasis aussehen könnte.
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Einleitung
Der Sommer ist vorbei und wir blicken zurück auf Elka's Auftritte in den Medien, u.a. auch im österreichischen Fernsehen. Am Besten spricht es sich aber nach wie vor im Podcast!
Mondkolonie, Mondbesiedelung oder Mondstadt?
In dieser Episode sprechen Eva und Elka nicht nur über die Rückkehr des Menschen auf den Mond, wie sie im Rahmen der aktuellen Artemis-Mission der NASA geplant ist, sondern gehen einen Schritt weiter und fragen sich, wie eine dauerhafte Besiedlung des Mondes in der Zukunft aussehen könnte.
Bill Nye the Science Guy, Leiter der Planetary Society betont in diesem Kontext, dass wir dabei nicht von Kolonisierung des Mondes sprechen sollten, sondern stattdessen besser von Settlement, also Besiedlung. Während der Begriff Kolonisierung geschichtlich negativ behaftet ist, sollten wir hier neue Wege gehen - auch in sprachlicher Hinsicht. Näheres dazu kann in dem Artikel von Space nachgelesen werden.
Die Idee, den Mond zu besiedeln, ist noch gar nicht so alt, aber sie hat eine lange Geschichte. In der Literatur haben berühmte Schriftsteller wie Jules Verne oder Isaac Asimov schon früh ihre Gedanken dazu zu Papier gebracht.
In der Wissenschaft ist der russische Erfinder Konstantin Ziolkowski (1857-1935) zu nennen. Er gilt als Vater der Raumfahrt und beschrieb bereits 1895 einen Weltraumaufzug. Er war auch der erste, der sich Gedanken darüber machte, wie man Raketen in den Weltraum schießen könnte - schließlich galt es, die Schwerkraft der Erde zu überwinden. Ziolkowski stellte dazu auch mathematische Berechnungen an, die sogenannte Ziolkowski-Raketengleichung.
Er war einer der Ersten, der über die Errichtung von Raumstationen und Weltraumkolonien nachdachte. In seinen Arbeiten beschrieb er die Idee von permanent bewohnten Strukturen im Weltraum, die als Zwischenstationen für interplanetare Reisen dienen könnten. Für ihn war der Mond der erste Schritt der menschlichen Expansion in den Weltraum.
Besiedlung des Mondes: Wie realistisch ist die Vision?
Nach der historischen Mondlandung 1969 ebbte die Begeisterung für bemannte Mondmissionen in den folgenden Jahrzehnten ab. Seit der letzten Mondlandung 1972 mit Apollo 17 hat kein Mensch mehr den Mond betreten. Doch nun plant die Menschheit die Rückkehr - und mehr noch: die dauerhafte Präsenz auf unserem Trabanten.
Werden wir eines Tages wirklich dauerhaft auf dem Mond leben können? Bisherige Mondmissionen, wie die der Apollo-Programme, beschränkten sich auf Kurztrips, bei denen sich die Astronauten nur wenige Tage auf der Mondoberfläche aufhielten.
Die Herausforderungen der Mondbesiedelung
Eine dauerhafte Besiedlung des Mondes ist mit großen Herausforderungen verbunden. Der Mond besitzt weder eine Atmosphäre noch ein Magnetfeld und ist damit der kosmischen Strahlung und extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Während tagsüber auf dem Mond Temperaturen von bis zu +130°C erreicht werden können, sinken diese in der Nacht auf -160°C ab. Auch der Tag-Nacht-Rhythmus ist anders als auf der Erde: Ein Tag auf dem Mond dauert etwa 14 Erdtage, gefolgt von 14 Erdtagen Nacht.
Weitere Herausforderungen sind die geringe Schwerkraft, die nur etwa ein Sechstel der Erdschwerkraft beträgt, und der Mangel an Wasser. Dabei ist Wasser überlebenswichtig - ob als Trinkwasser, zur Sauerstoffgewinnung oder als potenzielle Energiequelle.
Wasser auf dem Mond!
Die Entdeckung von Wasser auf dem Mond in den letzten Jahrzehnten hat das Potenzial für eine Mondkolonie enorm erhöht. Während man früher davon ausging, dass der Mond völlig trocken ist, haben Missionen wie Chandrayaan-1 und der Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) in den 2000er Jahren Wasser in Form von Eis vor allem in den permanent beschatteten Kratern an den Mondpolen nachgewiesen. Im Jahr 2020 bestätigte das Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy (SOFIA) die Existenz von Wasser auch auf der sonnenbeschienenen Mondoberfläche.
Strategische Orte für eine Mondkolonie
Zwei Regionen sind für eine Mondkolonie besonders geeignet: die Polregionen und die Äquatorregionen. Die Polregionen bieten durch ihre nahezu konstanten Lichtverhältnisse eine zuverlässige Energiequelle in Form von Sonnenenergie. Besonders interessant ist der Shackleton-Krater, der durch seine permanenten Eisvorkommen eine ideale Basis für eine Kolonie bieten könnte.
Die äquatorialen Regionen könnten wegen ihrer höheren Konzentration an Helium-3, einem potenziellen Energieträger, und ihrer besseren Erreichbarkeit von Interesse sein. Außerdem gibt es dort Gebiete wie Reiner Gamma, die über ein natürliches Magnetfeld verfügen, das den Sonnenwind ablenken könnte.
Technologien für eine Mondbasis
Für den Bau einer Mondbasis gibt es verschiedene Ansätze. Eine Möglichkeit besteht darin, Strukturen unter der Mondoberfläche zu errichten, um Schutz vor Strahlung und Temperaturschwankungen zu bieten. Auch natürliche Höhlen, so genannte Lavaröhren, könnten genutzt werden. Auf der Oberfläche könnten künstliche Magnetfelder und das Einbetten von Strukturen in Mondstaub zusätzlichen Schutz bieten.
Moderne Technologien wie der 3D-Druck ermöglichen es, Baumaterialien direkt aus dem Mondregolith herzustellen. Die In-situ Resource Utilization (ISRU) Technologie soll zudem lokale Ressourcen wie Wasser nutzen, um Atemluft und Raketentreibstoff vor Ort zu gewinnen.
Das Artemis-Programm: Der nächste Schritt zurück zum Mond
Mit dem Artemis-Programm strebt die NASA bis 2025 die Rückkehr von Menschen auf den Mond an, um dort langfristig eine dauerhafte Präsenz zu etablieren. Diese Missionen sollen den Grundstein für zukünftige Mondkolonien legen. Geplant sind unter anderem das Artemis Base Camp am Südpol des Mondes sowie die Raumstation Lunar Gateway im Mondorbit, die als Zwischenstation für Mondlandungen und zukünftige Marsmissionen dienen soll.
Die Besiedelung des Mondes ist dank internationaler Zusammenarbeit und technologischer Innovationen in greifbare Nähe gerückt. Mit den ehrgeizigen Plänen des Artemis-Programms könnte eine erste Mondbasis bereits in den 2030er Jahren Realität werden. Diese Entwicklungen markieren nicht nur einen Meilenstein in der Raumfahrt, sondern auch einen symbolischen Schritt der Menschheit als Ganzes, die jenseits nationaler Interessen gemeinsame Träume und Ziele verfolgt. Die Besiedelung des Mondes bleibt eine Vision, die dank neuer wissenschaftlicher und technischer Errungenschaften mehr als nur Science Fiction sein könnte.
Weiterführende Infos:
Mehr über die Pläne der NASA einer permanenten Mondbesiedlung kann in dem Folder NASA's Plan for Sustained Lunar Exploration and Development nachgelesen werden.
Auf ARTE gibt es die Dokumentation "Können wir auf dem Mond leben?" in ihrer Mediathek zu sehen.
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Sep 5, 2024 • 45min
CL041 Der Mond: Die Geschichte einer kosmischen Kollision
Die Episode über den Zusammenprall der Erde mit Theia und weitere Theorien zur Entstehung des Mondes.
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Einleitung
Dieses Mal dreht sich alles um den Mond und seine Entstehung. Denn obwohl uns der Mond so nahe ist, gibt er uns immer noch einige Rätsel auf. Selbst die Frage nach seiner Entstehung ist nicht vollständig geklärt. Eva wirft daher mit Jana einen genaueren Blick auf unseren Begleiter.
Vom Astronomy High zum Cyclers High
Läufer erleben ein High nach ihrem sportlichen Lauf, Jana spürt das Astronomy High wenn sie sich intensiv mit astronomischen Themen beschäftigen kann und Eva entdeckte das Cyclers High nach ihrem Raderfolg, dem Bezwingen des kleinen Hausberges. Sie berichtet zudem auch von ihrer neuen Radsport-Leidenschaft auf Zwift.
Mars Simulation beendet
Indoor-Sport haben auch die vier Menschen in der Marssimulation regelmäßig gemacht. Nach zwölf Monaten, ging die amerikanische Mission zu Ende: das Chapea-Programm simulierte in einem isolierten Habitat am Johnson Space Center 378 Tage eine Marsmission.
Besonders interessant sind die Habitate aus dem 3D-Drucker, die auf der Website der NASA begutachtet werden können.
Über Analoge Mars-Missionen haben wir in Cosmic Latte bereits mit der Analog-Astronautin Annika Mehlis vom ÖWF(dem Östereichischen Weltraum Forum) gesprochen. Ihr könnt euch die Folge gerne nochmal anhören: CL016- Analoge Missionen zum Mars
Die Entstehung des Mondes
Der Mond weist eine interessante Entstehungsgeschichte auf. Denn der Mond ist im Vergleich zur Erde außergewöhnlich groß. Er übertrifft sogar Merkur und ist der fünftgrößte Mond im Sonnensystem. Während die anderen terrestrischen Planeten entweder gar keine Monde (Merkur, Venus) oder nur sehr kleine, unregelmäßig geformte Monde (Mars) haben, bleibt die Größe und Existenz unseres Mondes ein Rätsel.
Theorien zur Mondentstehung:
Einfang: Diese Theorie schlägt vor, dass der Mond einst ein eigenständiger Planet war, der von der Erde eingefangen wurde. Allerdings passt diese Idee nicht zur geologischen Ähnlichkeit von Erde und Mond.
Abspaltung: Eine weitere Idee besagt, dass die Erde sich so schnell drehte, dass sich ein Teil von ihr abspaltete und den Mond bildete. Doch das Alter und die Beschaffenheit des Mondgesteins widersprechen dieser Theorie.
Akkretionstheorie: Hier hätten sich Erde und Mond gleichzeitig als Doppelsystem gebildet. Diese Theorie erklärt jedoch nicht den kleinen Eisenkern des Mondes und den hohen Drehimpuls des Systems.
Die Giant-Impact-Hypothese
Die am meisten akzeptierte Theorie ist die Giant-Impact-Hypothese. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren kollidierte die junge Erde mit einem marsgroßen Protoplaneten namens Theia. Dieser Einschlag führte dazu, dass große Mengen Material ins All geschleudert wurden, die sich zu einem Trümmerring um die Erde formten und schließlich den Mond bildeten. Diese Hypothese erklärt viele der Besonderheiten unseres Mondes. Zum Beispiel hat der Mond, im Vergleich zur Erde, einen sehr kleinen Eisenkern, da das meiste Eisen von Theia in den Erdkern gelangte. Außerdem ist das Mondgestein erstaunlich arm an flüchtigen Elementen, die bei den hohen Temperaturen des Impakts ins All entweichen konnten. Zudem weisen Untersuchungen der Sauerstoffisotope in Mondgestein eine fast identische Zusammensetzung wie das Gestein der Erde auf, was darauf hinweist, dass der Mond tatsächlich größtenteils aus Material der Proto-Erde besteht.
Die Entstehung des Mondes fand in einer Zeit statt, als das junge Sonnensystem ein chaotischer Ort war, geprägt von häufigen Kollisionen zwischen Planetesimalen, die die Grundlage für Planeten, Monde und andere Himmelskörper bildeten.
Obwohl die Giant-Impact-Hypothese weitgehend akzeptiert ist, bleiben einige Fragen offen, wie die Unterschiede zwischen der erdzu- und abgewandten Seite des Mondes und die genaue Herkunft von Theia. Es wird spekuliert, dass Theia entweder aus den äußeren Regionen des Sonnensystems stammte oder im L4-Punkt der Erde entstand und durch gravitative Störungen auf Kollisionskurs mit der Erde ging.
Die Zukunft der Mondforschung
Die Erforschung des Mondes ist noch lange nicht abgeschlossen. Künftige Missionen, wie die Artemis-Missionen, werden weitere Daten liefern, die uns helfen, die Entstehung des Mondes und seine Rolle in der Geschichte des Sonnensystems besser zu verstehen.
Unser Mond ist nicht nur ein treuer Begleiter der Erde, sondern ein Schlüssel zur Geschichte unseres Sonnensystems – ein Puzzle, das uns auch in Zukunft beschäftigen wird.
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Aug 22, 2024 • 39min
CL040 Mission All: Eine kurze Geschichte der Menschen im Weltraum
Die Episode über Kosmonauten, Astronautinnen, Space Shuttles und die Rückkehr zum Mond
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Einleitung
Dieses Mal wirft Eva mit Elka einen Blick in die Geschichte der Raumfahrt. Davor berichtet Eva noch vom Flyby-Manöver von ESA JUICE. Denn am 20. August näherte sich die Sonde der Erde bis auf 6807km um Schwung für ihren Flug zum Jupiter zu holen, wo sie die eisigen Monde erforschen wird!
Über die JUICE Mission (Jupiter Icy Moons Explorer) haben wir bereits in CL011 gesprochen - die Folge könnt ihr hier nochmal hören.
Der Vorbeiflug ist was Besonderes, denn es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Mond-Erde Flyby durchgeführt wurde. Die Sonde wurde dabei mithilfe der Schwerkraft der Erde auf eine, so seltsam das klingen mag, Abkürzung zum Jupiter durch das innere Sonnensystem in Richtung Venus geschickt.
Der Flug von JUICE kann übrigens auf der ESA Website Where is Juice now? live verfolgt werden.
Eine kleine Geschichte der Raumfahrt
Im Hauptteil erzählt Elka von den ersten Schritten der Menschheit ins Weltall.
Die Ära der bemannten Raumfahrt begann in den 1960er Jahren, einer Zeit des Kalten Krieges. Die Sowjetunion und die Vereinigten Staaten wetteiferten darum, wer als erster einen Menschen in den Weltraum schicken würde. Am 12. April 1961 gelang dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin ein historischer Meilenstein, als er als erster Mensch die Erde umrundete. Sein Flug an Bord der Wostok 1 dauerte 108 Minuten und bewies, dass Menschen sicher in den Weltraum reisen und zurückkehren konnten.
Der erste Amerikaner im All war Alan Shepard, der aber nur einen suborbitalen Flug unternahm. Erst 1962, zehn Monate nach Juri Gagarin, gelang es einem Amerikaner, die Erde zu umkreisen. John Glenn umkreiste in einer Mercury-Kapsel dreimal die Erde.
Die erste Frau im All war 1963 Valentina Tereshkova. Mit gerade mal 26 Jahren umrundete sie 49 Mal die Erde. Ihre Mission ist bis heute die einzige Solo-Mission einer Frau. Erst 20 Jahre später, 1983, flog die erste Amerikanerin, Sally Ride, ins All. Ein interessantes Bild der NASA auf ihre ersten Astronautinnen wirft das 1978 von der NASA entworfene Schminktäschchen, inklusive Lipgloss und Lidschatten.
NASA-Programme
Das Gemini-Programm (1965-1966) legte das Fundament für die zukünftige Raumfahrt und die Mondlandung. In dieser Phase wurden Raumfahrttechniken erprobt.
Das Apollo-Programm (1961-1972)
Die USA reagierten mit dem Apollo-Programm auf die Sowjetunion. Ihr ultimatives Ziel war es, einen Menschen auf den Mond zu bringen und sicher wieder zur Erde zurückzubringen. Dafür wurde die gewaltige Trägerrakete Saturn V entwickelt, die über genügend Schubkraft verfügte, um die neue Drei-Mann-Raumkapsel "Apollo" sowie eine Landefähre zum Mond zu transportieren.
Apollo 8 umkreiste den Mond und machte das berühmte "Earthrise"-Foto.
Am 20. Juli 1969 erreichte Apollo 11 das Ziel des Programms, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen den Mond betraten. Sie verbrachten 2,5 Stunden auf der Mondoberfläche und sammelten Mondgestein.
Im Jahr 1970 erlebte die Apollo 13-Mission eine Explosion eines Sauerstofftanks, wodurch die geplante Mondlandung verhindert wurde. Eine spektakuläre Rettungsaktion folgte, bei der die Astronauten in die Mondlandefähre umstiegen.
Mit der Apollo-17-Mission endete schließlich das amerikanische Mondprogramm.
Die ersten bescheidenen Raumstationen waren Saljut (UdSSR) und Skylab (USA). In den 1980er Jahren baute die Sowjetunion die berühmte Raumstation Mir.
1975 gab es das erste Mal eine gemeinsame Mission der UdSSR und der USA inklusive eines historischen Handschlags im All: das Apollo-Sojus-Projekt.
Die Space Shuttle-Ära (1981-2011)
Das Space Shuttle war die erste wiederverwendbare Raumfähre. Es spielte eine wesentliche Rolle beim Bau der Internationalen Raumstation (ISS), transportierte Satelliten und ermöglichte zahlreiche wissenschaftliche Experimente. Doch das Programm wurde auch von Tragödien überschattet: bei dem Challenger-Unfall 1986 und dem Columbia-Unfall 2003 kam jeweils die gesamte Besatzung ums Leben.
Die Internationale Raumstation (ISS)
Die ISS wird von fünf Raumfahrtagenturen betrieben: NASA (USA), Roskosmos (Russland), ESA (Europa), JAXA (Japan) und CSA (Kanada). Jede Organisation ist für ihr Modul zuständig, Vollbetrieb ist aber nur durch Kooperation möglich.
Seit dem Jahr 2000 ist die ISS kontinuierlich von Menschen besetzt und dient als Labor für Wissenschaft und Forschung in Schwerelosigkeit.
Beginn des Weltraumtourismus
2001 fliegt der erste Weltraumtourist ins All. Ein amerikanischer Milliardär reist für 20 Mio. Dollar zusammen mit zwei Kosmonauten zur ISS.
Gegenwart der Raumfahrt
Zur Zeit gibt es drei Raumfahrtnationen, die bemannte Missionen mit eigenen Raumfahrzeugen durchführen: Russland, USA und China. China betreibt seit 2021 eine ständig besetzte Raumstation. Indien bereitet mittlerweile auch bemannte Flüge mit dem Gaganyaa-Raumschiff vor.
Heutzutage hat die bemannte Raumfahrt neue Höhen erreicht. Private Unternehmen wie Blue Origin, das kurze suborbitale Flüge anbietet, sowie SpaceX und Boeing, die ISS-Zubringerflüge testen, arbeiten eng mit der NASA zusammen. Ihr Ziel ist es, Astronautinnen und Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) zu transportieren und zukünftige Missionen zum Mond und Mars zu planen. SpaceX hat bereits mehrere erfolgreiche bemannte Flüge mit der Crew Dragon-Kapsel durchgeführt. Zusätzlich soll SpaceX ein Deorbit-Fahrzeug entwickeln, um die ISS im Jahr 2030 kontrolliert zum Absturz zu bringen.
Artemis Missionen
Die aktuelle Artemis-Mission der NASA verfolgt das Ziel, nach 1972 erneut Menschen auf den Mond zu bringen, eine dauerhafte Infrastruktur auf dem Mond zu errichten und eine Raumstation im Mondorbit zu bauen. Bei diesen Missionen soll 2026 erstmals eine Frau, Christina Hammock Koch, zum Mond fliegen!
Serientipp: For all Mankind, USA 2019-2024, zu streamen bei Apple TV+
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Aug 8, 2024 • 44min
CL039 Terraforming Venus - Können wir die Venus in ein Dschungelparadies verwandeln?
Die Episode über schwebende Städte in den Wolken, gezielte Asteroideneinschläge und weitere Methoden, um die Venus in ein bewohnbares Paradies zu verwandeln.
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Einleitung
In dieser Episode beschäftigt sich Jana mit dem Ursprung der Symbole, die wir Menschen den Planeten zugeordnet haben.
Besonders bekannt sind die Symbole für Mars und Venus, die für Männlichkeit und Weiblichkeit stehen. Das Marssymbol bildete sich aus der Darstellung eines Schildes und eines Speeres und wurde urprünglich mit Eisen assoziiert. Weniger eindeutig ist hingegen die Venus, ihr Zeichen wird als Handspiegel der Göttin interpretiert. Da Spiegel in der Antike oft aus Kupfer waren, wird die Venus mit diesem Element in Verbindung gebracht.
Ein weiteres bekanntes Symbol ist jenes von Merkur, das heute teilweise in der LGBTQ+ Szene genutzt wird, um non-binäre Geschlechter darzustellen.
Terraforming Venus
Inspiriert von Janas Erzählungen über die Venus in Cosmic Latte 35 geht Eva in dieser Folge der Frage nach, ob sich die Venus terraformen lassen könnte.
In der Science-Fiction ist das Konzept des Terraforming, also einen Planeten für uns Menschen mittels Technologie lebensfreundlich zu machen, längst angekommen. Der Begriff Terraforming wurde bereits in den 1940er Jahren von Jack Williamson erfunden und später von der Wissenschaft übernommen. Und Poul Anderson ließ bereits 1954 in "The Big Rain" die Venus zu einem lebensfreundlichen Planeten werden.
Die Ausgangslage ist dabei bei der Venus auf den ersten Blick jedoch äußerst schlecht: die Oberflächentemperatur liegt bei 460 Grad Celsius. Der Druck auf der Oberfläche ist 90-mal stärker als auf der Erde, da ihre Atmosphäre so dicht ist - diese besteht zudem fast komplett aus Kohlendioxid. Wenn wir auf der Venusoberfläche stehen würden, wäre das also in etwa so, wie wenn wir uns auf der Erde in über 900 Meter Meerestiefe aufhalten.
Die Frage, warum wir also die Venus terraformen sollten, ist daher durchaus berechtigt.
Allerdings gilt die Venus in mancherlei Hinsicht auch als Zwillingsschwester der Erde: sie ist ihr sowohl in Größe als auch in der Masse ähnlich, und daher ist auch die Anziehungskraft ähnlich. Dies ist sehr praktisch für den menschlichen Körper, da wir dann nicht z.B. mit Muskelschwund zu kämpfen hätten, wie dies etwa auf dem Mars der Fall wäre.
Zudem kommt die Venus der Erde regelmäßig sehr nahe, was für wiederkehrende Reisen praktisch ist.
Was müssten wir auf der Venus ändern, um sie bewohnbar zu machen?
Um auf der Venus zu leben, müssten wir v.a. drei Dinge ändern, die uns momentan das Leben auf ihr nicht nur schwer sondern unmöglich machen:
Zunächst müssten wir die Oberflächentemperatur der Venus senken, von aktuell 464 Grad Celsius auf gemütliche 15 Grad.
Im nächsten Schritt müsste die Beseitigung des größten Teils der dichten Kohlendioxid- und Schwefeldioxidatmosphäre des Planeten erfolgen und schließlich
müsste atembarer Sauerstoff der Atmosphäre hinzugefügt werden.
Venus Terraforming in der Wissenschaft
In der Wissenschaft hat man sich erstaunlich viele Gedanken darüber gedacht.
Bereits in den 1960er Jahren schlug Carl Sagan vor, Mikroorganismen auf der Venus auszusetzen, um mittels Fotosynthese Kohlendioxid in der Atmosphäre in Sauerstoff umzuwandeln und so den starken Treibhauseffekt zu stoppen. Sagan erkannte bereits, dass die Hauptprobleme die enorm dichte CO2-Atmosphäre, der extreme Treibhauseffekt und die damit verbundenen hohen Temperaturen sind.
Allerdings ging man damals noch von anderen, milderen Bedingungen auf der Venus aus und wußte nicht, dass es so gut wie kein Wasser auf ihr gibt, der Atmosphärendruck derart hoch ist und es sogar Schwefeldioxid in der Luft gibt; Kurzum: die von Sagan vorgeschlagene Methode würde so nicht funktionieren! Er selbst sagte später dazu, dass dies von ihm zu naiv gedacht war.
Später fand eine Studie heraus, dass selbst wenn man Organismen hätte, die das Co2 binden könnten, würde der Prozess mindestens elf Tausend oder bis zu einer Million Jahre dauern. Immerhin müsste man 99% der Atmosphäre abbauen!
Um das zu bewerkstelligen, könnte das Kohlendioxid durch chemische Reaktionen mit Oberflächengestein in Karbonatgestein umgewandelt werden. Immerhin ist auf der Erde ebenfalls viel CO2 im Gestein gebunden. Allerdings müsste man dafür absurd hohe Mengen an Magnesium und Kalzium auf die Venus zu bringen (die CO2 binden und es somit aus der Atmosphäre entfernen).
Die Atmosphäre könnte auch durch gezielte Asteroideneinschläge weggepustet werden. Dafür wären ungefähr 2000 10km-Asteroiden notwendig - die zwar vorhanden sind, allerdings fehlt es uns derzeit an der dafür notwendigen Technologie derartiges zu bewerkstelligen.
Eine weitere Idee sieht die Verwendung eines großen Schattenschildes vor, der im Lagrange-Punkt L1 zwischen Venus und Sonne platziert wäre. Dadurch könnte die Sonneneinstrahlung reduziert werden, damit der Planet so weit abkühlt, dass das Kohlendioxid als Trockeneis ausfriert.
Eine Alternative zu den oben genannten Methoden, die nicht nur aufwendig sondern auch sehr lange dauern, wären schwebende Habitate. Denn die Temperatur nimmt mit der Höhe ab. Dadurch ergibt sich auf einer Höhe von 54km ein sogenannter "sweet spot", bei dem die Temperatur laue 20 Grad beträgt und der Atmosphärendruck dem der Erde gleicht. Diese Tatsache, und die vorhandene Gravitation geben der Venus einen gehörigen Vorteil in Sachen Space Colony.
Aber es gibt euch jede Menge zusätzliche Herausforderungen: so müsste man jede Menge Wasser zur Venus bringen. Und dann gibt es auch noch die ätzenden Schwefelsäurewolken, die man irgendwie loswerden müsste.
Zuletzt stünden wir immer noch vor der Tatsache, dass die Tage auf der Venus 117 Erdentage lang sind. Um langfristig einen 24-Stunden Zyklus zu etablieren um die hohen Tag-Nacht Temperatur-Differenzen auszugleichen, könnte theoretisch die Rotation mittels Asteroideneinschläge beschleunigt werden. Dass diese Methode riskant ist und dafür riesige Energiemengen notwendig sind, muss nicht extra betont werden.
Eine weitere Lösung wäre die Schaffung eines künstlichen Tag-Nacht-Zyklus, etwa durch Spiegel im All.
Aber da dies alles Technologien aus der Zukunft sind, über die wir Menschen noch lange nicht verfügen werden, werden wir die Venus wohl nicht in absehbarer Zeit bewohnbar machen können - besser also, auf unsere Erde gut Acht zu geben!
Das Paper von Geoffrey Landis über Terraforming auf der Venus kann man hier nachlesen
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Jul 25, 2024 • 59min
CL038 Alien-Invasion! Erstkontakt in der Science-Fiction
Die Episode über die vielen Möglichkeiten, wie der erste Kontakt mit Aliens stattfinden kann - Science-Fiction Special mit Gast Peter Koller
Einleitung
In dieser Folge spricht Eva wieder mit Drehbuchautor und Regisseur Peter Koller über Science-Fiction Filme. Im dritten Cosmic Latte Sci-Fi-Special sprechen wir über den Erstkontakt zwischen Menschen und Aliens.
Nachbesprechung Furiosa
Davor sprechen wir aber noch über den aktuellen Mad Max Film, "Furiosa", und den gemeinsamen Kinobesuch mit Hörern und Hörerinnen von Cosmic Latte.
Das Prequel zu Mad Max "Fury Road" erzählt die Geschichte von Furiosa. Der Film beginnt in ihrer Kindheit und liefert nicht nur die Vorgeschichte, sondern auch Hintergrund und Kontext, was der Mad Max Reihe mehr Substanz verleiht.
Erstkontakt in der Science-Fiction
Der Film begegnet dem Thema des Erstkontakts durchaus sehr unterschiedlich. Peter beginnt mit seinem Lieblings-Erstkontakt-Film "Predator", der eine gewaltsame Erstbegegnung zeigt, in der eine militärische Einheit (u.a. mit Arnold Schwarzenegger) mit voller Feuerkraft auf ein unsichtbares Alien im Dschungel schießt. Wesentlich friedlicher und diplomatischer ist die Darstellung in anderen Filmen, wie etwa in einer von Evas Favoriten, Star Trek "First Contact", in dem die erste Begegnung der Menschheit mit den Vulkaniern geschildert wird.
"Krieg der Welten" und die rote Gefahr
In den Sci-Fi-Filmen der 1950er und 1960er Jahre über außerirdische Besucher, spiegeln sich politische Themen, besonders der Kalte Krieg wider. Deutlich wird dies etwa in "Der Tag, an dem die Erde stillstand", in dem der Alien Klaatu die Menschheit vor den Gefahren des Krieges warnt. Auch in „Krieg der Welten“ von 1953 kann der Angriff der Marsianer auf die Menschheit (obwohl von H.G. Wells ursprünglich nicht in der Absicht geschrieben) als Gefahr des Kommunismus bzw. der Sowjetunion gesehen werden, wie sie die USA wahrnahm. Ebenso wie in „Die Körperfresser kommen“, in der die USA von einer außerirdischen Rasse von innen infiltriert wird, und die Paranoia jener Zeit sehr gut reflektiert.
Kommunikationsprobleme
Ganz andere Probleme ergeben sich im Versuch mit einer anderen Spezies zu kommunizieren. In "2001: Odyssee im Weltraum" wird die Schwierigkeit der Kommunikation mit einer völlig fremden Spezies thematisiert, repräsentiert durch den mysteriösen Monolithen, der die Menschheit beeinflusst. Besonders deutlich wird dies in "Arrival" herausgearbeitet, der sich mit der Herausforderung befasst, die komplexe Sprache der Aliens zu entschlüsseln. Die Frage ist, ob es überhaupt möglich wäre, mit einer völlig fremden Spezies zu kommunizieren. Denn, obwohl wir Menschen auf dem gleichen Planeten wie z.B. Insekten leben, können wir nicht mit ihnen kommunizieren.
Für Eva und Peter stellt sich dann auch die Frage, ob eine hochentwickelte Spezies uns überhaupt als würdig erachten würde, mit uns zu kommunizieren, oder ob sie uns als zu primitiv betrachten würde.
Gut vs. Böse
Natürlich ist die Begegnung zwischen Menschen und Aliens im Film stets von der Frage geprägt, ob es sich um freundliche oder bösartige Wesen aus dem All handelt. Während uns in "E.T." ein äußerst liebenswerter und guter Außerirdischer begegnet, finden wir in "Independence Day" eine klassische Alien-Invasion, bei der sich die Menschheit gegen die Bedrohung wehrt. Abhilfe bei der Einschätzung einer potentiellen Gefahr von Außen liefert die RIO-Skala: sie stuft die potenziellen Auswirkungen eines extraterrestrischen Signals auf die Menschheit ein. Diese Skala reicht von 0 (kein Signal) bis 10 (Raumschiffe im Orbit). Momentan steht die Skala auf 0.
Aliensignale
Sollen wir, als Menschen überhaupt den Versuch unternehmen, Kontakt mit einer fremden Spezies aufnehmen? Mit "SETI" (Search for Extraterrestrial Intelligence) und "METI" (Messaging Extraterrestrial Intelligence) entstanden durchaus Kontroversen um das aktive Senden von Signalen ins All. So warnte etwa Stephen Hawking vor den Gefahren eines solchen Kontakts. Carl Sagan hingegen sah die Sache optimistischer und glaubte, dass fortschrittliche Zivilisationen friedlich sein würden.
Solange wir aber weder einen tatsächlichen Kontakt noch den Beweis für außerirdisches Leben haben, können wir über die möglichen Auswirkungen auf die Menschheit nur spekulieren, wie ein tatsächlicher Erstkontakt das Selbstverständnis und die Kultur der Menschheit verändern würde und ob wir als globale Gemeinschaft in der Lage wären, angemessen darauf zu reagieren.
Die beinahe vollständige Liste der besprochenen Filme:
Mad Max Fury Road (2015)
Furiosa (2024)
Predator (1987)
Star Trek: First Contact (1996)
Der Tag, an dem die Erde still stand (1951), (2008)
2001: Odyssee im Weltraum (1968)
Arrival (2016)
Independence Day (1996)
Solaris (1972,(2002)
Mars Attacks! (1996)
E.T. – Der Außerirdische (1982)
Starman (1984)
Das Ding aus einer anderen Welt (1982)
Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977)
Contact (1997)
Body Snatchers – Die Körperfresser kommen (1956), (1978)
Apocalypto (2006)
Under the Skin (2013)
Resident Alien (2021, TV-Serie)
The Man from Mars (Kurzgeschichte von Stanislaw Lem)
The X-Files (1993-2018, TV-Serie)
Paul – Ein Alien auf der Flucht (2011)
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Jul 11, 2024 • 43min
CL037 Von der Supernova zur Coladose: Woher Aluminium, Gold und Co. kommen
Die Episode über Sternen-Explosionen, den Ursprung der Elemente und was das alles mit unserem Alltag zu tun hat
Einleitung
Eva und Elka haben das Ö3-Podcast-Festival in Wien besucht. Neben interessanten Talks, sind wir dort auf einen Podcast gestoßen, der die Stimme seines Sprechers mittels KI reproduziert.
Fasziniert von der technischen Möglichkeiten, besprechen Jana und Eva ob dies auch eine Möglichkeit für sie wäre, ihre Podcasts zu gestalten.
Spoiler: nein, wir wollen uns den Spaß des Podcasts Einsprechen nicht nehmen lassen und werden auf jeden Fall auch weiterhin persönlich unsere Podcasts sprechen.
Venus: Feedback aus der Hörerschaft
Wir haben zahlreiches Feedback aus der Hörerschaft zur Episode über die Venus erhalten. Jana geht daher u.a. nochmal auf die besondere Herausforderung der hohen Temperaturen auf unserem Nachbarplaneten ein, und was das für künftige Venus- Missionen bedeutet, die auf der Oberfläche landen möchten.
Entstehung schwerer Elemente in einer Supernova
In dieser Folge diskutieren wir, woher die schweren Elemente wie Aluminium, Gold, Platin und Co. stammen und wie genau Supernova-Explosionen zur Bildung der Elemente beitragen, die wir im täglichen Leben verwenden.
Bis 1950 hielt sich die Vorstellung, dass die Elemente in ihrer heute beobachteten Verteilung bereits beim Urknall entstanden sind.
Die Häufigkeitsverteilung der Elemente sprach jedoch dagegen.
Das B²FH Paper "Synthesis of the Elements in Stars" von E. Margaret Burbidge, Geoffrey. R. Burbidge, William A. Fowler und Fred Hoyle aus dem Jahr 1957 gilt als bahnbrechend und legte den Grundstein für viele weitere Erkenntnisse. Ihre Arbeit beschreibt den Ursprung und die Verteilung der chemischen Elemente im Universum sowie die Entstehung von Elementen schwerer als Eisen. Sie erkannten, dass in den Sternen selbst "nur" Elemente bis hin zu Eisen entstehen können. Für schwerere Elemente braucht es andere Prozesse - zum Beispiel eine Supernova.
Eine Supernova ist ein gewaltiges kosmisches Ereignis, das das explosive Ende eines massereichen Sterns darstellt. Diese Explosion spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Verteilung der chemischen Elemente im Universum.
Der Prozess beginnt mit der Erschöpfung des Brennstoffs im Inneren des Sterns, wobei Wasserstoff nacheinander zu Helium, Helium zu Kohlenstoff und schließlich zu Eisen fusioniert. Da die Eisenfusion keine Energie freisetzt, wird der Stern instabil. Der Eisenkern erreicht die Chandrasekhar-Grenze von etwa 1,4 Sonnenmassen, woraufhin der Druck der Elektronenentartung der Schwerkraft nicht mehr standhält und der Kern innerhalb von Sekunden kollabiert.
Bei diesem Kollaps verschmelzen Protonen und Elektronen zu Neutronen, wodurch ein extremer Neutronendruck entsteht. Dieser Druck führt zu einem Rückstoß, der die äußeren Schichten des Sterns nach außen schleudert und die eigentliche Supernova-Explosion auslöst. In dieser Phase entstehen durch schnellen Neutroneneinfang, dem so genannten r-Prozess, viele schwere Elemente, die im Periodensystem weiter oben stehen, wie Gold, Platin und Uran. Dieser Prozess erfordert extrem hohe Neutronenflüsse und Temperaturen, wie sie bei einer Supernova auftreten.
Nach der Explosion bleiben die Überreste des Sterns zurück, die zu einem Neutronenstern oder - bei noch massereicheren Sternen - zu einem Schwarzen Loch werden können. Die äußeren Schichten des Sterns bilden eine expandierende Supernova-Überrestwolke, die reich an neu entstandenen Elementen ist. Diese Überreste tragen zur Anreicherung des interstellaren Mediums bei und spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung neuer Sterne und Planetensysteme.
Weiterführender Link
Das Periodensystem mit den Entstehungsorten der Elemente ist aus diesem Buch:
Felicitas Mokler: Die Evolution des Universum(Kosmos, 2022)
Gewinnspiel
Wir feiern immer noch Geburtstag! Bis 31. Juli könnt ihr noch an unserem Gewinnspiel teilnehmen. Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen. Aber nur, wenn zuerst ein paar Fragen beantwortet werden, die zeigen, ob ihr in den bisherigen Folgen gut aufgepasst habt:
Frage 1: Wie ist der Hex-Wert von Cosmic Latte?
Frage 2: Welche Fernsehserie hat Evi schon früh für Asteroideneinschläge interessiert?
Frage 3: An welchem Tag bekommt Elka "dank Jupiter" alles was sie möchte?
Frage 4: An welchem Observatorium hat Jana Exoplaneten beobachtet?
Schickt uns eure Antworten bis 31. Juli 2024 an kontakt@cosmiclatte.at und mit ein wenig Glück gewinnt ihr das Buch "Alien Earths" von Lisa Kaltenegger.
Unterstützt den Podcast
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Der Podcast ist aber natürlich weiterhin gratis auf allen gängigen Plattformen erhältlich.
Kontakt
Falls ihr Fragen habt, dann schickt uns eine Mail an kontakt@cosmiclatte.at oder schaut auf cosmiclatte.at.
Und sonst findet ihr uns hier:
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